Mittwoch, 17. April 2013

"Flohburg" erhält Schenkung vom Lions-Club Göttingen


Lions-Club Göttingen schenkt  Original-Kupferstichdruck  Nordhausen von Merian der „Flohburg | Das Nordhausen Museum“

Nordhausen (psv) Der Lions-Club Göttingen hat jetzt im Beisein seiner Club-Kollegen aus Nordhausen dem Nordhausen Museum „Flohburg“ einen Original-Kupferstichdruck „Northusia-Northausen“ aus dem Jahr 1650 von Matthäus Merian der Älltere (1593-1650) geschenkt. Er ist jetzt in der Dauerausstellung des Museums zu sehen.

Zum Bild von links: Heiko Brandner, Lions Nordhausen, Manfred Dreyer, Lions Göttingen, Hartmut Kühn, Lions Nordhausen, Dr. Cornelia Klose, Dr. Friedrich Kray, Lions Nordhausen und Dr. Jens Jenßen, Lions Göttingen. (Foto: privat)

Dienstag, 16. April 2013

Nordhäuserinnen auf der Tourismus-Messe „Travel Thüringen“ in Suhl


Nordhausen (psv)  Vom 11.-14. April 2013 fand der Tourismus- und Tagungsworkshop TRAVEL.THÜRINGEN zum 10. Mal statt. Auch Nordhäuser Tourismusfachleute brachten in Suhl den Reiseveranstaltern die Vielfalt der touristischen Angebote nahe.
Birgit Adam, Leiterin der Stadtinformation (links), war gemeinsam mit Daniela Kübel von der „Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei“ (2.von links) und  Ann-Kathrin Schmidt von der Theater Nordhausen/Loh Orchester Sondershausen Gmbh (rechts) zu dieser Fachmesse gereist, um die Sehenswürdigkeiten und touristischen Highlights der Rolandstadt zu präsentieren.
„Nach Gesprächen mit den Reiseveranstaltern aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden haben wir jetzt konkrete buchbare und auf die individuellen Wünsche zugeschnittene Angebote für Gruppenreisen in unsere Stadt zusammengestellt und werden diese jetzt den Reiseveranstaltern zuschicken“, sagte Birgit Adam in der Hoffnung, sie dann im nächsten Jahr auch in Nordhausen begrüßen zu können.

Gewürdigtes Engagement für den Park Hohenrode



Die erste Mitgliederveranstaltung des Fördervereins Park Hohenrode in diesem Jahr im Lesecafè des Parks stand zwar ganz im Zeichen der Ehrung von Mitgliedern, die sich bisher um den Park verdient machten. Trotzdem setze ich an erste Stelle meines Berichtes von dieser Veranstaltung die Freude über die wieder ihres Amtes waltende 1Vorsitzende Gisela Hartmann.

Zur Begründung bringe ich die im Februar stattgefundene Jahreshauptversammlung des Fördervereins mit der Entlastung aller ihrer Vorständler in Erinnerung. Im damaligen Bericht in der nnz am 08.02. war abschließend zu lesen: „Die Versammlung schloss u.a. mit dem Hinweis einer neuerlichen, von Tura Jursa künstlerisch gefertigten Holztafel zum Lesecafè, die demnächst dort feierlich angebracht werden wird. Wolfgang Asche verabschiedete die Versammlungsteilnehmer, nicht ohne noch einmal der erkrankten Gisela Hartmann gute Genesung gewünscht zu haben. Sie wurde vermisst.“

Nun also leitete Gisela Hartmann wieder in gewohnt umsichtiger Weise die Veranstaltung. Und außer einiger von ihr gemachter Bemerkungen zu ihrer überstandenen Krankheit war ihr kaum etwas davon anzumerken. Noch vor Beginn der Veranstaltung machte sie auf die inzwischen angebrachte Holztafel am Eingang zum Lesecafè aufmerksam, künstlerisch gefertigt von Tura Jursa. Deren holzbildhauerische Werke ja inzwischen schon an verschiedenen Stellen des Parks mit unterschiedlichem Anliegen anzutreffen sind. Die feierliche Einweihung dieses jüngsten Bildreliefs soll demnächst erfolgen.

In der ihr eigenen persönlichen Art begrüßte dann Gisela Hartmann nach dem musikalischen Ouvre durch den jungen Saxophonisten Stephan Ostermann (mit Melon Island von Jim Snidero) die vorwiegend zur Ehrung ausersehenen Mitglieder, die allein schon fast nahezu den gesamten Gastraum des Cafès für sich benötigten. Zunächst verlas Hartmann - assistiert von ihrem Stellvertreter, Dr. Friedrich Kray – Grußworte der Schirmherrin, der Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die selbst als Grünen-Politikerin im zunehmend spannender werdenden Bundestags-Wahlkampf engagiert ist und deshalb selbst nicht kommen konnte. Ähnlich die Schauspielrin Susanne Bormann als Botschafterin des Parks, bei der es Filmarbeiten waren, die sie vom Kommen abgehalten hatte. 
Die neben ihren Grußworten wissen ließ, dass sie Anfang Juni zu einer Lesung in den Park kommen will. Sehr präsent dagegen war eine weitere junge Musikerin, die Flötistin Franka Angelstein, die nach der Einführung und nach den Grußworten musikalisches Können auf ihrem Instrument demonstrierte, das hervorragend war. Die Sonata op.140 von Sigfrid Karg-Elert, die sie selbst gewählt hatte, gab dazu auch jede Möglichkeit. Mit Stephan Ostermann (und dessen Bruder Thomas) hat der Verein also gleich mehrere bemerkenswerte junge Musiktalente, die alle schon Preisträger einiger beachtlicher musikalischer Landes-Wettbewerbe sind. Sei hier auch schon das Grußwort des Nordhäuser Oberbürgermeisters Dr. Klaus Zeh vorweggenommen, das Hannelore Haase, 2. Beigeordnete der Stadt, eigentlich etwas später überbrachte. Und sich dabei einmal mehr als personifizierte Teilhabe der Kommune am kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt darstellte, sofern sie solches nicht auch selbst als Vertreterin der Stadt initiiert.

Nach dieser anschaulichen Einführung erläuterte Gisela Hartmann zu Beginn der eigentlichen Ehrungen, dass dieser Park Hohenrode vom lebendigen, leidenschaftlichen Engagement (Motto der Veranstaltung)seiner Mitglieder lebt. Und mit diesen Ehrungen das bisherige Engagement verdienter Mitglieder mit einer gerahmten und numerierten Parkaktie gewürdigt werde (gestaltet von Axel Schumann), die gleichzeitig von Dr. Friedrich Kray vorgestellt wurde. Die Vereinschefin brachte damit eigentlich nur in Worten zum Ausdruck, was man praktisch jeweils erlebt, wenn man den Park zu Veranstaltungen, Arbeitseinsätzen oder sonstigen Arbeiten besucht, die der Harmonisierung des Parks dienen. Das traf und trifft auf die allgemeine Pflege der Parklandschaft, dem Kampf gegen den Riesenbärenklau ebenso zu wie die Sanierung der Verlobungsbrücke, die Errichtung von Sitzbänken und die Freilegung der Sichtachsen. 
Und es hört nicht auf bei der Planung und Durchführung der Parkfeste, der Bedienung der Gäste bei Veranstaltungen im Lesecafé, wie gerade am gestrigen Abend. Alle diese Tätigkeiten, Einsätze, gestaltenden Arbeiten und Handreichungen wurden während der nun folgenden Ehrung einzelner Mitglieder mit auf eine große Leinwand gebeamten Bildern veranschaulicht, in der sich die Geehrten bisher am Geschehen im Park beteiligten oder dieses(mit-)gestalteten. Dabei ergab sich eine Vorstellung von all dem, was bisher auf dem Gelände dieses inzwischen national anerkannten Villenparks (Arboretums) notwendig war, getan und erreicht wurde. Deren Ergebnisse zunehmend sicht- und erlebbar sind Und den Park wieder zu dem werden zu lassen, was er einstens war: ein dendrologisches Kleinod ersten Ranges. Jeder der Geehrten, und viele Andere an ihrer Seite tragen ihren Teil dazu bei.

Aufgerufen zu ihrer Ehrung wurden: Franka Angelstein, Marianne Barth, Werner Barth, Gisela Baerens,Matthias Bender, Ursula Burkhardt, Rolf Eisfelder, Hans-Jürgen Fischer, Hans-Georg Franz, Hannelore Gaßmann, Wolfgang Hartmann, Waltraut Hebestreit, Christel Heise, Ursula Helms, Tura Jursa, Heinz Jursa, Irene Koch, Lutz Kohlmann, Sven Liss, Ursula Mauder, Helmut Ostermann, Stephan Ostermann, Thomas Ostermann, Axel Schumann, Bodo Schwarzberg, Arthur Stark, Reinhard Wagner, Peter Walther, Bärbel Weiser.

