Freitag, 4. Februar 2022

 

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Fokus Mittel- und Südosteuropa
DW Newsletter
04.02.2022 | 16:00 UTC
 
aus gegebenem Anlass machen wir in dieser Woche unseren Newsletter mit einem Thema in eigener Sache und mit Bezug zu einem Land auf, das eigentlich nicht zu unserem direkten Zielgebiet gehört: Das Sendeverbot für die Deutsche Welle in Russland und die Schließung unseres Moskauer Korrespondentenbüros. Denn die Ereignisse haben weitreichende Implikationen, die auch Mittel- und Südosteuropa betreffen.

Die vielen Reaktionen aus Medien und Politik sehen diesen Schlag gegen die Pressefreiheit in Russland zu Recht im Kontext der wachsenden internationalen Spannungen rundum die Ukraine und zeigen, dass Russland aus Angst, die Meinungshoheit im Land zu verlieren, immer härter durchgreift. Keine guten Aussichten für unabhängigen Journalismus, zumal der Propagandakrieg auch in unseren Zielgebieten an Schärfe gewinnt und auch in Mittel- und Südosteuropa viele Regierungen die Meinungsfreiheit immer stärker behindern.

Vor diesem Hintergrund ist der Schulterschluss eines Viktor Orban mit dem russischen Präsidenten Putin mehr als irritierend. Die Reise des ungarischen Premiers nach Moskau findet auch bei der eigenen Bevölkerung ein ambivalentes Echo, wie unser Korrespondent berichtet. Die im April anstehenden Wahlen in Ungarn werfen ihre Schatten voraus.

Auch in Warschau bleiben die Entwicklungen rundum die Ukraine nicht ohne Auswirkungen. Polen fühlt sich mittelbar bedroht und setzt stark auf NATO- und EU-Solidarität. Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Ankündigung von Staatspräsident Duda, die umstrittene Disziplinarkammer wieder abzuschaffen, ein klug kalkulierter Schachzug. Könnte Polen doch so einerseits Entgegenkommen bezüglich der europäischen Werte zum Thema Rechtsstaatlichkeit demonstrieren und gleichzeitig weitere horrende Strafzahlungen vermeiden? Unsere Korrespondentin aus Warschau ordnet die jüngsten Winkelzüge ein.

Das politische Klima in Polen ist seit langem vergiftet, die Gesellschaft polarisiert, was kritische Journalistinnen direkt zu spüren bekommen. Und die Beschimpfungen in den Sozialen Medien werden immer schlimmer. Bashing und Drohungen betreffen jetzt sogar die Kinder und Angehörigen der Journalistinnen, was wir zum Anlass für einen Hintergrund zu dem Thema genommen haben.

Aus dem Angebot dieser Woche empfehle ich Ihnen zudem weitere exklusive Reportagen und Videos unserer Korrespondenten in Südosteuropa: Wir zeigen am Beispiel eines jungen Flüchtlings aus Pakistan den schwierigen Weg, als Asylbewerber in Griechenland anerkannt zu werden.

Wir besuchen das neue - architektonisch spektakuläre - Haus der Musik in Budapest und erläutern die Kontroverse um seine Entstehung.

Lassen Sie sich vom "Social gardening" in Montenegro und vom "Baumflüsterer" in Zagreb inspirieren und - last but not least - von den beiden Schauspielerinnen Simonida und Sandra Selimovic bezaubern, die wir in unserer Reihe "Glaso" portraitieren!

Wir freuen uns, wenn Ihnen diese Auswahl aus der DW-Berichterstattung zu Mittel- und Südosteuropa zusagt und danken Ihnen für Ihr Feedback!

Adelheid Feilcke 

Director of
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Pressefreiheit
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Das Büro der Deutschen Welle in Moskau ist geschlossen
Der deutsche Auslandssender fügt sich damit dem von der russischen Regierung erteilten Sendeverbot. Der Entzug der Akkreditierungen der betroffenen DW-Mitarbeiter wird noch an diesem Freitag folgen.
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Der Entzug von Akkreditierungen und ein angekündigtes Sendeverbot für den Auslandssender Deutsche Welle in Russland sorgen weiter für Widerspruch und Empörung.
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Ungarn
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Orban und Putin: Wie russisch sind die Ungarn?
Mitten in der größten sicherheitspolitischen Krise Europas seit Ende des Kalten Krieges trifft sich Ungarns Premier Viktor Orban mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Wie kommt das in Ungarn an?
 
