Montag, 22. April 2019

Zur Präsidentenwahl in der Ukraine

Als Präsidentschaftskandidat war er Komiker, als Präsident immerhin Schauspieler

Eine bezeichnende Berichterstattung zur Präsidentschaftswahl in der Ukraine boten die Medien in Deutschland: über die Zeit seiner Präsidentschaftskandidatur wurde Wolodymyr Selenskyj in den deutschen Medien nahezu ausnahmslos als Komiker bezeichnet. Und im allgemeinen Begriffsverständnis ist ein Komiker bekanntlich eine Person, die es sich zum Ziel oder Beruf gemacht hat, Mitmenschen mimisch, gestisch oder sprachlich zum Lachen zu bringen. Es gibt daher in allen künstlerischen Gattungen Komiker, auch in der Musik oder Malerei, ganz sicher aber nicht in der Politik. Einen Kandidaten für ein politisches Präsidentenamt permanent als Komiker zu bezeichnen, halte ich deshalb gewollt (oder auch ungewollt) für tendenziös.

In dieser Auffassung finde ich mich bestätigt, nachdem Selenskkyj als nun gewählter Präsident plötzlich in der Berichterstattung der gleichen Medien nicht mehr als Komiker, sondern als Schauspieler bezeichnet wird. Es geht mir hier nicht um Wortspielereien oder Begriffsinhalte, sondern um Vorstellungen und Absichten, die derartige Begriffe bewirken (sollen). 

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