Montag, 7. Oktober 2013

Eine Arztpraxis veranschaulicht Heimat

Ungewollt vielleicht, der Eindruck aber ergibt sich für mich, wenn immer ich die Praxis des Internisten Dr. med.Ullus Heinrich in der Grimmelallee 4c in Nordhausen besuche. Und das geschieht seit Jahren, nachdem der Doktor mit der Internistin Dr. Kerstin Jugelt diese Gemeinschaftspraxis gründete. Ich erlebte den Einzug, und ich erlebte u.a die bildliche Ausgestaltung des Wartebereiches und der Behandlungsräume, die der
Doktor nach eigenen Vorstellungen vornahm. Und staunte: es sind hervorragende Luftaufnahmen von Nordhausen, von Ortschaften und Landschaften des Landkreises und darüber hinaus ausgewählte Motive wie dem Kyffhäuser, die HSB oder auch die unterschiedlichsten Naturaufnahmen. Und was darüber hinaus besonders beeindruckt ist der Umstand, dass sie von Dr. Heinrich selbst aufgenommen wurden. Als Pilot eines Flugzeuges, das in Obermehler seinen Standort hat. Selbst Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und ihre Begleitung waren von ihnen beeindruckt, als sie im vergangenen Jahr der Stadt Nordhausen einen Besuch abstattete, dabei das Arzt- und Gewerbezentrum in der Grimmelalle besichtigte und dabei auch die Gemeinschaftspraxis des Dr. Heinrich besuchte.


Seitdem sind diese Bilder während jeden meiner Besuche der Praxis Anreiz und Anlass ihrer Betrachtung. Und sicher nicht nur für mich, sind sie doch ganz allgemein bestens geeignet, Patienten im Vorfeld der Behandlung von ihrer Selbstbetrachtung ihrer Krankheit abzulenken. Sie sind nämlich nicht nur unter photographischen Gesichtspunkten sehenswert, sie sind auch gleichzeitig geeignet, die nähere und weitere Umgebung von Nordhausen kennenzulernen und zu studieren. Und als
„Zugereisten“ bieten sie mir hervorragende Möglichkeiten, mich mit dem nördlichsten Landkreis Thüringens vertraut zu machen, soweit ich ihn nicht erwandern, und demzufolge aus eigenem Erleben erkunden kann. Die Seenlandschaft zum Beispiel. Oder den Verlauf der Autobahn 38 durch den Landkreis . Und schon gar nicht deren Naturerscheinungen. Zu denen übrigens auch Sonnenauf- und -untergänge gehören. Hier also sind einige Beispiele aus dieser Wartebereichs-Ausgestaltung, die mich immer wieder aufs Neue faszinieren. Und wert wären, in einer eigenen Photoausstellung einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Von einem solchen Ansinnen will Dr. Heinrich allerdings nichts wissen, ihm genügt die Ausgestaltung seines Wartebereiches.

Samstag, 5. Oktober 2013

Und immer- immer- wieder geht die Sonne auf

War es nicht Udo Jürgens, der dieses Lied kreierte? In den sechziger Jahren, meine ich. Seitdem hört man es wohl immer wieder gern. Nun scheint auch eine bildliche Bedeutung dazu zu kommen. In den Internet-Zeitungen nämlich. Zunächst war es die eine, die das Bild eines Lesers als besonders gelungen veröffentlichte. Nun kommt die Internet-Ausgabe der „Nordhäuser Allgemeine“ dazu, die ihren Lesern einen effektvollen Sonnenaufgang mit der Silhouette Nordhausens offeriert. Und ihre Leser um weitere Bilder dieser Art anregt. Ist auch da eine Art Wettbewerb gestartet worden? Oder habe ich da nur etwas verschlafen?


Dabei meine ich doch, dass ich zu den Frühaufstehern gehöre und Freude an effektvollen Sonnenaufgängen habe. Die ich auch gern im Bild festhalte. Ohne sie gleich „zu Markte“ zu tragen. Weil ich meine, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, früh aufzustehen um die Sonne zu erwarten. Zuhause oder von unterwegs. Und jedes der dabei entstehenden Bilder einen eigenen Reiz haben kann. Wovon es schließlich unendlich viele gibt. Hier zwei Beispiele, ohne mich damit produzieren zu wollen.