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Einlenken oder Taktik?
Im festgefahrenen Streit um Rechtsstaatlichkeit mit der Europäischen Union scheint Polen nachzugeben und versöhnliche Töne anzuschlagen. Doch Rechtsexperten gehen mit Präsident Dudas neuen Vorschlägen hart ins Gericht.
 
Montenegro
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Ende eines historischen Reformexperiments?
Im Sommer 2020 endete in Montenegro eine autokratische Langzeitherrschaft. Doch nun stürzt die erste Reformregierung des Landes. Der Wandel ist mühseliger als gedacht.
 
Griechenland
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Abschreckung statt Asyl
Regelmäßig mahnt die EU die griechische Regierung, mehr Möglichkeiten zur Integration von Migranten zu schaffen. Doch Athen macht es Flüchtlingen immer schwerer. Hilfsorganisationen dagegen helfen bei Eingliederung.    
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Der gewaltsame Tod des LGBTQ-Aktivisten Zak Kostopoulos zeigte, dass Homophobie auch in Griechenland ein Thema ist. Der Opernfilm "ORFEAS2021" steht für einen politischen Kampf.
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Mit zehn Ideen für Griechenlands Hauptstadt geht unsere Reihe zu den schönsten Metropolen Europas weiter. Ob Akropolis, "griechische Riviera" oder Souvlaki - hier sind unsere Highlights und Insider-Tipps für Sie.
 
Migration
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Wie die "Gastarbeiter" (West-) Deutschland zum Einwanderungsland machten
Ohne Arbeitsmigranten ist das Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik nicht vorstellbar. Anerkennung bekamen die "Gastarbeiter" dafür kaum. Jetzt erzählt eine Ausstellung des Goethe-Instituts Mannheim ihre Geschichten.
 
Türkei
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Der Fall Kavala: Europarat will Türkei sanktionieren
Der Europarat treibt das Vertragsverletzungsverfahren gegen die Türkei wegen der unrechtmäßigen Inhaftierung Osman Kavalas voran und schaltet seinen Gerichtshof ein. Damit werden Strafmaßnahmen immer wahrscheinlicher.
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Video
Hohe Preise machen Menschen zu schaffen
Der türkische Präsident Erdogan will die rasant steigende Inflation mit Zinssenkungen in den Griff bekommen. Diese Politik löste eine Währungskrise aus. Viele Türken leiden darunter.
 
Umwelt
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Zagreb: Der Mann mit den Bäumen
Er ist der Mann, der Bäume pflanzt: Vladimir Dimić möchte Zagreb grüner machen. In fast vier Jahrzehnten hat er es auf über tausend Bäume gebracht. Lange hielt er seine Aktion geheim.
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Budapest: Ein Konzerthaus, das polarisiert
Das neue Haus der Ungarischen Musik in Budapest war bereits vor seiner feierlichen Eröffnung heftig umstritten. Das Problem ist weder die spektakuläre Architektur noch das Konzertprogramm, sondern der Standort. Es ist kein Ort der Entspannung, sondern ein Ort des Konsums, sagen Kritiker.
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Land for free to grow your own fruit and vegetables? It's possible in Montenegro. The western Balkan state's constitution stipulates ecological governance, yet local initiatives are the ones taking the lead.
 
Roma und Sinti in Europa
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Simonida. Sandra. Rampenlicht
Der Theater-Verein "Romano Svato" wurde vor zehn Jahren von Simonida und Sandra Selimovic gegründet. Seitdem sind die Schwestern zu Ikonen der Theaterwelt aufgestiegen.
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www.dw.com/de/themen/fokus-südosteuropa/s-13128

Adelheid Feilcke
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T. +49 228 429 - 4101

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