Stadtrat der Stadt Nordhausen beschließt Haushalt 2021
|
Nordhausen (psv) In der heutigen 11. Sitzung des
Stadtrates der Stadt Nordhausen wurde der Haushalt der Stadt Nordhausen
für das Jahr 2021 beschlossen. Der Haushalt umfasst ein Gesamtvolumen
von 85,64 Mio. Euro im Ergebnishaushalt sowie
knapp 29 Mio. Euro für Investitionen.

Seit Mai 2020 arbeitet die Stadtverwaltung
Nordhausen an einem ausgeglichenen Haushaltsentwurf 2021, der auch die
Darstellung der Leistungsfähigkeit der Stadt in der Mittelfristplanung
bis 2024 umfasst. Die Rahmenbedingungen sind durch
die weiterhin omnipräsente Corona-Pandemie und deren wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie die steigende Kreisumlage aber
auch der Auswirkungen des Thüringer Finanzausgleichsgesetzes mit
sinkenden Schlüsselzuweisungen des Freistaates,
für die kommenden Jahre wirklich nicht einfach“, so der
Oberbürgermeister Nordhausens, Kai Buchmann. „Gemeinsam mit dem Stadtrat
haben wir aber einen ehrlichen, umsetzbaren und genehmigungsfähigen
Haushalt aufgestellt, der den Spagat zwischen Vorsicht und
Gestaltung schafft und insbesondere die dauernde Leistungsfähigkeit der
Stadt nicht gefährdet. Die Notwendigkeit eines Rückfalls in die
Haushaltskonsolidierung ist darin nicht erkennbar und aus Stadtsicht
maximal unerwünscht und dringend zu vermeiden“, fügt
Buchmann an.
Insgesamt sind Investitionsauszahlungen in Höhe von
28,73 Mio. Euro für das Haushaltsjahr 2021 geplant, mit einer
Förderquote von insgesamt 72 % bzw. einem Anteil an Eigenmitteln in Höhe
von 28 %, das heißt 7,9 Mio. Euro. „In dieser schwierigen
Situation ist im Jahr 2021 die Höhe der Investitionsauszahlungen so
hoch wie noch nie“, so der Oberbürgermeister. „Für Feuerwehr und Theater
beträgt die Höhe der Auszahlungen planmäßig 11,72 Mio. Euro. Damit
verbleiben für sämtliche sonstige Investitionsmaßnahmen
17 Mio. Euro! Selbst Betrag ist, das Jahr 2020 ausgenommen, wesentlich
höher als in den Haushaltsvorjahren“, zeigt sich Buchmann überzeugt.
Die meisten Investitionsauszahlungen fließen in die Stadtplanung/-entwicklung (7,66 Mio. Euro, davon 6,3 Mio. Euro allein für die Sanierung des Humboldt-Gymnasiums) und in die
Infrastruktur (5,58 Mio. Euro -> z. B. den grundhaften Ausbau
der Kasseler Landstraße mit 753.000 Euro, Erschließung Nordhausen-Nord
mit 568.207 Euro, Investitionen in Brücken mit 565.000 Euro,
Aufwendungen für Radwege 445.000 Euro, Ausgaben für Gehwege
und Beleuchtung 626.400 Euro, Sanierung von Bushaltestellen 440.000
Euro.
Eckdaten zum Haushalt der Stadt Nordhausen für das Jahr 2021
Der Haushalt 2021 weist im Ergebnishaushalt einen
Jahresfehlbetrag in Höhe von rd. 4,4 Mio. Euro aus, denn unseren
Erträgen von 81 Mio. Euro stehen Aufwendungen von 85,4 Mio. Euro
gegenüber. Auch in den Finanzplanungsjahren 2022 und 2023
muss, wenn auch nicht in dieser Höhe, mit Defiziten geplant werden.
Erfreulicherweise kann im mittelfristigen Finanzplanungsjahr 2024 wieder
ein Überschuss von 1 Mio. Euro erreicht werden. Die geplanten Defizite
können durch die positiven Vorträge aus den
Haushaltsjahren 2018 und 2019 ausgeglichen werden, sodass der
Haushaltsausgleich nicht gefährdet ist.
Die geplanten Einnahmen aus Steuern sinken
insgesamt um 1,3 Mio. Euro, die Aufwendungen für die Zahlung der
Kreisumlage steigt um 831.000 Euro – diese Positionen allein bedeuten
2,125 Mio. Euro weniger für den städtischen Haushalt, die
an anderen Stellen kompensiert werden mussten. Aus diesem Grund
orientieren sich die Planansätze im Ergebnishaushalt weitestgehend an
den Rechnungsergebnissen des Haushaltsjahres 2019.
Der Finanzhaushalt, in dem die reinen Ein- und
Auszahlungen betrachtet werden, weist im „Saldo der ordentlichen Ein-
und Auszahlungen“ einen Einzahlungsüberschuss von rd. 5 Mio. Euro aus.
Dieser reicht aus, um alle ordentlichen Tilgungen
von Investitionskrediten in Höhe von 3,43 Mio. Euro zu finanzieren. So
verbleibt ein Saldo in Höhe von 1,55 Mio. Euro, der als Eigenmittel für
Investitionsauszahlungen zur Verfügung steht. Der Ausgleich im
Finanzhaushalt ist im gesamten Finanzplanungszeitraum
2021 – 2024 gegeben. Kreditaufnahmen sind in Höhe von 6.357.802 Euro
geplant, davon 5.910.100 € für den Neubau der Feuerwache.
Verpflichtungsermächtigungen werden mit insgesamt
17.677.219 Euro, vorwiegend für die Sanierung des Theaters,
veranschlagt. Diese sichern einen reibungslosen Fortgang der Bauarbeiten
und der damit verbundenen Ausschreibungen und Vergaben.
Die Kreditaufnahmen und die
Verpflichtungsermächtigungen sind genehmigungspflichtige Bestandteile
der Haushaltssatzung, ebenso wie der Investitionskredit in Höhe von 3,5
Mio. Euro, den der Stadtentwässerungsbetrieb im Jahr 2021 aufnehmen
möchte.
Genehmigungsfrei ist hingegen der Höchstbetrag der
Kassenkredite, der für die Stadt Nordhausen auf 11 Mio. Euro festgesetzt
wird. Dieser ist geringer als 1/6 des Haushaltsvolumens des
Ergebnishaushalts. Im Jahr 2020 musste der Kassenkredit
bisher an keinem Tag in Anspruch genommen werden. Die Höhe der
Steuersätze für Gemeindesteuern bleibt unverändert gegenüber den
Vorjahren bestehen (Grundsteuer A: 330 v. H., Grundsteuer B: 460 v. H.,
Gewerbesteuer: 440 v. H.) Der Stellenplan der Stadtverwaltung
Nordhausen weist 408 Stellen aus.
Foto:
|
11. Stadtratssitzung am 25. November 2020
|
©Stadtverwaltung Nordhausen |