Donnerstag, 29. August 2013

Heiter gestimmtes Erinnern an Ilsetraut Glock geb. Grabe

Die Kreissparkasse Nordhausen hatte für diesen Dienstag zu einer Ausstellung eingeladen, die man zunächst eigentlich dort nicht erwartet haben würde: „In Memoriam Ilsetraut Glock, geb. Grabe“ hieß es in der Einladung. Obwohl doch zumindest in Insiderkreisen bekannt ist, dass Sitz der „Isetraut Glock-Grabe-Stiftung“ das Kunsthaus Meyenburg ist. Und sich die von der Künstlerin der Stadt Nordhausen geschenkten Kunstwerke, die immerhin etwa 150 Originalgrafiken der in Nordhausen geborenen Stifterin, sowie knapp 600 Originale international bekannter Künstler beinhalten, sämtlich in Verwahrung des Kunsthauses befinden. Dass dort eine Dauerausstellung von Kunstwerken der im Januar verstorbenen Künstlerin zu sehen ist, sei am Rande in Erinnerung gebracht. Dass es nun zu dieser Ausstellung in der Kreissparkasse gekommen ist, geht, wie bekannt wurde, auf den ausdrücklichen Wunsch (und Auftrag) der Künstlerin zurück, den sie gegenüber den ihr offenbar sehr vertrauten Nordhäuserinnen Heidelore Kneffel und Karin Kisker äußerte.
Die ausgestellten Kunstwerke stammen aus dem Bestand der Stiftung.

Schon der musikalische Auftakt durch die beiden „Angelsteine“ Franka und Hannes, beide Schüler der Nordhäuser Musikschule, mit dem Scherzo von Anton Diabelli (Piano und Klarinette) stimmte heiter. Und Wolfgang Asche, Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, löste nach der Begrüßung der Gäste – unter denen sich neben der Landrätin des Kreises, Birgit Keller, der Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen, die zweite Beigeordnete Hannelore Haase (inzwischen schon Stammgast) auch die Leiterin der „Flohburg“ - Das Nordhausen-Museum - Dr. Cornelia Klose befanden – mit dem Hinweis besondere Neugier aus, dass es Ilsetraut Glock, „wenn ich das richtig verstanden habe“ ein
Herzenswunsch war, in der Sparkasse noch einmal auszustellen „das sie zuletzt 1995 getan hat. Doch ihre Spuren hat sie ja schon vorher hinterlassen...“ Asche erinnerte an die von ihr gegründete Stiftung, die mit einen Geldbetrag ausgestatteten ist, aus dem der alle zwei Jahr verliehene Grafikpreis gespeist wird. Und ebenso an die schon erwähnten Schenkungen von Kunstwerken an die Stadt Nordhausen, die von Susanne Hinsching, Leiterin des Kunsthauses Meyenburg, betreut werden, „um die uns viele weit über die Region hinaus auch beneiden“. Asche wies aber gleichzeitig auch auf die 2002 an Ilsetraut Glock-Grabe verliehene Ehrenbürgerschaft der Stadt Nordhausen hin, mit der ihre Verdienste um Nordhausen gewürdigt wurden. „Und jeder von uns“, führte Asche weiter aus, „der mit ihr zu
tun hatte und sie kennenlernen durfte weiß, was für ein besonderer Mensch sie war: ein Mensch voller Lebensfreude, voller Tatendrang, voller Ideen...das kann man wohl sagen, das hat sie begleitet fast bis zu ihrem Tod am 30. Januar...“ Asche erwähnte einen eigenen Besuch bei ihr mit Frau Hinsching, „der sehr spannend für mich war“, und diesen weiter beschrieb. Um dann seine Ausführungen mit einem vorweggenommenen Dank an die beiden Musiker, die die Ausstellung „In Memoriam“ musikalisch verschönten, und dem Ersuchen an Frau Hinsching zu beenden, als Vertreterin des Kunsthauses und Verwalterin der Kunstschätze auch „zwei oder drei Sätze an die Gäste zu richten.“

Dem kam die Kunsthistorikerin gern nach, wie sie versicherte und drückte gleichzeitig ihre Freude über diese Ausstellung gleich in dreierlei Hinsicht aus: Dass wir erstens, also die Stadt Nordhausen und das Kunsthaus Meyenburg, mit Ilsetraut Glock eine Künstlerin und Kunstmäzenin hatten, deren Engagement für die Kunst
für unsere Region mit ihren herausragenden, umfangreichen und zahlreichen Schenkungen etwas ganz Besonderes und Großes war. Zweitens, weil es etwas Besonderes ist, dass wir mit Frau Kisker und Frau Kneffel zwei so kunstinteressierte Bürgerinnen in Nordhausen haben, die Ilsetraut Glock zu ihren Lebzeiten des öfteren aufgesucht und begleitet haben. Und nun Ilsetrauts Gedenken gestalten werden. Und drittens, dass die Sparkasse in der Ausstellung Leihgaben – wie Herr Asche schon sagte - aus dem Kunsthaus ausstellt und damit das künstlerische Wirken Ilsetraut Glocks so kurz nach ihrem doch auch überraschend gekommenen Tod den Nordhäuser Bürgern noch einmal nahe bringt.

Nach einem weiteren Zwischenspiel der beiden jungen Musiker (Musikstück von Andrea Goldkuhle) bekiskerten und bekneffelten (beschrieben) dann also die beiden bereits eingeführten und vorgestellten Vertrauten der Künstlerin auf ihre ganz eigene und besondere Weise deren Leben und künstlerisches Wirken in denkbar anschaulicher, auch teils heiterer Weise und ließen erkennen, dass sie das Leben der Ilsetraut Glock bis in ihre Tiefen erforschte und sich auf das sorgfältigste auf den letzten Wunsch Ilsetraut Glocks – angeblich bereits 1995 geäußert – vorbereiteten und so ein Lebensbild der Künstlerin aufzeigten, das eine Vielzahl von Facetten, Eigen- und Besonderheiten, Stärken aber auch
Schwächen aufwies, die Ilsetraut Glock als ebenso natürlichen wie liebenswerten Menschen, anerkannte Künstlerin, aber gleichzeitig auch respektwürdige Persönlichkeit zeigte. Langer Beifall am Ende ihres Vortrags ließ erkennen, dass sie damit „angekommen“ waren.

Die beiden Angelsteine beendeten den offiziellen Teil mit „Brasil aus Pop Suite“ von Daniel Hellbach und ernteten ebenso noch einmal dankbaren Beifall. Dass sowohl die Landrätin als auch der Oberbürgermeister danach noch willkommene Gesprächspartner waren, sei beiläufig bemerkt. Die Ausstellung kann übrigens bis zum 04.10.2013 zu den üblichen Geschäftszeiten der Sparkasse besucht werden.

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