Ab 1. August arbeitet das Jobcenter Landkreis Nordhausen mit einem
neuen, vereinfachten Hartz IV-Antrag. Genutzt wird dieser nicht nur
in Nordhausen sondern in allen Jobcentern in gemeinsamer Trägerschaft
von Bundesagentur für Arbeit (BA) und den Landkreisen und
kreisfreien Städten (gemeinsame Einrichtungen).
Für die BA ist es eine wichtige, aber auch schwierige
Aufgabe, die Komplexität der Grundsicherung in eine bürgernahe,
verständliche Sprache zu übersetzen. In den vergangenen drei Jahren
wurden über 180 Dokumente, wie zum Beispiel Bewilligungsbescheide
oder Anhörungs- und Mitwirkungsschreiben überarbeitet und in
einfachere Verwaltungssprache gebracht. Die Einführung des neuen,
überarbeiteten Hartz IV-Antrages rundet dieses Projekt ab, beendet
es aber nicht.
BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt: „Leichte Sprache hilft
uns, unnötige Barrieren zwischen Kunden und Jobcenter abzubauen und
Vertrauen aufzubauen. Hartz IV ist schwierig und komplex und es gibt
immer den Konflikt zwischen bürgerfreundlichen Formulierungen und
rechtlichen Erfordernissen. Aber dieser Herausforderung stellen wir
uns permanent, gemeinsam mit den Betroffenen, mit den Kolleginnen und
Kollegen aus den Jobcentern und Vertretern von
Arbeitslosenverbänden.“
Mittwoch, 31. Juli 2013
Ausstellung „20 Jahre Thüringer Verfassung“
Bis
zum 17. August im Bürgersaal des „Neuen Rathaus´“:
Nordhausen
(psv) Die
Ausstellung des Thüringer Landtags „20 Jahre Thüringer
Verfassung“ ist ab heute bis zum 17. August im Bürgersaal des
neuen Rathauses zu sehen. Landtagsabgeordneter Egon Primas - in
Vertretung der Landtagspräsidentin - und Oberbürgermeister Dr.
Klaus Zeh haben die Ausstellung eröffnet.
Die
Ausstellung wurde vom Landtag und Hauptstaatsarchiv konzipiert. Auf
zwölf Tafeln wird die Entstehungsgeschichte der Thüringer
Verfassung dargestellt, deren Wurzeln bis Anfang des 19. Jahrhunderts
reichen. Es werden aber auch Inhalte dieser Grundlage des staatlichen
und politischen Lebens in Thüringen thematisiert.
In
seiner Begrüßung sagte Dr. Zeh, „Die Mitarbeit an der Thüringer
Verfassung, ist eine meiner besten politischen Erfahrungen gewesen.
Es war für mich schon ein Geschenk, nach der friedlichen Revolution
den politischen Alltag mit gestalten zu dürfen. Aber die Mitarbeit
und der Meinungsstreit um eine Verfassung, die die Grundlage unseres
politischen Handelns ist, die die Staatsziele formuliert, die dem
Gemeinwohl verpflichtet sind und die die einklagbaren Grundrechte
unserer Bürger festschreibt, das war ein Vorzug erster Güte“.
Manch
einer hatte damals gefragt, so Zeh weiter, warum Thüringen eine
eigene Verfassung benötigte. „Der Grund war einfach: Die Länder
gab es schon vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland! Der
Bund konstituierte sich aus den Ländern, und nicht umgekehrt. Und es
war eine Forderung aus der friedlichen Revolution, dass wir nicht
zentralistisch aus Berlin regiert werden wollten, sondern in unseren
Länderstrukturen eigene Verantwortung wahrnehmen wollten.“
„Es
ist einer der entscheidenden Unterschiede zur DDR-Verfassung, dass in
Artikel 1 nicht als erstes die Machtverhältnisse im Staat geregelt
sind, sondern dort festgeschrieben wird, dass die Würde des Menschen
unantastbar ist! Ein Staat, der die Menschenrechte des Einzelnen als
höchstes Gut respektiert, wird als Staatswesen immer eine positive
Rolle spielen“, so Zeh weiter.
Die
Achtung der Würde und die unveräußerlichen Rechte des Einzelnen
entsprächen christlich-abendländischen Verständnis vom Menschen.
Dieses habe mit der Aufklärung und der christlichen Soziallehre die
entscheidenden Impulse für die moderne Verfassung gegeben.
Deshalb habe letztlich die umstrittene Passage, dass man sich die
Verfassung „vor Gott“ gebe, seinen Weg in die Verfassung
gefunden.
Besonders
stolz sei er - auch als heutiger Präsident des Deutschen
Familienverbandes-, dass in Erweiterung zu Artikel 6 des
Grundgesetzes bzgl. des besonderen Schutzes der Ehe damals in
Thüringen in Artikel 17 ein ergänzender Absatz aufgenommen wurde,
der besagt: „Wer in häuslicher Gemeinschaft Kinder erzieht oder
für andere sorgt, verdient Förderung und Entlastung.“ Dies sei
ein besonderer Auftrag für die Gesellschaft gerade angesichts der
demographischen Krise, in der sich Deutschland befinde.“Daher sei
die Ausstellung auch insbesondere Schülern und Jugendlichen
anempfohlen, um sich „auf Entdeckungsreise mit unserer Verfassung
zu begeben.“
Anmerkung: Das mitgelieferte Bild lässt leider nicht erkennen, ob es neben der Beigeordneten Hannelore Haase und Gisela Hartmann weitere Teilnehmer an der Eröffnung der Ausstellung gab. Der Eindruck, den das Bild insoweit vermittelt, ist jedenfalls ausgesprochen dürftig.
Das Ende der Printmedien?
Eine Verlautbarung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Die Axel Springer AG hat bekannt gegeben, dass sie die Regionalzeitungen Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost sowie einige Programm- und Frauenzeitschriften verkaufen will. Der Konzern will sich mehr auf digitale Medien konzentrieren. Was die aktuelle Entwicklung für den deutschen Pressemarkt bedeutet, erklärt Kommunikationswissenschaftler Dr. Reimar Zeh von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Die
Entscheidung der Axel Springer AG, traditionsreiche Titel aus dem
Printangebot an einen Konkurrenten zu verkaufen, hat unabhängig von
der noch ausstehenden Genehmigung durch das Kartellamt eine enorme
Signalwirkung. Der Konzern macht deutlich, dass er nicht an die
Zukunft der Printmedien glaubt: Mittel bis langfristig scheint sich
zumindest mit diesen Titeln kein Geld mehr verdienen zu lassen,
obgleich sie wohl derzeit noch zum Unternehmensgewinn beitragen.
Eigentlich ist dieser Vorgang aus der wirtschaftlichen Perspektive
heraus betrachtet völlig normal: Ein Unternehmen trennt sich von
Teilen, die nicht mehr profitabel oder nicht mehr profitabel genug
sind. Die Tatsache, dass sich für das Paket ein Käufer finden ließ,
mag zwar darauf hindeuten, dass die pessimistische Sicht auf die
Zukunft der Printmedien nicht überall vorherrscht. Jedoch war der
Käufer, die Funke Mediengruppe, nicht in der Lage, den Kaufpreis
über den Kapitalmarkt zu finanzieren. Die Axel Springer AG gewährt
dem Käufer einen Kredit und verdient so über dessen Verzinsung
nochmals mit. Der Kurssprung der Springer-Aktie um mehr als zwölf
Prozent nach oben ist ein weiteres, deutliches Signal.
Was ist nun besonders an diesem Vorgang? Trennt sich Siemens von einer Unternehmenssparte, scheint dies weitaus weniger Staub aufzuwirbeln. Der Unterschied liegt in dem Produkt, das hier gehandelt wird: Zeitungen und Zeitschriften sowie Medien allgemein erfüllen eine öffentliche Aufgabe. Mit ihren publizistischen Inhalten vertreten sie die Interessen der Allgemeinheit und nicht, wie die Hersteller von Maschinenteilen oder Computern, partikulare Interessen. Anders als die Tätigkeit eines Industriekonzerns genießen Medienprodukte einen weitreichenden Schutz durch das Grundgesetz. Sie sind häufig unsere einzige Informationsquelle und zentral am demokratischen Meinungsbildungsprozess beteiligt.
Nach wie vor haben die Printmedien in unserer Gesellschaft eine herausragende Stellung, und zwar nicht nur auf nationaler Ebene, sondern gerade auf lokaler und regionaler Ebene. Obwohl uns Fernsehen und vor allem das Internet wesentlich aktueller vorkommen mögen, sind es nach wie vor Zeitungen und Zeitschriften, die zentrale gesellschaftliche Themen nachhaltig und mit einer gewissen Ausführlichkeit in die öffentliche Diskussion einbringen. Das Fernsehen ist weder auf nationaler und noch viel weniger auf lokaler Ebene in der Lage, Probleme und Vorgänge, die die Gesellschaft betreffen, in angemessener Tiefe darzustellen. Gerade im lokalen Bereich – und um den geht es ja bei dem Verkauf des Hamburger Abendblatts und der Berliner Morgenpost im Besonderen – ist die Informationsversorgung schon seit Langem prekär. In vielen Regionen Deutschlands stehen den Bürgern keine alternativen Informationsangebote zur Verfügung. Der Markt für lokale Informationen wird häufig von Zeitungsmonopolen beherrscht. Da die Presse an Auflage einbüßt, wird diese Entwicklung weitergehen.
Die eigentliche Stärke der Printmedien – die Mischfinanzierung aus Verkaufserlös und Anzeigengeschäft – verwandelt sich angesichts rückläufiger Leserzahlen zu einem großen Problem. Die Einbußen im Verkauf können nicht ohne weiteres durch Preiserhöhungen aufgefangen werden und sind gleichzeitig mit Verlusten im Anzeigengeschäft verbunden, da sich die Anzeigenpreise an der Verbreitung orientieren. Rationalisierungsmaßnahmen – das heißt meist Verkleinerung der Redaktionen und Kooperationen mit anderen Titeln – stellen hier zunächst einen wirtschaftlichen Ausweg dar, unter dem am Ende die publizistische Qualität und Vielfalt leidet. Hier spricht man von einer Anzeigen-Auflagen-Spirale, die in diesem Fall wie ein Teufelskreis wirkt: Denn die wegbrechenden Anzeigenerlöse können wiederum nur durch Rationalisierungsmaßnahmen aufgefangen werden.
Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und lassen sich nicht einzig auf das Internet zurückführen. Reichweitenverluste von Zeitungen und Zeitschriften begannen schon vor einer nennenswerten Verbreitung des Internets in Deutschland. Allerdings macht es das Internet nicht einfacher für die Verlage. Journalistische Angebote sind hier meist umsonst, können aber nur selten ausschließlich über Werbung kostendeckend angeboten werden. Ob es mittelfristig gelingt, journalistische Informationen werbefinanziert oder über Bezahl-Modelle im Internet zu etablieren, ist noch nicht absehbar. Das Nutzerverhalten aber auch das Verhalten der Werbeindustrie drängt zumindest in diese Richtung.
Durch den Verkauf des Hamburger Abendblattes, der Berliner Morgenpost, der Programmzeitschrift Hörzu und einigen Frauenzeitschriften vollzieht der Konzern letztlich, was bereits 2003 auf der Aktionärsversammlung beschlossen wurde: Der Axel-Springer-Verlag hat sich damals in Axel Springer AG umbenannt, der Konzern wandelt sich vom Verlag zum Medienunternehmen. Man kann davon ausgehen, dass der Verkaufserlös hauptsächlich in Internetangebote investiert werden wird, aber wohl nicht in journalistische Internetangebote. (Eine Verlautbarung des idw-wissenschaftlichen Dienstes)
Was ist nun besonders an diesem Vorgang? Trennt sich Siemens von einer Unternehmenssparte, scheint dies weitaus weniger Staub aufzuwirbeln. Der Unterschied liegt in dem Produkt, das hier gehandelt wird: Zeitungen und Zeitschriften sowie Medien allgemein erfüllen eine öffentliche Aufgabe. Mit ihren publizistischen Inhalten vertreten sie die Interessen der Allgemeinheit und nicht, wie die Hersteller von Maschinenteilen oder Computern, partikulare Interessen. Anders als die Tätigkeit eines Industriekonzerns genießen Medienprodukte einen weitreichenden Schutz durch das Grundgesetz. Sie sind häufig unsere einzige Informationsquelle und zentral am demokratischen Meinungsbildungsprozess beteiligt.
