Freitag, 16. Januar 2015

Iran von seiner schönsten Seite

Dass ich den gestern im Lesesaal des Bürgerhauses gehaltenen Vortrag über den IRAN ungenügend vorbereitet besuchte, lag an einer Oberflächlichkeit, die mir unterlaufen war: ich hatte es unterlassen, den Anhang der Einladungs-Unterstützung durch den Vorsitzenden des Kunsthaus Meyenburg-Fördervereins, Dr. Wolfgang Pientka zu öffnen. Die Unterstützung allein reichte mir, um in dem Vortrag eine bedeutende kulturelle Komponente erwarten zu können. Das aktuelle (wirtschafts-)politische Geschehen im IRAN und die Diskussionen um den Islam ließen mich allerdings auch hoffen, darüber einiges zu hören. Der Anhang, den ich erst später öffnete, sagte mir freilich, dass derartige Themen nicht zum Inhalt des Vortrags gehören würden.


Veranstalter war das Team des DER Deutsches Reisebüro, früher Atlasreisen (gegenüber Nordbrand), Referentin Angelika Meißner (Dr. Tigges/Gebeco), und das wiederum ließ einen Animationsvortrag über den IRAN als Reiseland erwarten. Wenn es ein solcher gewesen sein sollte, ist der Vortragenden zu bescheinigen, dass sie das höchst dezent vermochte, denn sie vermittelte ein Bild dieses Landes, das auch Zuhörer, die nur aus allgemeinen Interesse gekommen waren, in seinen Bann zog.


Eingestimmt wurde man schon im Vorfeld dieser Veranstaltung auf recht annehmliche Weise, denn da sah ich mich im Lesesaal erst einmal einer jungen, bildhübschen Iranerin gegenüber, neben ihr Lutz
Herfurth, Leiter des Studienkollegs der Hochschule Nordhausen. Der mir erklärte, dass er mit einigen iranischen TeilnehmerInnen des Studienkollegs die Veranstaltung flankiere. Eine sinnvolle und teils auch reizvolle Vorstellung vom Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft.


Die Erwähnung einer bildhübschen Iranerin – von denen man im bildgebeamten Vortrag noch sehr viel mehr zu sehen bekam, erfordert schon aus Paritätsgründen die Feststellung, dass man sich schon im Vorraum des Lesesaales von einer ganzen Anzahl attraktiver Frauen – Mitarbeiterinnen des Reiseunternehmens – umgeben sah, die die Gäste begrüßten, versorgten und der Veranstaltung ein annehmliches Flair vermittelten, so sie
dafür empfänglich waren. Dass man auch unter den Gästen ebenso höchst angenehm wirkende Menschen sah, soll am Rande bemerkt sein. Nicht wenige von ihnen trifft man auch bei Veranstaltungen im Kunsthaus.


Was Angelika Meißner vortrug, nachdem Steffi Arndt, Leiterin des DER-Reisebüros, die Gäste begrüßt und ihre Mitarbeiterinnen förmlich vorgestellte hatte, bewirkte sicher nicht nur bei mir, sich in das wohl interessanteste Land des Orients versetzt zu fühlen, in kulturhistorischer Hinsicht - Stätten wie Paläste, Moscheen, Ruinen. Und es mit seinen wunderschönen Parks, seinen Dichtern, Denkern und Legenden, seinen pulsierenden Leben in den größten Städten und Basars des Landes schön zu
finden. Und sich mitgenommen zu fühlen in dieses so geschichtsträchtige Land, das einstens Persien hieß, und von und mit seiner mehrere tausend Jahre währenden Geschichte lebt.



Schon das Eingangsbild zu Beginn des Vortrags zeigte den letzten Schah Mohammad Reza Pahlavi mit seiner Frau Farah Diba und führte damit in die Vergangenheit, die dann allerdings mit diesem Bild ihr historisches Bewenden hatte. Die Referentin vermochte dieses Land mit allen ihren markanten Städten und Stätten ohne weitere Zeit- personellen und religiösen Geschichtsbezüge vorzustellen, in dem sogar die Moscheen nicht nur als Gebetshäuser der Menschen – getrennt nach Geschlechtern – sondern auch als Teil ihrer Aufenthalts- und Lebensräume Erwähnung fanden.
Man konnte sich einfach mitgenommen fühlen auf einer Reise durch den vermutlich auch schönsten Teil des Orients. Und die erkennbar iranischen Gäste dieser Veranstaltung ließen diesen Eindruck noch unmittelbarer werden. Dazu hatte Angelika Meißner auch einiges an Anschauungsmaterialien mitgebracht aus der handwerklichen und künstlerischen Tätigkeit der dort lebenden Menschen. Die ganz allgemein als außerordentlich aufgeschlossen und gastfreundlich geschildert wurden. Was dann schon als eine gewisse – zusätzliche – Anregung verstanden werden konnte, dieses Land auch wirklich gelegentlich zu besuchen. Und wer sich nicht angeregt fühlte, verließ das Bürgerhaus ganz sicher in der Gewissheit, einen ausgezeichneten Vortrag gehört zu haben. 

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