Dienstag, 29. März 2016

Erzbischof Schick erschüttert über Anschlag in Lahore

„Eine mörderische Attacke gegen alle Grundregeln  menschlicher Zivilisation“

 „Das Blutbad von Lahore erschüttert alle, die Mitgefühl nicht aus ihrem Herzen verbannt haben.“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), den Terroranschlag in einem öffentlichen Park in der pakistanischen Metropole Lahore, bei dem gestern (27. März 2016) mindestens 70 Menschen zu Tode gekommen sind.
 
„Eigener Auskunft nach wollten die Taliban christliche Familien treffen, die an diesem Ort das Osterfest feierten. Es war eine mörderische Attacke gegen alle Grundregeln menschlicher Zivilisation, gegen den Frieden zwischen den Religionen und gegen die kleine Minderheit der Christen in Pakistan.“ Erzbischof Schick erinnerte an die „Bedrängnis, unter der Christen seit vielen Jahren in diesem Land leben müssen. Sie sind Opfer von Ausgrenzung und alltäglicher Missachtung; die ungerechten Blasphemie-Gesetze und immer wiederkehrende Gewalt verhindern ein angstfreies Leben.“ Dennoch sei er bei seinen Reisen nach Pakistan „mutigen Christen begegnet, die dem Glauben unter manchmal extrem schwierigen Bedingungen treu bleiben“, so Erzbischof Schick. Viele Christen mühten sich auch zusammen mit Muslimen im interreligiösen Dialog um Verständnis und ein gutes Zusammenleben zum Wohl der Gesellschaft in Pakistan. „Diese Bemühungen werden durch radikale Islamisten immer wieder zunichte gemacht.“ Erzbischof Schick rief die Gläubigen in Deutschland zum Gebet für die Opfer des Anschlags und ihre Angehörigen, aber auch für die Täter auf.
 

Auch die große Mehrheit der Muslime lehne den Terrorismus ab, erklärte Erzbischof Schick. „Wenn es in Lahore in diesen Stunden etwas gibt, das Hoffnung macht, dann sind es jene Muslime, die Blut spenden für die Verletzten und sich an die Seite ihrer christlichen Nachbarn stellen. So tragen einfache Leute dazu bei, dass die Welt auch in Zeiten des Terrors nicht gänzlich aus den Fugen gerät und die Kraft der Menschlichkeit bezeugt wird.“
Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 28. März 2016

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