Nach wie vor haben die Printmedien in unserer Gesellschaft eine herausragende Stellung, und zwar nicht nur auf nationaler Ebene, sondern gerade auf lokaler und regionaler Ebene. Obwohl uns Fernsehen und vor allem das Internet wesentlich aktueller vorkommen mögen, sind es nach wie vor Zeitungen und Zeitschriften, die zentrale gesellschaftliche Themen nachhaltig und mit einer gewissen Ausführlichkeit in die öffentliche Diskussion einbringen. Das Fernsehen ist weder auf nationaler und noch viel weniger auf lokaler Ebene in der Lage, Probleme und Vorgänge, die die Gesellschaft betreffen, in angemessener Tiefe darzustellen. Gerade im lokalen Bereich – und um den geht es ja bei dem Verkauf des Hamburger Abendblatts und der Berliner Morgenpost im Besonderen – ist die Informationsversorgung schon seit Langem prekär. In vielen Regionen Deutschlands stehen den Bürgern keine alternativen Informationsangebote zur Verfügung. Der Markt für lokale Informationen wird häufig von Zeitungsmonopolen beherrscht. Da die Presse an Auflage einbüßt, wird diese Entwicklung weitergehen.
Die eigentliche Stärke der Printmedien – die Mischfinanzierung aus Verkaufserlös und Anzeigengeschäft – verwandelt sich angesichts rückläufiger Leserzahlen zu einem großen Problem. Die Einbußen im Verkauf können nicht ohne weiteres durch Preiserhöhungen aufgefangen werden und sind gleichzeitig mit Verlusten im Anzeigengeschäft verbunden, da sich die Anzeigenpreise an der Verbreitung orientieren. Rationalisierungsmaßnahmen – das heißt meist Verkleinerung der Redaktionen und Kooperationen mit anderen Titeln – stellen hier zunächst einen wirtschaftlichen Ausweg dar, unter dem am Ende die publizistische Qualität und Vielfalt leidet. Hier spricht man von einer Anzeigen-Auflagen-Spirale, die in diesem Fall wie ein Teufelskreis wirkt: Denn die wegbrechenden Anzeigenerlöse können wiederum nur durch Rationalisierungsmaßnahmen aufgefangen werden.
Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und lassen sich nicht einzig auf das Internet zurückführen. Reichweitenverluste von Zeitungen und Zeitschriften begannen schon vor einer nennenswerten Verbreitung des Internets in Deutschland. Allerdings macht es das Internet nicht einfacher für die Verlage. Journalistische Angebote sind hier meist umsonst, können aber nur selten ausschließlich über Werbung kostendeckend angeboten werden. Ob es mittelfristig gelingt, journalistische Informationen werbefinanziert oder über Bezahl-Modelle im Internet zu etablieren, ist noch nicht absehbar. Das Nutzerverhalten aber auch das Verhalten der Werbeindustrie drängt zumindest in diese Richtung.
Durch den Verkauf des Hamburger Abendblattes, der Berliner Morgenpost, der Programmzeitschrift Hörzu und einigen Frauenzeitschriften vollzieht der Konzern letztlich, was bereits 2003 auf der Aktionärsversammlung beschlossen wurde: Der Axel-Springer-Verlag hat sich damals in Axel Springer AG umbenannt, der Konzern wandelt sich vom Verlag zum Medienunternehmen. Man kann davon ausgehen, dass der Verkaufserlös hauptsächlich in Internetangebote investiert werden wird, aber wohl nicht in journalistische Internetangebote. (Eine Verlautbarung des idw-wissenschaftlichen Dienstes)
Dienstag, 30. Juli 2013
Vignette Flop, Eis top: Deutsche Autofahrer starten gut vorbereitet in die Ferien
Umfrage des Energiehändlers Präg: Durch Hitze erhöhte Nachfrage nach Erfrischungsgetränken und Eis an Tankstellen/Landkarten, Vignetten und Proviant sind bereits im Reisegepäck/Tipps für einen stressfreien Urlaub
Kempten, 30. Juli 2013. Einen Tag vor dem Start der Sommerferien in Bayern ziehen Tankstellenunternehmer eine positive Bilanz für Deutschlands Urlauber. Ob Reiserouten, Proviant oder Vignette: Obwohl Urlaubssaison herrscht, fragen Autofahrer Tankwarte nicht häufiger um Unterstützung als im restlichen Jahr. Das hat eine Befragung des Energiehändlers Präg unter 76 Tankstellenunternehmern seiner 102 Tankstellen ergeben.
Während die Sommerferien in sieben Bundesländern bereits zu Ende gehen, stapeln Bayern und Schwaben Koffer, Spielzeug und Sportgeräte in ihren Autos. Tankstellenunternehmer entlang der Fahrtrouten können dem Urlauberstrom allerdings gelassen entgegenblicken. „Nur jeder zehnte Betreiber (9 Prozent) hat seit Beginn der bundesweiten Sommerferien im Juni beobachtet, dass Autofahrer deutlich mehr Anfragen während als außerhalb der Ferien stellen. Die Deutschen sind gut auf lange Fahrten vorbereitet“, sagt Präg-Mitgeschäftsführer Klaus-Rüdiger Bischoff.
Nachfragerekord haben in den vergangenen Wochen jedoch Eis und kalte Getränke erreicht. 77 Prozent der Tankstellenunternehmer berichten von einem deutlichen Anstieg an Eisbedarf. 76 Prozent meinen, dass auch Erfrischungsgetränke verstärkt gekauft werden. Snacks hingegen wurden nicht häufiger gekauft als in anderen Monaten.
Auch sonst packen die Deutschen ihr Auto sehr bewusst für die Urlaubsreise. So geben 38 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass Urlauber beispielsweise Vignetten seltener nachfragen als Autofahrer während des restlichen Jahres. Die meisten sorgen vor. Und auch in punkto Fahrtroute informieren sich Urlauber bereits vor Fahrtantritt über die perfekte Strecke – und verlassen sich zudem auf ihr Navigationsgerät. Nur 4 Prozent der Teilnehmer berichten über erhöhte Anfragen nach günstigen Fahrtrouten.
Darüber hinaus lassen sich die Deutschen auch im Urlaub nicht vom Sparen abbringen. 29 Prozent der Tankstellenunternehmer geben in der Umfrage an, dass Autofahrer in den Ferien häufiger nach dem passenden Moment zum Volltanken fragen. Zudem helfen Tankstellenunternehmer im Sommer auch verstärkt mit Tipps für Übernachtungsmöglichkeiten. Rund 28 Prozent gaben an, dass sie häufiger nach nahegelegene Hotels und Pensionen gefragt werden als außerhalb der Urlaubssaison.
Auch gegen Langeweile während der Reise nutzen Urlauber das Angebot von Tankstellen: Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent von 74 Unternehmern) berichten, dass Zeitschriften, Bücher und Tageszeitungen eher mehr als außerhalb der Ferien nachgefragt werden.
6 Tipps für eine entspannte Urlaubsfahrt:
- Verkehrsnachrichten im Radio verfolgen, um mögliche Staus umfahren zu können
- Ausgeruht in den Urlaub starten und ausreichend Pausen einplanen
- Spiele, Bücher und Zeitschriften für Kinder griffbereit haben
- Ausreichend Getränke und Proviant für einen möglichen Stau in die Kühltasche packen
- Vorschriften der durchreisenden Länder beachten
- Reifenprofil und Luftdruck vor der Reise überprüfen
Über das Unternehmen
Das in Kempten ansässige Familienunternehmen Präg ist in verschiedenen Sparten des Energiehandels tätig. 1904 als Hersteller von Leuchtpetroleum und Schmierstoffen gegründet, verfügt Präg heute über mehr als einhundert Jahre Erfahrung in Sachen Energie. So hat sich die Präg-Gruppe mit einem Netz von derzeit rund einhundert Tankstellen zu einem der größten mittelständischen Tankstellen-Netzbetreibern in Deutschland entwickelt. Zudem werden aktuell knapp 40.000 Kunden mit Heizöl und Kraftstoffen aus dem Hause Präg versorgt. Seit 2011 bietet das Traditionsunternehmen außerdem die Versorgung mit Strom, Pellets und Erdgas an. Darüber hinaus verfügt Präg über drei Großtanklager in Kempten, Augsburg und Heidenau, die nationale und internationale Unternehmen als Umschlagplätze zur regionalen Versorgung nutzen. Die Präg-Gruppe ist mit 140 Mitarbeitern und unter der Geschäftsführung von Marc Deisenhofer und Klaus-Rüdiger Bischoff vor allem in Süd- und Ostdeutschland tätig. Weitere Informationen im Internet unter http://www.praeg.de.
Ostdeutsche Wirtschaft stagniert im Jahr 2013
Die Wirtschaftsleistung in
Ostdeutschland dürfte im Jahr 2013 stagnieren. Die Zuwachsraten
liegen nun seit dem Jahr 2010 unter denen im Westen Deutschlands. Das
liegt vor allem daran, dass die wichtigen Absatzmärkte der
ostdeutschen Wirtschaft nicht in schnell wachsenden Schwellenländern,
sondern in Europa liegen und die europäische Wirtschaft in der
Krise steckt. Allerdings wird die Konjunktur in Deutschland, und
damit auch im Osten des Landes, im Verlauf des Jahres 2013 deutlich
Fahrt aufnehmen. Die Wanderungsbilanz Ostdeutschlands hat sich vor
allem durch den Zuzug aus dem Ausland zuletzt deutlich verbessert.
Im Sommer 2013 ist das konjunkturelle
Umfeld für die Wirtschaft Ostdeutschlands schwierig. Die
weltwirtschaftliche Dynamik ist seit über einem Jahr gering, weil
sich einige fortgeschrittene Volkswirtschaften immer noch nicht
völlig von der Großen Rezession erholt haben und die
Wachstumsdynamik in wichtigen Schwellenländern wie China nachlässt.
Im Euroraum wird die Rezession nur langsam überwunden. Für
Deutschland insgesamt deutet sich zwar für das Sommerhalbjahr eine
konjunkturelle Belebung an, Anlageinvestitionen und Exporte werden
dieses Jahr aber wohl kaum mehr als stagnieren.
Üblicherweise ist die Konjunktur in
Ostdeutschland in Abschwungjahren wie 2009 stabiler als in
Westdeutschland, in Aufschwungjahren wie 2010 und 2011 ist sie
we-niger dynamisch. Denn die westdeutsche Wirtschaft ist wegen ihrer
Spezialisierung auf Investitionsgüterproduktion für den Export
deutlich zyklischer als die Wirtschaft im Osten. Im Jahr 2012 legte
die ostdeutsche Produktion allerdings trotz schwacher Konjunktur mit
0,3% langsamer zu als die Produktion in Gesamtdeutschland (0,7%); und
auch für den Beginn des Jahres 2013 deuten die Indikatoren auf eine
schwä-chere Dynamik hin. Der Grund liegt wohl darin, dass die
Unternehmen in Ost-deutschland weniger gut gegen die Rezession in den
europäischen Nachbarländern abgeschirmt sind als Unternehmen in
Westdeutschland, weil diese in größerem Umfang Absatzmärkte
außerhalb der Europäischen Union bedienen. Für ostdeut-sche
Exporteure ist der deutlich rückläufige europäische Absatzmarkt
wichtiger. Zu-dem ist im Osten die Produktion von Vorleistungsgütern
von größerer Bedeutung als im Westen, und deren Nachfrage
entwickelte sich seit dem vergangenen Jahr schwach, nicht zuletzt
weil Läger europaweit abgebaut werden.
