Montag, 29. Juni 2015

Bildung gemeinsam gestalten

Nordhausen (pln 120/15). Der Landkreis Nordhausen ist der einzige Landkreis in Thüringen, der sich in der ersten Runde für das neue Programm "Bildung integriert" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beworben hat. "Wir sind zuversichtlich, dass wir eine positive Entscheidung zu unserer Bewerbung aus Berlin bekommen, bislang war die Resonanz gut", so Stefan Nüßle. Der Sozial- und Bildungsdezernent des Landkreises diskutierte jetzt bei der Bundeskonferenz Bildungsmanagement 2015 in einem Podium die Thematik einer attraktiven Bildungslandschaft als Standortfaktor. "Es ist für die zukünftige Entwicklung des Landkreises Nordhausen wichtig, dass wir unsere breit gefächerte Bildungslandschaft erhalten. Denn Bildung ist für viele ein relevantes Kriterium, wenn sie sich entscheiden, wo sie leben und arbeiten wollen", so Stefan Nüßle. "Durch das Programm 'Bildung integriert' bekämen wir die Möglichkeit, unsere Bildungsangebote zu analysieren, um dann auf Grundlade konkreter Daten weitere Verbesserungspotentiale zu erschließen."

Ansatz des neuen Bundesprogramms "Bildung integriert" ist, dass Bildung ein Schlüssel für die Standortsicherung und -attraktivität ist und viele soziale Probleme auf ungelöste Bildungsfragen und ungleiche Bildungschancen zurückzuführen sind. Ziel ist es, ein kommunales Bildungsmanagement als zentrales Steuerungselement aufzubauen. So sollen die unterschiedlichen Bildungsangebote besser aufeinander abgestimmt werden, um die Zielgruppen - von Kindern, über Jugendliche bis Erwachsene bis ins Alter - zu erreichen. Einbezogen werden dabei nicht nur die Bildungsanbieter selbst, sondern beispielsweise auch Behörden wie das Jugendamt, die Wirtschaft oder Träger der Jugend- und Seniorenarbeit.


Das Programm "Bildung integriert" baut auf der Vorgängerinitiative "Lernen vor Ort" auf, bei der Bund 40 Kommunen gefördert hat. Die Ergebnisse daraus sollen nun neun Agenturen in der bundesweiten "Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement" verbreiten. Den Landkreis Nordhausen betreut die Transferagentur für Mitteldeutschland TransMit aus Leipzig. Die Agentur begleitet Kommunen beim Aufbau eines Bildungsmanagements mit dem Ziel, die jeweilige Bildungslandschaft gemeinsam mit den maßgeblichen Akteuren zu koordinieren. In einer Analyse der Bildungslandschaft wird die Datenbasis zusammengetragen, um anschließend durch verbindliche Kooperationen der Bildungsanbieter die vorhandenen Finanzierungsmittel effizient zu nutzen und die Bildungslandschaft entsprechend der jeweiligen Anforderungen vor Ort weiterzuentwickeln. So sollen die Bildungsangebote transparenter dargestellt und die Beratung verbessert werden, um den Zugang zu Bildung zu erleichtern, ungleichen Bildungschancen entgegenzuwirken, lebenslanges Lernen zu fördern und Fachkräfte zu sichern.     

Sonntag, 28. Juni 2015

Zum Vertrauensverlust der Deutschen in ihre Medien

In einer aktuellen Studie im Auftrag der Zeitung „Die Zeit“ kommen die Medien mit ihrer Berichterstattung denkbar schlecht weg. Danach nämlich ist die Beziehung zwischen Lesern und Journalisten angespannt, wenn nicht sogar schon zerrüttet. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es nicht gut um das Verhältnis zwischen Medien-Konsumenten und -Machern bestellt ist. Nur vier von zehn Deutschen haben "sehr großes" oder "großes" Vertrauen vor allem in die Politik-Berichterstattung, so das Ergebnis des Meinungsforschungsinstitut infratest dimap. Tendenz weiter sinkend.