Waren also die Ehrungen Anerkennung des bisherigen ehrenamtlichen Engagements, sollen und werden sie sicher als Motivation für das wirken, was in diesem Park noch zu tun ist: notwendiger Einsatz nämlich, der nie aufhört. Und Gisela Hartmann versteht es, zu motivieren.

Den Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung bildete eine Rezitation Goethes Osterspaziergang und ein weiteres Musikstück auf dem Saxophon durch Stephan Ostermann. Was danach folgte war zwanglos, unterhaltsam und kulinarisch recht ansprechend. Bleibt zum Schluss die Frage, wer denn die Vorständler ehrt, ohne die es das alles nicht geben würde. Ich anerkenne jedenfalls deren gleichfalls ehrenamtliches Engagement vollauf und werde gern weiter darüber berichten.

Samstag, 13. April 2013

Wird in deutschen Krankenhäusern wirklich zu schnell operiert?


Nach einer aktuellen OECD-Studie kommen Patienten vergleichsweise in Deutschland am häufigsten unters Messer. Keine wirklich neue Meldung, die aber stets in der Öffentlichkeit vor allem eines bewirkt: Unsicherheit gegenüber den behandelnden Ärzten bei Menschen, die jetzt oder in Zukunft in einem Krankenhaus behandelt und versorgt werden (müssen).

Ich würde mich als relativ häufiger Patient der Nordhäuser Südharzklinik zum Ergebnis dieser OECD-Studie zurückhaltend äußern, denn was weiß ich schon über das allgemeine Verhalten von Chirurgen zu ihren Patienten? Wenn da nicht gerade im Zusammenhang mit dieser Studie im Fernsehen zur Veranschaulichkeit jenes Ergebnisses ein Einzelfall geschildert worden wäre, bei dem ein Mann gezeigt wurde, der in einer Klinik ein künstliches Hüftgelenk erhielt und nun in der Konsequenz mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Weil die Operation fehlschlug.
Und genau das ist mir Anlass, mit der gleichen Aussagekraft mein eigenes Beispiel entgegen zu stellen mit der Feststellung, dass wohl für keine Operation eine hundertprozentige Erfolgsgarantie erwartet oder gegeben werden kann. Für die OECD Studie aber hat weder das eine, noch das andere Beispiel zu tun, wohl aber mein Beispiel für die Häufigkeit von Operationen in deutschen Krankenhäusern
Und da behaupte ich nach aller meiner Erfahrung, dass es mit der Verantwortung und der ethischen Auffassung eines Chirurgen einfach nicht vereinbar ist, Patienten zu einer Operation zu raten, wenn das nicht unbedingt nötig ist. Und ich meine, dass zumindest aus meiner perönlichen Sicht beurteilen zu können. Weil ich mich – wieder einmal - in einer Situation befinde, in der eine Operation – linkes Knie und -Sprunggelenk – nötig wäre. Und mir genau von den behandelnden Ärzten und Chirurgen der Südharz-Klinik -der Unfall-Chirurgie - von einer solchen Operationen abgeraten wird. Weil das Risiko einfach zu groß sei. Zwar bereite die Operation keine Probleme, aber wohl die Auswirkungen auf Organismus und Gelenke. Stattdessen soll die physiotherapeutische Behandlung weitergeführt werden, solange die Krankenkasse zustimmt. Erst danach wird es ja jeweils problematisch. Im übrigen sollen mir Schmerzmittel helfen. Allerdings mit der Einschränkung, dass ich die Schmerzen nie mehr ganz los werde. Eine Operation dagegen könne mich trotz Erfolgs direkt ins Pflegeheim führen. Damit will ich ausdrücken, dass es vor allem wichtig ist, seinem behandelnden Chirurgen nicht mit Misstrauen zu begegnen, sondern ein Vertrauensverhältnis zu ihm  aufzubauen, das von vornherein ausschließt, dass eine Operation angeraten wird, die nicht unbedingt nötig ist. Und dann bliebe noch immer die Konsultation eines weiteren Arztes.

Kultureller Anspruch in der Diskussion


Was ist doch der Bericht über die Gründung des Fördervereins „Nicolai in foro“ im Lokalteil der „Thüringer Allgemeine“ (09.04.) für eine sachliche und ebenso nüchterne – wenn auch im Stil recht anspruchsvolle - Angelegenheit. Angesichts der „aufschlussreichen“ Kommentare zum nahezu gleichlautenden Gründungsbericht in der Internet-Zeitung. Durch die so richtig deutlich wird der Unterschied im Niveau dieses Gründungsberichtes in geistiger und rhetorischer Hinsicht gegenüber dem der meisten Kommentare. Einer Klientel übrigens, die die Spalten dieser Internet-Zeitung in gewohnter Weise beherrscht. Und damit den natürlich irrigen Eindruck aufkommen lässt, als äußere sie sich stellvertretend für die gesamte Bürgerschaft Nordhausens. Dass es Karin Kisker für notwendig hält, sich zur Tonart gemeinter Kommentare zu äußern, sollte sie erkennen lassen, dass sich diese Klientel mit dem Niveau in dem dieser Gründungsbericht gehalten ist, nicht angesprochen, sondern wohl eher provoziert fühlt. Der Hinweis, dass zu Kiskers Beitrag nur Kommentare mit Klarnamen gewünscht sind, lässt allerdings einmal mehr erkennen, dass diese Kommentarfunktion redaktionell scheinbar nach ausschließlich subjektiven, wenn nicht sogar willkürlichen Gesichtspunkten gehandhabt wird. Was gerade in jüngster Zeit – zum Beispiel durch gelegentlich generelle Sperrung von Kommentaren - offenkundig wurde. Immmerhin lässt die Beschränkung auf Klarnamen erwarten, dass sich die Zahl der Kommentatoren und deren Äußerungen nach allen Erfahrungen in Grenzen halten wird.

Ein Beitrag, der Öffentlichkeit diese Kulturbibliothek als „Haus des Buches, des Geistes, und ein Haus der Demokratie und der Begegnung“ näher zu bringen, wie es OB Klaus Zeh in seiner Neujahrsansprache zum Ausdruck brachte, ist dieser Gründungsbericht sicher nicht. Und das wäre meines Erachtens erst einmal nötig gewesen, um erst dann die Aufgaben vorzustellen, die sich dieser Förderverein gestellt hat. Krankenhausseelsorgerin Gabriele Lipski hat dies im Rahmen der Kommentarfunktion in der Internetzeitung erkannt und recht anschaulich nachgeholt. Hier ihr Beitrag:

11.04.2013, 17.34 Uhr
Gabriele L. IVersuch einer Klärung
„Eigentlich bin ich wirklich verblüfft, mit wie viel Wut auf den neu gegründeten Verein reagiert wird. Der Verein hat doch die Bibliothek nicht gebaut! Das Haus steht da und sollte friedlich und sinnvoll genutzt werden. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass irgendeiner die Bibliothek für Gottesdienste benutzen wollte. Warum also die Sorge, dass es sich um ein Haus der Kirche handeln könnte?

Der vorgeschlagenen Name "Nikolai Forum", der ja mit Sicherheit diskutierbar und auch abwählbar wäre, ist eine Erinnerung daran, dass genau an der Stelle, wo jetzt die Bibliothek steht, früher die Nikolaikirche stand. In Nordhausen wurden viele großartige Gebäude zerstört, warum nicht auf einen Vorgängerbau verweisen? Es handelt sich - so habe ich es zumindest verstanden - bei dem neu gegründeten Verein nicht um eine politische Demonstration oder um eine Kirchenaktion, sondern um persönliches Interesse und Engagement.

Ich (Gabriele Lipski, Krankenhausseelsorgerin und Mitglied des in Gründung stehenden Vereins)wäre froh, wenn ich von den Kritikern nicht auf meine Kirchenzugehörigkeit reduziert würde.“ (Ende des Lipski- Kommentars.)

Auch dieser Beitrag ist im übrigen aufschlussreich genug, um erkennen zu lassen, wie tendenziös das Gros der sonstigen Kommentare ist. Nachdem dieser Beitrag aber hoffentlich und zumindest in der wirklich interessierten Öffentlichkeit „angekommen“ ist, nun der Hinweis in dem Gründungsbericht (Auszug): „Viele Menschen betätigen sich ehrenamtlich . . . um zu helfen, kulturelle Projekte zu realisieren. "Die hinter dem Rathaus entstehende Kulturbibliothek ist für Nordhausen eine Jahrhundertinvestition. Damit ist nun auch die letzte kriegsbedingte Brache im Stadtzentrum einer zukunftsweisenden Architektur gewichen. So gilt es schon jetzt, dem Gebäude Leben einzuhauchen", lässt der Verein in der Internetzeitung verkünden.

In diesem Sinne wollen die Mitglieder des Fördervereins dazu beitragen, dass die geistigen Traditionen des historischen Standortes in das moderne Konzept des kulturellen Stadtlebens einfließen können. Das Haus soll ein "Haus für die Menschen" werden, so betonte es die Vorsitzende des neu gegründeten Vereins, Hildegard Seidel.

Es ist immer der lebendige Geist der Menschen, welcher unterhält, bildet und verbindet. Das Gebäude hinter dem Rathaus soll deswegen zu einem kulturellen Bildungszentrum, zu einem Forum in der Stadtmitte, entwickelt werden. Darum auch der Name "Nicolai Forum" für das Gebäude, während der Verein in Anlehnung an die Historie des Ortes sich den Namen "Förderverein Nicolai in foro" gab.

Die Idee für ein Haus, in dem die Kultur eine Heimstatt finden kann, wurde schon 1996 geboren, ist über die Jahre gewachsen und sieht mittlerweile ihrer materiellen Vollendung entgegen. In Zeiten knapper Kassen sterben kleine Bibliotheken überall in der Republik. Will man sie dennoch erhalten, braucht es moderner Konzepte, wie man künftig mit der Literatur und den modernen Medien leben möchte. Nordhausen ist eine traditionsreiche Stadt.

Mit der Himmelgartenbibliothek besitzt sie eine bibliophile Kostbarkeit allerersten Ranges, was letztlich für das Land Thüringen den Ausschlag gab, die Finanzierung des Objektes zu ermöglichen. Der Neubau erlaubt nun endlich die Heimkehr der Himmelgartenbibliothek in ihre angestammte Heimat. Nicht nur die Schönheit der alten Bücher soll künftig im Mittelpunkt ihrer neuen Präsentation stehen, sondern vor allem ihr Inhalt soll in diesem Haus der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Neben der Himmelgartenbibliothek wird auch Nordhausens Historische Bibliothek dort der Bevölkerung zugänglich gemacht.“ So jedenfalls liest man es in dem Gründungsbericht.

Daraus ist zu schließen, dass sich der Förderverein mit seinen Mitgliedern zunächst ehrenamtlich der Betreuung und Verwaltung der Himmelgartenbibliothek unterstützend zuwenden wird, für die in der Kulturbibliothek schon ein fester Platz vorgesehen ist. Und auch Nordhausens Historische Bibliothek wird entsprechend betreut werden. Dafür spricht, dass sich der Verein zum Ziel gesetzt hat, das Projekt mit dem Arbeitstitel „Kulturbibliothek mit Ratssälen“- als Nicolai Forum finanziell, materiell und ideell zu unterstützen. Dass darüber hinaus Initiativen, Aktionen und Projekte unterstützt werden sollen, die das gesamte Haus oder einzelne Bereiche – auch Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“, das Cafè sowie das kulturelle Veranstaltungsangebot in allen möglichen Räumen – betreffen, lässt Vorstellungen zu, welchen Umfang dieser Förderverein zahlenmäßig erreichen will. „Wir wollen Kulturangebote machen und das Literaturinteresse vertiefen, indem wir das Lesen fördern“, heißt es in dem Gründungsbericht. Das ist ebenso umfangreich, wie es anspruchsvoll ist. Die Initiatoren haben sich hohe Ziele gesetzt. Bleibt abzuwarten, wie sich der Verein mit diesem umfangreichen Anliegen – und gegen die Stimmen der kommentierenden Wutbürger – entwickeln wird.

Donnerstag, 11. April 2013


Es kreißte der Berg . . .

Wer kennt nicht das Sprichwort aus der griechischen Mythologie? Ich denke, es passt recht gut auf den Verlauf der Treibjagd der Medien auf den ehemaligen Bundespräsidenten Chrsitian Wulff, der im vergangenen Jahr zu seinem Rücktritt führte. Und dem sich nunmehr abzeichnenden Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen als Folge jener Medienkampagne. Von dem, was die Medien in hartnäckiger Kleinarbeit zusammengetragen und der Staatsanwaltschaft quasi als Abgründe von Bestechung und Vetternwirtschaft auf dem Servierbrett offerierten, bleibt nun gerade mal ein Besuch des Münchner Oktoberfestes durch den einstigen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff mit dem Filmfinanzier David Groenewold übrig. Dessen Kostentragung strittig sein soll.

Vor zwei Wochen hatte ich an dieser Stelle geschrieben: "Mit dem denkbar spärlichsten Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und der Absicht, das Verfahren im Falle des einstigen Bundespräsidenten gegen angemessene Auflagen einzustellen, stellt sich mir als aufgeschlossenen Zeitgenossen schon die Frage, was denn nun wirklich Hintergrund einer Medien-Berichterstattung war, die das Bild Christian Wulffs in einem so diffusen Licht erscheinen ließ, dass man geradezu den Eindruck gewinnen musste, als handele es sich bei ihm um einen ausgesprochenen Schmarotzer der gehobenen Gesellschaft, der Maß und Ziel verloren hat.“

Sowohl Christian Wulff als auch David Groenewold haben das ihnen gemachte Angebot – Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldsumme - inzwischen abgelehnt und streben einen glatten Freispruch an. Und die Medien ihrerseits haben nach den Presseschauen sowohl Zielobjekt, als auch Tonfall geändert und bekunden nun zumindest verhaltenes Verständnis für die Bestrebung Wulffs nach einem Freispruch. Wobei die Staatsanwaltschaft ob ihres Beharrungsvermögens auf wenigstens einen Anklagepunkt zumindest keine Rückendeckung durch die Medien erhält. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, wären die Medienvertreter jedenfalls gut beraten, sich „frühzeitig“ akkreditieren zu lassen.

Wie auch der weitere Verlauf sein wird, sind sich Medien und wohl auch die um Objektivität bemühte Öffentlichkeit einig, dass es nun „nur“ noch um die Ehre des Christian Wulff geht. Dass er überhaupt als einstiges Staatsoberhaupt in diese Situation gekommen ist, hat er sich selbst zuzuschreiben. Weil es ihm an Souveränität fehlte, die man für dieses Amt braucht. Und weil ihm dazu auch noch die Cleverness im Umgang mit den Medien fehlte. Ich denke unwillkürlich an Wladimis Putin im Interview mit Jörg Schönenborn. Nur so kann man ihr wirkungsvoll begegnen.

Zehn Jahre „Montags im Da Capo“

Thomas Kohl zu Gast in der Jubiläumsveranstaltung am 15. April

Vor zehn Jahren rief der Förderverein Theater Nordhausen e. V. die beliebte Reihe „Montags im Da Capo“ ins Leben. In lockerer Folge stellt der Verein Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters Nordhausen vor – im persönlichen Gespräch mit seinem langjährigen Vorsitzenden Dr. Götz Ehrhardt und Angela Kalms, der Verwaltungsdirektorin der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Hatte die Reihe als „Montags im Foyer“ im 1. Rang des Theaters begonnen, zog sie nach der Neugestaltung des Theaterrestaurants „Da Capo“ in das gemütliche Ambiente des Restaurants um.

Nun lädt der Förderverein Theater Nordhausen e. V. zur Jubiläums-Ausgabe von „Montags im Da Capo“ am 15. April, um 19.30 Uhr ein. Zu Gast ist diesmal Bassbariton Thomas Kohl. Bereits seit 1995 gehört er zum Ensemble des Theaters. Mit zahlreichen Partien hat er das Nordthüringer Publikum begeistert. Zurzeit spielt er den Roucher in „André Chénier“ und den Opa Nils in der Kinderopern-Uraufführung „Kannst du pfeifen, Johanna?“. Sein Musical-Talent stellte er zuletzt in der Inszenierung „West Side Story“ als Bernardo unter Beweis.

Natürlich wird Thomas Kohl auch die musikalische Unterhaltung an diesem Abend selbst übernehmen.

Wer den vielseitigen Sänger näher kennenlernen möchte, ist herzlich zu der Jubiläums-Ausgabe „Montags im Da Capo“ am 15. April um 19.30 Uhr eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Foto: Tilmann Graner