Sonntag, 3. Februar 2013

Wo sind da die Fakten?


Im vorhergehenden Eintrag hatte ich beklagt, dass in den Medien vor allem ein Thema das politische und gesellschaftliche Geschehen beherrschte. Und ich mich hinreißen ließ, ihm zuviel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet zu haben. Wodurch manches andere Thema in den Hintergrund geriet. Und das Nach- oder Aufholen der vernachlässigten Themen nicht leicht fällt. Auch wenn ich es auf solche beschränke, die mich unmittelbar berühren.

Als Beispiel drängt sich mir dabei geradezu ein Thema auf, das in anderer Weise die Medien durchzieht, als das gerade gemeinte (das derzeit bei karnevalistischen Veranstaltungen weidlich genutzt wird): die Renten und Rentner in Deutschland. Wobei schon dieses „ ...in Deutschland“ der Präzisierung bedürfte. Nachdem gerade gestern die „WELT“ zu diesem Themenkomplex unter dem Titel „Die Deutschen fliehen mit ihrer Rente ins Ausland“ von einem entsprechenden Trend berichtete, den sie ausgemacht haben will.

Womit der Versuch, bei diesem Themenkomplex herauszufinden was Sache ist, denkbar schwer fällt. Das soll durch Aufmacher einiger Zeitungen veranschaulicht werden:

taz: Nicht jeder hat im Alter das Geld, um sich fit zu halten.
Frankfurter Rundschau: Immer mehr Rentner arbeiten
Süddeutsche: Deutsche gehen trotz Einbußen früher in Rente
ZEIT: Altersarmut: Kaufkraft der Rentner deutlich gesunken
Frankfurter Rundschau: Altersarmut: Wenn die Rente nicht reicht
WELT: Jeder Dritte fürchtet Altersarmut – zu Unrecht
Handelsblatt: DGB-Studie: Arbeitnehmer bezweifeln, dass die Rente reicht

Dabei steht nach der Lektüre aller dieser Berichte eigentlich nur fest, dass Rentner im Gegensatz zu dem gerade berichteten Trend ins Ausland in nicht geringer Zahl teilweise noch bis ins hohe Alter noch arbeiten. Ob sie das wollen oder müssen, können nicht einmal Experten genau sagen. Offenbar spielen da viele Umstände eine Rolle. Und wenn man die Kommentare dazu liest, spekuliert man da ganz nach (politischer, sozialer oder gesellschaftlicher) Interessenlage. Dabei heißt es doch gerade derzeit beim Öffentlich-Rechtlichen: Eine Meinung kann man sich nur dann bilden, wenn man die Fakten kennt. Und weil ich nach meinen neuerlichen Surfen im Internet auf keine wirklichen Fakten gestoßen bin, darf ich mir zumindest bei dieser Thematik sagen, dass ich vermutlich nichts versäumt habe.  

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