Seitdem sind diese Bilder während
jeden meiner Besuche der Praxis Anreiz und Anlass ihrer Betrachtung.
Und sicher nicht nur für mich, sind sie doch ganz allgemein bestens
geeignet, Patienten im Vorfeld der Behandlung von ihrer
Selbstbetrachtung ihrer Krankheit abzulenken. Sie sind nämlich nicht
nur unter photographischen Gesichtspunkten sehenswert, sie sind auch
gleichzeitig geeignet, die nähere und weitere Umgebung von
Nordhausen kennenzulernen und zu studieren. Und als
„Zugereisten“
bieten sie mir hervorragende Möglichkeiten, mich mit dem
nördlichsten Landkreis Thüringens vertraut zu machen, soweit ich
ihn nicht erwandern, und demzufolge aus eigenem Erleben erkunden
kann. Die Seenlandschaft zum Beispiel. Oder den Verlauf der Autobahn
38 durch den Landkreis . Und schon gar nicht deren
Naturerscheinungen. Zu denen übrigens auch Sonnenauf- und -untergänge gehören. Hier also sind einige Beispiele aus dieser
Wartebereichs-Ausgestaltung, die mich immer wieder aufs Neue
faszinieren. Und wert wären, in einer eigenen Photoausstellung einer
interessierten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Von einem
solchen Ansinnen will Dr. Heinrich allerdings nichts wissen, ihm
genügt die Ausgestaltung seines Wartebereiches.
Montag, 7. Oktober 2013
Eine Arztpraxis veranschaulicht Heimat
Samstag, 5. Oktober 2013
Und immer- immer- wieder geht die Sonne auf
War es nicht Udo Jürgens, der dieses
Lied kreierte? In den sechziger Jahren, meine ich. Seitdem hört man
es wohl immer wieder gern. Nun scheint auch eine bildliche Bedeutung
dazu zu kommen. In den Internet-Zeitungen nämlich. Zunächst war es
die eine, die das Bild eines Lesers als besonders gelungen
veröffentlichte. Nun kommt die Internet-Ausgabe der „Nordhäuser
Allgemeine“ dazu, die ihren Lesern einen effektvollen Sonnenaufgang
mit der Silhouette Nordhausens offeriert. Und ihre Leser um weitere
Bilder dieser Art anregt. Ist auch da eine Art Wettbewerb gestartet
worden? Oder habe ich da nur etwas verschlafen?
Im Ehrenamt ergraut
Die Ehrenamtsgala 2013 im Theater
Nordhausen, die erstmals als Gemeinschaftsveranstaltung von Stadt und
Landkreis Nordhausen stattfand, ist Geschichte. In meinem
voraufgegangenen Eintrag dazu hatte ich festgehalten, dass ich das
musikalische und künstlerische Programm, das die Auszeichnung der
Ehrenämtler „umrahmte“, als hervorragend empfand, fast zu
schade, um eben „nur“ Umrahmung gewesen zu sein.
Nun war ich natürlich neugierig, wie
das die hier erscheinenden (Internet-)Zeitungen sahen und
einschätzten. In der Internetzeitung erwies es sich als Fehlanzeige,
und auch in der Internetausgabe der „Nordhäuser Allgemeine“, die
ja (auch) schon recht frühzeitig über die Gala berichtete, („Zur
Stunde ehren Landkreis und Stadt Nordhausen Ehrenämtler . . .“)
fand ich keine Erwähnung. Immerhin war auf den eingefügten Bildern
wenigstens zu sehen, dass das Loh-Orchester mitwirkte. Und in der NA
verhieß ein Hinweis, dass in der Printausgabe am Donnerstag die
Geehrten im Bild vorgestellt werden würden
.
Was für mich Grund war, mir diese
Ausgabe zu besorgen. Dabei fiel mir zunächst das Titelbild der
„Thüringer Allgemeine“ vom TA-Fotografen Roland Obst auf. Der
seine Bilder diesmal aus der ersten Sitzreihe machte, was ich als
Zuschauer aus den Reihen dahinter als dankenswert empfand. Während
ja die Bühne von der Pressesprecherin des Landratsamtes und dem
Pressesprecher der Stadt Nordhausen „okkupiert“ wurden, von denen
ich bis heute keines der von ihnen gemachten Bilder zu sehen bekam.
