Donnerstag, 14. Februar 2013

FHN: Innovative Technologien vorgestellt


Nordhausen (FHPN) Die alle zwei Jahre in Leipzig stattfindende Messe „TerraTec“ fand auch dieses Mal wieder mit reger Beteiligung der Fachhochschule Nordhausen statt.

Schwerpunkte der Messe waren Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen, die im Januar 2013 den nationalen und internationalen Besuchern präsentiert wurden. Gemeinsam mit der parallel stattfindenden Messe „enerTec“ sowie der Biogas-Jahrestagung wurden mehr als 800 Aussteller sowie ca. 11.000 Besucher gezählt.

Das Forschungsteam um Prof. Dr.-Ing. Sylvia Schade-Dannewitz aus dem Studiengang Umwelt- und Recyclingtechnik an der FH Nordhausen trat gemeinsam mit weiteren Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ auf.

Hier bot sich die Gelegenheit, den zum Großteil fachkundigen Besuchern aktuelle Forschungsprojekte vorzustellen und diese zu diskutieren.

Das Team der FH Nordhausen hatte mehrere Projekte im Gepäck. Das Projekt „Leichtstoffrecycling“ z. B. zielt auf eine Verbesserung der Technologie zur Aufbereitung von Leichtverpackungsabfällen ab. Diese aus dem gelben Sack oder der gelben Tonne bekannten, aber schwer aufzubereitenden Abfälle bieten viele Forschungsansätze. Das Projekt wird seit 2011 gemeinsam mit dem Ostthüringer Maschinen- und Anlagenbauer Schulz & Berger Luft- und Verfahrenstechnik GmbH bearbeitet.

Eines der dank Förderung durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie bearbeiteten Module beinhaltet die Abtrennung von Folien aus Leichtverpackungsabfällen. Hierzu kommt eine neue Maschinenentwicklung namens „Unterdrucktrenner“ zum Einsatz. Ein Highlight des Messauftritts war ein voll funktionstüchtiges Modell dieser Maschine, was es den Besuchern des Messestandes leicht machte, das Prinzip dieser Technik zu verstehen.

Ein weiterer vorgestellter Bestandteil des Projektes „Leichtstoffrecycling“ ist der „pneumatische Sacköffner“, der ein berührungsloses Öffnen von gelben Säcken sowie weiteren Arten von Foliensäcken ermöglicht.

In jedem Recyclingprozess spielt auch die Entstaubung von Maschinen und Arbeitsplätzen zur Luftreinhaltung eine wichtige Rolle. Für Filteranlagen sind daher umfassende Kenntnisse der anfallenden Stäube und herrschenden Rahmenbedingungen sowie Versuche notwendig, um die Prozesse, die beim Filtern ablaufen, zielgerichtet zu gestalten. Die Entwicklung eines neuen Entstaubungsaggregates, genannt „Rotationsentstauber“, vervollständigt das Arbeitsprogramm der Fachhochschule Nordhausen im Rahmen des Projektes „Leichtstoffrecycling“.

Darüber hinaus wurde an der Fachhochschule Nordhausen die „Pressbohrmethode“ entwickelt. Sie dient der Verbesserung von Probennahmen aus unterschiedlichsten Materialien. Parallel zur Pressbohrmethode wurde auch die „Pressmethode“ zur Bestimmung wasserlöslicher Verbindungen entwickelt. Die Proben werden dabei ausgepresst und die gewonnene Pressflüssigkeit kann direkt zur Analyse verwendet werden. Beide Methoden verbessern die aktuell marktüblichen Verfahren hinsichtlich Genauigkeit und Zeitaufwand.

All diese vielfältigen Aufgabenstellungen, die sich ideal in das Profil des Studiengangs Umwelt- und Recyclingtechnik eingliedern, geben auch den Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen des Studiums sowie in Form von Abschlussarbeiten praxisorientiert zu arbeiten.
Im Rahmen der Messe wurden zudem zahlreiche Interessierte über das Studienangebot der Fachhochschule Nordhausen informiert und beraten.

Zurückblickend ziehen die Nordhäuser Experten ein positives Messefazit. Viele Gespräche mit Fachleuten und Studieninteressierten förderten den Informationsaustausch, gaben wertvolle Anregungen und trugen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Fachhochschule Nordhausen bei.

Bilder: Die Experten der Fachhochschule Nordhausen erklären den Messebesuchern das Prinzip des „Unterdrucktrenners“

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