Im Ehrenamt ergraut

Die Ehrenamtsgala 2013 im Theater Nordhausen, die erstmals als Gemeinschaftsveranstaltung von Stadt und Landkreis Nordhausen stattfand, ist Geschichte. In meinem voraufgegangenen Eintrag dazu hatte ich festgehalten, dass ich das musikalische und künstlerische Programm, das die Auszeichnung der Ehrenämtler „umrahmte“, als hervorragend empfand, fast zu schade, um eben „nur“ Umrahmung gewesen zu sein.

Nun war ich natürlich neugierig, wie das die hier erscheinenden (Internet-)Zeitungen sahen und einschätzten. In der Internetzeitung erwies es sich als Fehlanzeige, und auch in der Internetausgabe der „Nordhäuser Allgemeine“, die ja (auch) schon recht frühzeitig über die Gala berichtete, („Zur Stunde ehren Landkreis und Stadt Nordhausen Ehrenämtler . . .“) fand ich keine Erwähnung. Immerhin war auf den eingefügten Bildern wenigstens zu sehen, dass das Loh-Orchester mitwirkte. Und in der NA verhieß ein Hinweis, dass in der Printausgabe am Donnerstag die Geehrten im Bild vorgestellt werden würden
.
Was für mich Grund war, mir diese Ausgabe zu besorgen. Dabei fiel mir zunächst das Titelbild der „Thüringer Allgemeine“ vom TA-Fotografen Roland Obst auf. Der seine Bilder diesmal aus der ersten Sitzreihe machte, was ich als Zuschauer aus den Reihen dahinter als dankenswert empfand. Während ja die Bühne von der Pressesprecherin des Landratsamtes und dem Pressesprecher der Stadt Nordhausen „okkupiert“ wurden, von denen ich bis heute keines der von ihnen gemachten Bilder zu sehen bekam. Was ich bedauere. Dagegen anerkenne ich demgegenüber, dass vom Pressesprecher der Stadt wenigstens die Ansprache des Oberbürgermeisters zuvor im Wortlaut per Mail zugesandt worden war, während ich auf eine entsprechende Zusendung der Ansprache der Landrätin vergeblich hoffte. Die übrigens in ihrer Ansprache sehr viel detaillierter auf das Phänomen Ehrenamt einging als der OB (siehe meinen Eintrag vom 02.10.).

In der Printausgabe also wurden die ausgezeichneten Ehrenamtler bildlich vorgestellt. Insgeheim hatte ich allerdings gehofft, dass wenigstens im Spaltentext des verantwortlichen Redakteurs (Thomas Müller) auch etwas näher auf das musikalische und künstlerische (Rahmen-)Programm eingegangen würde, doch auch da fand sich nichts.

Dafür war die gesamte Seite den Ausgezeichneten gewidmet, die ja tatsächlich auch im Mittelpunkt der Veranstaltung standen. Und diese Bilder zeigen zum überwiegenden Teil Männer und Frauen, die entsprechend ihres offensichtlichen Alters auch als (Ur-)Opa oder (Ur-)Oma hätten ausgezeichnet werden können. Man muss also scheinbar nicht einfach ehrenamtlich tätig sein, sondern die jeweilige Tätigkeit auch Jahre und Jahrzehnte ausgeübt haben, um dafür geehrt zu werden. Motivierend für junge Menschen ist das meines Erachtens nicht. Man könnte auch meinen, es gäbe keine jungen Menschen, die sich heutzutage ehrenamtlich engagieren. Ein solcher Eindruck aber wird in der gleichen Ausgabe der TA verwischt, denn da wird in einem Beitrag berichtet, dass sich sogar 22 Prozent der 16-bis 17-Jährigen ehrenamtlich betätigen. Es geht also tatsächlich bei diesen Ehrungen um eine möglichst lange ausgeübte Tätigkeit. Ob dies motivierend für junge Menschen wirkt, sich zu engagieren, kann ich nicht beurteilen, sollte ja aber ganz grundsätzlich auch kein Kriterium sein. Zumal die Ausgezeichneten aus insgesamt 60 Vorschlägen aus ihrem jeweiligen Umfeld ausgewählt wurden.


