Mittwoch, 20. April 2016

SWG plant generationenübergreifendes Begegnungszentrum für Nord

Nordhäuser Wohnungsunternehmen will einen Treffpunkt als Mehrgenerationsangebot etablieren, in dem es neben Freizeit- auch Dienstleistungsangebote speziell für die ältere Generation geben soll

Nordhausen. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) will in Nordhausen-Nord wieder ein Begegnungszentrum eröffnen und in Eigenregie betreiben. „Geplant ist ein Treffpunkt für alle Generationen“, erläutert SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan das Vorhaben. Denn anders als das frühere Seniorenbegegnungszentrum (SBZ) will die SWG eine Art Mehrgenerationenhaus etablieren, in dem es neben Freizeit- auch Dienstleistungsangebote geben soll.
In einem ersten Schritt wird die Stadt Nordhausen das Gebäude in der Stolberger Straße, in dem sich das SBZ befand, an die SWG verkaufen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung getroffen. „Der SWG-Aufsichtsrat kommt im Juni zusammen“, erläutert Klaan den weiteren Zeitplan. Das Kontrollgremium muss dem Kauf der Immobilie zustimmen. „Danach geht es an die Erarbeitung eines neuen, wirtschaftlichen Konzeptes für das Haus“, sagt Klaan.
Unter anderem schwebt der SWG-Chefin vor, eine Anlaufstelle für Senioren zu etablieren, die Hilfe im Dienstleistungsdschungel benötigen. Klaan spricht von einer „Beratungsinfrastruktur für Senioren“. Diese werde vor allem im Hinblick auf das neue Pflegegesetz nötig, das im kommenden Jahr in Kraft tritt. Mit diesem ändert sich eines grundlegend: Der Gesetzgeber setzt dann verstärkt auf die Pflege zu Hause, statt im Heim. „Genau vor diesem Hintergrund, und weil wir als SWG unseren Mietern ein möglichst langes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen wollen, braucht es dieses Angebot in Nordhausen-Nord, einem Stadtteil mit recht hohem Altersdurchschnitt“, sagt Klaan.
In der Begegnungsstätte soll es Ansprechpartner geben, die die Angebote der sozialen Träger in Nordhausen genau kennen und passende Dienstleistungen für die jeweilige Lebenssituation der Ratsuchenden finden - beispielsweise einen Pflegedienst, einen Hol- und Bringeservice oder eine Haushaltshilfe. „Nordhausen hat ein so großes Angebot an sozialen Dienstleistern, viele ältere Menschen sind damit einfach überfordert“, begründet Klaan die Notwendigkeit des Hilfsangebotes. Die SWG will dazu mit den sozialen Trägern ins Gespräch kommen.
Neben den Beratungsangeboten für Senioren, soll im generationenübergreifenden Treffpunkt ein vielfältiges Freizeitangebot für ein breites Publikum unterbreitet werden. Klaan setzt dabei auf ehrenamtliche Unterstützung, wie es bereits im früheren SBZ der Fall war, das über 40 Gruppen und Vereine nutzten. Ein volles Wochenprogramm könne nur so abgesichert werden, meint Klaan. Sie ist überzeugt, dass das Haus mit einem breiten Programm- und Angebotsspektrum ein attraktiver Anlaufpunkt im Stadtgebiet wird. Wir werden in den nächsten Wochen mit allen Beteiligten über unsere Pläne reden und in die Erarbeitung des Nutzungskonzeptes mit einbeziehen.

Bevor der neue Treffpunkt in Betrieb gehen kann, muss das Gebäude modernisiert und saniert werden, so dass er barrierefrei erreichbar und nutzbar ist. Ich habe meine Kollegen gebeten, den Aufwand für die Wiederinbetriebnahme aufzunehmen, so dass wir dem Aufsichtsrat mit der Entscheidung zum Erwerb auch den Kosten und Ablaufplan vorlegen können. Vielleicht ist eine Wiederinbetriebnahme noch in diesem Jahr möglich.  

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