Was ich bedauere. Dagegen anerkenne ich demgegenüber, dass vom
Pressesprecher der Stadt wenigstens die Ansprache des
Oberbürgermeisters zuvor im Wortlaut per Mail zugesandt worden war,
während ich auf eine entsprechende Zusendung der Ansprache der
Landrätin vergeblich hoffte. Die übrigens in ihrer Ansprache sehr
viel detaillierter auf das Phänomen Ehrenamt einging als der OB
(siehe meinen Eintrag vom 02.10.).
In der Printausgabe also wurden die
ausgezeichneten Ehrenamtler bildlich vorgestellt. Insgeheim hatte ich
allerdings gehofft, dass wenigstens im Spaltentext des
verantwortlichen Redakteurs (Thomas Müller) auch etwas näher auf
das musikalische und künstlerische (Rahmen-)Programm eingegangen
würde, doch auch da fand sich nichts.
Dafür war die gesamte Seite den
Ausgezeichneten gewidmet, die ja tatsächlich auch im Mittelpunkt der
Veranstaltung standen. Und diese Bilder zeigen zum überwiegenden
Teil Männer und Frauen, die entsprechend ihres offensichtlichen
Alters auch als (Ur-)Opa oder (Ur-)Oma hätten ausgezeichnet werden
können. Man muss also scheinbar nicht einfach ehrenamtlich tätig
sein, sondern die jeweilige Tätigkeit auch Jahre und Jahrzehnte
ausgeübt haben, um dafür geehrt zu werden. Motivierend für junge
Menschen ist das meines Erachtens nicht. Man könnte auch meinen, es
gäbe keine jungen Menschen, die sich heutzutage ehrenamtlich
engagieren. Ein solcher Eindruck aber wird in der gleichen Ausgabe
der TA verwischt, denn da wird in einem Beitrag berichtet, dass sich
sogar 22 Prozent der 16-bis 17-Jährigen ehrenamtlich betätigen. Es
geht also tatsächlich bei diesen Ehrungen um eine möglichst lange
ausgeübte Tätigkeit. Ob dies motivierend für junge Menschen wirkt,
sich zu engagieren, kann ich nicht beurteilen, sollte ja aber ganz
grundsätzlich auch kein Kriterium sein. Zumal die Ausgezeichneten
aus insgesamt 60 Vorschlägen aus ihrem jeweiligen Umfeld ausgewählt
wurden.
Es bleibt also als bleibender Eindruck,
dass diese Ehrung erstmals gemeinsam von Stadt und Landkreis
stattfand. Und das für die Zukunft beibehalten werden soll. Und dann
hoffentlich wieder mit einem so ausgezeichneten (Rahmen-)Programm,
für das sowohl Landrätin Birgit Keller, als auch OB Dr. Klaus Zeh
dem Intendanten Lars Tietje herzlich dankten. Und das Auditorium den
Akteuren mit GMD Markus L. Frank an der Spitze, viel Beifall
spendeten.
Freitag, 4. Oktober 2013
Impressionen zum Tag der Deutschen Einheit
Es sind - ich muss das immer wieder
betonen – ganz persönliche An- und Einsichten, die sich mit diesen
Rückblicken verbinden. Die ich zunächst auf diese zur Neige gehende
Woche beschränken wollte. Bevor mir einfiel, dass zu diesen
Betrachtungskomplex auch die Informationsreise gehört, die ich mit
der Stadt- und Gästeführergilde nach Bamberg machen durfte.
Sie gehört deshalb zu den Vorgängen
in dieser Woche, weil mich ihr Verlauf ja auch an eine Zeit
erinnerte, die gestern mit dem Tag der Deutschen Einheit begangen
wurde. Insofern nämlich, als ich durch die gelegentlichen Hinweise
der Reisebegleiterin zur Landschaft an eine Zeit erinnert
wurde, als
es da bei Eisfels nicht nur eine Thüringische Landesgrenze gibt,
sondern auch eine Staatsgrenze gab, die zur DDR nämlich. Und ich
über eine beträchtliche Zeitspanne jährlich ein- oder zwei Mal von
Coburg kommend, diese Grenze passierte, um Verwandte in der damaligen
DDR zu besuchen. Damals verließ ich die lebhaft befahrene BAB bei
Hallstadt, fuhr auf der B 4 über Coburg in Richtung Suhl und je
näher ich der Grenze bei Eisfeld kam, umso spärlicher wurde der
Verkehr. Dafür stellte sich ein stärker werdendes Gefühl der
Unsicherheit ein, wusste ich doch nie, wie sich die sonst sehr
freundlich wirkenden Zöllner oder Grenzer bei den Formalitäten und
der Wagenkontrolle verhalten würden. Jedenfalls war ich froh, wenn
ich es hinter mir hatte und mich auf der Weiterfahrt vornehmlich auf
den Geruch von Silage gewöhnen musste, der mich fortan mehr oder
weniger stark in der DDR begleitete. Ich nahm es gern in Kauf, mir
ging es ja um den Erhalt und die Pflege der Verwandtschaft, um die
Gemeinschaft über die Grenze hinweg.