Es bleibt also als bleibender Eindruck, dass diese Ehrung erstmals gemeinsam von Stadt und Landkreis stattfand. Und das für die Zukunft beibehalten werden soll. Und dann hoffentlich wieder mit einem so ausgezeichneten (Rahmen-)Programm, für das sowohl Landrätin Birgit Keller, als auch OB Dr. Klaus Zeh dem Intendanten Lars Tietje herzlich dankten. Und das Auditorium den Akteuren mit GMD Markus L. Frank an der Spitze, viel Beifall spendeten.

Freitag, 4. Oktober 2013

Impressionen zum Tag der Deutschen Einheit

Es sind - ich muss das immer wieder betonen – ganz persönliche An- und Einsichten, die sich mit diesen Rückblicken verbinden. Die ich zunächst auf diese zur Neige gehende Woche beschränken wollte. Bevor mir einfiel, dass zu diesen Betrachtungskomplex auch die Informationsreise gehört, die ich mit der Stadt- und Gästeführergilde nach Bamberg machen durfte.

Sie gehört deshalb zu den Vorgängen in dieser Woche, weil mich ihr Verlauf ja auch an eine Zeit erinnerte, die gestern mit dem Tag der Deutschen Einheit begangen wurde. Insofern nämlich, als ich durch die gelegentlichen Hinweise der Reisebegleiterin zur Landschaft an eine Zeit erinnert
wurde, als es da bei Eisfels nicht nur eine Thüringische Landesgrenze gibt, sondern auch eine Staatsgrenze gab, die zur DDR nämlich. Und ich über eine beträchtliche Zeitspanne jährlich ein- oder zwei Mal von Coburg kommend, diese Grenze passierte, um Verwandte in der damaligen DDR zu besuchen. Damals verließ ich die lebhaft befahrene BAB bei Hallstadt, fuhr auf der B 4 über Coburg in Richtung Suhl und je näher ich der Grenze bei Eisfeld kam, umso spärlicher wurde der Verkehr. Dafür stellte sich ein stärker werdendes Gefühl der Unsicherheit ein, wusste ich doch nie, wie sich die sonst sehr freundlich wirkenden Zöllner oder Grenzer bei den Formalitäten und der Wagenkontrolle verhalten würden. Jedenfalls war ich froh, wenn ich es hinter mir hatte und mich auf der Weiterfahrt vornehmlich auf den Geruch von Silage gewöhnen musste, der mich fortan mehr oder weniger stark in der DDR begleitete. Ich nahm es gern in Kauf, mir ging es ja um den Erhalt und die Pflege der Verwandtschaft, um die Gemeinschaft über die Grenze hinweg.

Ich befuhr diese Strecke seit der Wende nicht mehr, ich lebe seitdem in Thüringen solange ich noch selbst Auto fahren konnte, führte der Weg jeweils in umgekehrter Richtung über die B 4 bis Erfurt, von dort auf der BAB übers Hermsdorfer Kreuz nach Süden über München bis Rosenheim.


Und nun lernte ich auf der oben erwähnten Informationsreise jene Strecke, die ich zu DDR-Zeiten auf Bundes- und Landstraßen benutzen musste, im Omnibus auf den jetzigen Verkehrswegen kennen. Und mit der BAB 71, die weitgehend fertiggestellt ist, ist es wohl auch die modernste und teuerste Autobahn, auf der wir von Erfurt nach Bamberg und zurück gelangten. Und die insoweit die B 4 entlastet. Für mich ein Grund zu überschlagen, wieviel Kilometer Autobahn seit der Wende in Ostdeutschland insgesamt entstanden und wieviel Milliarden Euro allein in sie investiert wurden. Ohne das hier in Zahlen ausdrücken zu wollen (zu können) meine ich lediglich, dass man an einem Tag wie dem 3. Oktober 2013 auch daran denken sollte. Ich freue mich jedenfalls, dass damit wenigstens verkehrstechnisch das eingetreten und nahezu vollendet ist, an das der Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh in seiner Ansprache zur Ehrenamtsgala erinnerte: „Mit diesem Datum verbunden ist der bedeutungsvolle Satz Willy Brandts: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!“. Damit war der 3. Oktober 1989 gemeint. Seitdem  ist viel, sehr viel geschehen in Ostdeutschland und für die Menschen hier. Wenn ich allerdings an gestern denke und die Ansprachen, Kommentare und Gespräche anlässlich der Feierlichkeiten in Ostdeutschland, habe ich den Eindruck, dass an keinen anderen Tag so sehr an das (noch) Trennende gedacht und erinnert wird. Und das bedauere ich.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Ehrenamtsgala mit kleinem Irrtum am Rande