Das Ergebnis ist enttäuschend. Allein schon deshalb, weil doch vor einigen Jahren in dem Buch „Wozu noch Journalismus?“ (sueddeutsche.de) eine ganze Anzahl renommierter JournalistInnen beteuerten, der Qualitätsjournalismus würde durch alle modernen Einflüsse, wie etwa Internet und Bloggerei, keine Einbuße erleiden. Prof. Heribert Prantl (Süddeutsche) schreibt u.a. in der Einführung zu dazu (Auszug): „Mit dem Journalismus ist es so ähnlich wie mit anderen Berufen auch. Es gibt in Deutschland 20 000 Richter; aber es gibt viel, viel mehr Leute, die sich auch täglich ihr Urteil bilden... Es gibt zigtausend examinierte Pädagogen und Erzieher in Deutschland. Aber es gibt viel, viel mehr Leute, Mütter und Väter, die Kinder erziehen, ohne dass sie das studiert haben. Die Leute, die sich ihr Urteil bilden, ohne dass sie Jura studiert haben, machen die Richter nicht überflüssig...Und Leute, die ihre Kinder erziehen, machen Pädagogen nicht überflüssig. So ist es mit dem Journalismus auch. Es gibt in Deutschland zigtausend professionelle Journalisten. Aber es gibt noch viele, viele andere Leute, die auch ganz gut lesen und schreiben können, aber nicht recherchieren, reportieren, kommentieren und pointieren gelernt haben. Wenn es darum geht, vertraut man den Profis.“(Ende des Auszugs).


Und statt dieses Kompetenzanspruchs nun dieser Vertrauensverlust. Das eingeschränkte Vertrauen gegenüber der Medienberichterstattung insgesamt findet sich bei den vier für die Befragung ausgewählten konkreten Themen aus jüngster Zeit wieder: Den bisherigen Berichten zur „Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer“ haben nur 48 Prozent der Befragten vertraut, den Berichten zu den „Protesten des islam-kritischen Bündnisses PEGIDA in Dresden“ nur 40 Prozent. Noch kritischer werden die Medienbeiträge zur „Schuldenkrise in Griechenland“ (35 Prozent Vertrauen) und zum „Ukraine-Konflikt zwischen Russland und westlichen Ländern“ (30 Prozent) eingeschätzt. Unter den Medienskeptikern besteht laut Zeit-Studie der Vorwurf, dass die Medien vor allem bewusst Fehlinformationen verbreiten und manipulieren würden (27 Prozent), 20 Prozent finden die Berichterstattung einseitig und 15 Prozent erkennen handwerkliche Fehlleistungen wie schlechte Recherche. Auch gibt es Zweifel, was die Unabhängigkeit der Medien angeht, so die Studie. Besorgt seien hier rund zehn Prozent.

Und dazu passt – meine ich – dass Millionen Deutsche Fernsehmoderatoren täglich bei der Arbeit zuschauen . Doch Respekt vor dem Job der TV-Unterhalter haben die Zuschauer offenbar keinen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Allensbach-Studie über das Ansehen der einzelnen Berufsgruppen. Während Ärzte einen Top-Wert von 76 Prozent erreichen, belegen die Fernsehmoderatoren (drei Prozent) zusammen mit Bankern den letzten Platz im Ranking. Die Journalisten bewegen sich im unterem Mittelfeld. Auch dort mit weiter abnehmender Tendenz.

Samstag, 27. Juni 2015

. . . und immer wieder Griechenland

Da hatte ich mir doch erst am Donnerstag wieder einmal vorgenommen, über Themen zu schreiben, die mir in den Medien angeboten werden und mir durch den Kopf gehen. Auch wenn es nur kurz gefasste Überlegungen sind. Und schon stolpere ich über ein Problemthema, das seit vielen Monaten täglich durch die Medien geht: Griechenland. Ich könnte es kurz fassen: Die „Welt“ meldete am Freitag u.a.: „Merkel erklärt Samstag zum Tag der Entscheidung“ (Auszug): „Nach erneuten Verhandlungen bis in die Nacht tritt die Kanzlerin in Brüssel vor die Presse. Sie macht klar, dass Samstag der Tag der Entscheidung im Schuldenstreit sein soll. Ein indirektes Ultimatum.“ (Ende des Auszugs). Kurz darauf lese ich in der „Süddeutschen“ (Auszug): „Die Kreditgeber hatten eine Verlängerung des derzeit laufenden Hilfsprogramms bis November ins Spiel gebracht. Doch Athen lehnte das Angebot am Freitagabend ab.“ (Ende des Auszugs). In dieser oder ähnlicher Weise geht das nun seit vielen Monaten.
Ich will das hier nicht weiter erörtern, mir fällt nur unwillkürlich der G7-Gipfel zu Beginn des Monats auf Schloss Elmau ein. Im Ergebnis berichtete die „Deutsche Welle“ (Auszug): „Die Probleme der Welt auf 21 Seiten: So lang ist die Abschlusserklärung des Treffens der sieben großen westlichen Industrienationen. Die Themenpalette reicht von der Lage der Weltwirtschaft über die Entwicklungszusammenarbeit und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus; von der Ukraine-Krise bis hin zum Klimawandel. Hier konnte die Gastgeberin Angela Merkel ihren Gästen ein klares Bekenntnis zum sogenannten Zwei-Grad-Ziel abringen.“ (Ende des Auszugs). 26 Stunden reichten nach diesem Bericht, um beinahe alle Probleme dieser Welt zu erörtern und zu einer Abschlusserklärung zu kommen.

Ich stelle diesen weltweit bedeutungsvollen Vorgang das EU-Problem Griechenland gegenüber, bei dem es seit vielen Monaten keine Einigung gibt. Und sich trotz des „indirekten Ultimatums“ der Bundeskanzlerin keine Lösung abzeichnet. Im Verhältnis zu dem G7-Treffen mutet mich das Griechenland-“Gezerre“ geradezu grotesk an. Ich glaube zwar, die Problematik nach den Medienberichten zu kennen, aber ebenso glaube ich danach, dass Griechenland am längeren Hebel sitzt und die EU samt IWF nur weiter verlieren kann, wenn sie dieses Gezerre nicht endlich beendet. 

Die Löhne in Deutschland steigen weiter – aber auch die Ungleichheit wächst

Hohe Beschäftigung und stabiles Wachstum: Deutschland geht es wirtschaftlich gut. Dazu beigetragen hat auch die Lohnzurückhaltung im vergangenen Jahrzehnt. Nun findet eine Trendumkehr statt: Die Löhne steigen. Doch die ungleiche Verteilung der Lohnzuwächse erhöht die soziale Ungleichheit. Gesucht sind neue Konzepte für inklusives Wachstum.

Gütersloh, 25. Juni 2015. Die Lohneinkommen der Beschäftigten in Deutschland werden bis 2020 steigen. Allerdings wird gleichzeitig die Lohnungleichheit zunehmen. Geringverdiener, Sozialberufe, Dienstleister und Haushalte mit Kindern profitieren unterdurchschnittlich. An dieser Entwicklung ändert auch das aktuelle staatliche Umverteilungssystem nichts. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Prognos AG.

Steigende Löhne treiben das durchschnittliche verfügbare Jahreseinkommen für einen Beschäftigten im Jahr 2020 gegenüber 2012 inflationsbereinigt um 2.200 Euro nach oben. Zu dieser Prognose kommen die Wirtschaftswissenschaftler in einer aufwändigen Simulationsberechnung künftiger Arbeitseinkommen auf der Grundlage von Vorausschätzungen zu Wirtschafts-, Produktivitäts- und Lohnentwicklungen in Deutschland und einer Analyse der aktuellen Ausgangslage. So wird sich das jährlich verfügbare Einkommen der Beschäftigten, deren Verdienst im oberen Fünftel liegt, im Durchschnitt um real 5.300 Euro erhöhen. Die unteren 20 Prozent können nur mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 750 Euro rechnen. 2012 lag das durchschnittliche Einkommen nach Steuern und Transfers im oberen Fünftel bei 54.700 Euro, im unteren Fünftel bei 7.200 Euro. Die steigenden Löhne führen der Studie nach bis 2020 zu einem Anstieg bei den Top-20-Prozent auf 60.000 Euro beziehungsweise der unteren 20 Prozent auf 7.950 Euro.

Demographie und Fachkräftebedarf treiben die Löhne

Ganz neu ist das Ende der Lohnzurückhaltung nicht, denn schon seit 2010 werden Wachstumsgewinne wieder stärker an die Arbeitnehmer weitergegeben. Die Studie geht davon aus, dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhalten wird. Ursachen sind der demographische Wandel und der Fachkräftemangel, die höhere Lohnabschlüsse begünstigen. Dies treibt die Löhne allerdings nicht in allen Wirtschaftszweigen gleichermaßen, denn entscheidend für die konkrete Lohnentwicklung sind die jeweiligen Produktivitätszuwächse. Und die fallen von Branche zu Branche unterschiedlich aus.

Deshalb weichen auch die zu erwartenden Lohnzuwächse in den einzelnen Branchen zum Teil erheblich voneinander ab. So wird das durchschnittliche verfügbare Jahreseinkommen pro Beschäftigtem im Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 2020 lediglich 1.050 Euro höher sein als 2012. Die Beschäftigten in der chemischen und pharmazeutischen Industrie hingegen können in diesem Zeitraum von einem Anstieg um 6.200 Euro ausgehen.