Ich befuhr diese Strecke seit der Wende
nicht mehr, ich lebe seitdem in Thüringen solange ich noch selbst
Auto fahren konnte, führte der Weg jeweils in umgekehrter Richtung
über die B 4 bis Erfurt, von dort auf der BAB übers Hermsdorfer
Kreuz nach Süden über München bis Rosenheim.
Donnerstag, 3. Oktober 2013
Ehrenamtsgala mit kleinem Irrtum am Rande
Ich surfte jedenfalls nicht weiter und
besinne mich auf meine eigenen Eindrücke von der gestrigen
Ehrenamtsgala. Eine Veranstaltung, von der es schwer fällt, das
Programm, das die Auszeichnung der 26 Ehrenämtler, die doch im
Mittelpunkt des Geschehens standen, als „Rahmenprogramm“ zu
bezeichnen. Dazu war dieses Programm schlichtweg zu gut, zu
umfangreich und zu beeindruckend. Das begann mit dem ersten
Musikstück (Max Bruch „Schwedischen Tänze“) des Loh-Orchesters,
dirigiert von seinem Generalmusikdirektor Markus Frank. Und schloss
mit der „Leonoren“-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven. Und
alles, was dazwischen zu hören und zu sehen war, entsprach in Inhalt
und Niveau dem des Orchesters.
Nach der Landrätin sprach OB Klaus
Zeh, der – oben schon angedeutet – den Focus mehr auf den
heutigen Tag der Deutschen Einheit richtete, dessen Bedeutung für
die Menschen gerade in Ostdeutschland. Er würdigte das Ehrenamt und
damit diejenigen, die es ausüben, unter gesellschaftlichen und
gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten. Und schloss seine Ansprache
mit dem Hinweis: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ „Das
Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und
unveräußerlichen Menschenrechten.“ „Jeder hat das Recht auf
Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist
unverletzlich.“ Es sind wenige Sätze. Es sind aber Sätze, für
die Menschen zu DDR-Zeiten ins Gefängnis gehen mussten, die eben
diese Rechte einforderten. „Jetzt wächst zusammen, was zusammen
gehört“ - das könnte fast auch für den heutigen Abend gelten.
Denn der Landkreis und die Stadt Nordhausen – Frau Landrätin
Keller und ich – haben uns entschlossen, künftig die ehrenamtlich
Engagierten der Region gemeinsam zu ehren. Kommunalrechtlich stimmt
dieser Satz nicht
ganz und ehe die Kommunalaufsicht im Kreis das
beanstandet, ändere ich das Motto und nehme das unseres diesjährigen
Rolandfestes: „Gemeinsam geht's“. Dieses Motto ist ebenso
beruhigend logisch und konsequent für unsere Region. Die bisherige
Trennung - Landkreis hier, Stadt dort ist – ehrenamtlich gesehen –
überlebt. Und die Trennung nach „meinen“ Freiwilligen und
„Deinen“ Freiwillligen ist töricht. Denn, meine Damen und
Herren, wer dieser Menschen, die wir hier heute auszeichnen, wird
sich diese Frage wohl je gestellt haben? Sie und Er tun es für alle
– und ich spreche sicher in Ihrem Namen – sie tun es für unsere
Bürger. Deshalb empfinde ich es als ausgesprochen wohltuend, dass
wir diese Gemeinschaft heute Abend sichtbar pflegen und gemeinsam
feiern. Ich hoffe, es geht Ihnen ebenso.“ Bedenkenswerte Sätze,
wie ich meine, die sich zunehmend auch auf andere Gebiete erstrecken
sollten.
