Freitag, 15. Februar 2019

Kulturlandschaft am Kyffhäuser wird gepflegt

Unweit der alten Salzstraße bei Bad Frankenhausen haben umfangreiche Landschaftspflegearbeiten begonnen. Im Fokus der Arbeiten stehen der Erhalt und die Wiederherstellung der mediterran anmutenden Offenlandbereiche. Auf den weißen Gipshängen des Kosakenberges und im sog. Kirschtälchen werden insgesamt fünf Hektar wertvolle Magerrasenflächen gepflegt. Das Maßnahmengebiet zeichnet sich durch seine europaweit bedeutsame Vielfalt an seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus. Wertgebende Arten für das Gebiet sind verschiedene Federgras- und Orchideenarten sowie Frühlingsadonisröschen, Kuhschelle und Duft-Skabiose.
Auftraggeber der Arbeiten ist der Landschaftspflegeverband „Südharz Kyffhäuser“ e.V.. In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises sowie dem Naturpark Kyffhäuser, wurde das im Oktober 2018 gestartete Landschaftspflegeprojekt „Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans für das NSG Südwestkyffhäuser im FFH-Gebiet Nr. 11“, initiiert. Es schließt nahtlos an das im September 2018 erfolgreich abgeschlossene Vorgängerprojekt an. Im Rahmen dessen wurden bereits zehn Hektar Kalk-Trockenrasen im Bereich der Barbarossahöhle bei Rottleben und der Kastanienallee bei Bad Frankenhausen gepflegt. Beide Projekte werden durch das ELER- Programm der Europäischen Union, mit entsprechender Kofinanzierung durch den Freistaat Thüringen gefördert.
Projektleiter Tobias Ehrhardt berichtet, dass durch die Pflegearbeiten der fortschreitenden Verbuschung der Flächen entgegengewirkt werden soll. Primär werden auf den Hangbereichen Gebüsche wie Weißdorn und Schlehe aber auch Pioniergehölze wie Birken und Schwarzkiefern entfernt. Wichtig ist hierbei, dass die Gebüsche samt der Wurzel ausgehackt werden, um ein Austreiben im nächsten Frühjahr zu vermeiden. Zusätzlich werden die Flächen gemäht und anschließend gründlich abgeharkt. Dadurch werden stark verfilzte und zugewachsene Bereiche aufgelockert. In Folge dessen wird die Lebensraumsituation zahlreicher lichtbedürftiger und sensibel reagierender Tier- und Pflanzenarten signifikant verbessert. Um eine möglichst langfristige und nachhaltige Wirkung der Maßnahmen zu erzielten, ist eine Nachpflege für die Sommermonate 2019 geplant. Umgesetzt werden die Arbeiten von der Landschaftspflegefirma K. Gebhardt aus Ringleben.
Historisch gesehen sind die kulturgeprägten Offenlandbereiche am Süd-Westkyffhäuser durch die Nutzung der Flächen als Schaf- und Ziegenhutung entstanden. Um langfristig den durch die Maßnahmen erreichten Pflegezustand zu erhalten, ist es notwendig eine kontinuierliche Bewirtschaftung der Flächen zu etabliert. Dies kann nur durch die Beweidung mit heimischen Schafherden erreicht werden. Hierzu wurden bereits konstruktive Gespräche mit dem ortsansässigen Schäferbetrieb D. Hiller aus Seehausen geführt.


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