Montag, 11. Juli 2022

 

Pressemitteilung
Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz am 11. Juli 2022 bei Gedenken in Srebrenica

Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz nimmt am Montag an der Gedenkveranstaltung zum 27. Jahrestag des Völkermordes von Srebrenica teil, um den Opfern und ihren Angehörigen ihre Ehre zu erweisen. 

In ihrer Rede bei der Veranstaltung betont sie: „Den Ermordeten ein Gedächtnis schenken – das schulden wir allen Opfern von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Deshalb müssen wir an Srebrenica erinnern.“

Vom 11. bis zum 19. Juli 1995 wurden während des Bosnienkrieges rund um die Stadt mehr als 8000 Bosniaken, fast ausschließlich Jungen und Männer, von der Armee der bosnischen Serbenrepublik, der Polizei und serbischen Paramilitärs brutal ermordet und anschließend in Massengräbern verscharrt. 

Aydan Özoğuz weiter: „Auch heute noch sind Stigmatisierung und Ausgrenzung bis hin zu Vertreibung und Ermordung von Menschen aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Herkunft an vielen Orten der Welt gang und gäbe. Srebrenica mahnt uns, dass die Weltgemeinschaft solchen Taten niemals tatenlos zuschauen darf“.

Ihren Besuch in Bosnien und Herzegowina wird die Bundestagsvizepräsidentin zudem nutzen, um sich einen persönlichen Eindruck von der wertvollen Arbeit der Zivilgesellschaft in dem Land zu verschaffen. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei Initiativen, die sich für Kriegsopfer einsetzen und dabei helfen, damals gerissene Wunden zu schließen. Zudem wird sie sich bei Begegnungen mit dem Präsidium des Abgeordnetenhauses von Bosnien und Herzegowina und hochrangigen Vertretern der Religionsgemeinschaft über das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen informieren. 

Hierzu meint Aydan Özoğuz: „Derzeit erleben wir leider nicht nur Stillstand, sondern Rückschritte in dieser Region. Für ein sicheres, friedliches und erfolgreiches Zusammenleben ist es unerlässlich, nicht in Nationalismen oder Religionen zu denken, sondern gemeinsam als Bürgerinnen und Bürger Bosnien-Herzegowina zu leben. Ein geeintes, demokratisches und  rechtsstaatliches Bosnien-Herzegowina wird einen Platz in der EU haben und mit seiner Einheit in Vielfalt eine starke Stimme in Europa sein, von dem das restliche Europa viel lernen kann. Gerade vor dem Hintergrund all der Gräuel und Verbrechen. Dazu braucht es aber ein einiges, gemeinsames Bosnien-Herzegowina.“


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