Was nun im kulturellen Programm das Loh-Orchester zum Vortrag
brachte, fügte sich nahezu genau in diese Vorstellung ein und der
Moderator des Abends, Toralf Schenk, erläuterte es: die Ouvertüre
zur Oper „Halka“ des polnischen Komponisten Stanislaw Moniuszko.
Ihr folgte die Balletteuse Irene Lòpez Ros vom Theater Nordhausen
mit dem spanischen Solo „Zeta“, mit dem sie bei den Gäste der
Gala lebhaften Beifall auslöste.
Programmgemäß folgte nun die Ehrung der Ehrenämtler, die wechselnd
von Landrätin Kelle und OB Zeh auf die Bühne gebeten und
vorgenommen wurde. Ich werden darauf später noch speziell eingehen.
David Rossteutscher, alle vom Theater Nordhausen
mit dem Ballettstück „Entre dos Aguas“ von Paco de Lucia. Auch
ihnen dankte das Publikum mit viel Beifall.
Noch einmal gab es dann einen Ballettauftritt von Irene Lòpez Ros,
diesmal motivierend und tänzerisch begleitet von András Virág und
Nun folgte nach einer letzten ausführlichen
Erläuterung durch Toralf Schenk die „Leonoren“ -Ouvertüre von
Ludwig van Beethoven, wohl eine der schönsten Werke des Komponisten.
Nachdem dafür der Beifall verklungen war, folgte die Nationalhymne
der Bundesrepublik mit ihrer 3. Strophe, dessen Text den Besuchern
der Veranstaltung beim Eintritt überreicht worden war. Damit fand
der offizielle Teil einer Veranstaltung ihren Abschluss, die mit
diesem begeisternden Programm noch lange nachwirken könnte. Den
anschließenden Empfang im Foyer des Theaters versagte ich mir,
weshalb ich darüber auch keine Vorstellung habe.
Mittwoch, 2. Oktober 2013
„AIDA“-Darsteller gastiert mit Zwei-Personen-Musical
„Die letzten fünf Jahre“ mit Michael Ehspanner nur am 26. Oktober im Theater Nordhausen zu erleben
In
mehreren Rollen im äußerst erfolgreichen Musical „AIDA“ und als Action
in „West Side Story“ hat er das Nordhäuser Publikum bereits begeistert:
der junge Musical-Darsteller Michael Ehspanner. Nun ist er im Theater
Nordhausen in einem Zwei-Personen-Musical zu erleben: Gemeinsam mit
Linda Rietdorff glänzt er in „Die letzten 5 Jahre“ von Jason Robert
Brown.
Cathy
sucht ihren Platz im Leben und hofft weiterhin auf die große Chance als
Schauspielerin. Jamie, dem jungen Schriftsteller, gelingt mit seinem
ersten Buch der absolute Durchbruch. Beide stürzen sich Hals über Kopf
in das unerwartete Glück ihrer Liebesbeziehung.
In
dem autobiographischen Musical „Die letzten 5 Jahre“ erzählt Jason
Robert Brown mit seiner unverwechselbaren Musik die bewegende
Liebesgeschichte von Cathy und Jamie. Mit der Idee, die beiden
Protagonisten ihre Geschichte in entgegengesetzter Richtung erzählen zu
lassen – Cathy beginnt mit dem Finden von Jamies Abschiedsbrief, Jamie
mit dem ersten gemeinsamen Date – gelingt ihm ein einmaliges
Theatererlebnis.
Linda
Rietdorff und Michael Ehspanner studieren im Fach Musical an der
Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in
Leipzig. Schon lange hatten sie den Wunsch, „Die letzten 5 Jahre“ auf
die Bühne zu bringen. Christian Alexander Müller, bekannt unter anderem
aus „Das Phantom der Oper“ in Essen, „Les Misérables“ in Chemnitz,
Detmold und Berlin und „West Side Story“ u. a. bei den Bad Hersfelder
Festspielen, unterrichtet beide im Hauptfach Gesang und ist für die
Inszenierung des Zwei-Personen-Musicals verantwortlich.
Begleitet
werden die Solisten von einer sechsköpfigen Band. Die Musiker – eine
Geigerin, zwei Cellistinnen, ein Kontrabassist, ein Gitarrist und ein
Keyboarder – sind ebenfalls Studenten der Hochschule für Musik und
Theater Leipzig.
