Sonntag, 19. Januar 2014

Eine Hommage auf den Künstler Heinz Scharr

Gestern fand im Kunsthaus Meyenburg unter außerordentlich starker Gästebeteiligung die Vernissage zur Ausstellung des Künstlers Heinz Scharr statt. Einer Ausstellung von Holzschnitten, sowohl schwarz-weiß, als auch in Farbe.

Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunsthauses Meyenburg, Susanne Hinsching, bemerkte dabei eingangs ihrer Ausführungen als Laudatorin, dass sich der nahezu neunzigjährige Künstler mit seiner Frau Jutta im ehemaligen Komturhof Utterode im Landkreis Nordhausen eine eigene Welt geschaffen hat, die ihm eine gewisse Zurückgezogenheit ermöglicht. Und gleichzeitig die Quelle für seine Kunst bildet. Dass sie nicht nur die Quelle für seine Kunst, sondern auch für seine Konstitution zu sein scheint, meinte ich gestern bei seiner Teilnahme an der Vernissage zu erkennen: nach einem Unfall zwar auf eine Unterarmkrücke gestützt, sonst aber durchaus respektabel wirkend, nahm er in Begleitung seiner Frau in der ersten Reihe der Gäste am Geschehen teil und zeigte sich auch sonst durchaus „auf der Höhe“. Und ihm altersmäßig wohl am nächsten benachbart, ist er mir immerhin Orientierung.

Den musikalischen Einführungspart zur Vernissage und elektronisch untermalte Zwischengesänge bot Silke Gonska, von der Susanne Hinsching eine gewisse Gemeinsamkeit in der künstlerischen Einschätzung zu Heinz Scharr erkannte, als sie zum Schluss ihrer Ausführungen den Schriftsteller Andrew Halliday zitierte, als für beide Künstler zutreffend: „Die Kunst ist ein Gefühl, das ein Mensch
durchlebt hat und das er durch ein Mittel – Stein, Bronze, Farbe, Worte oder Musik – so auszudrücken vermag, dass es auf andere Menschen übertragen wird.“ Während sie Scharr die Fähigkeit attestierte, seine Gefühle durch die Kunst auf den Betrachter zu übertragen, zeigte sie sich sicher, dass auch Silke Gonska die besondere Fähigkeit besitzt, ihre Gefühle durch Musik auszudrücken. Die sicher große Kompetenz der Kunsthistorikerin mag sie zu dieser Beurteilung befähigen. Soweit es mich als „nur“ interessierten Kunstliebhaber betrifft, vermag ich der Laudatorin im Falle Scharr ohne Einschränkung zuzustimmen, während es mir zur Musik Gonskas wohl doch am dafür notwendigen musikalischen Gehör fehlt.

Nach dem musikalischen Auftakt führte Kulturdezernentin Hannelore Haase in die Ausstellung ein. Dabei erinnerte sie an die voraufgegangene Ausstellung an gleicher Stelle im Jahre 2009 und den damals entworfenen Katalog zum Gesamtschaffen Heinz Scharrs als Gemeinschaftsprojekt von Nordhausen, Sondershausen und der Sparkassen beider Städte. (Der Katalog ist zum Preis von 15 Euro im Kunsthaus erhältlich.) Haase wies darauf hin, dass es in diesem Jahr neben der gerade hier eröffneten Ausstellung eine weitere in Sondershausen und auch im Panorama Bad Frankenhausen geben wird, auf die man ebenfalls ganz besonders gespannt sein darf. Schließlich wies sie noch auf das Kammermusik-Projekt im Kunsthaus hin, das mit einem Konzert am 23. Januar beginnen wird, allerdings längst ausverkauft ist. Dazu gibt es Überlegungen einer Wiederholung, wie Haase bemerkte.


Nach dieser Einführung und einer musikalischen Einlage Silke Gonskas würdigte Kunsthistorikerin Susanne Hinsching in ihrer Laudatio sowohl den Küntler Heinz Scharr, als auch dessen Werke in dieser Ausstellung. Ich werde auf diese Laudatio nach Auswertung des Mitschnittes noch ausführlich eingehen. Hier und jetzt drängt sich mir eine eigene „Würdigung“ auf, die meines Erachtens schon bei früheren Vernissagen hätte erfolgen können, noch nie aber auch so augenfällig war wie diesmal. Ich meine dabei neben der fachlichen Kompetenz der Kunsthistorikerin Hinsching auch ihr stilsicheres, modisches und dem Thema der jeweiligen Ausstellung angepasstes Outfit. Ich finde diese elegante, unaufdringlich- geschmacjvolle Ausrichtung spannend . Und nicht selten auch überraschend. Dem Betrachter mag es überlassen sein, eine solche Verbindung auch und gerade diesmal bestätigt zu finden. (14.51. Uhr)

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