Die aktuellen Stimmungsindikatoren für
das Verarbeitende Gewerbe in Ostdeutsch-land deuten darauf hin, dass
sich der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion zu
Jahresbeginn erst einmal fortgesetzt hat. Die Auftragseingänge haben
aber im Winter ihren Tiefpunkt wohl überschritten. Unter den
Unternehmen in Deutsch-land nimmt die Zuversicht seit dem Frühjahr
wieder zu, und es darf erwartet werden, dass der für die ostdeutsche
Vorleistungsgüterproduktion nachteilige Lagerabbau zu einem Ende
kommt. Auch gibt es jüngst Anzeichen dafür, dass sich die
Konjunktur im restlichen Euroraum langsam stabilisiert. Alles in
allem dürfte die Produktion im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe
im Jahresverlauf wieder moderat zunehmen. Ähnlich ist die Lage am
Bau: Hier hat der harte Winter die Aktivität vorübergehend
stark gehemmt, und die so entstandenen
Produktionsrückstände werden im Jahres-verlauf wohl aufgeholt
werden.
Die Flutkatastrophe an der Elbe und
ihren Zuflüssen Anfang Juni hat zwar erhebliche Sachschäden, aber
offensichtlich nur begrenzte Produktionsausfälle mit sich gebracht.
Instandsetzungsmaßnahmen dürften der Bauwirtschaft für die zweite
Jah-reshälfte 2013 einige Impulse geben. Alles in allem dürfte die
gesamtwirtschaftliche Produktion in Ostdeutschland im Jahr 2013
stagnieren, während sie in Gesamt-deutschland um 0,7% zulegen
dürfte.
Nach diesem Konjunkturbild würde die
ostdeutsche Wirtschaft in den Jahren 2011 bis 2013 insgesamt um etwa
0,7% pro Jahr wachsen. Der Wachstumsabstand zwischen Ost und West
entspricht damit in etwa der Differenz in der
Bevölkerungsentwicklung. Konvergenz des gesamtwirtschaftlichen
Outputs findet zurzeit also auch pro Kopf nicht mehr statt. Dass
Ostdeutschland von der Rezession im Euroraum und der daher rührenden
Verunsicherung der Unternehmen stärker getroffen ist als
Gesamtdeutschland, ist wohl nicht der einzige Grund. Vielmehr bremst
auch die ungünstigere Bevölkerungsentwicklung die Güternachfrage.
Außerdem werden die langfristigen demographischen Effekte schon
jetzt von privaten und öffentlichen Haushalten antizipiert: Unter
anderem zwingt eine ungünstigere Bevölkerungsprognose ostdeutsche
Länder zu schärferen Konsolidierungskursen als im Westen, weil sie
die für die Zukunft zu erwartenden Einnahmen schmälert.
Über die Frage der langfristigen
Konvergenz entscheiden aber weniger Faktoren der Nachfrage als die
Entwicklung der Angebotsbedingungen. Diese werden ebenfalls durch
eine schrumpfende und alternde Bevölkerung verschlechtert, schon
weil das Arbeitsangebot schwinden muss, wenn Spielräume bei der
Mobilisierung der stillen Reserve ausgereizt sind. Ob die
Wirtschaftsleistung pro Kopf in den kommenden Jahren zwischen Ost und
West wieder konvergieren wird, hängt wohl wesentlich davon ab, wie
dieses Problem bewältigt wird. Insbesondere kommt es darauf an, dass
das Arbeitsangebot in den städtischen Ballungsräumen
Ostdeutschlands durch Integration umliegender Arbeitsmärkte und
eine günstigere Wanderungsbilanz gestärkt wird. Gelingt dies
nicht, besteht zudem die Gefahr, dass gewerbliche Investiti-onen
schon jetzt ausbleiben, weil die negativen Effekte der
demographischen Entwicklung von den Unternehmen antizipiert werden.
(Eine Mitteilung des IWH vom 23.07.13)
Das also ist der (arabische) Frühling!?
Das „arabische“ habe ich in Klammer gesetzt, weil sich ja
manche Experten nicht einig sind, ob es sich wirklich um einen
„arabischen“ oder den „islamischen“ Frühling handelt. Wie
dem aber immer auch sei, mutet ein solcher Frühling, wie er sich
derzeit im Nahen Osten darstellt, schon recht befremdend an. Und Gott
bewahre, dass es einen solchen jemals auch bei uns geben könnte.
Ganz auszuschließen ist es ja wohl nicht, nachdem ja Flüchtlinge
und Asylsuchenden aus diesen Ländern auch die Probleme mitbringen.
Und wer weiß schon, ob es sich dabei wirklich nur um Menschen
handelt, die den Unruhen in ihren Heimatländern entgehen wollen!?
Ich
erinnere mich angesichts der aus den Ländern des Nahen Osten
berichteten Vorgängen wieder einmal an den Vortrag von Professor Dr.
Ekkehard Schulz vom Orientalischen Institut der Universität Leipzig,
den er Ende Mai in der Kreissparkasse Nordhausen hielt. Das Thema
lautete: „Der Nahe Osten im Aufbruch – Wohin?“ Und gleich
eingangs seines Vortrags hatte er ausgeführt, dass „derzeit gern
und vermehrt in Nachrichten und Berichten vom „arabischen Frühling“
die Rede ist, während dem die Ereignisse in den meisten arabischen
Ländern von politischen Aufbrüchen in der Region künden.
Frühling,“ so meinte er, „käme zwar mitunter in der Lyrik vor,
im Nahen Osten aber gäbe es eigentlich nur zwei Jahreszeiten;:
Sommer und Winter. Und derzeit könne man sich im Nahen Osten eher im
Winter wähnen, angesichts der dortigen Vorgänge.“Und Ägypten ist
derzeit ein gutes, wenn auch schlimmes Beispiel für den gesamten
Nahen Osten.
Noch
im Februar dieses Jahres veröffentlichte der Orientalist Dr.
Wolfgang Bator (Oranienburg) eine Zwischenbilanz der Entwicklung im
Nahen Osten und stellte dabei die im vergangenen Jahr in Ägypten
stattgefundenen Wahlen nach westlichen Vorbild heraus. Aus denen
Mohammed Morsi,ein ehemaliges Mitglied der Muslim Brotherhood, mit
klarer Mehrheit hervorging. Hunderte westliche Beobachter
bescheinigten, dass die Wahl korrekt und fair verlaufen sei. Bator
führte dazu aus, dass deshalb der Entwicklung Ägyptens dank seines
Bevölkerungspotentials, seiner Größe, seines wirtschaftlichen
Entwicklungsstandes und seiner traditionellen Rolle innerhalb der
arabischen Welt eine Modellrolle zukäme. Heute ist die Situation –
und wohl auch die Einschätzung – in Ägypten eine völlig andere.
Und es scheint, dass die dortigen Unruhen ihre Fortsetzung in den
Nachbarstaaten gefunden haben, denn auch in Tunesien eskaliert die
Lage. Und auch dort gibt es nicht nur ähnliche Auslöser, die
Unruhen setzten sich auch in Lybien fort. Auch von dort werden
Angriffe auf Mitglieder der Muslimbruderschaft gemeldet. Und dabei
passierte dann auch etwas, das die derzeitigen Proteste in ein
anderes Licht rückt, schreibt die „Frankfurter Rundschau:
(Auszug): „Mehr als 1200 Insassen eines Gefängnisses brachen aus.
Unter den Geflohenen waren, so wurde berichtet, einige hochrangige
Vertreter der Regierung Gaddafi. Wie in Tunesien und Ägypten handelt
es sich bei den Unruhen also womöglich nicht nur um den Ausbruch des
berechtigten Volkszorns. Beteiligt ist auch das alte Regime, das mit
aller Macht an einem Comeback arbeitet.“(Ende des Auszugs).
Bezeichnend genug, meint auch „Welt“, der ich aber nichts weiter
entnehmen kann, aus inzwischen bekannten Gründen. Sei noch der Irak
erwähnt, von dem die Tagesschau gestern meldete, dass bei
einer landesweiten Anschlagserie nach Polizei- und Krankenhausangaben
mindestens 60 Menschen getötet worden. Insgesamt seien mindestens 14
Autobomben gezündet worden, hieß es. Die Anschläge seien in
hauptsächlich von Schiiten bewohnten Gegenden in Bagdad, Kut,
Mahmudija und andernorts verübt worden. Auf Syrien muss ich nicht
weiter eingehen, die aktuelle Situation mit ihren schrecklichen
Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sind ja hinreichend bekannt.
Und schließlich sei noch bemerkt, dass zum ersten Mal seit fast drei
Jahren Israelis und Palästinenser wieder an einem Tisch sitzen. Die
Erwartungen allerdings sind gering. Niemand will über konkrete
Verhandlungen sprechen - nur von „Gesprächen über Gespräche“.Und
das soll der arabische, oder auch islamische Frühling sein?
Nun ist Norbert Lammert an der Reihe
Und es scheint, als hinge es nur von
der Zeit ab, die ein anonymer Blogger unter dem Pseudonym „Robert
Schmidt“ zur Verfügung hat, um die Dissertationen der Doktores im
Bundestag oder dem Europa-Parlament auf Plagiate hin zu durchforsten.
Nachdem er ja im jüngsten Fall des Norbert Lammert einräumte, die
Untersuchung nach dem Erreichen von gut einem Drittel der Seiten
des Hauptteils abgebrochen zu haben. Eine vollständige Dokumentation
sei wegen des hohen Zeitaufwands nicht möglich. Zweck der
Internet-Veröffentlichung sei es, sowohl die Universität Bochum als
auch die Öffentlichkeit zu informieren.
Nun bin ich ein winziger Teil dieser
Öffentlichkeit und kann mich also insoweit angesprochen fühlen. Und
da räume ich ein, dass ich die bisher erschienen Artikel überflogen
habe, außer dem der „Welt“ die zwar angeblich als erste zum
Thema berichtete, aber mir dazu nur das Angebot macht, zuvor ein
Abonnement abzuschließen. Und das ist es mir nicht wert.
Einfach deshalb nicht, weil mir Anonymität in jedweder Hinsicht zutiefst zuwider ist. Und wenn es
wirklich so ist, dass dieser „Robert Schmidt“ schon Politikern
wie Guttenberg, Koch-Mehrin und Schavan Plagiate nachwies, also schon
mehrere Jahre am Werk ist, stellen sich die Medien ein Armutszeugnis
aus, wenn sie in der Zwischenzeit den Autor nicht identifizieren
konnten. Vielleicht will man das aber auch gar nicht.
Auch wenn ich unterstelle, dass dieser
Anonymus ein hochintelligenter Mensch ist und wirklich meint,
offenbaren zu müssen, wer sich der Plagiate schuldig machte,
verliert eine solche Offenbarung an Wert und Bedeutung, wenn sich der
Offenbarer selbst hinter einem Pseudonym versteckt. Ich halte solche
Leute für Heckenschützen, denen es an persönlichen Mut fehlt. Dass
das heutzutage allmählich zur Normalität im Medienbereich gehört,
ändert meines Erachtens nichts an der moralischen Fragwürdigkeit.
Und dabei bleibe ich.
Montag, 29. Juli 2013
Kitaausbau: Lässt der Druck nach?
Seit Monaten berichten die Medien über
den ab 1. August wirksamen gesetzlichen Anspruch von Eltern auf einen
Krippenplatz für ihre Kinder unter drei Jahren. In der Art, in der
das in der Vergangenheit geschah, wurden systematisch Befürchtungen
geschürt, dass Kommunen vornehmlich im Westen der Republik diesem
Anspruch nicht entsprechen werden können.
So hieß es noch im November des Vorjahres, dass es knapp neun
Monate vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf ein
Betreuungsangebot für unter Dreijährige weit weniger Krippenplätze
gibt als bisher angenommen. Laut neuen Berechnungen des Statistischen
Bundesamtes fehlen bundesweit noch 220 000 Plätze, um zum 1. August
2013 die gesetzliche Garantie auf ein Betreuungsangebot einlösen zu
können. Bislang waren Experten aufgrund der Ländermeldungen von nur
rund 130 000 noch fehlenden Kita-Plätzen ausgegangen. Die
„Frankfurter Rundschau“ schrieb dazu kurz zuvor(Auszug): „Ein
Jahr vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Betreuung für jedes
Kind vom ersten Geburtstag an wächst bei den Kommunen die Panik, von
einer Klagewelle erboster Eltern überrollt zu werden, die von 1.
August 2013 an keinen Platz für ihren Nachwuchs bekommen.“(Ende
des Auszugs).
Nun, Tage vor dem 1. August, berichtete
zum Beispiel N-tv gestern (Auszug): „Umso
erstaunlicher, dass wenige Tage vor dem Inkrafttreten des
Rechtsanspruchs die befürchtete Klagewelle in den großen deutschen
Städten bislang ausblieb. Nach einer Umfrage der "Bild"-Zeitung
bei 27 Städten stehen derzeit nur Köln, Düsseldorf, Dresden und
Wiesbaden in einem Rechtsstreit mit Eltern, die keinen Platz gefunden
haben. Auch die meisten Bundesländer rechnen damit, den Bedarf zum
1. August decken zu können...“(Ende des Auszugs.)
Inzwischen
hat sich der Trend in der Berichterstattung beträchtlich geändert.
So berichtete der NDR in der vergangenen Woche, dass nicht nur in den
neuen Bundesländern, in denen es bereits eine gute Versorgung gab,
die Bilanz positiv sei . Im Westen gebe es ebenfalls eine spürbare
Verbesserung, auch dort lägen die Zahlen jetzt nah am berechneten
Bedarf, zitiert der Sender NDR info Regierungskreise. Ein Teil dieser
Plätze werde derzeit noch mit Bundesgeldern fertig gestellt. Viele
warteten aber nur noch auf die Betriebserlaubnis.
Ein
ganz anderes Problem aber gerät jetzt vermehrt in den Focus der
Medien: die Betreuung der Kinder in den Kitas. „Sonntag aktuell“
etwa kommentierte gestern (Auszug): „Stell
dir vor, es gibt viele neue Kitas, und keiner arbeitet darin.
Zugespitzt könnte man so die Situation der Träger von
Kindertagesstätten beschreiben. Sie suchen dringend nach Personal.
Ob Eltern in Zukunft die dringend benötigten Betreuungsplätze für
ihre Kinder bekommen, hängt also davon ab, ob sich genug Menschen
für diesen Beruf entscheiden...“
(Ende des Auszugs). In Düsseldorf etwa suchen allein die
Wohlfahrtsverbände händeringend für das U3-Projekt 300
Erzieherinnen. Und in der „Welt“ war zu diesem Problem neulich zu
lesen (Auszug): „...Denn Baden-Württemberg hat vor Kurzem
beschlossen, dass fortan auch Kinderkrankenschwestern, Hebammen oder
Krankengymnasten als Betreuer in den Kitas arbeiten dürfen. Und
einige Bundesländer, Hamburg und Niedersachsen etwa, bilden in
großer Zahl sogenannte sozialpädagogische Assistenten oder
Linderpfleger aus: eine Art Erzieherausbildung light. . .“(Ende des
Auszugs). Keine „light“-Ausbildung in den erzieherischen Berufen
bildet dagegen seit Jahren in Nordhausen die „pro-vita-Akademie“
aus. Und was dort zu einer gediegenen Ausbildung gehört, kann man
jeweils am „Tag der offenen Tür“ oder während der jährlichen
Berufsstartmessen in der Wiedigsburghalle erleben. Dass sich zwischen
diesen qualifizierten Erzieherinnen und jenen sehr viel flüchtiger
ausgebildeten Betreuerinnen nicht nur ein pädagogisches Problem
auftut, sondern auch eines den Verdienst betreffend, sei hier am
Rande bemerkt, kann aber gravierend sein.
Interessant
ist in diesem Zusammenhang eine Verlautbarung der Stiftung der
Universität Hildesheim, in der Kirsten Scheiwe, Professorin für
Recht sozialer Dienstleistungen an der dortigen Universität
feststellt: „Entscheidend ist neben dem Ausbau die Qualität der
Kita und Tagespflege. In dieser Verlaubarung vom 26.07.13 heißt es
u.a. (Auszug): „Durch
den Rechtsanspruch erhöht sich der Druck zum bedarfsgerechten Ausbau
auf Kommunen – einige sind sehr gut vorbereitet, an anderen Orten
wird das Angebot nicht ausreichen. „Die Planungsverantwortung liegt
beim öffentlichen Träger. Er ist in der Bringschuld, muss einen
Platz finden und hatte mehrere Jahre Vorlaufzeit“, sagt Scheiwe.
Vermutlich werden einige Eltern vor Verwaltungsgerichte ziehen.
Das Verhältnis von öffentlicher und privater Erziehung habe sich in den letzten Jahren in Deutschland gewandelt. „Im europäischen Vergleich ist die Bundesrepublik bei der frühkindlichen Erziehung eher ein Nachzügler. Wir nähern uns jetzt dem Modell von skandinavischen Ländern, Frankreich und Belgien an – in Belgien besuchten schon um 1900 etwa 60 % der über Dreijährigen eine Vorschule“, erklärt Kirsten Scheiwe. Sie forscht an der Uni Hildesheim über das Recht auf soziale Dienstleistungen und untersucht historisch-vergleichend die Kindergarten- und Vorschulentwicklung in Europa und den USA. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab drei (seit 1996) und für Kinder ab einem Jahr (ab 2013) markieren diesen Prozess ebenso wie die zunehmende Einführung von Ganztagsschulen. „Die Angebote öffentlicher Erziehung wurden erweitert. Statt sie gegeneinander auszuspielen, sollten öffentliche und private Erziehung in Deutschland als gemeinsame Verantwortung stärker verzahnt werden“, sagt Scheiwe.
Zugenommen habe der Bedarf an Unterstützung durch Jugendhilfeangebote. Familien werden zum Beispiel vermehrt durch Frühe Hilfen, Familienhebammen und Beratung unterstützt. „Aber auch Inobhutnahmen durch das Jugendamt und familiengerichtliche Sorgerechtseingriffe – staatliche Eingriffe zum Schutz des Kindeswohls – haben zugenommen. Die regionale Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsämtern, Schulen, Jugendamt und Familiengericht sollte gestärkt werden, das ist auch ein Ziel des Bundeskinderschutzgesetzes.“
Eine Forschergruppe um Kirsten Scheiwe betrachtet längerfristige sowie aktuelle Entwicklungen historisch und institutionell. Wie haben sich Kindergärten und Vorschulen in Europa und Nordamerika seit 1850 entwickelt? Wie lassen sich heutige Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklären? Vom 10. bis 12. Oktober 2013 tagen etwa 50 Vertreterinnen und Vertreter der Rechtswissenschaften, Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Hildesheim. Erstmals wird auf der internationalen Forschungskonferenz „Kindergarten and preschool developments in Europe and North America" die Zeitspanne seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrachtet. „Wo Kirche und Staat mit Erziehungsangeboten in starker Konkurrenz agierten, wurde die Ausbreitung von Betreuungsangeboten begünstigt“, so eine These. Bereits die Vorläuferkonferenz 2006 und das Buch „Child care and preschool development in Europe“ (Palgrave Macmillan) wurden stark nachgefragt.
„In der Debatte in der Bundesrepublik richtet sich der Fokus sehr auf die Erwerbstätigkeit von Frauen, im Mittelpunkt steht aber die Förderung von Kindern. Kinder sollen spielen, sich altersgemäß entwickeln und lernen können – nicht nur betreut werden. Die Qualität bei der Schaffung von Kita-Plätzen und auch in der Kindertagespflege ist entscheidend“, sagt Scheiwe. Allerdings seien die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher derzeit „nicht angemessen“ und führen zu hoher Fluktuation, Fachkräftemangel und Engpässen.“
Das Verhältnis von öffentlicher und privater Erziehung habe sich in den letzten Jahren in Deutschland gewandelt. „Im europäischen Vergleich ist die Bundesrepublik bei der frühkindlichen Erziehung eher ein Nachzügler. Wir nähern uns jetzt dem Modell von skandinavischen Ländern, Frankreich und Belgien an – in Belgien besuchten schon um 1900 etwa 60 % der über Dreijährigen eine Vorschule“, erklärt Kirsten Scheiwe. Sie forscht an der Uni Hildesheim über das Recht auf soziale Dienstleistungen und untersucht historisch-vergleichend die Kindergarten- und Vorschulentwicklung in Europa und den USA. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab drei (seit 1996) und für Kinder ab einem Jahr (ab 2013) markieren diesen Prozess ebenso wie die zunehmende Einführung von Ganztagsschulen. „Die Angebote öffentlicher Erziehung wurden erweitert. Statt sie gegeneinander auszuspielen, sollten öffentliche und private Erziehung in Deutschland als gemeinsame Verantwortung stärker verzahnt werden“, sagt Scheiwe.
Zugenommen habe der Bedarf an Unterstützung durch Jugendhilfeangebote. Familien werden zum Beispiel vermehrt durch Frühe Hilfen, Familienhebammen und Beratung unterstützt. „Aber auch Inobhutnahmen durch das Jugendamt und familiengerichtliche Sorgerechtseingriffe – staatliche Eingriffe zum Schutz des Kindeswohls – haben zugenommen. Die regionale Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsämtern, Schulen, Jugendamt und Familiengericht sollte gestärkt werden, das ist auch ein Ziel des Bundeskinderschutzgesetzes.“
Eine Forschergruppe um Kirsten Scheiwe betrachtet längerfristige sowie aktuelle Entwicklungen historisch und institutionell. Wie haben sich Kindergärten und Vorschulen in Europa und Nordamerika seit 1850 entwickelt? Wie lassen sich heutige Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklären? Vom 10. bis 12. Oktober 2013 tagen etwa 50 Vertreterinnen und Vertreter der Rechtswissenschaften, Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Hildesheim. Erstmals wird auf der internationalen Forschungskonferenz „Kindergarten and preschool developments in Europe and North America" die Zeitspanne seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrachtet. „Wo Kirche und Staat mit Erziehungsangeboten in starker Konkurrenz agierten, wurde die Ausbreitung von Betreuungsangeboten begünstigt“, so eine These. Bereits die Vorläuferkonferenz 2006 und das Buch „Child care and preschool development in Europe“ (Palgrave Macmillan) wurden stark nachgefragt.
„In der Debatte in der Bundesrepublik richtet sich der Fokus sehr auf die Erwerbstätigkeit von Frauen, im Mittelpunkt steht aber die Förderung von Kindern. Kinder sollen spielen, sich altersgemäß entwickeln und lernen können – nicht nur betreut werden. Die Qualität bei der Schaffung von Kita-Plätzen und auch in der Kindertagespflege ist entscheidend“, sagt Scheiwe. Allerdings seien die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher derzeit „nicht angemessen“ und führen zu hoher Fluktuation, Fachkräftemangel und Engpässen.“
(Aus
der Verlautbarung der Uni Hildesheim vom 26.07.13)
Fachhochschule Nordhausen: Reservoire für Königinnen?
Wie die „Thüringer Allgemeine“
aktuell berichtet, fand am Wochenende in Bad Blankenburg das 17.
Lavendelfest statt, in dessen Verlauf und als Höhepunkt mit der
22jährigen Julia Arndt die neue Lavendelkönigin gekürt wurde, die
nun für ein Jahr Bad Blankenburg bei entsprechenden Gelegenheiten
repräsentieren soll.
Was den festlichen Vorgang für
Nordhausen interessant erscheinen lässt ist die Tatsache, dass Julia
Arndt Studentin an der Fachhochschule Nordhausen ist. Und das weckt
natürlich die Erinnerung an Martina Rothe, ebenfalls Studentin der
FH Nordhausen, die im Juni nahe Hasselfelde am Bienenstand des Dr. Werner Greiner zur diesjährigen
Bienenkönigin gekürt wurde. Und das ist, wie ich meine, immerhin
ein gesellschaftlicher Imagegewinn für die Fachhochschule
Nordhausen, der durchaus der Erwähnung wert ist.
Zum Bild: Bienenvater Dr. Werner
Greiner mit der aktuellen Bienenkönigin Martina Rothe (links) und
ihrer Vorgängerin Tanja Janca
Samstag, 27. Juli 2013
Rainer Brüderle (FDP) lässt hoffen
Im
Vorfeld des Sommerfestes der Nordhäuser FDP Anfang Juli in der
Traditionsbrennerei fand eine Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden
der FDP in Schleswig Holstein, Wolfgang Kubicki und dem etwas zu spät
gekommenen MdB Patrick Kurth statt. Von der ich den besten Eindruck
von der Aufgeschlossenheit beider Politiker mitnahm. In meinen
Bericht hatte ich u.a. betont: „Ich ... erhielt auf alle meine
Fragen – teilweise auch im Zusammenwirken mit dem FDP-MdB Patrick
Kurth (zum
Beispiel bei der Neujustierung des EEG-Gesetzes und der
Strompreisbremse) Antworten in einer Ausführlichkeit, die mich
freute,“(Ende des Zitats). Patrick Kurth hatte auf meine Frage zum
EEG geantwortet, er sei mit Fraktionschef Rainer Brüderle gerade zu
diesem Thema in intensiven Gespräch, das zu einer Deckelung des
Strompreises führen solle.