Als ich heute morgen durchs Internet surfte und dabei auf die lokale Internetzeitung und die „Nordhäuser Allgemeine“ stieß, war ich doch etwas überrascht: beide berichteten schon frühzeitig am gestrigen Abend über die Ehrenamtsgala im Theater Nordhausen. Und da lauteten die ersten Sätze in der Internetzeitung (Auszug): „Im Nordhäuser Theater werden zur Stunde ehrenamtlich tätige Frauen und Männer aus dem Landkreis Nordhausen geehrt. Es ist die erste gemeinsame Ehrung durch den Landkreis und die Stadt Nordhausen.“(Ende des Auszugs). Demgegenüber schrieb die NA (Auszug): „Zur Stunde ehren Landkreis und Stadt Nordhausen Ehrenamtler aus dem Südharz für ihre Arbeit, die sie oft im Verborgenen ohne finanzielle Entschädigung tun.“ (Ende des Auszugs). Und da musste ich doch unwillkürlich an die Ansprache des Nordhäuser Oberbürgermeisters Dr. Klaus Zeh in dieser Gala denken, in der dieser an den bedeutungsvollen Satz Willy Brandts erinnerte: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!“. Und am Ende seiner Rede auch von „Gemeinsam geht’s“ sprach. Der OB meinte natürlich die politische Wiedervereinigung, und später die Gemeinsamkeiten (gegenwärtige und angesdachte) zwischen Stadt und Landkreis. Die verblüffende Ähnlichkeiten der zitierten Anfangssätze der Zeitungen waren dagegen reiner Zufall und mein Gedankensprung ein kleiner Irrtum am Rande, den man mir nachsehen möge. Ich will ja aber auch keine öffentliche Wirksamkeit bewirken, sondern schreibe zur eigenen „Erbauung“.

Ich surfte jedenfalls nicht weiter und besinne mich auf meine eigenen Eindrücke von der gestrigen Ehrenamtsgala. Eine Veranstaltung, von der es schwer fällt, das Programm, das die Auszeichnung der 26 Ehrenämtler, die doch im Mittelpunkt des Geschehens standen, als „Rahmenprogramm“ zu bezeichnen. Dazu war dieses Programm schlichtweg zu gut, zu umfangreich und zu beeindruckend. Das begann mit dem ersten
Musikstück (Max Bruch „Schwedischen Tänze“) des Loh-Orchesters, dirigiert von seinem Generalmusikdirektor Markus Frank. Und schloss mit der „Leonoren“-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven. Und alles, was dazwischen zu hören und zu sehen war, entsprach in Inhalt und Niveau dem des Orchesters.

Das war nach der erwähnten musikalischen Einführung die Ansprache von Landrätin Birgit Keller, die Tätigkeit und Bedeutung der Ehrenämtler in ihren unendlich vielen Bereichen des Lebens und der Gesellschaft in den Mittelpunkt ihrer Ansprache stellte. Und dabei sehr deutlich zum Ausdruck brachte, dass ohne diese Engagements das kommunale, gesellschaftliche und soziale Leben kaum funktionsfähig wäre. Wobei sie die enorme Wertschöpfung deutlich machte, die durch diese Tätigkeiten entsteht und erbracht wird. Schließlich drückte sie ihre Genugtuung darüber aus, dass diese Würdigung der Ehrenämtler nunmehr gemeinsam von Landkreis und Stadt vorgenommen wird.