Trend benachteiligt Familien mit Kindern

Überdurchschnittlich steigen werden die verfügbaren Haushaltseinkommen in kinderlosen Haushalten: Ein-Personen-Haushalte werden im Schnitt 2.000 Euro im Jahr mehr zur Verfügung haben als noch 2012, Paare ohne Kinder sogar 2.100 Euro. Paare mit Kindern können dagegen nur einen Zuwachs von 1.650 Euro im verfügbaren Haushaltseinkommen erwarten, Alleinerziehende von lediglich 1.300 Euro. Eine der Ursachen ist, dass Alleinerziehende häufig im Einzelhandel und Gesundheits- beziehungsweise Sozialwesen beschäftigt sind – Branchen mit langsamer wachsenden Löhnen. Bei den fünf Branchen mit den höchsten Produktivitätszuwächsen handelt es sich ausschließlich um Sektoren aus dem verarbeitenden Gewerbe. Die Branchen mit den geringsten prozentualen Produktivitätsanstiegen sind überwiegend im Dienstleistungssektor angesiedelt.

Die Bertelsmann Stiftung sieht in ihrer aktuellen Analyse frühere Studien bestätigt, nach denen sich der Trend zu wachsender Lohnungleichheit in Deutschland auch während der kommenden Jahre fortsetzen wird. Wie der Blick auf die verfügbaren Jahreseinkommen zeigt, wird diese Entwicklung auch durch das aktuelle System staatlicher Umverteilung in Deutschland nicht aufgehalten. Benachteiligt sind Geringverdiener, Sozial- und Dienstleistungsberufe und Haushalte mit Kindern.

"Diese Entwicklung ist bedenklich, denn wachsende Ungleichheit beeinträchtigt die Zukunftschancen sowohl der Menschen als auch unserer Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes", sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Die große Herausforderung der kommenden Jahre für Politik, Sozialpartner und die gesamte Gesellschaft sei es deshalb, Wege für ein inklusives Wachstum zu finden und die steigende Ungleichheit zu bremsen oder sogar zu verringern. "Deutschland braucht Wachstum und muss international wettbewerbsfähig sein. Aber gleichzeitig dürfen nicht ganze Einkommensgruppen immer weiter abgehängt werden", sagt De Geus.

Zusatzinformationen

Die vorliegende Studie verbindet das makroökonomische Modell VIEW der Prognos AG mit einem mikroökonomischen Modell des deutschen Steuer- und Transfersystems der Prognos AG sowie Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des Statistischen Bundesamtes. Auf dieser Basis wird die wahrscheinliche Lohneinkommensentwicklung in Deutschland für Branchen bis 2020 berechnet und daraus bei Konstanz aller anderen Einkommensarten das verfügbare Einkommen unterschiedlicher Haushaltstypen und Einkommensgruppen abgeleitet. Zusätzlich wurden Varianten berechnet, in denen die Lohnentwicklung gegenüber dieser Basisberechnung nach oben oder unten abweicht. Auch für diese beiden Szenarien kommen die Wirtschaftswissenschaftler zu ähnlichen Schlüssen: Die Ungleichheit wird sich verstärken, und dieselben Branchen, Haushaltstypen und Einkommensgruppen sind benachteiligt.