Karten
für die einzige Nordhäuser Vorstellung des Musicals (8 bis 19 Euro)
gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Foto: v. li. Michael Ehspanner, Linda Rietdorff, Christian Alexander Müller; Foto: Jörg Singer
Dienstag, 1. Oktober 2013
Begegnung mit Bamberg (Ein Erlebnisbericht)
Einmal im Jahr wechselt die Nordhäuser
Stadt- und Gästeführergilde ihre angestammte Rolle, Besucher mit
der Stadt, ihrer Historie, ihrer Kultur und ihren Sehenswürdigkeiten
bekannt zu machen. Dann nämlich gehen aktive und passive Mitglieder
selbst auf Reisen, um sich in geschichtsträchtigen und sehenswerten
Städten im
Lande umzusehen und von dortigen Stadtführern informieren zu lassen. Um dadurch ihr Kenntnisspektrum zu erweitern, zu erfahren, wie andernorts die Geschichte und Besonderheiten der besuchten Stadt mit ihrem Umfeld vermittelt werden. Um dabei auch selbst bei passender Gelegenheit auf die Stadt aufmerksam zu machen, aus der man kommt. Sind bei diesen gefragten Gildefahrten dann noch Plätze im Reisebus verfügbar, können auch Bekannte und Gäste an einer solchen Informationsreise teilnehmen.
Und dann war man in Bamberg und schnell
wurde deutlich, warum in dem Stadtführer gutes Schuhwerk empfohlen
wurde: es musste viel und insgesamt auch lange gelaufen werden. Man
nahm es gern in Kauf, denn nun ging es ja darum, der Empfehlung im
Erlebnisführer zu folgen: „Lassen Sie sich ein auf ein
Gesamtkunstwerk aus zehn Jahrhunderten und erleben Sie spannende
Touren und Angebote in Bamberg...“ Der von der Reisebegleiterin
erstellte Ablaufplan transformierte es auf ein abgestimmetes Zeitmaß
herunter. Und sah als Programmeinstieg eine Domführung vor. Die
beschränkte sich dann zwar im wesentlichen auf Erläuterungen zu den
Eingangsportalen zum Dom, war aber so ausführlich und geradezu
wissenschaftlich ausgestaltet, dass man als Zuhörer von vielen der
dargestellten Figuren so konkrete Vorstellungen ihrer Körperhaltungen
und ihrer Gesichtsausdrücke bekam, dass man sich geradezu in die
Zeit ihrer Entstehung versetzt hätte fühlen können. Wenn der
Domführer nicht jene Zeit dieser Entstehung in den Bereich der
Deutungen und Vermutungen gerückt hätte. Es war viel von
Mutmaßungen und Annahmen die Rede. Aber in einer Art, die spannend
wirkte und mich auf den Mann neugierig machte, der so emotional zu
erklären vermochte: Dr. Matthias Scherbaum, absolut kompetent in
dem, was und wie er erklärte: leidenschaftlich und mit Verve. Ein
Kompliment dafür.
Lande umzusehen und von dortigen Stadtführern informieren zu lassen. Um dadurch ihr Kenntnisspektrum zu erweitern, zu erfahren, wie andernorts die Geschichte und Besonderheiten der besuchten Stadt mit ihrem Umfeld vermittelt werden. Um dabei auch selbst bei passender Gelegenheit auf die Stadt aufmerksam zu machen, aus der man kommt. Sind bei diesen gefragten Gildefahrten dann noch Plätze im Reisebus verfügbar, können auch Bekannte und Gäste an einer solchen Informationsreise teilnehmen.
Es war nunmehr das zehnte Mal, dass die
Gilde eine solche Reise unternahm, diesmal wieder über einen Tag
hinaus. Nur waren es diesmal weniger aktive Stadtführer, dafür mehr
passive Mitglieder der Gilde mit Angehörigen oder Bekannten, die an
dieser Reisen teilnahmen. Ziel und Schwerpunkt am vergangenen
Wochenende war diesmal und zunächst das fränkische Bamberg, ich
schrieb bereits darüber.
Und gleich hier muss ich bemerken,
dass sich schon vor Beginn dieser Reise erneut eine sach- und
themengerechte Organisation und Vorbereitung abzeichnete, die der
Verlauf dieser Reise dann vollauf bestätigte. Das Lob dafür gebührt
Dorothee Schwarz, einer der wohl erfahrendsten Stadtführerinnen und
zugleich auch Initiatorin aller bisherigen Excursionen dieser Art.