Nach der Landrätin sprach OB Klaus Zeh, der – oben schon angedeutet – den Focus mehr auf den heutigen Tag der Deutschen Einheit richtete, dessen Bedeutung für die Menschen gerade in Ostdeutschland. Er würdigte das Ehrenamt und damit diejenigen, die es ausüben, unter gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten. Und schloss seine Ansprache mit dem Hinweis: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ „Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten.“ „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ Es sind wenige Sätze. Es sind aber Sätze, für die Menschen zu DDR-Zeiten ins Gefängnis gehen mussten, die eben diese Rechte einforderten. „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“ - das könnte fast auch für den heutigen Abend gelten. Denn der Landkreis und die Stadt Nordhausen – Frau Landrätin Keller und ich – haben uns entschlossen, künftig die ehrenamtlich Engagierten der Region gemeinsam zu ehren. Kommunalrechtlich stimmt dieser Satz nicht
ganz und ehe die Kommunalaufsicht im Kreis das beanstandet, ändere ich das Motto und nehme das unseres diesjährigen Rolandfestes: „Gemeinsam geht's“. Dieses Motto ist ebenso beruhigend logisch und konsequent für unsere Region. Die bisherige Trennung - Landkreis hier, Stadt dort ist – ehrenamtlich gesehen – überlebt. Und die Trennung nach „meinen“ Freiwilligen und „Deinen“ Freiwillligen ist töricht. Denn, meine Damen und Herren, wer dieser Menschen, die wir hier heute auszeichnen, wird sich diese Frage wohl je gestellt haben? Sie und Er tun es für alle – und ich spreche sicher in Ihrem Namen – sie tun es für unsere Bürger. Deshalb empfinde ich es als ausgesprochen wohltuend, dass wir diese Gemeinschaft heute Abend sichtbar pflegen und gemeinsam feiern. Ich hoffe, es geht Ihnen ebenso.“ Bedenkenswerte Sätze, wie ich meine, die sich zunehmend auch auf andere Gebiete erstrecken sollten.

Was nun im kulturellen Programm das Loh-Orchester zum Vortrag brachte, fügte sich nahezu genau in diese Vorstellung ein und der Moderator des Abends, Toralf Schenk, erläuterte es: die Ouvertüre zur Oper „Halka“ des polnischen Komponisten Stanislaw Moniuszko. Ihr folgte die Balletteuse Irene Lòpez Ros vom Theater Nordhausen mit dem spanischen Solo „Zeta“, mit dem sie bei den Gäste der Gala lebhaften Beifall auslöste.

Programmgemäß folgte nun die Ehrung der Ehrenämtler, die wechselnd von Landrätin Kelle und OB Zeh auf die Bühne gebeten und vorgenommen wurde. Ich werden darauf später noch speziell eingehen.

David Rossteutscher, alle vom Theater Nordhausen mit dem Ballettstück „Entre dos Aguas“ von Paco de Lucia. Auch ihnen dankte das Publikum mit viel Beifall.
Noch einmal gab es dann einen Ballettauftritt von Irene Lòpez Ros, diesmal motivierend und tänzerisch begleitet von András Virág und


Nun folgte nach einer letzten ausführlichen Erläuterung durch Toralf Schenk die „Leonoren“ -Ouvertüre von Ludwig van Beethoven, wohl eine der schönsten Werke des Komponisten. Nachdem dafür der Beifall verklungen war, folgte die Nationalhymne der Bundesrepublik mit ihrer 3. Strophe, dessen Text den Besuchern der Veranstaltung beim Eintritt überreicht worden war. Damit fand der offizielle Teil einer Veranstaltung ihren Abschluss, die mit diesem begeisternden Programm noch lange nachwirken könnte. Den anschließenden Empfang im Foyer des Theaters versagte ich mir, weshalb ich darüber auch keine Vorstellung habe.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

„AIDA“-Darsteller gastiert mit Zwei-Personen-Musical

„Die letzten fünf Jahre“ mit Michael Ehspanner nur am 26. Oktober im Theater Nordhausen zu erleben

In mehreren Rollen im äußerst erfolgreichen Musical „AIDA“ und als Action in „West Side Story“ hat er das Nordhäuser Publikum bereits begeistert: der junge Musical-Darsteller Michael Ehspanner. Nun ist er im Theater Nordhausen in einem Zwei-Personen-Musical zu erleben: Gemeinsam mit Linda Rietdorff glänzt er in „Die letzten 5 Jahre“ von Jason Robert Brown.

Cathy sucht ihren Platz im Leben und hofft weiterhin auf die große Chance als Schauspielerin. Jamie, dem jungen Schriftsteller, gelingt mit seinem ersten Buch der absolute Durchbruch. Beide stürzen sich Hals über Kopf in das unerwartete Glück ihrer Liebesbeziehung.

In dem autobiographischen Musical „Die letzten 5 Jahre“ erzählt Jason Robert Brown mit seiner unverwechselbaren Musik die bewegende Liebesgeschichte von Cathy und Jamie. Mit der Idee, die beiden Protagonisten ihre Geschichte in entgegengesetzter Richtung erzählen zu lassen – Cathy beginnt mit dem Finden von Jamies Abschiedsbrief, Jamie mit dem ersten gemeinsamen Date – gelingt ihm ein einmaliges Theatererlebnis.

Linda Rietdorff und Michael Ehspanner studieren im Fach Musical an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Schon lange hatten sie den Wunsch, „Die letzten 5 Jahre“ auf die Bühne zu bringen. Christian Alexander Müller, bekannt unter anderem aus „Das Phantom der Oper“ in Essen, „Les Misérables“ in Chemnitz, Detmold und Berlin und „West Side Story“ u. a. bei den Bad Hersfelder Festspielen, unterrichtet beide im Hauptfach Gesang und ist für die Inszenierung des Zwei-Personen-Musicals verantwortlich.

Begleitet werden die Solisten von einer sechsköpfigen Band. Die Musiker – eine Geigerin, zwei Cellistinnen, ein Kontrabassist, ein Gitarrist und ein Keyboarder – sind ebenfalls Studenten der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Karten für die einzige Nordhäuser Vorstellung des Musicals (8 bis 19 Euro) gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.

Foto: v. li. Michael Ehspanner, Linda Rietdorff, Christian Alexander Müller; Foto: Jörg Singer

Dienstag, 1. Oktober 2013

Begegnung mit Bamberg (Ein Erlebnisbericht)

Einmal im Jahr wechselt die Nordhäuser Stadt- und Gästeführergilde ihre angestammte Rolle, Besucher mit der Stadt, ihrer Historie, ihrer Kultur und ihren Sehenswürdigkeiten bekannt zu machen. Dann nämlich gehen aktive und passive Mitglieder selbst auf Reisen, um sich in geschichtsträchtigen und sehenswerten Städten im
Lande umzusehen und von dortigen Stadtführern informieren zu lassen. Um dadurch ihr Kenntnisspektrum zu erweitern, zu erfahren, wie andernorts die Geschichte und Besonderheiten der besuchten Stadt mit ihrem Umfeld vermittelt werden. Um dabei auch selbst bei passender Gelegenheit auf die Stadt aufmerksam zu machen, aus der man kommt. Sind bei diesen gefragten Gildefahrten dann noch Plätze im Reisebus verfügbar, können auch Bekannte und Gäste an einer solchen Informationsreise teilnehmen.

Es war nunmehr das zehnte Mal, dass die Gilde eine solche Reise unternahm, diesmal wieder über einen Tag
hinaus. Nur waren es diesmal weniger aktive Stadtführer, dafür mehr passive Mitglieder der Gilde mit Angehörigen oder Bekannten, die an dieser Reisen teilnahmen. Ziel und Schwerpunkt am vergangenen Wochenende war diesmal und zunächst das fränkische Bamberg, ich schrieb bereits darüber.

Und gleich hier muss ich bemerken, dass sich schon vor Beginn dieser Reise erneut eine sach- und themengerechte Organisation und Vorbereitung abzeichnete, die der Verlauf dieser Reise dann vollauf bestätigte. Das Lob dafür gebührt Dorothee Schwarz, einer der wohl erfahrendsten Stadtführerinnen und zugleich auch Initiatorin aller bisherigen Excursionen dieser Art. Ich stelle das bewusst schon an den Beginn dieses Berichtes, um damit herauszustellen, dass dieses Engagement ganz sicher und erkennbar nicht als selbstverständlich gelten sollte und auch keine Routine ist, sondern viel, viel persönlichen Einsatz, Inspiration
und Mühe erfordert. Bei denen sie diesmal immerhin durch Angelika Lautenbach, Mitarbeiterin der Firma Brauer Reisen GmbH – und selbst Gildemitglied – organisatorisch unterstützt und professionell entlastet wurde. Es war auch ein Reisebus dieses Unternehmens, der für diese Reise gechartert worden war, samt Lautenbach als Reiseführerin. Der man anmerkte, dass sie allen Ehrgeiz in diese Aufgabe setzte. Was ihr auch bestens gelang. Es sei hier zwar bemerkt, dass es bei der Bereitstellung des Omnibusses einige Probleme persönlicher Art gab, für die sie nichts konnte, die aber im weiteren Verlaufe der Reise ihre Bedeutung verloren.

