Mittwoch, 18. Juni 2014

Gedanken zur Ökumene in Nordhausen

Das 46. Nordhäuser Rolandfest ist Geschichte und die Bilderschwemme der leserorientierten Presse lässt leicht die Vielfalt dieses Festes erkennen. Immerhin finden sich in der „Nordhäuser Allgemeine“ neben der Fülle an Bildern im Internet auch Texte, die die Bedeutung dieses Festes erkennen lassen. Und wenn dabei Oberbürgermeister Klaus Zeh mit der Feststellung zitiert wird: „Das diesjährige Rolandfest wird lange in Erinnerung bleiben“, dann gehe ich davon aus, dass er dabei auch den Stadtgottesdienst am Sonntagvormittag einbezog, an dem er ja von den Stufen des Theateraufgangs aus miterlebte. Insoweit fällt es mir leicht, diese Meinung zu teilen. Nicht nur, weil ich überhaupt nur diesen Programmteil des Rolandfestes vollständig erlebte, sondern weil ich diesen Gottesdienst so eindrucksvoll fand, dass ich bedauere, dass dessen Gestaltung und inhaltlicher Ablauf einmalig bleibt. Immerhin aber waren es einige hundert Teilnehmer, die in der Absicht auf den Theaterplatz gekommen waren, diesen Gottesdienst zu erleben. Offenbar aber gab es neben und unter diesen hunderten Teilnehmern nicht einmal einen Bürgerreporter, der wenigstens aus chronistischen Gründen von diesem Gottesdienst hätte berichten können? In keiner der lokalen Zeitungen ist er erwähnt, obwohl er doch Bestandteil dieses Rolandfestes war!?

Für mich ist dieses herausragende evangelische Ereignis auf der Theaterbühne Anlass ganz persönlicher Überlegungen. Umso mehr, als doch die „Thüringer Allgemeine“ in einigen ihrer jüngeren Ausgaben die evangelische Kirche und deren Gründer Martin Luther thematisierte. Und dabei auch die Botschafterin für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, interviewte. Dabei erinnerte ich mich, dass Margot Käßmann ja auch neulich aktiv an einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Katholikentages in Regensburg teilnahm. Und man von ihr eigentlich eine Begründung darüber erhoffte, warum Katholiken das 2017 anstehende Jubiläum - 500 Jahre Reformation - nicht nur begehen und gedenken, sondern auch feiern sollen. (Ich möchte mich mit diesem Katholikentag gelegentlich noch näher befassen.)

Alles das lässt mich überlegen, wie es denn gegenwärtig mit der Ökumene in Nordhausen bestellt ist. Und wie ich mich als Katholik dazu zu stellen habe? Anlässlich des Rolandfestes 2010 glaubte ich festgestellt zu haben (Zitat damals): „Schließlich endete das außerordentlich bemerkenswerte ökumenische Ereignis (nämlich der Gottesdienst) mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Nun danket alle Gott“. Das erkennen ließ, dass die Ökumene in Nordhausen inzwischen doch recht weit gediehen ist und allgemeine Zustimmung findet. Wie die große Teilnehmerschaft an diesem Gottesdienst erkennen ließ.“ (Ende meines damaligen Eindrucks.) Weiter gediehen scheint sie seitdem nicht zu sein (siehe dazu auch meinen Eintrag am Montag) Bevor ich darüber aber wirklich spekuliere, werde ich versuchen, mit Dompfarrer Richard Hentrich ins Gespräch zu kommen. Mich beschäftigt dabei ja auch die Frage, ob bzw. inwieweit sich die Mitglieder der Domgemeinde bei dieser Thematik engagieren. 2017 ist nicht mehr weit.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen