Mittwoch, 25. April 2012

Einige Gedanken zum kommunalen Wahlgeschehen


Die Welt wartet sicher nicht auf meine Meinung zum 1. Durchgang der OB- und Landratswahl in Nordhausen, es ist ja inzwischen auch schon viel darüber in der üblichen Weise geschrieben und kommentiert worden..

Es ist meines Erachtens zwar nicht verwunderlich, dass sich die Meinungen dabei  im wesentlichen auf jene Kandidaten konzentrieren, die in die Stichwahl gekommen sind, nur ist dieses Ergebnis insoweit ja allgemein erwartet worden. Und bedürfte deshalb lediglich der eigenen Bestätigung

Zum Wahlgeschehen aber gehört meines Erachtens auch ein Blick auf die Ergebnisse derjenigen Bewerber, die ausgeschieden sind. Manche davon mit achtbaren Ergebnis, andere dürften echt betroffen sein. Dazu gehört zum Beispiel Martin Höfer.

Sein Ergebnis widerlegt zunächst die oft geäußerte Meinung, dass die Bekanntheit bzw. einheimische Verwurzelung eines Kandidaten einen Bonus bei einer kommunalen Wahl darstellen würde. Nach der Resonanz bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der Galerie der Kreissparkasse im Februar durfte man seine Aussichten als OB-Kandidat ganz anders einschätzen, als das nunmehrige Ergebnis zeigt. Dass auch eine große Popularität noch kein Indiz für eine politische Wahl ist, zeigt sein Stimmenergebnis. Arndt Schelenhaus als Landratskandidat besitzt keinen solchen Bonus, sein Ergebnis halte ich demgegenüber für sehr achtbar.

Das Beispiel zeigt meines Erachtens, dass die Wähler zumindest unter subjektiven Gesichtspunkten sehr wohl überlegen, welchen Kandidaten sie ihre Stimme geben. Und warum sie das tun. Inwieweit das auch auf deren politische Zugehörigkeiten zutrifft, darüber mag ich hier nicht spekulieren. Würde ich das bei den einzelnen Kandidaten versuchen – eben abgesehen von jenen, die in die Stichwahl kamen – verlöre ich schnell den Boden der Realität unter den Füßen.

Neugierig bin ich bei diesen allerdings, ob bzw. wie sie sich weiter politisch engagieren. Immerhin haben sie als Kandidaten Vorstellungen und Absichten geäußert, die es wert sind, auch aus anderen Positionen heraus in ihren Parteien weiter verfolgt zu werden. Wobei ich ganz allgemein für mich konstatiere, dass es Unsinn ist, einen Kandidaten, der tatsächlich gewählt wurde, an seinen zuvor geäußerten Vorstellungen und Bemühungen – nicht Versprechungen – zu messen. Solche kann jemand abgeben, der Diktator werden will. In einer Demokratie kann ein Kandidat seine Vorstellungen in ein entsprechendes Entscheidungsgremium einbringen und hoffen, dass in seinem Sinne entschieden wird. Mehr aber auch nicht. Wer anderes erwartet, zeigt damit nur, dass es an seiner demokratischen Reife fehlt. Zu den Stichwahlkandidaten komme ich noch.

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