Montag, 25. März 2013

Nicht alle sind von Katja Riemann frustriert


Da hatte ich mich also letzthin mit dem Auflaufunfall (nach Stefan Niggemeier) beschäftigt und war dabei in Spiegel. online auf die Bloggerin Sibylle Berg gestoßen, die sich recht drastisch mit dieser Problematik auseinandersetzt. Wobei ich mich frage, warum diese Geschichte überhaupt so viel Aufsehen nach sich zog. Und ich nochmal betonen muss, dass ich weder „DAS“ kenne, noch einen Hinnerk Baumgarten. Wenn ich aber zunächst die Kommentare dazu durchsehe – und die kontroverse Debatte regte mich dazu an, frage ich mich jedenfalls, warum sich angeblich tausende Twitter- und Facebook-Nutzer, die jene Sendung sahen, derart darüber aufregten, dass diese Katja Riemann einfach abschaltete. Und selbst das hat angeblich noch „böses Blut“ gegeben.

Ja, und nun zu Sibylle Berg, die die Kritiker Riemanns in den sozialen Netzwerken als frustrierte Pöbel-Horde bezeichnet. Ich habe diese Kritiken nicht gelesen. Wenn ich aber in bestimmten Medien lese, was Sportler – etwa ein Torwart nach einem verlorenen Fußballspiel – über Facebook oder Twitter „einstecken“ müssen, und das auf Katja Riemann übertrage, kann ich den Ausdruck Pöbel-Horde schon verstehen. Nun geht es der Bloggerin Berg allerdings um grundsätzlichere Probleme. Danach nämlich soll nicht nur jeder Star in Deutschland Hass ernten: jedes Individuum, das dem Menschen überlegen scheint, ob nun in seiner Intelligenz, seinem Aussehen, oder seinem Wohlstand, soll angeblich Neid und Missgunst auslösen: „. . .das mag er nicht, der Mensch. Da wird er neidisch, da wird er böse, da will er zubeißen.“(Auszug aus Spiegel.online).

Irgendwie scheint da etwas dran zu sein, wenn ich Berichte lese, etwa über soziale Gerechtigkeit und Forderungen über Vermögens-Verteilung von Leuten, die nichts haben. Und es zu nichts brachten. Ich kann mir aber einfach nicht vorstellen, dass sich das auf die ganze Gesellschaft in Deutschland (unter einem bestimmten Level) bezieht. Und Berg meint die Gesellschaft ganz allgemein in Deutschland. Die als „Frustration der Horde“ am liebsten – weil bestens geeignet – über Schauspieler und Sänger – und auch Schriftsteller - herfällt.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass eine solche Einstellung und Verhaltensweise derart verbreitet sein soll, wie Sibylle Berg das darstellt. Und wenn sie schreibt, dass Sportler nur gehasst werden, wenn sie nach Meinung des Volkes zu oft in den Medien präsent sind, dann stimmt das meines Erachtens nur dann, wenn der Personenkult zu überschwenglich und penetrant wird. Einen Fußballtorwart – wie gerade berichtet wird – überschüttet man kübelweise mit Unflat, wenn ein Spiel verloren ging. Und lobt ihn schon eine Woche später, wenn er in den Augen der Zuschauer gut war. Ich meine also, man kann nicht verallgemeinern, was in diesem gesellschaftlichen Leben geschieht.

Wenn ich andererseits aus den Kommentaren zu den eingangs erwähnten Auflaufunfall lese, dass der Moderator unvorbereitet in dieses Gespräch ging, selbstgefällig und überheblich war, dann dürfte das nicht so selten der Fall sein. Und wenn Zuschauer Freude daran haben, wenn er versucht, den Gesprächspartner -partnerin vorzuführen. Und die Masse verärgert reagiert, wenn sich das „Opfer“ sperrt. Oder erfolgreich dagegen wehrt. Man hat in dem Zusammenhang von solchen Fällen gelesen (Klaus Kinski, Guido Westerwelle, Nina Hagen und einige andere wurden da als Beispiele in der SZ vom 18.03.angeführt.) Und dass das Einzelfälle sind zeigt schon, dass man sich im allgemeinen an Absprachen und Regeln hält, die dann eben zu Scheinunterhaltungen führen. Mir jedenfalls liegt daran nichts, und deshalb schau' ich mir so etwas auch kaum an. Zumal ich nichts daran ändern kann, selbst wenn ich das wollte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen