Donnerstag, 19. September 2013

Noch immer Klärungsbedarf?

Briefwähler haben alles schon hinter sich, was die Bundestagswahl betrifft. (Zwar trifft das auch auf die Wahl in Hessen zu, aber die soll hier mal ausgeklammert sein.) Für die Parteien und deren Kandidaten sind sie
deshalb wohl schon uninteressant geworden. Deren verstärkte Bemühungen richten sich auf die, die erst am kommenden Sonntag wählen gehen. Oder überhaupt noch unentschlossen sind, ob sie das tun sollen.

Ein Leserkommentator in der FAZ äußerte dazu u.a.: „Die Mehrheit meiner Landsleute mag eine Koalition aus Union und SPD. Wie ich liebt die Mehrheit Ruhe und Frieden. Dafür steht die große Koalition. Und da sie auch die Zukunftsaufgaben, von der endgültigen Konsolidierung des Euro bis zum Zusammenhalt der EU am besten meistern kann, ist diese Koalition das richtige Mittel der Wahl.“ (Ende des Zitats) Das ist klar und eindeutig, der Mann engagiert sich zwar zur Wahl, will aber ansonsten seine Ruhe.

Ist das aber die Lösung für mich als Wähler? Ich bin da noch am Überlegen. Obwohl ich ja unlängst noch behauptete, dass es für mich keine Zweifel gibt, wohin ich meine Kreuze setze. Es sind allerdings nicht die Vorstellungen und Absichten der Kandidaten, die sich um Stimmen der Wähler bemühen, es ist das Ergebnis der Wahl in Bayern, das mich überlegen lässt, welche Koalition ich mit meiner Entscheidung fördern soll. Denn ohne Koalition geht es in keinem Falle. Und dass ich lediglich zwischen den drei großen Parteien einen Entschluss suche, liegt an den Programmen der Parteien.


Vielleicht ist es nicht fair, wenn ich dabei zum Beispiel auch die GRÜNEN ausklammere, nur ist mir die neu entflammte Debatte um das Pädophilen-Problem so zuwider, dass ich mit dieser Partei nichts (mehr) zu tun haben möchte. Und es ist ja kein persönliches Problem des Spitzenkandidaten Jürgen Trittin, das man plötzlich wieder aus der Vergessenheit hervorholte, es ist ein Problem, das der ganzen Partei anhaftet. Im „Tagesspiegel“ war zum Beispiel am 24.08. dazu zu lesen (Auszug): „Hans-Christian Ströbele von den Grünen fordert, den Inzestparagraphen abzuschwächen, Sex unter Geschwistern solle legalisiert werden. Die grüne Jugend aber geht weiter und will auch Sex zwischen Eltern und – erwachsenen – Kindern erlauben. Das Inzestverbot behindere die sexuelle Selbstbestimmung.“ (Ende des Auszugs) Und darüber hinaus – und fast mehr noch - ist mir unverständlich, dass die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt,
Präses der evangelischen Kirche, die dieses Amt ja derzeit „nur“ ruhen lässt, keine eindeutige Stellung zu dieser ganzen Problematik bezieht. Zumindest in der Pädophilen-Affäre verlangen nach einem ZEIT-Bericht vom 17.09. sieben Unionsfrauen von der grünen Spitzenkandidatin, sich aktiver in dieser Debatte ihrer Partei zu äußern. Sie berufen sich dabei auf einen Brief, aus dem zuvor die „Leipziger Volkszeitung“ zitierte, nach der die Politikerinnen um die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär Göring-Eckardt auffordern, sich in die Aufklärung der „Pädophilie-Verstrickungen“ ihres Kollegen Jürgen Trittin einzuschalten. „Als Mutter zweier Söhne dürfen Sie zu sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen nicht schweigen“, heißt es in dem Schreiben. Ich aber meine, auch und besonders als Präses der evangelischen Kirche müsste sich Katrin Göring-Eckardt laut und entschieden zu dem ganzen Problemkomplex äußern. Wenn nämlich die Grünen ihr Wahlziel nicht erreichen, wird Göring Eckardt vermutlich wieder in ihr kirchliches Amt zurückkehren und weitermachen, als hätte es nie eine Debatte um die „sexuelle Befreiung“ in ihrer politischen Partei gegeben. Mir jedenfalls ist diese ganze Debatte zuwider und damit auch die Grünen, soweit sie sich nicht eindeutig von allen diesen dubiosen sexuellen Ansinnen und Tendenzen distanzieren.

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