Montag, 23. April 2012

70. Jahrestag der Depor tation Nordhäuser Juden

Vortragsveranstaltung im Museum Tabakspeicher am 2. Mai 2012
Im Mai 1942, vor 70 Jahren, begannen in Thüringen die Deportationen der jüdischen
Bürgerinnen und Bürger. Wie überall im Deutschen Reich waren sie nach Kriegsbeginn 1939
gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in
„Judenhäusern“ unter schlechten Bedingungen zu leben – so auch in Nordhausen.

Am 9. Mai 1942 mussten sich Dutzende Nordhäuser Juden im Siechenhof einfinden. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Beł
oder in anderen Vernichtungslagern ermordet. Im Sommer und Herbst 1942 folgten weitere
Transporte in Ghettos und Konzentrationslager im besetzten Polen und in Tschechien. Kaum einer der Deportierten hat überlebt.

życe verschleppt. Fast alle der 513 Männer, Frauen und Kinder aus Thüringen wurden in Bełżyce, im KZ Majdanek
Gedenken verlangt Denken

Anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns der Deportationen hat sich in Thüringen ein breites Netzwerk gebildet, um mit diversen Veranstaltungen der ermordeten Thüringer Juden zu gedenken und sich mit Ursachen und Folgen der NS-Verbrechen inhaltlich auseinander zu
setzen. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe laden die Landeszentrale für Politische Bildung,
die Stadt Nordhausen und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora für Mittwoch, den 2. Mai 2012
um 19 Uhr in das Museum Tabakspeicher ein. Moderiert von Gedenkstättenleiter Dr. Jens-
Christian Wagner erwarten die Gäste zwei Vorträge: Dr. Manfred Schröter (Nordhausen) wird
von der schrittweisen Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung der Nordhäuser Juden bis in
das Frühjahr 1942 berichten. Anschließend hält der polnische Historiker Wiesław Wysok
(Gedenkstätte Majdanek) einen Vortrag über die Ermordung der Thüringer Juden im Ghetto
Beł
Gäste sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen; der Eintritt ist frei (Beginn: 19 Uhr,
Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, Nordhausen).
życe und im KZ Majdanek.
Weitere Informationen erhalten Sie unter 03631/4958-23 oder unter
 Fotodatei „Siechenhof“ im Anhang. BU: In der Bildmitte Siechenhof mit Cyriaci-Kapelle, undatiert. Privatsammlung Stadt- und Gästeführergilde e.V. Nordhausen.
www.dora.de.

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