Dienstag, 26. Februar 2013

Gedankensplitter am 25.02.13


Da habe ich mich doch in den vergangenen Tagen recht intensiv mit dieser Wanderausstellung anlässlich des 50. Jahrestages des Élysée-Vertrages befasst und versucht, die bei der Vernissage gehörten Vorträge in komprimierte Texte zu fassen. Es ist mir nur ungenügend gelungen, wie ich selber zugestehen muss. Und das vor allem deshalb, weil meine eigenen Erinnerungen an die Vorgänge und Ereignisse jener Zeit dabei wieder wach wurden. Und weil sich da eine Menge Vorstellungen einstellten, die so gar nicht in das Bild einer kontinuierlichen Entwicklung zu damaliger Zeit passte, wie sie auf den Infotafeln in dieser Ausstellung aufgezeichnet sind. Und wie sie nach den Vorträgen abgelaufen sind. Man kann und sollte es aber wohl bei dem belassen, was da beschrieben wird. Umso mehr, als die damalige junge Generation kaum Ressentiments zeigte und der Einigung zwischen Deutschland und Frankreich durchaus offen und „empfänglich“ (bei Jugendtreffen) gegenüber stand.

An einen anderen Umstand aber wurde ich bei aller Überlegung noch erinnert: an Ergebnisse bei Wahlen von Politikern zu damaliger Zeit: Wahlergebnisse von 80 und mehr Prozent gab es damals kaum. Konrad Adenauer zum Beispiel wurde 1949 gerade mal mit 54,9 Prozent in den Bundestag gewählt und der Bundestag wählte ihn danach mit einer Stimme Mehrheit zum Bundeskanzler. Und sein Nachfolger Ludwig Erhard wurde mit 68,7% Bundeskanzle. Wahlergebnisse von 90 und mehr Prozenten wurden erst nach der Wende üblich, man orientierte sich an denen der früheren DDR. Soweit zu Adenauer und dem Élysée-Vertrag.

Über solchen Erinnerungen wäre jetzt fast die Parlamentswahl in Italien hinten runter gefallen, die ja für das aktuelle Europa auch von immenser Bedeutung ist. Man mag über das Ergebnis unterschiedlicher Meinung sein, aber eigentlich finde ich es gut, dass der Appell des EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz an die Italiener keine Wirkung zeigte. Nämlich Silvio Berlusconi nicht zu wählen. Man würde sich ja auch in Deutschland dagegen wehren, wenn vor einer Bundestagswahl aus dem Ausland versucht würde, aktiv Einfluss zu nehmen. Andererseits wäre es hier undenkbar, dass ein Mann mit einer persönlichen wie politischen Belastung wie sie Berlusconi aufweist, in den Bundestag gewählt werden könnte. Die Italiener sind nun mal ein Volk mit eigener Mentalität, und das muss man eben zur Kenntnis nehmen. Es bleibt also abzuwarten, was sich weiter auf Parlamentsebene in Italien tut, und wie sich das politisch und wirtschaftlich auf die EU auswirken wird.

Auf den Skandal mit Bio-Eiern einzugehen erspare ich mir, Skandale mit Eiern, etwa solche, die geliefert wurden, obwohl es sie gar nicht gab, kennt man schon aus den sechziger Jahren. Und mit unterschiedlich dubiosen Umständen kam es auch danach gelegentlich zu Eier-Skandalen. Eier sind ja doch recht vielfältig nutzbar. Das Werfen mit (faulen) Eiern auf politische Gegner scheint allerdings aus der Mode gekommen zu sein. Vielleicht gibt es auf Grund entsprechender Kontrollen keine faulen Eier mehr!?

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