Ich stelle das bewusst schon an den Beginn dieses Berichtes, um damit
herauszustellen, dass dieses Engagement ganz sicher und erkennbar
nicht als selbstverständlich gelten sollte und auch keine Routine
ist, sondern viel, viel persönlichen Einsatz, Inspiration
und Mühe
erfordert. Bei denen sie diesmal immerhin durch Angelika Lautenbach,
Mitarbeiterin der Firma Brauer Reisen GmbH – und selbst
Gildemitglied – organisatorisch unterstützt und professionell
entlastet wurde. Es war auch ein Reisebus dieses Unternehmens, der
für diese Reise gechartert worden war, samt Lautenbach als
Reiseführerin. Der man anmerkte, dass sie allen Ehrgeiz in diese
Aufgabe setzte. Was ihr auch bestens gelang. Es sei hier zwar
bemerkt, dass es bei der Bereitstellung des Omnibusses einige
Probleme persönlicher Art gab, für die sie nichts konnte, die aber
im weiteren Verlaufe der Reise ihre Bedeutung verloren.
Die dreistündige Fahrt nach Bamberg
wurde durch die Reisebegleitung mit Hinweisen zur beginnenden
herbstlichen Landschaft mit ihren Besonderheiten (Thüringer Wald,
Rennsteig) zu Städten wie Suhl und Ilmenau mit ihren „Markenzeichen“
(Waffenproduktion bzw. Universität), zu Burgen (Drei Gleichen) und
schließlich der Festung Coburg verkürzt. Und der zu Beginn der
Fahrt jedem Teilnehmer überreichte Erlebnisführer zu Bamberg
ermöglichte darüber hinaus, schon mal einen Vorgeschmack auf die
alte Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg mit Hinweisen auf viele ihrer
sehens- und erlebenswerten Seiten zu erhalten. Und schon dabei kam
dem Leser die Einsicht, dass es nur eine flüchtige Begegnung mit der
Weltkulturerbestadt sein würde. Dorothee Schwarz schließlich
erläuterte in einem Einführungsvortrag, welche geschichtliche
Verbindungen bei Kaiser- und Königsgeschlechtern zum Land Thüringen
und damit auch zu Nordhausen bestanden.
Die danach vorgesehene freie Gestaltung
ermöglichte u.a. den Dom selbst zu besuchen oder die Stadt zu
durchstreifen, um wenigstens einen ersten eigenen Eindruck von ihr zu
erhalten. Auch von seiner Gastlichkeit. Nicht immer ganz leicht
angesichts der Massen an Touristen, die durch manche Straßen und in
Gaststätte drängten. Unter die man leicht geraten und den Anschluss
an die eigenen Leute verlieren konnte (siehe vorhergegangenen
Eintrag).
Am Nachmittag folgte dann eine wirklich
sachkundige Führung durch einige der historischen Teile der
Weltkulturerbestadt in der erweiterten Umgebung des Domberges und
damit einem der Hügel des fränkischen Rom, wie ja Bamberg wegen
seiner sieben Hügel auch genannt wird.
Am Abend schließlich lernte man Bamberg auch als
Hauptstadt des Bieres kennen, denn in einer der Brauereien, dem 1670
gegründeten Mahrs-Bräu, stand eine
Führung im Programm. Dazu sei
angemerkt, dass es in einer Beschreibung heißt, dass Bamberg genau
besehen von drei Flüssen durchflossen wird: vom linken Arm der
Regnitz, vom rechten Arm der Regnitz, und vom quellfrischen Bier.
Hier nun erfuhr man den Grund: weil es in Bamberg allein neun
Privatbrauereien gibt. (und 70 im Bamberger Land) Man erfuhr aber
natürlich auch eine Menge über die Entstehung von Bier mit seinen
vielen Sorten und Geschmacksrichtungen. In der zugehörenden
Gaststätte aß man zu Abend, danach nächtigte man mit der
entsprechenden Bettschwere im Hotel „Frankenland“, in das man
sich schon am Nachmittag eingecheckt hatte.
Am Sonntag erhielt man dann auch einen
Eindruck von Bamberg vom Wasser aus im Rahmen einer Schiffsrundfahrt.
