Sonntag, 16. Juni 2013

Rolandfest 2013: Ein Kurzbesuch bei Ritter Rost

Am zweiten Tag des 45. Nordhäuser Rolandfestes orientierte ich mich für meine Teilnahme an einzelnen Programmangeboten an den „Veranstaltungshighlights Rolandfest 2013“, die ich ja in meinem gestrigen Eintrag erwähnte. Die ja doch zu etwas nutze sein sollten. Und entschloss mich also zu einem Besuch des Petersberggartens. Ich will die Erzählung darüber nicht in Form eines Live-Tickers tun, wie das ja scheinbar zunehmend getan wird (um dort Spannung zu erzeugen, wo es sonst keine gibt). Meine Intention ist es lediglich, Gelegenheiten zu nutzen, die das Rolandfest bietet, um an Programmangeboten teil zu nehmen, die es sonst so und in dieser konzentrierten Form nicht gibt.

Ich nutzte also die (Straßenbahn-) Linie 1 und stieg am Theaterplatz aus, um zum Petersberggarten zu gelangen. Vor dem Theaterplatz wurde gerade an Stelle der früheren Kraniche die Plastik „ Apfel“ der Partnerstadt Ostrów Wielkopolki an OB Klaus Zeh übergeben. Um die Menschentraube, die sich um dieses Ereignis gebildet hatte, nicht durch mein Dazukommen zu beeinträchtigen – und weil dieses Ereignis ja auch nicht in den Highlights enthalten war – setzte ich meinen Weg zum Petersberggarten fort und stieß dort auf einen bemerkenswerten Kinder-, Unterhaltungs- Bastel- und Trödelmarkt, der eigentlich alles im Angebot hatte, was man sich immer darunter vorzustellen vermag. Wobei gerade der Kinder-Trödelmarkt Angebote enthielt, die zum Teil verwunderten, amüsierten, aber natürlich auch interessierten. Mich
beeindruckte, mit welcher Gelassenheit die jungen Anbieter – teils auch mit Verwandten – an ihren Ständen oder an ausgebreiteten Decken und Planen saßen und für ihren Trödel auf Käufer warteten. Schmink- und Mitmach-Stände vervollständigten das Angebot. Ich fand erstaunlich, wie viele junge Menschen sich da engagierten, mit welcher Kreativität sie ihre Angebote gestaltet hatten und um Mitmacher warben

Ein Areal fiel mir am Tor zum Petersberggarten besonders auf, das offensichtlich von Menschen mit Migrationshintergrund belegt war, die dort unter- und miteinander Unterhaltung und Spiele pflegten. Ich wurde an das kürzlich stattgefundene Familienfest in der Alexander-Puschkin-Straße erinnert. Hier allerdings kamen sofort zwei junge Mädchen mit einem Tablett mit Backwerk auf mich zu und boten mir damit ein sehr schönes Willkommen. Ich fand es
schon deshalb bemerkenswert, weil ich sonst stets den Eindruck habe, Migranten bleiben unter sich und zeigen wenig Interessen einer Anfreundung mit deutschen Bürgern. Hier also erlebte ich ein offenherziges Willkommen, das mich beeindruckte. Und freute.

Ich musste weiter und kam zu einen der Türme der Stadtmauer, an dem die Kletterexperten von Mobili des Jugendsozialwerkes – sonst im Klettergarten am Petersberg selbst tätig – junge Menschen im Klettern am Seil anleiteten. Mutig war das schon, was diese jungen Menschen zeigten, auch wenn sie durch ein Seil gesichert waren. Und weiter fiel da ein Pascha auf, der sich bei näherem Hinsehen als der Gemeindepädagoge Frank Tuschy zu erkennen gab. Und hier offensichtlich koordinierende Aufgaben erfüllte.Unauffällig, aber wohl sinnvoll.

Und dann war da noch die Bühne, auf der die pro vita Akademie das Schauspiel „Ritter Rost“ aufführte. In einer Version, die auf die Möglichkeiten der Akteure und die dieser Bühne zugeschnitten war. Schon unterwegs war ich auf einen Mitmachstand der Akademie gestoßen und bin gerade bei ihr immer wieder beeindruckt, wie umfassend an dieser pro vita Akademie nicht nur auf den angestrebten Beruf, sondern auch für das kulturelle und gesellschaftliche Leben vorbereitet wird. Bis zum Schluss vermochte ich der Aufführung nicht zu folgen, mein Durchstehvermögen ließ das nicht zu. Ich hätte auch gern noch die Aufführung der „Linie 1“ des Jungen Theaters miterlebt, nur musste ich eben passen. Beachtlich fand ich immerhin, dass die Zahl der Zuschauer des Schauspiels „Ritter Rost“ der pro vita Akademie die Zahl jener beträchtlich übertraf, die gestern den Gesangsgruppen auf der Theaterbühne zuhörten. Inzwischen hat man ja am Theaterplatz die Stühle entfernt, wie ich feststellte, wodurch dann nicht mehr ersichtlich ist, wie viele der Theaterplatz-Besucher wirklich kamen, um das Bühnenprogramm zu erleben





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen