Montag, 27. Januar 2014

Nordhäuser Bühnenball mit Pariser Flair

Noch gibt es Restkarten an der Theaterkasse – Theater wird zum Ballsaal

Am 14. und 15. Februar 2014 verwandelt sich das Theater Nordhausen in einen gigantischen Ballsaal. Denn dann steht wieder eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse der Region auf dem Programm: der Nordhäuser Bühnenball. Ein schwungvolles Bühnenprogramm, Bars auf allen Ebenen des Theaters, das Tanzbein schwingen auf der Bühne, ein leckeres Buffet – das alles macht den Bühnenball sehr begehrt. Und
so ist es Tradition, dass er an zwei aufeinander folgenden Abenden stattfindet – anders wäre die große Nachfrage nach Karten nicht zu befriedigen.

In diesem Jahr lädt das rauschende Fest in die Stadt der Liebe ein. „Hinter den Kulissen von Paris“ lautet das Motto. Das ganze Haus wird in Pariser Glanz erstrahlen, denn hinter den Kulissen arbeiten die Ausstatter und die Theaterwerkstätten schon jetzt an der aufwändigen und farbenprächtigen Dekoration der verschiedenen Bars und Tanzflächen wie dem „Moulin Rouge“ im Foyer, dem „Café de l’Opéra“ und vielen mehr.

Auf der Bühne begleitet ab 19.30 Uhr das Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus L. Frank das große Showprogramm „Hinter den Kulissen von Paris“. Solisten, Opernchor und Ballettkompanie des Theaters nehmen das Publikum in der musikalischen Revue, die Oberspielleiter Toni Burkhardt auf die Bühne bringt, mit auf eine Reise in die französische Hauptstadt, wo man zahlreichen französischen Berühmtheiten wie Edith Piaf, Napoleon und Quasimodo begegnen wird.

Nach Ende des Bühnenprogramms wird das Buffet eröffnet. Und verschiedene Bands laden ein, zu stimmungsvoller Musik das Tanzbein zu schwingen. Eine besondere Attraktion ist es, dass zum Bühnenball die Trennung zwischen Zuschauerraum und Bühne aufgehoben wird: Auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, darf getanzt werden! Hier sorgt die Galaband „Princess Jo“ für die passende Tanzmusik. Im Foyer bittet DJ Jens Schilling das Publikum auf die Tanzfläche, und im 2. Rang gibt es stimmungsvolle Akkordeonmusik von „Salon Pernod“.

Eine rauschende Ballnacht bis in den frühen Morgen erwartet die Gäste im Theater Nordhausen. Wer dabei sein will, muss sich sputen: Einige wenige Karten für den Nordhäuser Bühnenball 2014 gibt es noch an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52).

Foto: Nordhäuser Bühnenball 2012, Foto: Birgit Susemihl

Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof:

Oberbürgermeister gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Nordhausen (psv) Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh gedachte heute gemeinsam mit Landrätin Birgit Keller und weiteren anwesenden Bürgern und Vertretern der kommunalen Politik mit einer Kranzniederlegung an der Gedenkstele auf dem Ehrenfriedhof der Opfer des Nationalsozialismus.

Wir stehen heute hier, um jener Menschen zu gedenken, denen in den Jahren des Nationalsozialismus die Würde und das Leben geraubt wurde, die von deutscher Hand starben in
den KZ-Todesmühlen des Terror-Regimes und auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges;  die sterben mussten aufgrund ihrer Religion, ihrer politischen Gesinnung oder ihrer Ethnie. Hier lag die Grausamkeit des Regimes – es schwang sich auf zum Herrscher über Leben und Tod“, sagte der Oberbürgerbürgermeister.


Es gebe nur noch wenige Überlebende bzw.- Zeitzeugen aus jenen Tagen. Deshalb werde die Auseinandersetzung mit den Terrorjahren und das Gedenken an deren Opfer Jahr für Jahr an Bedeutung gewinnen. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass insbesondere „auch unsere Schulen viel Engagement zeigen, um das Erinnern wach zu halten, und solche Tage wie den 27. Januar nutzen, um vor allem die jungen Menschen  an authentische Orte wie die Gedenkstätte „Dora“ zu führen, aber auch auf diesen Friedhof, um sie für den Schutz selbstverständlicher Werte wie Demokratie, Achtung der Menschenwürde, Freiheit und Toleranz zu sensibilisieren.   Ich wünsche mir, eine Gedenkkultur, die aus der Mitte der Zivilgesellschaft kommt und von allen getragen wird. Den Fragen junger Leute dürfen wir dabei nicht ausweichen. Neonazis, Extremisten, Rassisten sind jedoch für mich keine Gesprächspartner“, so Zeh. 

Thüringer Kulturpreis 2014

Nordhausen (pln 23/14). Das Thüringer Kultusministerium sucht bis zum 15. April für den Thüringer Kulturpreises 2014 herausragende Projekte im Nachwuchsbereich. Denn das diesjährige Thema sind jugendkulturelle Angebote mit modellhaften Vermittlungsansätzen. Geehrt werden hervorragende Leistungen von Institutionen oder Gruppen, die sich im Besonderen durch kulturelles Engagement auszeichnen. Das Preisgeld beträgt 15.000 Euro. Vorschlagsberechtigt sind kulturelle Vereine, Verbände, Institutionen wie Kommunen und Einzelpersonen. Eigenbewerbungen sind jedoch ausgeschlossen Eine ehrenamtliche Jury wird die Preisträger auswählen. Den Kulturpreis vergibt der Freistaat seit 1995 zu wechselnden Themen. Mehr zum Kulturpreis im Internet unter www.thueringen.de/th2/tmbwk/kultur/foerderung/kulturpreis/2014/.

Geraer Zahnarzt droht Verlust der Approbation und Kassenzulassung

Thüringer Zahnärzte-Körperschaften leiten Verfahren gegen verurteilten Kollegen ein

Dem Geraer Zahnarzt, der seine Praxismitarbeiterinnen heimlich gefilmt hatte, drohen nun auch berufliche Konsequenzen: Die Landeszahnärztekammer Thüringen und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Thüringen haben jeweils Verfahren gegen den Zahnmediziner eingeleitet.

Im Herbst hatte das Amtsgericht Gera den Zahnarzt zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Landeszahnärztekammer hat das gesamte Gerichtsverfahren gründlich beobachtet, um nach dessen Abschluss berufsrechtlich reagieren zu können.

„Wir Thüringer Zahnärzte berücksichtigen die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre unserer Angestellten. Deshalb werden wir uns mit allen Vorwürfen kritisch auseinandersetzen“, sagt Dr. Andreas Wagner, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen. Letztlich droht dem Zahnarzt der Entzug seiner Approbation – also der Erlaubnis, weiterhin als behandelnder Zahnarzt tätig zu sein.


KZV beantragt Entzug der Kassenzulassung

Zusätzlich zu diesen berufsrechtlichen Maßnahmen hat die Kassenzahnärztliche Vereinigung den Entzug der Kassenzulassung des Geraer Zahnarztes beantragt. Nach einer intensiven und mehrmonatigen Beratung wird hierüber der gemeinsame Zulassungsausschuss von Zahnärzten und Krankenkassen entscheiden. Bei einer Bestätigung des Antrages darf der Zahnarzt keine Patienten der Gesetzlichen Krankenkassen behandeln.

Der KZV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Karl-Friedrich Rommel, verweist auf die Außenwirkung der Vorwürfe: „Wem so ein schwerwiegender Vertrauensmissbrauch gegenüber den ihm sich anvertrauenden Mitarbeiterinnen vorgeworfen wird, dem können wir nicht mehr ausreichend vertrauen, dass er seine Patienten respektiert.“


Rechte der Zahnarzt-Mitarbeiterinnen unbedingt schützenswert

In den mehr als 1.500 Zahnarztpraxen und anderen zahnmedizinischen Einrichtungen Thüringens arbeiten etwa 4.500 Zahnmedizinische Fachangestellte. „Üblicherweise herrscht in unseren Praxen ein vertrauensvolles Arbeitsklima und Freude am Umgang mit anderen Menschen. Unsere Mitarbeiterinnen verdienen daher uneingeschränkten Respekt sowie Schutz vor Eingriffen in ihren persönlichen Bereich“, so die beiden zahnärztlichen Berufsvertreter.


Landeszahnärztekammer Thüringen

Die Landeszahnärztekammer Thüringen ist die Berufsvertretung der Thüringer Zahnärzte. Sie setzt sich für die gesundheits- und standespolitischen Interessen der über 2.500 Mitglieder ein. Die Kammer überwacht die zahnärztlichen Berufspflichten, regelt und betreibt die Aus- und Fortbildung der Zahnärzte sowie des Assistenzpersonals und unterstützt den öffentlichen Gesundheitsdienst. Zusätzlich berät die Landeszahnärztekammer die allgemeine Öffentlichkeit in ihrer Patientenberatungsstelle mit wissenschaftlich gesicherten Informationen und nützlichen Tipps zur Mundgesundheit. Weitere Informationen unter www.lzkth.de.

90. Geburtstag Albert van Hoey:

 „Ihre moralische Größe ist Beispiel gebend“ / „Allein die Sicht der Opfer darf ethische Richtschnur für das Gedenken sein“

Nordhausen (psv) Anlässlich des 90. Geburtstags von Albert van Hoey, dem Vorsitzenden des Häftlingsbeirats der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, sind Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und Dr. Cornelia Klose, die frühere Leiterin der Gedenkstätte „Mittelbau Dora“ (im Bild) , am Sonntag gemeinsam nach Belgien gereist. Sie folgen damit einer Einladung des ehemaligen „Dora“-Häftlings.

„Im Namen der Stadt Nordhausen gratuliere ich Ihnen aus ganzem Herzen zu Ihrem stolzen Geburtstag. Wir empfinden es als besondere Ehre, dass Sie uns zu Ihrem wichtigen Jubiläum eingeladen haben. Ihr Elan und Ihre moralische Größe sind zugleich beispielgebend, Bestätigung, Ermutigung und Ansporn. Wir wünschen uns, dass Sie unsere Stadt auch in den kommenden Jahren als aufrechter und kritischer Weggefährte begleiten werden“, sagte der Oberbürgermeister bei der Gratulation für den Jubilar im Gemeinschaftshaus der Stadt Stekene.

„Diese weitere – und sehr persönliche Begegnung mit Albert van Hoey, mit seiner Familie, seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln - hat mich bestärkt: Beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, bei der Bewertung dessen, was Menschen damals angetan wurde, kann und muss das Einfühlungsvermögen für die Opfer die entscheidende ethische Richtschnur sein. Wie auch das Bewusstsein dafür, was zu dem Fall in die Barbarei geführt hat. Deshalb möchte ich den Diskurs über eine Gedenkkultur für unsere Stadt – die mit einem Konzentrationslager gelebt hat – unbedingt intensivieren. Ich habe dazu am Freitag ein erstes Telefongespräch mit Professor Dr. Volkhard Knigge geführt, dem Leiter der Stiftung `Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.´ Mit ihm und mit Dr. Jens-Christian Wagner, dem Leiter der Gedenkstätte `Mittelbau Dora´ möchte ich ein Treffen in den kommenden Tagen vereinbaren und freue mich auf die Begegnung.

Er halte es nach wie vor für wichtig, dem Gespräch mit Jugendlichen nicht auszuweichen, sondern im Gegenteil den Diskurs zu führen, sagte Dr. Zeh. „Auch mit Blick darauf, wo unsere Verantwortung als Demokraten liegt für die nachwachsenden Generationen. Ich will Menschen- vor allem junge bis zu einem gewissen Alter – nicht zu schnell den Verführern verloren geben.“

Dr Zeh sagte weiter: „Die Gesprächsbereitschaft hat allerdings für mich klare Grenzen: Dort, wo Opfer verhöhnt oder missbraucht werden, wie dies immer wieder durch die NPD bei den Veranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer der Bombardierung der Stadt Nordhausen geschehen ist. Sie hat dort Grenzen, wo das Gedenken verunglimpft wird, wo Menschenrechte auch nur ansatzweise in Frage gestellt werden. Sie hat dort Grenzen, wo nur ansatzweise Äußerungen fallen, die dem Grundgesetz widersprechen, die extremistisch sind, ausländerfeindlich, antisemtisch oder in irgendeiner Art und Weise die Opfer des Nationalsozialismus oder deren Andenken verunglimpfen. Und natürlich dort, wo die Grenze zur Straftat gegeben ist. Ich betone noch einmal: Bekennende und offen erkennbare Rechtsextreme sind dabei keine Gesprächspartner. Das ist und bleibt der Konsens“


„Wir müssen die Fragen der Jugendlichen beantworten. Wie diese Gespräche mit Blick auf das Schicksal der Opfer und ihrer Familien konkret aussehen und gelingen, darüber müssen wir Demokraten einen Konsens finden. Deshalb rufe ich parteiübergreifend dazu auf, die jetzt begonnenen Gespräche über eine Gedenkkultur für unsere Stadt nicht nur fort zu setzen sondern zu intensivieren. Dies sind wir den Opfern, uns selbst, unserer Stadt und der Zukunft unserer Demokratie schuldig.“
(Foto: Stadt Nordhausen)

Norbert Lammert: Es ist wichtig, neue Wege der Erinnerung einzuschlagen

Start des bundesweiten Jugendwettbewerbs „DenkT@g“ der Konrad-Adenauer-Stiftung

Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ruft die Konrad-Adenauer-Stiftung zur Teilnahme am bundesweiten Internetwettbewerb „DenkT@g“ auf.

Den Startschuss für den zum achten Mal ausgeschriebenen Jugendwettbewerb gab heute in Berlin im Rahmen des Schüler-Projekttages „Gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ der Schirmherr, Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert: „Die Besonderheit des Wettbewerbs liegt darin, dass sich die Jugendlichen mit ihren eigenen Wahrnehmungen der Ereignisse konfrontieren. Gerade bei diesem Thema ist es wichtig, neue Wege der Erinnerung einzuschlagen.“

Unter dem Motto „Hinsehen, Einmischen, Mitmachen“ sind Jugendliche dazu aufgerufen, sich mit der Erinnerung an Shoa und NS-Diktatur, aber auch mit aktuellen Fragen von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auseinanderzusetzen.

Jugendliche Teilnehmer zwischen 16 und 22 Jahren können bis zum 31. Oktober 2014 eine eigene Webseite erstellen, auf der sie Inhalte sowohl zu den Opfern der NS-Diktatur und zum Holocaust als auch zum gegenwärtigen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus verarbeiten.

Weitere Informationen zum Jugendwettbewerb sowie ein Foto zum download von der Eröffnungsveranstaltung in Berlin finden Sie unter: http://www.kas.de/akademie/de/publications/36682/
(Eine Mitteilung der Konrad-Adenauer-Stiftung am 27.01.2014)

Leute heute

Eine genauere, präzisere Überschrift fällt mir nicht ein für das, was mich derzeit beschäftigt. Und irgendwie geht mir dabei auch eine Bemerkung aus dem Ausstellungskatalog zur Pressefoto-Ausstellung im Nordhäuser Bürgersaal nicht aus dem Kopf: Die Vorsitzende des Journalistenverbandes Thüringen, Anita Grasse meinte im Editorial des Katalogs, Texte – also das geschriebene Wort – wären leichter misszuverstehen als Bilder. Sie bezog das zwar mehr auf Menschen, die mit der deutschen Sprache nicht wirklich vertraut sind – und das müssen ja nicht unbedingt Migranten sein – aber es könnte doch auch sein, dass es an der Art und Weise liegt, in der man seine eigenen Überlegungen und Auffassungen in Worte und Texte fasst!?

Nun betone ich ja gern, dass ich gar nicht für die Öffentlichkeit schreibe und auch nicht darauf abziele, dass meine Texte gelesen werden. Aber wenn ich gelegentlich in die Übersicht gucke, die mir Google zu meinem Blog bietet, die also die Zahl der Nutzer anzeigt, die meinen Blog täglich aufrufen, meine ich, dass ich meine Überlegungen tunlichst unmissverständlich textlich formulieren und einstellen muss.

Das war zwar schon früher immer mein Bestreben, nur stelle ich bei selbstkritischer Reflektierung fest, dass ich in meiner „Denke“ zunehmend Zeit brauche, Texte rational und ökonomisch zu formulieren. Womöglich dem Alter geschuldet. Und weil ich ja ein „Fan“ von Wolf Schneider bin, bemühe ich mich eben auch, ein gutes Deutsch zu schreiben.

Doch zur Sache: mich beschäftigt aktuell die Petition zu Markus Lanz nach seinem Interview mit Sarah Wagenknecht. Und nun auch noch der Versuch einer Gegen-Petition des Kabarettisten Dieter Nuhr. Dazu muss ich freilich auch wieder mal einräumen, dass ich kein Mitglied bei Facebook bin (und auch nicht zu werden gedenke), dass ich mich auch nicht bei Twitter beteilige (und mich nicht einmal eines Handys bediene) und deshalb zunehmend digitale Vorgänge nur insoweit mitbekomme, als sie in den Medien – auf Papier oder im Internet – berücksichtigt werden. Ich komme noch darauf zurück.

Mich beschäftigt eigentlich jetzt erst der ehemalige Mitarbeiter der NSA , Edward Snowden, weil mir seine immer neuen, und geradezu umfassenden „Enthüllungen“ über die Aktivitäten der NSA einerseits die Überlegung aufnötigen, welche Stellung dieser Mann in dieser Behörde wirklich hatte, um an all das Wissen zu gelangen, das er so nach und nach öffentlich werden lässt. Und wie es mit der strukturellen organisatorischen Beschaffenheit der NSA bestellt ist, einen Mitarbeiter – wie wichtig er auch gewesen sein mag – zu einem derart weit gehenden Insiderwissen kommen zu lassen!? Und schließlich die Frage, inwieweit man hierzulande prüft, wie authentisch seine Aussagen wirklich sind? Kein Zweifel dass er weitgehende Kenntnisse besitzt. Dass man aber alle seine „Enthüllungen“ ohne weitere Beweise als glaubwürdig behandelt, ist mir unverständlich. Vielleicht geht man auch davon aus, dass es bei dem Umfang dessen, was seitens der NSA zugegeben wurde, nicht mehr darauf ankommt, was darüber hinaus unbewiesen bleibt. Man glaubt ihn ja schon, wenn er äußert, dass es so gewesen sein könnte (etwa das Abhören von Politikern neben Angela Merkel).

Und wenn ich im lokalen Bereich bleibe, wundere ich mich doch, welcher Wirbel um die rechtsextremen Teilnehmer an der Versammlung zur Gedenkkultur im Nordhäuser Rathaus gemacht wird. Ist die Demokratie denn wirklich noch so sensibel und anfällig, dass man sich scheut, mit drei jungen Leuten zu diskutieren, die der rechten Szene angehören? Sie auszuschließen ist sicher die schwächste Position. Weil man sich dadurch erspart, durch Argumente zu überzeugen. Und die hat man doch!? Insoweit bemängele ich auch die Stellungnahme von OB Klaus Zeh, in der er die Einladung als „versehentlich erfolgt“ bezeichnet.

Und nachdem ich meinen Eintrag mit einer Bezugnahme auf die Pressefoto-Ausstellung im Bürgersaal des Rathauses und den dazu erschienenen Ausstellungs-Katalog begann: ich muss ihn mir besorgen, weil mir das Editorial von Anita Grasse als außerordentlich aufschlussreich im Gedächtnis blieb. Und Anreiz, mich etwas mehr mit dem DJV Thüringen zu befassen.