Ab Bamberg nämlich ist der Main schiffbar und Teil des
Rhein-Main-Donau-Kanals und hat allein durch diese Anbindung
beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung, die während dieser
Rundfahrt durch die Hafenanlagen auch erkennbar war.
Noch einmal war danach individuelle
Gestaltungsmöglichkeit geboten, die ich mit anderen nutzte, um
Bamberg nun auch als Inselstadt mit seinen Brücken und der
Fußgängerzone kennen zu lernen. Und natürlich dem Klein-Venedig
als das Bamberg ja auch gilt. Der Sonntag stellt sich in Bamberg
gegenüber dem Vortag beschaulich vor und lässt eine ruhigere
Betrachtungsweise dieses Weltkulturerbes zu. Die dabei gewonnenen
Eindrücke sind tief und nachwirkend.
Und können leicht zu dem
Vorsatz führen, wiederzukommen, um Bamberg noch weiter zu erkunden.
Zum Beispiel das kulturelle Leben dieser Stadt, das kennen zu lernen
eine solche Excursion keine Zeit bietet.
Wir aber verließen mit den bis dahin
gewonnenen reichen Eindrücken die Domstadt und gelangten
programmgemäß – schon als Teil der Rückfahrt – nach
Vierzehnheiligen, nahe Staffelstein, einem Wallfahrtsort mit einer
Basilika von großer Bedeutung, auch in der Sicht weit über den
fränkischen Raum hinaus. Dessen Türme derzeit völlig verhüllt und
eingerüstet sind. Und den Gesamteindruck natürlich erheblich
beeinträchtigen.
Während einer offiziellen Führung im
Form eines Vortrags durch den Rektor der Basilika, Franziskanerpater
Heribert Arens, erfuhr man, warum und wie es an dieser Stelle zum
Bau dieses gewaltigen Gotteshauses kam. Einem Bau des Archtekten
Balthasar Neumann, errichtet in den Jahren 1743 bis 1772. Nachdem
dort zuvor eine Kapelle und danach eine kleine Kirche standen.
Jeweils zerstört im Bauernkrieg 1525 bzw im Dreißigjährigen Krieg.
Der Ort geht nach der Sage auf eine Erscheinung des Jesuskindes
zurück, das an dieser Stelle mit einigen anderen
Kindern ein Schäfer
des Zisterzienserklosters Langheim hatte. Sie stellten sich ihm als
die vierzehn Nothelfer vor und verlangten den Bau einer Kapelle. Nach
einem weiteren Mirakel am gleichen Ort wurde das Verlangen prompt
realisiert. Dass seit 1839 Franziskanern die Betreuung der Basilika
obliegt, geht auf eine Verfügung des Bayernkönigs Ludwig I. zurück.
Das Kloster ist heute eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts.
Nach diesem letzten eindrucksvollen
Erlebnis dieser Excursion stand nun nur noch die Heimfahrt auf dem
Programm. In umgekehrter Richtung gegenüber dem Vortag ließ man den
nördlichsten Teil des Frankenlandes hinter sich. Angelika Lautenbach machte in Höhe
Eisfeld mit ihrem letzten Landschaftshinweis darauf aufmerksam, dass
man nun die Grenze passiere. Natürlich keine Staatsgrenze, wie einst
zur DDR, die es genau dort einmal gab, sondern einfach die zu
Thüringen. Und damit näherte man sich schon wieder dem eigenen
Zuhause, das man zwei Stunden später in Nordhausen erreichte.
Für mich ging damit eine der schönsten
bisher erlebten Gildefahrten zu Ende, für die ich den
Organisatorinnen ebenso danke wie dem Fahrer des Reisebusses. Und
allen, die Rücksicht auf meinen demografischen Status nahmen. Ob es
nach der Teilnehmerstruktur eine Fortsetzung der Inforeisen geben
wird, bleibt abzuwarten. Die Idee, in diesem Jahr Bamberg zu
besuchen, wurde im Jahr zuvor während des Eisenach-Besuches geboren.
Diesmal kam von keiner Seite eine Anregung, dafür viel Beifall für
Angelika Lautenbach und den Fahrer Michael Simon, nachdem ihnen von
Gilde-Schatzmeisterin Dorothee Schwarz in der üblichen Weise gedankt
worden war.
Abonnieren
Posts (Atom)