Nun
erhalte ich die Mitteilung, dass die FDP den Bau neuer Solaranlagen
verhindern will, über die auch inzwischen die Tagespresse berichtet.
Im „Tagesspiegel“ zum Beispiel, die sich ja besonders der
Energiewende widmet, äußerte Brüderle, dass jeden Tag neue
Solaranlagen gebaut und installiert werden, „die wieder für 20
Jahre eine Förderung erhalten, die Schieflage verstärken und Strom
teurer machen“. Brüderle reagiert damit auf Schätzungen von
Experten, nach denen die EEG-Umlage, mit der Ökostrom finanziert
wird, zum Jahreswechsel erneut kräftig steigen wird. "Die
Energiewende braucht einen Neustart", ist Brüderle überzeugt.
Die hohen Stromkosten würden sonst am Ende Arbeitsplätze kosten.
Wollte
ich jetzt um Objektivität bemüht sein, müsste ich einräumen, dass
das Thema Energiewende sehr viel komplexer ist, als es nach dieser
Aussage Brüderles klingt. Denn auch die Verhinderung weiterer
Solaranlagen würde Arbeitsplätze kosten. Aber auch das ist nur ein
Aspekt. Und wenn die über 1500 Betriebe, die angeblich in diesem
Jahr von der EEG-Umlage befreit werden, ignorieren, dass ihre
Befreiungen die privaten Stromverbraucher tragen müssen, kann man
von mir als Stromverbraucher nicht erwarten, objektiv zu sein. Hier
also, und in dem Falle, kann und will ich schon deshalb nicht
objektiv sein, zumal ich aus meiner Froschperspektive die ganze
Komplexität eh nicht überschauen kann. Und deshalb ziehe ich mich
auf den Standpunkt zurück, dass die Auffassung und das Vorhaben
Brüderles – und wohl auch Kurths – und damit der FDP,
wohlbedacht ist. Wobei natürlich völlig offen ist, inwieweit sich
diese Vorstellungen verwirklichen lassen. Immerhin aber ist ja auch
die CDU der Auffassung, dass das EEG-Gesetz einer Neujustierung
bedarf, um die Stromkosten nicht völlig aus dem Ruder laufen zu
lassen.
In
diesem Zusammenhang ist auch die Forderung des Arbeitgeberpräsidenten
Dieter Hundt interessant, der für die Zeit nach der Bundestagswahl
im September ein eigenes Energieministerium für nötig hält. In der
„Rheinischen Post“ begründet er diese Forderung: „Ein
derart anspruchsvolles Projekt wie die Energiewende muss von einer
zentralen Stelle aus gesteuert werden", sagte Hundt. "Die
Aufteilung zwischen Kanzleramt, Umwelt-, Wirtschafts- und
Verkehrsministerium ist alles andere als optimal", erklärte der
Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
(BDA). "Vor allem aber brauchen wir eine grundlegende
Veränderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, damit die ungebremste
Subventionierung der erneuerbaren Energien beendet wird", ist
sich Dieter Hundt sicher.
Galerie in der Burg stellt Programm des 2. Halbjahres vor
Während in der Galerie der Historischen Kemenate der Burg Großbodungen noch bis 17. August die höchst bemerkenswerte Ausstellung "Inspiration Barock - Kunsthandwerk im Stil der alten Meister" von Olaf Frenzel zu sehen ist (der Südharz-Kurier berichtete am 19.06.) lenkt Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen den Blick der interessierten Öffentlichkeit schon mal auf das Programm in der Burg im 2. Halbjahr 2013 mit
der Werkschau von Heide Liesaus (Heiligenstadt), dem Denkmaltag mit Willy Brandt, einem Konzert und
der Weihnachtspost.
Das 2. Halbjahresprogramm der Großbodunger Burggalerie startet am 1. September mit der Eröffnung einer umfangreichen Retrospektive der in Heiligenstadt lebenden Künstlerin Heide Liesaus. Frau Liesaus stammt aus Oberschlesien und wirkte nach dem Studium der Kunsterziehung von 1967 bis 2003 als Kunstlehrerin in Erfurt, und zuletzt am Elisabeth Gymnasium in Heiligenstadt. Von 1973 bis 1991 nahm sie an den jährlichen Spezialkursen in „Landschaftsmalerei“ und „Menschlicher Figur“ der bedeutenden Thüringer Künstler Otto Knöpfer und Otto Paetz teil. In den Techniken des plastischen Gestaltens bildete sie sich bei Werner Löwe und im keramischen Gestalten bei er Mühlhäuser Künstlerin Marion Walther weiter. Neben zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen, u.a. im
Heimatmuseum Heiligenstadt, im Thüringer Landtag und im vergangenen Jahr in der Kunsthalle in Arnstadt widmeten ihr das Literaturmuseum Heiligenstadt (1992) und die Sparkasse Witzenhausen (1993) eigene Austellungen.
Die in Großbodungen geplante Werkschau will das
vielfältige Schaffen der Künstlerin zeigen. Etwa 50 Arbeiten in den
Techniken „Zeichnung, Öl und Graphik“ werden ergänzt durch
Keramikarbeiten der Künstlerin. Als Laudatorin der Vernissage am
1.09, 16.00 konnte die renommierte Kunstwissenschaftlerin Prof. Dr.
Heide Richter (Erfurt) gewonnen werden. Bis zum 10. November wird die
Ausstellung zu sehen sein, die von den Eichsfeldwerken, der Volksbank
Heiligenstadt, der Kreissparkasse Eichsfeld und von Autohaus Peter
dankenswerterweise unterstützt wird.
Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am Sonntag,8.09. steht in Großbodungen im Zeichen des 100. Geburtstages des bedeutenden deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt (1913-1992). Unter dem Titel „Willy Brandt ans Fensters“ stellt Prof. Dr. Raban Graf von Westphalen das Treffen Brandts mit der DDR-Führung in Erfurt in
den Mittelpunkt und fragt nach den Folgen dieser ersten deutsch-deutschen Begegnung im März 1970. Gezeigt werden zudem Fotografien von diesem Treffen aus dem Archiv der Thüringer Allgemeinen und der Bundeskanzler Willy Brandt Stiftung Berlin. Der Vortrag findet um 12.00 Uhr statt und wird um 15.00 Uhr wiederholt.
Um 11.00 und um 14.00 bietet Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen Führungen „Von der Burg zur Kemenate“ anläßlich 350 Jahre Errichtung der Kemenate in der heutigen Form an.
Am Sonntag, dem 20.10., 16.00 Uhr stellt in der neuen Reihe:„Junge Künstler musizieren in der Kemenate“: Benjamin Weis (Heiligenstadt) sein Können auf dem Violoncello vor.
Die mittlerweile traditionelle Weihnachtsausstellung der Galerie vom 16.11. bis 15.12. steht unter dem Thema „Warten auf Weihnachtspost“ - So grüßten Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann vor 100 Jahren“ -Reiner Schmalzl (Heyerode) präsentiert interessante Exponate aus seiner historischen Postkartensammlung.
Die diesjährige Saison beschließt am 1.12., 1.
Adventssonntag der trationelle Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk
in der Kemenate.
Wir laden zu allen Veranstaltungen herzlich ein.
Informationen:
der Werkschau von Heide Liesaus (Heiligenstadt), dem Denkmaltag mit Willy Brandt, einem Konzert und
der Weihnachtspost.
Das 2. Halbjahresprogramm der Großbodunger Burggalerie startet am 1. September mit der Eröffnung einer umfangreichen Retrospektive der in Heiligenstadt lebenden Künstlerin Heide Liesaus. Frau Liesaus stammt aus Oberschlesien und wirkte nach dem Studium der Kunsterziehung von 1967 bis 2003 als Kunstlehrerin in Erfurt, und zuletzt am Elisabeth Gymnasium in Heiligenstadt. Von 1973 bis 1991 nahm sie an den jährlichen Spezialkursen in „Landschaftsmalerei“ und „Menschlicher Figur“ der bedeutenden Thüringer Künstler Otto Knöpfer und Otto Paetz teil. In den Techniken des plastischen Gestaltens bildete sie sich bei Werner Löwe und im keramischen Gestalten bei er Mühlhäuser Künstlerin Marion Walther weiter. Neben zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen, u.a. im
Heimatmuseum Heiligenstadt, im Thüringer Landtag und im vergangenen Jahr in der Kunsthalle in Arnstadt widmeten ihr das Literaturmuseum Heiligenstadt (1992) und die Sparkasse Witzenhausen (1993) eigene Austellungen.
Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am Sonntag,8.09. steht in Großbodungen im Zeichen des 100. Geburtstages des bedeutenden deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt (1913-1992). Unter dem Titel „Willy Brandt ans Fensters“ stellt Prof. Dr. Raban Graf von Westphalen das Treffen Brandts mit der DDR-Führung in Erfurt in
den Mittelpunkt und fragt nach den Folgen dieser ersten deutsch-deutschen Begegnung im März 1970. Gezeigt werden zudem Fotografien von diesem Treffen aus dem Archiv der Thüringer Allgemeinen und der Bundeskanzler Willy Brandt Stiftung Berlin. Der Vortrag findet um 12.00 Uhr statt und wird um 15.00 Uhr wiederholt.
Um 11.00 und um 14.00 bietet Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen Führungen „Von der Burg zur Kemenate“ anläßlich 350 Jahre Errichtung der Kemenate in der heutigen Form an.
Am Sonntag, dem 20.10., 16.00 Uhr stellt in der neuen Reihe:„Junge Künstler musizieren in der Kemenate“: Benjamin Weis (Heiligenstadt) sein Können auf dem Violoncello vor.
Die mittlerweile traditionelle Weihnachtsausstellung der Galerie vom 16.11. bis 15.12. steht unter dem Thema „Warten auf Weihnachtspost“ - So grüßten Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann vor 100 Jahren“ -Reiner Schmalzl (Heyerode) präsentiert interessante Exponate aus seiner historischen Postkartensammlung.

Wir laden zu allen Veranstaltungen herzlich ein.
Informationen:
Galerie in der Burg / Café in der
Kemenate
Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen
Fleckenstraße 41
D - 37345 Großbodungen / Thüringen
Tel. 036077 18934
www.galerie-in-der-burg.de
Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen
Fleckenstraße 41
D - 37345 Großbodungen / Thüringen
Tel. 036077 18934
www.galerie-in-der-burg.de
Bildnachweise: 003jpg “Marktfrau in
Krakau” von Heide Liesaus, Foto Gräfin von Westphalen
0051jpg Historische Kemenate, Foto
Gräfin von Westphalen
Großbodungen
TA-Roland Obst.jpg “Willy Brandt in
Erfurt”, Foto Thüringer Allgemeine
4jpg: Weihnachtspostkarte, Foto Reiner Schmalzl
Freitag, 26. Juli 2013
Auch der Kreiswahlausschuss meldet Ergebnis
1.
Sitzung des Kreiswahlausschusses am 26.07.2013 — Zugelassene
Kreiswahlvorschläge für den Wahlkreis 189
Der
Kreiswahlausschuss des Wahlkreis 189, unter Vorsitz der
Kreiswahlleiterin,
Frau Jutta Krauth, hat heute alle neun
Kreiswahlvorschläge für die Bundestagswahl 2013 am 22.09.2013
zugelassen.
Eingegangen
sind beim Kreiswahlbüro des Landratsamtes Nordhausen nachfolgende
Kreiswahlvorschläge:
·
Manfred
Grund für die CDU
·
Sigrid
Hupach für Die Linke
·
Carmen
Listemann für die SPD
·
Steffen
Dreiling für die FDP
·
Norbert
Sondermann für Bündnis 90/Die Grünen
·
Thorsten
Heise für die NPD
·
Heiko
Windisch für die Piraten
·
Susann
Mai für die ÖDP / Familie ..
