Donnerstag, 23. Oktober 2014

„Gezeichnetes Gewissen“ Thema einer weiteren Führung

Diesmal war es der Kunsthaus Meyenburg Förderverein, der – gemeinsam mit dem Kunsthaus selbst – am gestrigen Abend zu einer Führung durch die Ausstellung Käthe Kollwitz und Otto Pankok unter dem Motto „Gezeichnetes Gewissen“ eingeladen hatte. Und wie schon vor zwei Wochen im „Zwiegespräch mit der
Künstlerin Käthe Kollwitz“ führte auch diesmal Susanne Hinsching, Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunsthauses Meyenburg, durch die Ausstellung. Wenn für den Verlauf der Führung in künstlerischer Hinsicht auch ähnliches gilt wie für das „Zwiegespräch mit Käthe Kollwitz“, gab es doch Unterschiede in der Interpretation der ausgestellten Werke. Susanne Hinsching erklärt aus ihrer Kenntnis der Künstler und ihrer Anliegen, die in den Bildern zum Ausdruck kommen. Sie erklärt unterhaltend nicht immer waren es die gleichen Bilder wie unlängst, die sie aus der Vielzahl
heraus näher beschrieb, auf Details aufmerksam machte und Fragen beantwortete.


Hier spätestens ist noch einmal anzumerken, dass ihr das Verdienst zukommt, nicht nur die Zeichnerin, Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz als eine der größten deutschen Künstlerinnen mit ihren sozialkritischen Aussagen wieder in Erinnerung gebracht zu haben, sondern ihr auch auch Otto Pankok zur Seite gestellt und damit ihren Zuhörern näher gebracht zu haben. Dessen Bilder Menschen, Tiere und Landschaften zeigen, realistisch und expressiv. Von denen einige wenige im Verhältnis zu seinem Gesamtschaffen in dieser Ausstellung zu sehen sind. Über viele Jahrzehnte widmete er sich inhaltlich vor allem dem
leidenden Menschen und den Menschen am Rande der Gesellschaft, womit er sich thematisch Käthe Kollwitz näherte. Er malte die Verarmten und Ausgestoßenen ebenso wie wilde Landschaften. Diesen Themen blieb Pankok auch treu, als ihn ab 1936 die Nationalsozialisten diffamierten und viele seiner als „entartet“ geltenden Werke konfiszierten. Er also ein ähnliches Schicksal erlitt wie Käthe Kollwitz.

Im übrigen erhielt die gestrige Führung auch durch den 100. Todestag des jüngsten Sohnes Peter von Käthe Kollwitz, der, 18jährig, gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs sein Leben verlor, besondere Bedeutung. Sein Tod prägte die gesamte Kunst der Mutter und ganz grundsätzlich ihr pazifistisches Bewusstsein. In vielen der ausgestellten Bilder und Skulpturen ist dies erkennbar und wurde von Susanne
Hinsching in nachvollziehbarer Weise veranschaulicht.


Führung und Abend im Kunsthaus fanden ihren Abschluss im Kellercàfe des Kunsthauses, wo man noch in zwanglosen Gesprächen bei einem Glas guten Weines des Gesehene und Gehörte erörterte und sich auch sonst über aktuelle Themen unterhielt. Die Ausstellung dauert noch bis
09.11. und kann von Dienstag bis Sonntag von 10 – 17 Uhr besucht werden.

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