Erfurter Gutachten nicht mit Nordhausen vergleichbar / Von Schaden über 5 Mio. Euro kann keine
Rede sein
Nordhausen (psv) Wie in
einem Pressebericht einer nordthüringer Tageszeitung dieser Tage
verlautbart wurde, habe die Stadt Nordhausen beim Verkauf ihrer Anteile
an der Verbundnetz Gas AG (VNG) auf fünf Millionen
Euro verzichtet. Dazu nehmen jetzt die Stadt und die Stadtwerke
Nordhausen wie folgt Stellung:
Es stimmt nicht, dass – wie in der Meldung verlautbart: „die Stadt habe ihre Anteile deutlich unter Wert verkauft und damit einen Schaden von fünf Millionen Euro verursacht.“
Die Stadt hat nicht unter Wert verkauft. Nach dem Verkauf ergab sich ein positiver Ertrag von 456.000 Euro.
Die VNG-Aktien (sogenannte
vinkulierte Namensaktien) sind nicht, wie allgemein üblich, frei
handelbar. Weder Erfurt noch Nordhausen kann sie meistbietend am Markt
verkaufen. Der Käuferkreis beschränkt sich zunächst
auf die kommunalen Mitaktionäre. Demzufolge ergibt sich der Wert der
Aktien nicht durch den Handel am Aktienmarkt. Der Verkaufswert der
Aktien wird durch Gutachten bestimmt, die das jeweilige Aktienpaket
betreffen. Daraus ergeben sich die Unterschiede in
der Bewertung der Einzelaktien. Der Wert wird maßgeblich durch
den Verkaufszeitpunkt bestimmt. Erfurt hat 2013 ihre Anteile angeboten,
somit bestimmt sich der Preis der Erfurter Aktien nach dem Stichtag
31.12.2013. Ein Gutachten hat nunmehr, 2 Jahre
nach dem Verkaufsangebot von Erfurt, den Preis bestimmt. Nach den
Informationen der Stadt hat bisher Leipzig diesen Preis nicht
akzeptiert.
Die Stadt Nordhausen hatte
1 Jahr später im Jahr 2014 die Aktien angeboten, deshalb bestimmt sich
der Wert des Nordhäuser Aktienpaketes nicht nach dem Stichtag
31.12.2013. Diese Aktien wurden ebenso durch ein Gutachten
bewertet. An diesem musste sich die Stadt Nordhausen orientieren. Beide
Gutachten sind auf Grund des Zeitraumes und nachfolgender Gründe nicht
miteinander vergleichbar: 2014 hat es in der VNG strategische
Entscheidungen gegeben, welche sich negativ auf den
Wert der Aktien ausgewirkt haben. Diese waren unter anderem, dass der
Energieversorger EWE 2014 den Anteil von Winterhall übernommen hat.
Damit hat er die Mehrheit der Aktien im alleinigen Besitz und
entscheidet somit seit diesem Zeitpunkt allein über Dividendenzahlungen.
Die Dividenden waren in den letzten Jahren rückläufig, in einem Jahr
hat es sogar keine Dividendenausschüttung gegeben. Die Beteiligung an
der VNG war keine sichere Einnahmequelle für die Stadtwerke mehr.
Die VNG hat sich
darüberhinaus an Erkundungskampagnen in Norwegen beteiligt, welche sich
aufgrund der hohen Kosten negativ auf den Wert auswirken. Ein längeres
Zuwarten für den Verkauf wurde nicht empfohlen, da
sonst ein weiterer Werteverfall zu befürchten gewesen wäre.
Nordhausen hatte auch nur
0,49 % Aktien an der VNG, der kommunale Anteil betrug ca. 25,8 Prozent,
so dass mit den Nordhäuser Anteil die Sperrminorität der kommunalen
Anteilseigner nicht durchbrochen werden konnte.
Das ist im Fall von Erfurt anders, diese halten 4 % der Aktien. Somit
hat dieses Aktienpaket einen ganz anderen strategischen Wert.
Die Stadtwerke
Nordhausen-Holding für Versorgung und Verkehr GmbH hat bereits den
ersten Teil des Verkaufspreises erhalten und wird im nächsten Jahr die
Restzahlung überwiesen bekommen. Mit diesem Geld erschließt
das Unternehmen neue ertragssicherere Tätigkeitsfelder.
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