·
Marco
Josef Tasch für die FREIEN WÄHLER
Stimmberechtigt
im Kreiswahlausschuss sind neben der Vorsitzenden sechs Beisitzer,
die sich nach dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl 2009 wie folgt
zusammensetzen: zwei Beisitzer aus der CDU, zwei Der Linken und
jeweils einer aus SPD und FDP.
Der Kreiswahlausschuss nahm Einsicht und prüfte die eingereichten Unterlagen. Er sah keinen Grund für die Nichtzulassung eines Bewerbers.
Welche Bedeutung kommt wohl aktuell Marketing zu?
Bei „Schwerdt-Blog“ (das ich schätze), las ich gerade von der Läuterung, die im Marketing zu verzeichnen sei. Die Bloggerin meint, dass die Zeit, in der Ehrlichkeit als Antithese der Werbung galt, vorbei sei. Spätestens seit dem Siegeszug der Social Media und der wachsenden Transparenz, der selbst so gewiefte Persönlichkeiten wie letztens Anthony Wiener (?) - gemeint scheint der Skandalpolitiker Anthony Weiner zu sein, der gerade in New York Bürgermeister werden möchte – nicht entgehen können, hätten Ehrlichkeit und Offenheit im Marketing Einzug gehalten, meint Yvette Schwerdt. Unternehmen versprechen immer seltener, was sie nicht halten können und versuchen, Beschönigungen weitgehend zu vermeiden. Noch bemerkenswerter sei aber, so Schwerdt weiter, dass einige Firmen im Zuge ihrer Ehrlichkeitsbestrebungen jetzt sogar dazu übergehen, die Vorzüge ihrer Wettbewerber zu beleuchten. Und führt dabei mit dem Lebensmittelproduzenten General Mills sogar ein Beispiel an.
Das könnte man als höchst positive Entwicklung werten, meine ich, wenn da nicht gerade Thorsten Hennig-Thurau – seines Zeichens Wirtschaftswissenschaftler und Prof. für Marketing & Medien u.a. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster – in Harvard Business Manager recht überzeugend argumentiert haben würde, dass die einstige Königsdisziplin Marketing in vielen Unternehmen nur noch als Beiwerk gilt. Schuld seien kurzsichtige CEOs (geschäftsführende Vorstände eines Unternehmens), aber auch die Zukunft des Marketings selbst. Der Wissenschaftler stellt fest, dass Marketing heute in vielen Unternehmen keine treibende Kraft mehr sei. Und bezeichnet das als beklagenswerte Erkenntnis. Zwei Drittel der Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Unternehmen seien Naturwissenschaftler, Ingenieure oder Juristen, nur jeder fünfte CEO hat zuvor im Marketing gearbeitet. Und als noch schlimmer bezeichnet es der Professor, dass nach einer Fournaise-Studie nur 10 Prozent aller CEOs angeben, die Arbeit ihrer Marketingmanager zu schätzen.Neu ist das allerdings nicht, denn schon seit Ende vergangenen Jahres gibt es nach der Veröffentlichung einer McKinsey-Studie und auch des Markenverbandes OWM massive Kritik am Marketing. Die zentralen und übereinstimmenden Ergebnisse waren damals, dass bei digitalen Kommunikationskanälen 85 Prozent der Media- und Kommunikationsentscheider nach eigenen Angaben überfragt sind. Nur 15 Prozent hatten damals ein klares Verständnis, welchen Mehrwert einzelne Kommunikationskanäle liefern. Es hat sich offenbar nichts geändert.
Da scheint es schon fast konsequent, argumentiert Prof. Thorsten Hennig-Thurau, dass einige Firmen wie beispielsweise der US-amerikanische Online-Dienst AOL, der Unterhaltungskonzern Walt Disney oder der Unterhaltungselektronikhändler Best Buy Marketing als Vorstandsaufgabe für überflüssig halten. Marketing ist in vielen Unternehmen zu einer Unterabteilung degradiert worden, die gerade mal als Schnittstelle mit der Werbeagentur fungiert oder die operative Preissetzung übernimmt. Welche Bedeutung dann also der eingangs ausgemachten zunehmenden Ehrlichkeit im Marketing zukommt, die die Bloggerin Yvette Schwerdt zu erkennen glaubt, müsste demnach noch herausgefunden werden.
Was
ich hier zusammengetragen habe ist natürlich Theorie, deren
praktischer Wert gestern in Gesprächen in einer interessanten
Unternehmerrunde Thema war. Für mich Anreiz, dem Thema in der
Realität mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
12 Parteien in Thüringen zur Bundestagswahl 2013 zugelassen
Der Landeswahlausschuss hat in seiner Sitzung am 26. Juli 2013 zwölf Parteien zur Bundestagswahl 2013 in Thüringen zugelassen. Beschwerden gegen die Entscheidungen des Landeswahlausschusses können bis Montag, den 29. Juli 2013 an den Bundeswahlausschuss eingelegt werden. Die Beschwerde ist schriftlich oder zur Niederschrift beim Landeswahlleiter einzulegen.
(Eine Mitteilung des Wahlleiters Thüringen)
Hoher Anteil der Geringverdiener in Deutschland
Deutschland sei Europameister der Billiglöhner, heißt es in
einem aktuellen Bericht im „Handelsblatt“. Unter Berufung auf
das
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berichtet die
Fachzeitung, dass fast
jeder vierte Beschäftigte in Deutschland für einen Niedriglohn von
weniger als 9,54 Euro pro Stunde arbeitet.
Als am Wirtschaftsgeschehen interessierter Mensch besorgte ich mir die Studie, die folgenden Wortlaut hat:
Wolfgang
Braun Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
Als am Wirtschaftsgeschehen interessierter Mensch besorgte ich mir die Studie, die folgenden Wortlaut hat:
Im internationalen Vergleich hoher Anteil der Geringverdiener in Deutschland
Wolfgang
Braun Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
Institut
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
(IAB)
In
Deutschland verdiente im Jahr 2010 knapp ein Viertel aller
Beschäftigten weniger als 9,54 Euro brutto pro Stunde. Das geht aus
einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) hervor. Damit ist der Anteil der
Geringverdiener hierzulande größer als in anderen westlichen
EU-Ländern. Wenn man ausschließlich Vollzeitbeschäftigte
berücksichtigt, ist der Anteil in Deutschland mit rund einem Fünftel
etwas niedriger, aber im Vergleich immer noch relativ hoch.
Wie
in international vergleichenden Analysen üblich wurde in der
IAB-Studie die Niedriglohnschwelle bei zwei Drittel des nationalen
Medianlohns angesetzt. Der Medianlohn ist der mittlere Lohn: Die eine
Hälfte aller Beschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte
weniger als den Medianlohn. Dieser Definition folgend lag die
deutsche Niedriglohnschwelle im Jahr 2010 bei einem Stundenlohn von
9,54 Euro brutto.
Die Forscher weisen darauf hin, dass Niedriglohnbeschäftigung nicht unbedingt mit Einkommensarmut einhergehen muss: „Die Armutsgefährdung hängt nicht nur vom individuellen Bruttolohn, sondern auch von anderen Einkünften, von der Wirkung des Steuer- und Transfersystems und vom Haushaltskontext ab.“
Länderübergreifend sind Frauen, Jüngere, Geringqualifizierte, Ausländer, befristet Beschäftigte und Arbeitnehmer in Kleinbetrieben unter den Geringverdienern überrepräsentiert. Die Niedriglohnquoten von Frauen und Teilzeitbeschäftigten sind in Deutschland besonders hoch. Zu den Geringverdienern zählen nicht nur Geringqualifizierte: Mehr als 80 Prozent der Geringverdiener in Deutschland haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wie viele von ihnen auch entsprechend ihrem Ausbildungsabschluss eingesetzt sind, geht aus den der Studie zugrundeliegenden Daten allerdings nicht hervor.
Die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten ist in Deutschland bereits seit den 90er Jahren deutlich gestiegen, ebenso ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung. „Einerseits könnte die zunehmende Verbreitung von Niedriglöhnen die Chancen für Erwerbslose vergrößern, wieder in Arbeit zu kommen. Andererseits wird sie als Teil eines breiteren gesellschaftlichen – und sozialpolitisch problematischen – Trends zur Polarisierung der Erwerbseinkommen gesehen“, schreibt der Arbeitsmarktforscher Thomas Rhein.
„Niedriglohnbeschäftigung kann nicht allein unter dem Gesichtspunkt ihrer Verteilungswirkungen betrachtet werden. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht ist zu fragen, ob mehr Niedriglohnjobs für Beschäftigungsgewinne sorgen und die Arbeitslosigkeit reduzieren können, weil sie auch wettbewerbsschwachen (zum Beispiel gering qualifizierten) Arbeitskräften Chancen bieten“, betont IAB-Forscher Rhein. Im Ländervergleich lässt sich allerdings nicht feststellen, dass ein größerer Anteil von Geringverdienern mit einer niedrigeren Arbeitslosigkeit und einem höheren Beschäftigungsstand einhergeht.
Die Forscher weisen darauf hin, dass Niedriglohnbeschäftigung nicht unbedingt mit Einkommensarmut einhergehen muss: „Die Armutsgefährdung hängt nicht nur vom individuellen Bruttolohn, sondern auch von anderen Einkünften, von der Wirkung des Steuer- und Transfersystems und vom Haushaltskontext ab.“
Länderübergreifend sind Frauen, Jüngere, Geringqualifizierte, Ausländer, befristet Beschäftigte und Arbeitnehmer in Kleinbetrieben unter den Geringverdienern überrepräsentiert. Die Niedriglohnquoten von Frauen und Teilzeitbeschäftigten sind in Deutschland besonders hoch. Zu den Geringverdienern zählen nicht nur Geringqualifizierte: Mehr als 80 Prozent der Geringverdiener in Deutschland haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wie viele von ihnen auch entsprechend ihrem Ausbildungsabschluss eingesetzt sind, geht aus den der Studie zugrundeliegenden Daten allerdings nicht hervor.
Die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten ist in Deutschland bereits seit den 90er Jahren deutlich gestiegen, ebenso ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung. „Einerseits könnte die zunehmende Verbreitung von Niedriglöhnen die Chancen für Erwerbslose vergrößern, wieder in Arbeit zu kommen. Andererseits wird sie als Teil eines breiteren gesellschaftlichen – und sozialpolitisch problematischen – Trends zur Polarisierung der Erwerbseinkommen gesehen“, schreibt der Arbeitsmarktforscher Thomas Rhein.
„Niedriglohnbeschäftigung kann nicht allein unter dem Gesichtspunkt ihrer Verteilungswirkungen betrachtet werden. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht ist zu fragen, ob mehr Niedriglohnjobs für Beschäftigungsgewinne sorgen und die Arbeitslosigkeit reduzieren können, weil sie auch wettbewerbsschwachen (zum Beispiel gering qualifizierten) Arbeitskräften Chancen bieten“, betont IAB-Forscher Rhein. Im Ländervergleich lässt sich allerdings nicht feststellen, dass ein größerer Anteil von Geringverdienern mit einer niedrigeren Arbeitslosigkeit und einem höheren Beschäftigungsstand einhergeht.
(25.07.13
Aus dem Fundus des idw-wissenschaftlichen Dienstes)
Verblasst gelb schon wieder?
Die Werbung war verheißungsvoll:
Nordhausen sollte gelb werden, verhieß die Baumarktkette Max Bahr, ein Tochterunternehmen der kürzlich in die Insolvenz
gegangene Baumarktkette Praktiker. Das war im März. Die Verheißung droht nun bereits wieder zu
scheitern, denn nach einer aktuellen Meldung von „heute.de“ steht
nun auch Max Bahr vor dem Aus. Die Geschäftsführer der betroffenen
Gesellschaften würden ein Insolvenzverfahren wegen Überschuldung
und Zahlungsunfähigkeit beantragen, teilte das Unternehmen mit.
Wie es in der Meldung hieß,galt
Max Bahr bisher als Hoffnungsträger des Konzerns. Zahlreiche
Praktiker-Märkte waren in die etablierte gelbe Marke umbenannt
wurden, damit das Unternehmen vom Discounter-Image wegkommt. Zuletzt
gab es 132 Max-Bahr-Standorte, für die Marke Praktiker sind es in
Deutschland 169 (Stand Ende März). Im In- und Ausland hat der
Konzern rund 18.000 Mitarbeiter, bei Max Bahr sind es nach eigenen
Angaben etwa 3.700. Es solle nun ein Insolvenzplanverfahren bei Max
Bahr durchgeführt werden, hieß es in der Mitteilung weiter - es hat
in der Regel die Sanierung des Unternehmens zum Ziel. Dass eine
Tochter durch die strauchelnde Mutter mit in die Insolvenz gerissen
wird, ist durchaus kein Einzelfall.
Donnerstag, 25. Juli 2013
Fleischkonsum in Deutschland:
Zahl der Vegetarier verdoppelt sich/genereller Trend
zu weniger Fleisch
Viel
Wirbel hat es in den vergangenen Tagen um eine Broschüre des
Jobcenters Pinneberg gegeben, die sich an (angehende)
Hartz-IV-Empfänger richtet. In ihr wird über Modalitäten des
Antragsverfahrens, die dafür benötigten Formulare und deren bessere
Verständlichkeit informiert. Und es werden einige Anregungen zu
einer sparsamen Lebensführung gegeben, zu denen auch der
Fleischkonsum gehört. Dass dieses Thema ganz grundsätzlich aktuell
und diskutabel ist, lässt die folgende Verlautbarung der Universität
Hohenheim leicht erkennen:
Von
unbekümmerten Fleischessern, Flexitariern und (Lebensabschnitts-)
Vegetariern:
Universitäten Göttingen und Hohenheim veröffentlichen Studie zum Fleischkonsum in Deutschland.
Universitäten Göttingen und Hohenheim veröffentlichen Studie zum Fleischkonsum in Deutschland.
Mit
3,7 % hat sich der Anteil der Vegetarier in Deutschland innerhalb von
7 Jahren verdoppelt. 13,5 % der Deutschen würden dagegen mehr
Fleisch essen, wenn es billiger wäre, so das Ergebnis einer
repräsentativen Befragung der Universitäten Göttingen und
Hohenheim. Dazwischen gibt es eine große Bandbreite von Menschen,
die bewusst wenig Fleisch essen (Flexitarier, 11,6%) oder ihren
Fleischkonsum reduzieren wollen (9,5%). Insgesamt lässt sich bei 60
% der Deutschen eine generelle Bereitschaft für einen geringeren
Fleischkonsum feststellen. Die deutsche Agrar- und Fleischwirtschaft
solle daher verstärkt auf geringere Mengen und dafür höherere
Qualität setzen, so der Rat der Autoren.
Veggie-Days, Tierschutz, Fleischskandale: in den letzten Jahren wird verstärkt über Fleischkonsum diskutiert. Allerdings liegen bisher wenig verlässliche Zahlen vor. In einer in der Fachzeitschrift FleischWirtschaft veröffentlichten Repräsentativbefragung haben Agrarwissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Göttingen deshalb untersucht, wie hoch der Anteil der Vegetarier und der Wenig-Fleischesser (Flexitarier) in Deutschland heute ist und welche Motive sie antreiben.
Der Anteil der Vegetarier an der deutschen Bevölkerung (alle Personen über 18 Jahre) liegt bei gut 3,5 %. Nur eine sehr kleine Gruppe von unter einem halben Prozent lebt vegan. Im Vergleich zur letzten repräsentativen Erhebung, der Nationalen Verzehrsstudie II aus dem Jahr 2006, hat sich der Vegetarieranteil damit ungefähr verdoppelt.
Insgesamt zeigen 60% der Deutschen Bereitschaft für weniger Fleisch
Erstmals erhoben wurde der Anteil der Flexitarier, d. h. derjenigen Menschen, die bewusst möglichst wenig, nur ganz selten oder nur bestimmte Qualitäten von Fleisch essen. Er liegt bei 11,6 %. Weitere 9,5 % der Befragten geben an, ihren Fleischkonsum in Zukunft verringern zu wollen. Drei Viertel der Deutschen sehen ihren Fleischkonsum bisher als eher unproblematisch an.
Allerdings spielen bei vielen Personen dieser Gruppe Nachhaltigkeitsmotive eine wichtige Rolle bei Konsumentscheidungen. „Durch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel Informationskampagnen ließe sich der Anteil der Deutschen, die bereit wären, Ihren Fleischkonsum einzuschränken, auf 60 Prozent steigern“, so Prof. Achim Spiller, der an der Universität Göttingen Lebensmittelmarketing lehrt. Rund 13,4 % der Verbraucher würden wahrscheinlich mehr Fleisch essen, wenn Fleisch billiger würde. Die kleinste Gruppe von 2 % beabsichtigt, zukünftig in jedem Fall mehr Fleisch auf den Teller zu legen.
„Der Trend zum weniger Fleisch essen wird wahrscheinlich auch in Zukunft anhalten, da dahinter meinungsprägende Trendgruppen unter den Verbrauchern stehen. Die deutsche Agrar- und Fleischwirtschaft sollte daher verstärkt auf less but better setzen“, so Prof. Achim Spiller.
Fleischkonsum sinkt mit höherem Einkommen
Rund 2/3 der Vegetarier sind Frauen. Zusammenhänge zum Alter lassen sich nicht feststellen. Vegetarier sind in allen Altersgruppen anzutreffen. „Der Fleischkonsum nimmt mit steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen ab“, so Prof. Harald Grethe, Professor für Agrarpolitik an der Universität Hohenheim.
„Die Häufigkeit des Fleischkonsums wird maßgeblich von Gesundheitsmotiven bestimmt“, so Anette Cordts, die an der Universität Göttingen die Befragung koordiniert hat. „Tierwohl spielt insbesondere für die Vegetarier und bedingt auch für Flexitarier und reduktionswillige Fleischesser eine Rolle, relativ wenig dagegen für die große Gruppe der unbekümmerten Fleischesser. Auch Umweltschutzbedenken führen zu einem geringeren Fleischkonsum, allerdings ist in weiten Teilen der Bevölkerung bisher kaum ein Bewusstsein für die Umweltproblematiken der Produktion tierischer Lebensmittel vorhanden.“
Florian Klebs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Veggie-Days, Tierschutz, Fleischskandale: in den letzten Jahren wird verstärkt über Fleischkonsum diskutiert. Allerdings liegen bisher wenig verlässliche Zahlen vor. In einer in der Fachzeitschrift FleischWirtschaft veröffentlichten Repräsentativbefragung haben Agrarwissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Göttingen deshalb untersucht, wie hoch der Anteil der Vegetarier und der Wenig-Fleischesser (Flexitarier) in Deutschland heute ist und welche Motive sie antreiben.
Der Anteil der Vegetarier an der deutschen Bevölkerung (alle Personen über 18 Jahre) liegt bei gut 3,5 %. Nur eine sehr kleine Gruppe von unter einem halben Prozent lebt vegan. Im Vergleich zur letzten repräsentativen Erhebung, der Nationalen Verzehrsstudie II aus dem Jahr 2006, hat sich der Vegetarieranteil damit ungefähr verdoppelt.
Insgesamt zeigen 60% der Deutschen Bereitschaft für weniger Fleisch
Erstmals erhoben wurde der Anteil der Flexitarier, d. h. derjenigen Menschen, die bewusst möglichst wenig, nur ganz selten oder nur bestimmte Qualitäten von Fleisch essen. Er liegt bei 11,6 %. Weitere 9,5 % der Befragten geben an, ihren Fleischkonsum in Zukunft verringern zu wollen. Drei Viertel der Deutschen sehen ihren Fleischkonsum bisher als eher unproblematisch an.
Allerdings spielen bei vielen Personen dieser Gruppe Nachhaltigkeitsmotive eine wichtige Rolle bei Konsumentscheidungen. „Durch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel Informationskampagnen ließe sich der Anteil der Deutschen, die bereit wären, Ihren Fleischkonsum einzuschränken, auf 60 Prozent steigern“, so Prof. Achim Spiller, der an der Universität Göttingen Lebensmittelmarketing lehrt. Rund 13,4 % der Verbraucher würden wahrscheinlich mehr Fleisch essen, wenn Fleisch billiger würde. Die kleinste Gruppe von 2 % beabsichtigt, zukünftig in jedem Fall mehr Fleisch auf den Teller zu legen.
„Der Trend zum weniger Fleisch essen wird wahrscheinlich auch in Zukunft anhalten, da dahinter meinungsprägende Trendgruppen unter den Verbrauchern stehen. Die deutsche Agrar- und Fleischwirtschaft sollte daher verstärkt auf less but better setzen“, so Prof. Achim Spiller.
Fleischkonsum sinkt mit höherem Einkommen
Rund 2/3 der Vegetarier sind Frauen. Zusammenhänge zum Alter lassen sich nicht feststellen. Vegetarier sind in allen Altersgruppen anzutreffen. „Der Fleischkonsum nimmt mit steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen ab“, so Prof. Harald Grethe, Professor für Agrarpolitik an der Universität Hohenheim.
„Die Häufigkeit des Fleischkonsums wird maßgeblich von Gesundheitsmotiven bestimmt“, so Anette Cordts, die an der Universität Göttingen die Befragung koordiniert hat. „Tierwohl spielt insbesondere für die Vegetarier und bedingt auch für Flexitarier und reduktionswillige Fleischesser eine Rolle, relativ wenig dagegen für die große Gruppe der unbekümmerten Fleischesser. Auch Umweltschutzbedenken führen zu einem geringeren Fleischkonsum, allerdings ist in weiten Teilen der Bevölkerung bisher kaum ein Bewusstsein für die Umweltproblematiken der Produktion tierischer Lebensmittel vorhanden.“
Florian Klebs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(Eine
Publikation des idw-wissenschaftlichen Dienstes vom 22.07.2013)
Gesellige Atmosphäre zum Kunstgespräch
Die der Kunst zugeordneten Vortrags- und
Gesprächsveranstaltungen im Kunsthaus Meyenburg gestalten sich - neben den
Führungen durch die jeweilige Ausstellung – zunehmend zu einem annehmlichen
gesellschaftlichen Event, das wohl noch aus seinen anfänglichen äußeren
Beeinflussungen herausfinden muss. Die derzeit ganz sicher in der Ferien- und
Urlaubszeit, den derzeitigen Tagestemperaturen und vielleicht auch an den
Uhrzeiten der angesetzten Veranstaltungen bestehen. Mit dem Kunsthaus, seiner
Leiterin, der Kunsthistorikerin Susanne Hinsching, und dem Förderverein des
Kunsthauses, besitzt Nordhausen aber hervorragende räumliche und personelle
Voraussetzungen, in der sich eine kunstorientierte Interessengemeinde finden,
orientieren und thematisch austauschen kann.
Gestern stand „Kunst und Kaffee“ auf dem Programm, dessen
Thema der Hamburger Künstler Horst Janssen war, von dem ein Teil seiner Werke
aus dem Bestand des Kunsthauses derzeit in einer Ausstellung in deren Räumen zu
sehen ist. Vorgesehen war bei Kaffee und Kuchen ein kurzer Vortrag zum Leben
und Schaffen des Künstlers mit Gelegenheit zu Gesprächen mit Susanne Hinsching
zum Thema. Oder auch der Kunst im allgemeinen.
Ich räume ein, dass ich aufgrund der Temperatur des Tages
zunächst zögerte, die Veranstaltung zu besuchen, mein Interesse am Thema dann
aber doch überwog. Es mag anderen Interessenten ähnlich, allerdings mit einem
negativen Entschluss, gegangen sein, denn es waren nur wenige Gäste gekommen,
die zunächst erfreut feststellten, dass die Temperatur in den Räumen des
Kunsthauses äußerst angenehm war. Und die Leiterin des Kunsthauses trotz der
geringen Beteiligung vortrug, was thematisch vorgesehen war: Aphorismen des
Künstlers aus seinem Leben, Denken und Schaffen. Ich beschränke mich hier auf
zwei Beispiele, die ich aufgezeichnet habe, und mir bemerkenswert scheinen (wie
ja eigentlich Alles um diesen Horst Janssen bemerkenswert ist):
Zu Horst Janssens „An und für mich“: „Da es nichts
Einfallsreicheres und „Phantasievolleres“ gibt als die Natur, und da es nichts
Skurrileres, Monströseres und Tolleres gibt als die menschlichen
Verhaltensweisen – zeichne ich einfach AB – ABZEICHNEN ist die Devise.