Die dreistündige Fahrt nach Bamberg wurde durch die Reisebegleitung mit Hinweisen zur beginnenden herbstlichen Landschaft mit ihren Besonderheiten (Thüringer Wald, Rennsteig) zu Städten wie Suhl und Ilmenau mit ihren „Markenzeichen“ (Waffenproduktion bzw. Universität), zu Burgen (Drei Gleichen) und schließlich der Festung Coburg verkürzt. Und der zu Beginn der Fahrt jedem Teilnehmer überreichte Erlebnisführer zu Bamberg ermöglichte darüber hinaus, schon mal einen Vorgeschmack auf die alte Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg mit Hinweisen auf viele ihrer sehens- und erlebenswerten Seiten zu erhalten. Und schon dabei kam dem Leser die Einsicht, dass es nur eine flüchtige Begegnung mit der Weltkulturerbestadt sein würde. Dorothee Schwarz schließlich
erläuterte in einem Einführungsvortrag, welche geschichtliche Verbindungen bei Kaiser- und Königsgeschlechtern zum Land Thüringen und damit auch zu Nordhausen bestanden.

Und dann war man in Bamberg und schnell wurde deutlich, warum in dem Stadtführer gutes Schuhwerk empfohlen wurde: es musste viel und insgesamt auch lange gelaufen werden. Man nahm es gern in Kauf, denn nun ging es ja darum, der Empfehlung im Erlebnisführer zu folgen: „Lassen Sie sich ein auf ein Gesamtkunstwerk aus zehn Jahrhunderten und erleben Sie spannende Touren und Angebote in Bamberg...“ Der von der Reisebegleiterin erstellte Ablaufplan transformierte es auf ein abgestimmetes Zeitmaß herunter. Und sah als Programmeinstieg eine Domführung vor. Die beschränkte sich dann zwar im wesentlichen auf Erläuterungen zu den Eingangsportalen zum Dom, war aber so ausführlich und geradezu wissenschaftlich ausgestaltet, dass man als Zuhörer von vielen der dargestellten Figuren so konkrete Vorstellungen ihrer Körperhaltungen und ihrer Gesichtsausdrücke bekam, dass man sich geradezu in die Zeit ihrer Entstehung versetzt hätte fühlen können. Wenn der Domführer nicht jene Zeit dieser Entstehung in den Bereich der Deutungen und Vermutungen gerückt hätte. Es war viel von Mutmaßungen und Annahmen die Rede. Aber in einer Art, die spannend wirkte und mich auf den Mann neugierig machte, der so emotional zu erklären vermochte: Dr. Matthias Scherbaum, absolut kompetent in dem, was und wie er erklärte: leidenschaftlich und mit Verve. Ein Kompliment dafür.
Die danach vorgesehene freie Gestaltung ermöglichte u.a. den Dom selbst zu besuchen oder die Stadt zu durchstreifen, um wenigstens einen ersten eigenen Eindruck von ihr zu erhalten. Auch von seiner Gastlichkeit. Nicht immer ganz leicht angesichts der Massen an Touristen, die durch manche Straßen und in Gaststätte drängten. Unter die man leicht geraten und den Anschluss an die eigenen Leute verlieren konnte (siehe vorhergegangenen Eintrag).

Am Nachmittag folgte dann eine wirklich sachkundige Führung durch einige der historischen Teile der Weltkulturerbestadt in der erweiterten Umgebung des Domberges und damit einem der Hügel des fränkischen Rom, wie ja Bamberg wegen seiner sieben Hügel auch genannt wird. Am Abend schließlich lernte man Bamberg auch als Hauptstadt des Bieres kennen, denn in einer der Brauereien, dem 1670 gegründeten Mahrs-Bräu, stand eine
Führung im Programm. Dazu sei angemerkt, dass es in einer Beschreibung heißt, dass Bamberg genau besehen von drei Flüssen durchflossen wird: vom linken Arm der Regnitz, vom rechten Arm der Regnitz, und vom quellfrischen Bier. Hier nun erfuhr man den Grund: weil es in Bamberg allein neun Privatbrauereien gibt. (und 70 im Bamberger Land) Man erfuhr aber natürlich auch eine Menge über die Entstehung von Bier mit seinen vielen Sorten und Geschmacksrichtungen. In der zugehörenden Gaststätte aß man zu Abend, danach nächtigte man mit der entsprechenden Bettschwere im Hotel „Frankenland“, in das man sich schon am Nachmittag eingecheckt hatte.

Am Sonntag erhielt man dann auch einen Eindruck von Bamberg vom Wasser aus im Rahmen einer Schiffsrundfahrt. Ab Bamberg nämlich ist der Main schiffbar und Teil des Rhein-Main-Donau-Kanals und hat allein durch diese Anbindung beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung, die während dieser Rundfahrt durch die Hafenanlagen auch erkennbar war.

Noch einmal war danach individuelle Gestaltungsmöglichkeit geboten, die ich mit anderen nutzte, um Bamberg nun auch als Inselstadt mit seinen Brücken und der Fußgängerzone kennen zu lernen. Und natürlich dem Klein-Venedig als das Bamberg ja auch gilt. Der Sonntag stellt sich in Bamberg gegenüber dem Vortag beschaulich vor und lässt eine ruhigere Betrachtungsweise dieses Weltkulturerbes zu. Die dabei gewonnenen Eindrücke sind tief und nachwirkend.
Und können leicht zu dem Vorsatz führen, wiederzukommen, um Bamberg noch weiter zu erkunden. Zum Beispiel das kulturelle Leben dieser Stadt, das kennen zu lernen eine solche Excursion keine Zeit bietet.

Wir aber verließen mit den bis dahin gewonnenen reichen Eindrücken die Domstadt und gelangten programmgemäß – schon als Teil der Rückfahrt – nach Vierzehnheiligen, nahe Staffelstein, einem Wallfahrtsort mit einer Basilika von großer Bedeutung, auch in der Sicht weit über den fränkischen Raum hinaus. Dessen Türme derzeit völlig verhüllt und eingerüstet sind. Und den Gesamteindruck natürlich erheblich beeinträchtigen.

Während einer offiziellen Führung im Form eines Vortrags durch den Rektor der Basilika, Franziskanerpater Heribert Arens, erfuhr man, warum und wie es an dieser Stelle zum Bau dieses gewaltigen Gotteshauses kam. Einem Bau des Archtekten Balthasar Neumann, errichtet in den Jahren 1743 bis 1772. Nachdem dort zuvor eine Kapelle und danach eine kleine Kirche standen. Jeweils zerstört im Bauernkrieg 1525 bzw im Dreißigjährigen Krieg. Der Ort geht nach der Sage auf eine Erscheinung des Jesuskindes zurück, das an dieser Stelle mit einigen anderen
Kindern ein Schäfer des Zisterzienserklosters Langheim hatte. Sie stellten sich ihm als die vierzehn Nothelfer vor und verlangten den Bau einer Kapelle. Nach einem weiteren Mirakel am gleichen Ort wurde das Verlangen prompt realisiert. Dass seit 1839 Franziskanern die Betreuung der Basilika obliegt, geht auf eine Verfügung des Bayernkönigs Ludwig I. zurück. Das Kloster ist heute eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts.

Nach diesem letzten eindrucksvollen Erlebnis dieser Excursion stand nun nur noch die Heimfahrt auf dem Programm. In umgekehrter Richtung gegenüber dem Vortag ließ man den nördlichsten Teil des Frankenlandes hinter sich. Angelika Lautenbach machte in Höhe Eisfeld mit ihrem letzten Landschaftshinweis darauf aufmerksam, dass man nun die Grenze passiere. Natürlich keine Staatsgrenze, wie einst zur DDR, die es genau dort einmal gab, sondern einfach die zu Thüringen. Und damit näherte man sich schon wieder dem eigenen Zuhause, das man zwei Stunden später in Nordhausen erreichte. 

Für mich ging damit eine der schönsten bisher erlebten Gildefahrten zu Ende, für die ich den Organisatorinnen ebenso danke wie dem Fahrer des Reisebusses. Und allen, die Rücksicht auf meinen demografischen Status nahmen. Ob es nach der Teilnehmerstruktur eine Fortsetzung der Inforeisen geben wird, bleibt abzuwarten. Die Idee, in diesem Jahr Bamberg zu besuchen, wurde im Jahr zuvor während des Eisenach-Besuches geboren. Diesmal kam von keiner Seite eine Anregung, dafür viel Beifall für Angelika Lautenbach und den Fahrer Michael Simon, nachdem ihnen von Gilde-Schatzmeisterin Dorothee Schwarz in der üblichen Weise gedankt worden war.