Freitag, 22. März 2013

Dumme sollen draußen bleiben


Noch immer bin ich dabei, einiges aus der jüngsten Vergangenheit aufzuarbeiten. Und dabei stieß ich auf eine Geschichte, die mein ungeteiltes Interesse fand: danach müssen sich Leser, die in der „New York Times“ kommentieren wollen, neuerdings einigen Restriktionen unterwerfen.
Um nur ja jede Unvorsichtigkeit hinsichtlich Urheberrecht zu vermeiden, will ich lediglich und allgemein anmerken, dass die NYT dazu übergegangen ist, Leserkommentatoren einer Art Prüfung zu unterziehen. Und will damit ein besseres Niveau in der Kommentierung erreichen. Das wäre – so schreibt zum Beispiel sinngemäß die taz - für hiesige Gepflogenheiten völlig neu, nach denen ja jeder Psychopath beliebig über ein behandeltes Thema oder einen Autor herfallen und ihn mit einem wirren Shitstorm überziehen kann. Und wörtlich (Auszug): „Zweifellos sind deutsche Online-Kommentarspalten auch eine süchtig machende Zeitverbrennungsmaschine. Lachen, staunen, ärgern – die ganze Palette der Empfindungen wird bedient und hält von der Arbeit ab...“ (Ende des Auszugs). Immerhin, so heißt es sinngemäß weiter, entbindet das hierzulande vorherrschende Kommentarverhalten den Autor von der lästigen Pflicht, über sachliche Einwände seitens der Leser nachzudenken. Die sind nämlich mit der Lupe zu suchen.
Man kann darüber natürlich unterschiedlicher Meinung sein, ich stehe dem Versuch der NYT – mehr kann es ja wohl (noch) nicht sein – durchaus aufgeschlossen gegenüber. Hierzulande aber ist noch nicht einmal zu erwarten, dass je auch nur ein Versuch in eine solche Richtung gemacht wird. Und das bedauere ich.

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