Maria Droop Pressestelle, Bertelsmann Stiftung

Mitteilung des idw – wissenschaftlichen Dienstes am 25.06.2015

Freitag, 26. Juni 2015

Erneut große Nachfrage nach dem Meister-BAföG

Statistisches Bundesamtes legt neue Zahlen vor / Wanka: "Wir werden das Meister-BAföG durch die geplante Novelle stärken"
Im vergangenen Jahr erhielten rund 172.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Fortbildungen Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Dies geht aus Zahlen zum so genannten "Meister-BAföG" hervor, die das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Gegenüber 2013 stieg die Zahl der Geförderten um 0,2 Prozent. Das hohe Niveau des Vorjahres wurde damit zum siebten Mal in Folge übertroffen.
"Um diesen Aufwärtstrend zu sichern , werde ich bei der geplanten AFBG-Novelle mit einem Bündel von Leistungsverbesserungen, modernisierten Strukturen und einer Erweiterung des Kreises der Geförderten einen klaren Impuls setzen, um das Meister-BAföG zu stärken. Unsere Gesellschaft braucht dringend Industriemeister, Handwerksmeister und Fachwirte sowie Fach- und Führungskräfte in den Sozial- und Pflegeberufen", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.
Handlungsbedarf sieht Wanka bei dem unveränderten Frauenanteil an den Geförderten. Dieser liegt bei unter einem Drittel und ist 2014 gegenüber 2013 leicht um 0,7 Prozent zurückgegangen. "Daher werde ich bei der Novelle ein besonderes Augenmerk auf die Vereinbarkeit von Familie und Aufstiegsfortbildung legen. Hierzu gehört für mich zum Beispiel, dass Menschen, die Teilzeitfortbildungen machen, sich ihren Unterricht flexibler einteilen können. Darüber hinaus setzte ich eine klare Priorität für  bessere Leistungen bei familien- und kinderbezogenen Förderelementen. Aber auch die Wirtschaft ist gefordert, Arbeitsumfelder und Karriereperspektiven konsequent familienfreundlich auszugestalten", sagte Wanka.
Laut Bundesstatistik haben sich 2014 56 Prozent der Geförderten in Teilzeit und 44 Prozent in Vollzeit fortgebildet. Das Fördervolumen ist im gleichen Zeitraum um rund 2 Prozent auf 587 Millionen Euro gestiegen.

Das "Meister-BAföG" unterstützt seit 1996 die Erweiterung und den Ausbau beruflicher Qualifizierung, stärkt die Fortbildungsmotivation des Fachkräftenachwuchses und bietet für potentielle Existenzgründer einen Anreiz, nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Mitteilung des BMBF am 26.06.2015

FH: Weichen gestellt

Nordhausen (FHPN) Untersuchungen zur effektiven Sammlung von Elektrokleingeräten – Die Weichen sind gestellt!

Am 23. Juni trafen sich Hochschulvertreter aus Magdeburg und Nordhausen mit Partnern verschiedener Nordhäuser Institutionen. Ziel dieses Projekttreffens war die Weichenstellung für Untersuchungen im Landkreis Nordhausen zur verbesserten Erfassung von Elektrokleingeräten. Diese Abfälle enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe wie z. B. Seltene Erden, die in Zukunft speziell für die
Hightech-Industrie von entscheidender Bedeutung sind. Da viele dieser Wertstoffe aktuell verloren gehen, muss in Zukunft deutlich besser recycelt werden.
Neben rein technischen Herausforderungen spielen psychologische Aspekte für das Recycling eine wichtige Rolle. Allen voran steht die Frage, wie es Bürgern leicht gemacht werden kann, ihre alten Elektrogeräte richtig zu „entsorgen“. Aus diesem Grund kooperiert die Hochschule Nordhausen im Rahmen des Forschungsprojektes „Recycling 2.0 – Die Wertstoffwende - Forum“ mit Umweltpsychologen um Prof. Dr. Florian Kaiser des Institutes für Psychologie IPSY der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Zur Realisierung der anstehenden Untersuchungen im Landkreis Nordhausen konnten am Standort vorhandenes Know-how sowie eine bereits bestehende Infrastruktur genutzt werden. So konnte man bei der Auswahl der Testgebiete auf die Expertise der Stadtplanerin Beate Meißner von der Stadtverwaltung Nordhausen zugreifen. Die Sammlung der Elektroaltgeräte unterstützt Thomas Mund von den Südharzwerken Nordhausen. Karsten Sochurek von den Nordthüringer Werkstätten, die sich mit dem Recycling von Elektroaltgeräten beschäftigen, fungierte als weiterer Berater für das Nordhäuser Team um Prof. Dr.-Ing. Sylvia Schade-Dannewitz aus dem Studiengang Umwelt- und Recyclingtechnik.
Nach Vorstellung des nach einheitlicher Meinung sehr guten Arbeitsstandes waren für das Projekttreffen alle Voraussetzungen erfüllt, wichtige Entscheidungen für die noch in diesem Herbst beginnenden Untersuchungen zu treffen. Somit standen bereits nach verhältnismäßig kurzer Diskussion die Testgebiete sowie der Zeitplan fest; die nächsten Schritte wurden geplant. Details dazu können an dieser Stelle nicht genannt werden, da dies die Ziele der Untersuchungen beeinflussen könnte.


Bilder:
1: Festlegung der Auswahlgebiete
2: Diskussionsrunde des Projekttreffens


(Fotos: Hochschule Nordhausen)

Kooperation Kommunale Unternehmen und Freie Träger:

 „Wir betreten Neuland“. Bis Mitte August sollen die Verträge unter Dach und Fach sein

Nordhausen (psv) Bis Mitte August sollen die Kooperationsverträge zwischen den kommunalen Unternehmen und den freien Trägern der der Sport-, Kultur- Jugend- und Sozialarbeit geschlossen sein. Das ist
das Ergebnis eines  Treffens, zu dem am Donnerstag-Nachmittag Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh die Geschäftsführer der Kommunalen Unternehmen und der freien Träger eingeladen hatte. 

Schon in  den kommenden zwei Wochen sollen zum einen die Träger ihre Kooperationsvorschläge melden, zum anderen sollen die kommunalen Gesellschaften ihre Anforderungen konkretisieren. Danach soll geprüft  werden, welche Profile am besten zueinander passen.

Dr: Zeh sagte zur Begrüßung, „Mit dem Kooperationsmodell gehen wir  - vorerst für dieses Jahr  - einen kreativen Weg, betreten Neuland. Man muss klar sagen: Selbsttäuschungen helfen nicht mehr. Vertröstungen nach der Gefühlslage `Irgendwie geht´s immer weiter` helfen auch niemandem mehr. In der Stadtkasse ist deutlich weniger Geld. Die Ausgaben steigen. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass es Konsens war bei den Geschäftsführern der kommunalen Unternehmen, dass nicht nur die Leistungen der Kommunalen Betriebe der Daseinsfürsorge dienen, sondern auch die Angebote der Vereine“, so der Oberbürgermeister. „Dass die Unternehmen jetzt konkret Verantwortung übernehmen wollen, ist ein sehr gutes Zeichen. Damit kann man den Trägern im ersten Schritt für dieses Jahr Planungssicherheit geben. Zumindest für den städtischen freiwillig gezahlten Anteil an der Finanzierung.“

Die Moderatorin des Treffens, Stadtratsvorsitzende Inge Klaan, sagte, dass das Kooperationsmodell „Modellcharakter auch für die privaten Unternehmen haben sollte. Die städtischen Unternehmen sind jetzt Vorreiter. Das Projekt sollte schnell auf die Privatwirtschaft ausgedehnt werden. Die Vertreter der freien Träger, also der Sozialwirtschaft,  sind durch ihre Nähe zu den jungen Menschen die Experten auch mit Blick auf die berufliche Entwicklung. Sie kennen die Wünsche und Vorlieben der jungen Leute, können
Entwicklungslinien und Trends antizipieren. Auf der anderen Seite steht die Privatwirtschaft. Sie ist zunehmend auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs. Dort muss man verzahnen. Deshalb wäre die freie Wirtschaft gut beraten, sich im Sozialbereich zu engagieren. Geht es in diesem Jahr um die Bestandssicherung der Vereine und Verbände, so muss im nächsten Schritt die langfristige Kooperation auf den Weg gebracht werden.“

„Wir fühlen uns in hohem Maße in der Verantwortung. Dieser haben wir uns schon in der Vergangenheit gestellt“, sagte Stadtwerke – Geschäftsführer Olaf Salomon. „Wir wollen keine Schecks ausstellen. Wir wollen von den Fertigkeiten der Träger profitieren. Das beginnt beim der Unterstützung bei Hilfe bei der Nachwuchsgewinnung und kann beim Marketing, zum Beispiel durch die Jugendkunstschule – enden. Doch selbst, wenn aus dem Profil des einen oder anderen Trägers keine übermäßige Gegenleistung zu erwarten ist, werden wir von der Kooperation durch die engere Vernetzung profitieren. Es ist unsere gemeinsame Stadt. Und ob Träger oder Unternehmen: Wir wollen Verantwortung übernehmen und Nordhausen gestalten. Gemeinsam.“

Das wollte auch Frank Tuschy betont haben, vom Kinder-Kirchenlanden: „Selbst, wenn man nicht unbedingt eine Gegenleistung abholen kann – soziale Arbeit ist ein Wert an sich, den man  schätzen sollte.“

<b>Bild 1: Die Geschäftsführer der kommunalen Unternehmen,  2.v.r.: Olaf Salomon, Geschäftsführer der Stadtwerke Holding, trafen sich auf Einladung von Dr. Zeh mit den Freien Trägern. Stadtratsvorsitzende Inge Klaan moderierte das Treffen.

Bild 2: Die Vertreter der Freien Träger und Vereine.


Fotos: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen.