Dienstag, 12. April 2016

Lesung und Gespräch in der FLOHBURG | Das Nordhausen Museum am 14. April:

 „Gesperrte Ablage –unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland von 1945 - 1989“

Nordhausen (psv) Am Donnerstag, dem 14. April,  um 19:00 Uhr,  lädt das Museum Flohburg zu einer Lesung und Gespräch  ein. Über 40 Jahre Literaturgeschichte, die nicht stattfinden sollte, die unterdrückt und auch nach 1989 bislang kaum in den Blick genommen wurde. Ines Geipel und Joachim Walther erzählen sie. Veranstalter sind die  Konrad-Adenauer-Stiftung Politisches Bildungsforum Thüringen in Kooperation mit dem Verein Gegen Vergessen für Demokratie und die Stadt Nordhausen.  Der Eintritt ist frei!
Der SED-Diktatur ist es gelungen, auch nach ihrem Untergang das Gedächtnis der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Geschichte  des literarischen Schaffens zu beeinflussen.  Das  einfache  Bild,  das  während  ihrer  Existenz  vorherrschte,  ist  das  von  den „staatstragenden“  Künstlern  und  deren  „Kontrapunkten“,  den  kritischen,  aber trotzdem loyalen
Autorinnen und Autoren, die oft auch im Westen zu Berühmtheit gelangen  konnten.  Ein  sehr  geschöntes  Bild,  denn  in  Wahrheit  ist  dies  nur  der zugelassene  Teil  der  Literaturgeschichte  –  bestimmte  Stoffe  und  Ästhetiken,  ja, alles  wirklich  Nonkonforme,  Experimentelle,  Widerständige  wurde  konsequent behindert, unterdrückt, verfolgt, verschwiegen, abgelegt und weggesperrt.

Wenn  Kunst  etwas  mit  Freiheit  zu  tun  hat,  dann  ist  dies  die  wahre Literaturgeschichte  Ostdeutschlands,  und  sie  muss  gegen  die  nach  wie  vor  zähe Propaganda  eines  Systems  erzählt  werden.  Ines  Geipel  und  Joachim  Walther  tun dies  detail-  und  kenntnisreich  und  eröffnen  den  Blick  auf  ein  literarisches  Leben, das trotz lebensgefährlicher Konsequenzen für die Freiheit des Wortes einstand.

 Prof. Dr. Ines Geipel möchte an diesem Abend mit den Besuchern ins Gespräch  kommen und aus erster Hand ihre Forschungsergebnisse offen legen. Unterstützt wird sie von Mitautor Joachim Walther.

Ines Geipel, geboren 1960 in Dresden, war Sprintweltrekordlerin, beendete 1985 aus politischen Gründen ihre Sportkarriere und flüchtete 1989 in die Bundesrepublik. Seit 1996 arbeitet sie als Schriftstellerin und Publizistin, 2000 war sie Nebenklägerin im Berliner Doping-Prozess. Seit 2001 ist sie Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Sie veröffentlichte Romane und Lyrik, aber auch zu konfliktgeladenen Themen der Nachwendezeit, wie Amok, Doping, Leben und Literatur in der DDR-Diktatur und deren Transformation. Zuletzt erschien „Generation Mauer. Ein Porträt“, 2014. Gemeinsam mit Joachim Walther begründete sie das „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“.


Foto: Ines Geipel, Privatarchiv

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