Donnerstag, 25. Juli 2013

Klaren Kopf behalten

Die Hitzegrade oder auch die Schwüle, die derzeit vielfach tagsüber herrscht, lässt es mir sinnvoll erscheinen, meine körperlichen und auch geistigen Aktivitäten vermehrt in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Ich mache mich also frühzeitig auf den Weg, um meiner Beweglichkeit willen, freue mich über die Erscheinungen in der Natur – der Sonnenaufgang gehört dazu – und überlege ansonsten, was ich mir auf meinem Weg an Themen mitgenommen habe.

In meinem Beitrag „Natur versöhnt“am Montag hatte ich beklagt, dass ein Teil des Weges, den ich damals wählte, so schlecht war, dass ich über meinen Gedanken fast ins Stolpern gekommen wäre. Die Gefahr bestand gestern weniger: ein beträchtlicher Teil des gewählten Weges ist in einer Weise freigelegt, dass sich mir der Gedanke aufdrängte, da sei mit Chemie nachgeholfen worden. Jedenfalls war leicht zu erkennen, wo es lang ging.

In der vergangenen Woche beschäftigten sich die Medien mit einer Bertelsmann- Gesellschaftsstudie, in der es unter anderen um den Gemeinsinn der Deutschen ging. „Focus“ hatte diesen Bericht mit „Deutsche identifizieren sich kaum mit ihrer Nation“. Ich denke, eine Antwort darauf liefert die „Thüringer Allgemeine“ die u.a. berichtet, dass Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh in einem Gastbeitrag für die „Junge Union“ mit der Formulierung „Ein Volk steht auf“ eine Formulierung wählte, die an eine Rede des Propagandaministers im Hitler-Deutschland erinnern würde. Und der Eisenacher Kreisvorsitzende der JU Felix Elflein macht Thüringens Landwirtschafts- und Umweltminister Jürgen Reinholz zum Vorwurf, einen Vergleich mit der Hitler-Jugend gezogen zu haben.


Für die jungen Leute, die sich da angeblich betroffen fühlen und glauben, sich gegen solche Vergleiche verwahren zu müssen, ist Nazi-Deutschland zeitlich jedenfalls eine ferne geschichtliche Erinnerung. Aber irgendwer findet immer wieder Vergleiche mit Zitaten aus jener Zeit. Und unterstellt, der Sinn sei noch immer der gleiche wie damals. Und das bedeutet meines Erachtens nichts anderes, als dass jene Ära noch immer in den Köpfen vieler Leute festsitzt. Und der Begriff der Nationalität sofort Ängste hervorruft, man könne ein solches Bekenntnis mit nazistischem Denken in Verbindung bringen. Und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Und hat seine Ursache auch sicher nicht in den derzeitigen täglichen Hitzegraden.  

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