Allerdings muss man für ein solches Abzeichnen ein „angeborenes“ Auge haben.
Das Auge, das Sehen ist das Talent, und dies Auge muss den Verstand und
Intellekt dominieren.
UND das Auge muss in permanenter Übung sein. Es müsste
„eigentlich“ auch im Schlaf kucken, wie bei den Hasen, die ja bekanntlich mit
offenen Augen schlafen. Die Hand ist von sekundärer Bedeutung.“
Zu Horst Janssens Selbsbildnis 1994 (von dem kaum ein
anderer Künstler in der Folgezeit so viele von sich geschaffen hat wie
Janssen): „Sicherlich gibt es auch einen irrationalen Aspekt in der Chose „Selbstbildnis“, zumal ich mich
damals um nichts bekümmerte was um mich herum war. Als ich aber meine erste
Kestner-Gesellschaft-Ausstellung präsentiert bekam, wurde ich per Journaille
als Zeichner des Selbstporträts apostrophiert. Die zweite Ausstellung, zwei Jahre
später (was ein Unikum in der Geschichte der Kestner-Gesellschaft ist), festige
diesen Blödsinn – denn es waren höchstens fünf Prozent „Selbst“ aller
ausgestellten Sachen. Und das war möglicherweise der Zeitpunkt, wo mich AUCH so
was wie Spekulation anfiel. Heute würde
man sagen: ich wittere für mich – an all die „Motiv-Sucher“ im Trubel des
Informel und andere AB-ART denkend, eine Marktlücke.
Dann kamen die 70/80er Jahre, wo ich mit mir umgehen konnte,
wie ich wollte, bis ich „eigentlich“ keine rechte Lust mehr hatte, mich als
„Porträt“ oder als Stilleben zu sehen. Und Ende der 80er gings dann in die
Fratze, in die Groteske, Literatur- oder briefbegleitende Kritzeleien. So in
etwa verhält es sich in meinem Falle mit dem Selbstporträt – grob gesehen. In der
Wirklichkeit geht’s natürlich,
abgesehen vom Anfang, zwischenzeitlich vor – und zurück und drunter und drüber.
Was noch eine Weile bleibt, sind Bilder von einem der auszog, sich zu erkennen
und am Ende damit Geld zu verdienen. Beides gelang mir nicht.“
Anhand dieser Beispiele lässt sich schon erkennen, dass es
einigen Gesprächs-, Klärungs- oder Klarstellungsbedarf gab, den man mit der
Kunsthistorikerin trefflich erörtern konnte. Nämlich im Anschluss an ihren
Vortrag draußen am Kaffetisch. Eine verbliebene, erneut noch kleiner gewordene
Runde, die auch alsbald beendet werden musste, weil Susanne Hinsching zur
Freigabe des sanierten Kriegerdenkmals ins Gehege musste. Schließlich ist sie
ja auch Leiterin der örtlichen Denkmalschutzbehörde.
Sei schließlich noch darauf aufmerksam gemacht, dass heute
um 19 Uhr eine Führung durch die Janssen-Ausstellung im Kunsthaus durch deren
Leiterin stattfindet. Wie zu hören war, soll dabei ein Glas Rotwein für
aufgelockerte Stimmung sorgen.
Klaren Kopf behalten
Die Hitzegrade oder auch die Schwüle,
die derzeit vielfach tagsüber herrscht, lässt es mir sinnvoll
erscheinen, meine körperlichen und auch geistigen Aktivitäten
vermehrt in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Ich mache mich
also frühzeitig auf den Weg, um meiner Beweglichkeit willen, freue
mich über die Erscheinungen in der Natur – der Sonnenaufgang
gehört dazu – und überlege ansonsten, was ich mir auf meinem Weg
an Themen mitgenommen habe.
In meinem Beitrag „Natur versöhnt“am
Montag hatte ich beklagt, dass ein Teil des Weges, den ich damals
wählte, so schlecht war, dass ich über meinen Gedanken fast ins
Stolpern gekommen wäre. Die Gefahr bestand gestern weniger: ein
beträchtlicher Teil des gewählten Weges ist in einer Weise
freigelegt, dass sich mir der Gedanke aufdrängte, da sei mit Chemie
nachgeholfen worden. Jedenfalls war leicht zu erkennen, wo es lang
ging.
In der vergangenen Woche beschäftigten
sich die Medien mit einer Bertelsmann- Gesellschaftsstudie, in der es
unter anderen um den Gemeinsinn der Deutschen ging. „Focus“ hatte
diesen Bericht mit „Deutsche identifizieren sich kaum mit ihrer
Nation“. Ich denke, eine Antwort darauf liefert die „Thüringer
Allgemeine“ die u.a. berichtet, dass Nordhausens Oberbürgermeister
Dr. Klaus Zeh in einem Gastbeitrag für die „Junge Union“ mit der
Formulierung „Ein Volk steht auf“ eine Formulierung wählte, die
an eine Rede des Propagandaministers im Hitler-Deutschland erinnern
würde. Und der Eisenacher Kreisvorsitzende der JU Felix Elflein
macht Thüringens Landwirtschafts- und Umweltminister Jürgen
Reinholz zum Vorwurf, einen Vergleich mit der Hitler-Jugend gezogen
zu haben.
Für die jungen Leute, die sich da
angeblich betroffen fühlen und glauben, sich gegen solche Vergleiche
verwahren zu müssen, ist Nazi-Deutschland zeitlich jedenfalls eine
ferne geschichtliche Erinnerung. Aber irgendwer findet immer wieder
Vergleiche mit Zitaten aus jener Zeit. Und unterstellt, der Sinn sei
noch immer der gleiche wie damals. Und das bedeutet meines Erachtens
nichts anderes, als dass jene Ära noch immer in den Köpfen vieler
Leute festsitzt. Und der Begriff der Nationalität sofort Ängste
hervorruft, man könne ein solches Bekenntnis mit nazistischem Denken
in Verbindung bringen. Und das wird wohl auch noch lange so bleiben.
Und hat seine Ursache auch sicher nicht in den derzeitigen täglichen
Hitzegraden.
Mittwoch, 24. Juli 2013
Kriegerdenkmal nach Sanierung freigegeben:
„Ein Signal an die Nachgeborenen, sich gegen Nationalismus stark zu machen“
Nordhausen (psv)
„Mit der
Sanierung soll nicht die Kriegs-Verherrlichung aufpoliert werden. Es
geht in erster Linie um Mahnung und auch darum, das Gedenken an alle
Opfer wach zu halten, die in diesem ersten der furchtbaren
Weltkriege einem überzogenen Nationalismus zum Opfer fielen, aus
welchen Gründen auch immer.“ Das sagte heute Nordhausens
Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh anlässlich der Freigabe des sanierten
Nordhäuser Kriegerdenkmals am Gehege. Die Sanierungen hatten mit
ersten Bestandsgutachten im Jahr 2008 begonnen. Das Denkmal stammt aus
dem Jahr 1925.Es steht unter Denkmalschutz.
„Und
es geht um das Signal an die Nachgeborenen, sich gegen Nationalismus
stark zu machen, der ganz Europa, große Teile der Welt und letztlich
Deutschland
bereits zweimal ins Verderben gestürzt hat. Gerade aus diesen Gründen
freue ich mich, dass wir das Denkmal vor dem weiteren Verfall retten
konnten“, sagte Dr. Zeh weiter.
So
wurde z.B. das gesamte Kriegerdenkmal gereinigt, vorhandener Bewuchs
und Graffiti entfernt, fehlende Natursteine ergänzt und der gesamte
Natursteinkörper
neu verfugt.V iele Klinkerplatten mit den Namen der gefallenen Soldaten
waren gebrochen und in Ihrer Oberfläche bis zur Unkenntlichkeit
zerstört. Daher wurden nach der Anfertigung einer Schriftvorlage für die
alte Schrift 146 Klinkerplatten neu gefertigt sowie
Platten, welche noch restaurierbar waren mit Klinkerergänzungsmaterial
restauriert. Nach der Restauration der Klinkerplatten mussten die
Klinkerergänzungen und auch viele andere Bereiche vom Schriftenmaler
überarbeitet werden, um die Namen wieder zu vervollständigen.
So wurden ca. 500 Schriftergänzungen vorgenommen.
Die
Hecken um das Denkmal herum zurückgeschnitten. Im nächsten Frühjahr
werden diese wieder neu austreiben. Die Bauarbeiten wurden vom Büro arko
Bauplanung GmbH aus Nordhausen begleitet. Die Baukosten betragen ca.
70.000,00 €.
<B>Nach
rund einjähriger Sanierung wurde heute das Kriegerdenkmal freigegeben.
Im Bild Oberbürgermeister
Dr. Klaus Zeh, Projektverantwortlicher Heiko Müller vom städtischen
Bauamt und Susanne Hinsching, Leiterin der städtischen
Denkmalschutzbehörde</b>
Rinke: „Wir wollen nicht Geld abholen, sondern etwas bringen“:
Förderverein
Theater Nordhausen spendet 10.000 Euro für Sanierungsgutachten
/ Oberbürgermeister: „Bespieltheater ist keine Option für Nordhausen!“
Nordhausen (psv)
„Dass die Nordhäuser Bühne
ein Bespieltheater wird, ist keine Option. Solche Gedanken sind
abwegig.“ Diese Position werde er auch bei den künftigen Verhandlungen
mit dem Land um Zuschüsse vertreten. „Das Nordhäuser Theater hat sich in
der Vergangenheit aus eigener Kraft erhalten, macht
es aktuell besonders erfolgreich und wird dies auch in Zukunft tun
können.“
Das sagte heute Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh
(5.v.l.) . Anlass war die Übergabe von 10.000 Euro Spendenmitteln, die
der Förderverein des Theaters zur Verfügung stellt
zur Finanzierung eines Gutachtens zur Sanierung des Theaters. Die
Übergabe fand im Europazimmer des Rathauses statt im Beisein des
Vorstands des Fördervereins (im Bild)
Fördervereinsvorsitzende
Barbara Rinke – Amtsvorgängerin von Dr. Zeh - (2.v.l.) sagte, „viele
kommen immer ins Rathaus und wollen Geld haben. Wir
wollen heute etwas bringen!“ Der Förderverein habe „nach kurzer und
heftiger Diskussion“ ein einstimmiges Votum abgegeben, für das Gutachten
das Geld zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen damit natürlich auch ein
Zeichen setzen mit Blick auf das Jahr 2017,
wenn unser Theater 100. Geburtstag feiert“, so Frau Rinke weiter. „Und
wir hoffen, dass das Land natürlich auch seinen Beitrag leistet – etwa
in Form von Fördermitteln zur Modernisierung unseres Theaters. Um es fit
zu machen für die kommenden 100 Jahre“, so
Frau Rinke weiter.
„Diese
Spende ist ein wichtiges und tolles Zeichen! Das umso wichtiger ist,
als es direkt aus der Nordhäuser Bürgerschaft kommt. Zumal 10.000 nicht
irgendeine Summe ist. Deshalb bin ich sehr dankbar“, sagte Dr. Zeh.
„Denn es ist auch ein Signal in Richtung Land mit einer klaren
Botschaft: Uns Nordhäusern ist das Theater etwas wert!“ Der aktive
Förderverein zeige mit seiner vielfältigen Präsenz „dass die
Gründung des Nordhäuser Theaters, sein Fortbestand und seine Zukunft
eine Sache der Nordhäuser Bürger war und ist.“
Dr.
Zeh verwies darauf, „dass es hier nicht um eine Luxussanierung geht.
Viele technische Einrichtungen unseres Theaters sind nicht mehr
zeitgemäß.
Mit Hilfe der Sanierung werden Mitarbeiter von schwerer körperlicher
Arbeit entlastet.“ Er wünsche sich, dass viele einheimische Firmen von
den Sanierungsaufträgen profitierten. „Denn was gibt es schöneres für
einen Handwerker, wenn er später mit seinen Kindern
oder Enkeln am Theater vorbeigeht und ihnen sagen kann: Hier habe ich
meinen Anteil dran.“
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