Mittwoch, 17. Dezember 2014

Konkrete Ergebnisse finden breite Zustimmung

Nordhausen/Sondershausen: (sys) Zu ihrer letzten Zusammenkunft in diesem Jahr trafen sich die Mitglieder des Regionalbeirates für die Erarbeitung des überregionalen Kulturentwicklungskonzeptes (KEK) in der Modellregion Nordthüringen Anfang Dezember in Nordhausen.
Hier stellte Projektleiter Dr. Patrick S. Föhl vom Institut für Kulturpolitik die zentralen Empfehlungen detailliert vor, die als Maßnahmenkatalog aus dem Kulturentwicklungsprozess hervorgegangen sind.
Für den Bereich der »Kulturellen Bildung« ist die Etablierung von Ankereinrichtungen geplant. Besonders Gerd Lindner, Leiter des Panorama-Museums Bad Frankenhausen und Lars Tietje, Intendant der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH stellten in Aussicht, dass sie hier mit ihren Kulturpädagogik-Teams einen wertvollen Beitrag leisten wollen.
Außerdem gilt es in diesem Bereich, die Einrichtungen, die kaum institutionelle Förderung erhalten, dennoch einen großen Beitrag zur »Kulturellen Bildung« leisten, mit neuen Kooperationen so zu unterstützen, dass sie ihre Arbeit weiterhin in hoher Qualität und Kreativität auch Nutzern im ländlichen Raum zugänglich machen können. Transferprozesse werden in zahlreichen Förderprogrammen speziell unterstützt. Dies könnte eine Chance für eine neue, nachhaltige Struktur in der Modellregion bieten.
Der kulturtouristische Aspekt wurde von den Teilnehmern der Workshops besonders intensiv diskutiert. Hier umfasst der Ziel- und Maßnahmenkatalog zahlreiche Ideen, die von der Vernetzung der Parks und Gärten über die Etablierung von Barbarossa als Show-Star bis hin zum »spirituellen Tourismus« reichen. Um Jugendlichen interessante Kulturerlebnisse zugänglich zu machen, ist die Einrichtung von »Jugend-Reportern« geplant. Hier können junge Kultur-Nutzer ihre ganz eigene Sicht auf das Gesehene und Erlebte berichten und damit Interesse bei Gleichaltrigen wecken.
»Kultur-Tandems«, die eine Verbindung zwischen vollkommen gegensätzlichen Angeboten herstellen können, z.B. Naturerlebnisse im Park Hohenrode in Verbindung mit Technik- und Industriegeschichte im IFA-Museum oder der Traditionsbrennerei, könnten neue Akzente in der Angebotsvielfalt setzen.
All diese und noch viel mehr Maßnahmen basieren unter anderem auf den Ergebnissen der unter reger Teilnahme stattgefundenen Kulturworkshops. Hier arbeiteten seit Mai Akteure, Künstler, Politiker und Wissenschaftler gemeinsam an Ansätzen, die kulturellen Angebote in der Modellregion zukunftsfähig zu gestalten, neu zu vernetzen und kreativ weiterzuentwickeln.
Sowohl der Regionalbeirat als auch die Landrätinnen der Landkreise Kyffhäuser und Nordhausen stimmten allen Maßnahmen des Kulturentwicklungskonzeptes zu.
Nun gilt es für das Institut für Kulturpolitik, diese Ergebnisse mit dem umfangreichen Material zur Struktur der kulturellen Angebote in der Modellregion zu verknüpfen. Im Februar wird die erste Fassung des Kulturentwicklungskonzeptes für Nordthüringen vorliegen und dem Ministerium sowie den Kommunen vorgestellt. Die Endfassung wird im Rahmen eines Kultur-Symposiums im Frühjahr 2015 der Öffentlichkeit präsentiert.
Jeder, der Interesse an den Maßnahmen- und Zielkatalogen hat, findet zahlreiche Informationen dazu sowie den Kontakt zu den Koordinatoren unter kulturkonzept-kyf-ndh.de.
Die Erarbeitung des überregionalen Kulturentwicklungskonzeptes für die Modellregion Nordhausen/Kyffhäuser wird von der Thüringer Staatskanzlei, Abteilung Kultur und Kunst gefördert.
 Foto: S. Spehr.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen