Dienstag, 20. Dezember 2011
Nachahmenswert
Nordhausen (FHPN) Die Fachhochschule Nordhausen erhält eine weitere Auszeichnung für ihre internationale Arbeit.
Die Freude an der FH Nordhausen ist groß: wieder sind die internationalen Aktivitäten der Hochschule ausgezeichnet worden. Am 16. Dezember wurde der FHN der mit 15.000 Euro dotierte Preis für „Beispielhafte Anerkennung 2012“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) verliehen.
Honoriert wird hiermit, dass Studierende der FH Nordhausen alle Prüfungs- und Studienleistungen, die sie während eines Auslandssemesters oder -jahres weltweit ablegen, zurück in Nordhausen problemlos anerkannt bekommen. Ins Studium integrierte internationale Abschnitte werden damit ohne Studienzeitverlängerung ermöglicht.
„An sich sollte das - spätestens seit der Bologna-Reform - eine Selbstverständlichkeit sein“, betont Thomas Hoffmann, Referent für Internationales an der Fachhochschule Nordhausen. „Die Tatsache, dass wir als erste und einzige deutsche Hochschule in ihrer Gesamtheit dafür ausgezeichnet worden sind, zeigt aber, dass wir schon bei unserer Gründung den richtigen „Riecher“ dafür hatten, wie man Auslandssemester so ins Studium integriert, dass die Studierenden hierdurch keine Nachteile haben.“ In diesem Bereich bilden deutsche Hochschulen europaweit ein trauriges Schlusslicht. In Nordhausen hingegen wurde jedoch schon 1999 mit der Umsetzung der ECTS-Prozeduren begonnen, so dass jetzt auf nachhaltige Erfolge zurückgeblickt werden kann. Immerhin haben inzwischen schon 383 Studierende der Nordhäuser Fachhochschule auf diese Weise ein Semester oder Jahr an Partnerhochschulen europa- und weltweit studiert. Hinzu kommen zahlreiche internationale Praktika und Kurzzeitmaßnahmen für Studierende.
Bundesbildungsministerin Anette Schavan würdigt diese Bemühungen besonders: „Mobilität ist ein wesentliches Ziel des Bologna-Prozesses und es gehört zur globalen Wissensgesellschaft dazu, Studienleistungen wechselseitig anzuerkennen. Die ausgezeichneten Hochschulen sind Beispiele, die nachahmenswert sind."
Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, gratuliert: „Mit ihrer internationalen Ausrichtung profiliert sich die Fachhochschule Nordhausen und wird noch attraktiver für Studierende. Die garantierte Anerkennung von Studienleistungen motiviert Studentinnen und Studenten, den Schritt in ein anderes Land zu wagen und über den Tellerrand hinaus zu blicken.“
Der Preis wurde von DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland übergeben. Hochschulpräsident Jörg Wagner freut sich: „Das Preisgeld wird uns helfen, unsere Internationalisierungsaktivitäten zu verstetigen und unseren Vorsprung auszubauen“.
Bild: Preisübergabe: DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland, Thomas Hoffmann, Referent für Internationales an der FH Nordhausen und Dr. Birgit Galler vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (v. l.).
Neujahrskonzert des Loh-Orchesters entführt in den Orient
Klänge aus „Tausendundeiner Nacht“
Märchenhaft beginnt das neue Jahr mit dem Loh-Orchester Sondershausen. Das traditionelle Neujahrskonzert am 1. Januar 2012 um 18.00 Uhr im Achteckhaus Sondershausen entführt seine Besucher in die farbenprächtige Märchenwelt aus „Tausendundeiner Nacht“. Eine knappe Woche später –am 7. Januar um 19.30 Uhr – ist das gleiche Programm dann im Theater Nordhausen zu erleben.
Musik aus dem Serail, Türkenmärsche, orientalische Festtänze und die Opernarien einiger illustrer Haremsdamen lassen den Abend zu einem traumhaften Erlebnis werden. Die jungen Sopranistinnen Susann Vent und Hyun Jin Park aus dem Thüringer Opernstudio warten mit brillanten Arien aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“, Rossinis „Semiramide“ und Rossinis „Der Türke in Italien“ auf.
Dazu zaubert das Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus L. Frank einen bunten Fächer von Orientmusiken, von Jean-Baptiste Lully, Camille Saint-Saëns, Paul Lincke und vielen anderen. Nicht fehlen darf natürlich Johann Strauß‘ Persischer Marsch. Aber es erklingen auch exquisite Seltenheiten wie die beschwingte Aladdin-Suite von Carl Nielsen oder die feurige Märchenouvertüre zu „Ruslan und Ljudmila“ von Michail Glinka. Das Publikum erwartet ein märchenhafter Abend, an dem es sich aus dem kalten europäischen Winter weit fort in orientalische Gefilde entführen lassen kann.
Karten für das Neujahrskonzert gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Foto: Tilmann Graner
Märchenhaft beginnt das neue Jahr mit dem Loh-Orchester Sondershausen. Das traditionelle Neujahrskonzert am 1. Januar 2012 um 18.00 Uhr im Achteckhaus Sondershausen entführt seine Besucher in die farbenprächtige Märchenwelt aus „Tausendundeiner Nacht“. Eine knappe Woche später –am 7. Januar um 19.30 Uhr – ist das gleiche Programm dann im Theater Nordhausen zu erleben.
Musik aus dem Serail, Türkenmärsche, orientalische Festtänze und die Opernarien einiger illustrer Haremsdamen lassen den Abend zu einem traumhaften Erlebnis werden. Die jungen Sopranistinnen Susann Vent und Hyun Jin Park aus dem Thüringer Opernstudio warten mit brillanten Arien aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“, Rossinis „Semiramide“ und Rossinis „Der Türke in Italien“ auf.
Dazu zaubert das Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus L. Frank einen bunten Fächer von Orientmusiken, von Jean-Baptiste Lully, Camille Saint-Saëns, Paul Lincke und vielen anderen. Nicht fehlen darf natürlich Johann Strauß‘ Persischer Marsch. Aber es erklingen auch exquisite Seltenheiten wie die beschwingte Aladdin-Suite von Carl Nielsen oder die feurige Märchenouvertüre zu „Ruslan und Ljudmila“ von Michail Glinka. Das Publikum erwartet ein märchenhafter Abend, an dem es sich aus dem kalten europäischen Winter weit fort in orientalische Gefilde entführen lassen kann.
Karten für das Neujahrskonzert gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Foto: Tilmann Graner
Heimkehle: NUV beendet Vereinsjahr 2011 stimmungs- und gehaltvoll
Das Restaurant „Zur Höhle – Heimkehle“ liegt direkt an der thüringisch-anhaltinischen Landesgrenze, wie Leute wissen, die geografisch oder auch naturkundlich Bescheid wissen. Und für Vereine, die stimmungsvoll tagen wollen, ist das dortige Restaurant „Höhle – Zur Heimkehle“ eine ausgezeichnete Adresse, leicht zu erreichen mit Bus oder Auto – von Nordhausen in gerade mal
zwanzig Minuten.
Wer am Abend die Heimkehle ansteuert, tut das in aller Regel nicht, um die Landschaft kennen zu lernen oder die Höhle zu besuchen, sondern ist eher interessiert, das Restaurant als Tagungsort zu besuchen, oder die Gastlichkeit zu genießen. Gestern waren es die Mitglieder und Gäste des Nordhäuser Unternehmerverbandes e.V. die teils gemeinschaftlich mit dem Bus, oder individuell mit dem eigenen Pkw zur Heimkehle kamen, um beides zu tun: zu Tagen und die gastronomischen Angebote eines Buffets zu genießen.
Empfangen wurden die Ankömmlinge im Hof des Restaurants von weihnachtlicher Blasmusik der hier bestens bekannten „Touring-Band“ (leiter Hans-Joachim Gründler), die damit bewies, dass sie sich nicht nur als Tanz- und Showband versteht, sondern auch stimmungsvoll weihnachtliche Musik zu bieten vermag. Den Besuchern wurde dazu Glühwein zur körperlichen Aufwärmung offeriert, und Vereinsvorsitzender Joachim Junker hielt eine erste kurze Ansprache zum Anlass dieser Jahresendveranstaltung. Danach verlagerte sich das Geschehen in die Innenräume des Restaurants, empfangen von einem Serviceteam, das durch seine professionelle, aufmerksame Bewirtung auffiel.
Über den weiteren Verlauf der Veranstaltung werde ich in einem weiteren Blog berichten
zwanzig Minuten.
Wer am Abend die Heimkehle ansteuert, tut das in aller Regel nicht, um die Landschaft kennen zu lernen oder die Höhle zu besuchen, sondern ist eher interessiert, das Restaurant als Tagungsort zu besuchen, oder die Gastlichkeit zu genießen. Gestern waren es die Mitglieder und Gäste des Nordhäuser Unternehmerverbandes e.V. die teils gemeinschaftlich mit dem Bus, oder individuell mit dem eigenen Pkw zur Heimkehle kamen, um beides zu tun: zu Tagen und die gastronomischen Angebote eines Buffets zu genießen.
Empfangen wurden die Ankömmlinge im Hof des Restaurants von weihnachtlicher Blasmusik der hier bestens bekannten „Touring-Band“ (leiter Hans-Joachim Gründler), die damit bewies, dass sie sich nicht nur als Tanz- und Showband versteht, sondern auch stimmungsvoll weihnachtliche Musik zu bieten vermag. Den Besuchern wurde dazu Glühwein zur körperlichen Aufwärmung offeriert, und Vereinsvorsitzender Joachim Junker hielt eine erste kurze Ansprache zum Anlass dieser Jahresendveranstaltung. Danach verlagerte sich das Geschehen in die Innenräume des Restaurants, empfangen von einem Serviceteam, das durch seine professionelle, aufmerksame Bewirtung auffiel.
Über den weiteren Verlauf der Veranstaltung werde ich in einem weiteren Blog berichten
Grafikausstellung im Kunsthaus Meyenburg:
Eine Grafik zu Weihnachten
Nordhausen (psv) Während der Feiertage sind das Kunsthaus Meyenburg ebenso wie das Museum Tabakspeicher am 27., 28., 29. und 30. Dezember sowie am 1. Januar jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An den Weihnachtsfeiertagen und Silvester sind die städtischen Museen geschlossen.
„Das Kunsthaus Meyenburg präsentiert noch bis zum 2. Januar zeitgenössische Grafiken von 10 jungen Künstlerinnen und Künstlern, die zu den besten Künstlern gehören, die derzeit in Mitteldeutschland tätig sind. Das kündigte jetzt Kunsthistorikerin Susanne Hinsching an.
„Die Auswahl erfolgte im Rahmen der Preisverleihung des 7. Nordhäuser Grafikpreises der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung. Präsentiert werden im Rahmen der Verkaufsausstellung 55 Originalgrafiken in verschiedenen druckgrafischen Techniken – z.B. Holzschnitt, Radierung, Lithographie und Siebdruck“, erklärt sie. Druckgrafiken seien immer Originale, auch wenn sie – im Unterschied zum Gemälde - in einer Auflage gedruckt werden. Die Auflagenhöhe variiert von den einzelnen Drucktechniken und kann sowohl ein Einzelblatt als auch 10, 100 oder sogar 1000 (bei der Lithographie) betragen. Die Auflagenhöhe sei auf den Werken immer verzeichnet und bestimme auch den Preis der Grafik, je kleiner die Auflage desto höher der Wert. „Gerade bei kleinen Auflagen und jungen Künstlern, wie in der derzeitigen Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg, können Kunstinteressierte eine Grafik mit Wertsteigerungschance erwerben. Deshalb eignen sich die ausgestellten Grafiken auch gut als besonderes Weihnachtsgeschenk“, wirbt sie.
Alle Künstler haben ihre ganz eigenen Handschriften; gemeinsam sei ihnen jedoch, dass sie die von ihnen gewählten grafischen Techniken beherrschen und versuchen, die vorgegebenen technischen Grenzen zu überschreiten, so Hinsching.
Eine besondere Faszination üben die Siebdrucke von Aurelia Auguste Annus aus, die in Philadelphia/USA geboren wurde und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert hat. Ihre Arbeiten entstanden mit einer speziellen Ölfarbe, die die besondere z.T. metallisch anmutende Brillanz ihrer Farben ermöglicht. Die Künstlerin kombiniert den Siebdruck mit Hochdrucktechniken.
Ihre Arbeiten leben durch geometrisch auf der Bildfläche angeordnete Farbflächen oder –strichbündel, die entweder in monochromen schwarz/weiß oder in Kombination mit kräftigem Rot eine ausgewogene harmonische Gesamtwirkung erzeugen. Besonders beeindruckend sei ihre Gestaltung des künstlerischen Leporellos „Coppelia‘s Traum“ aus dem Jahr 2007, der durch die filigrane Strichführung eher einen Holz- oder Linolschnitt suggeriert, als die Technik des Siebdruckes.
Foto: Leporello „Coppelia‘s Traum“ aus dem Jahr 2007 von Aurelia Auguste Annus (Foto: Ilona Bergmann, Pressestelle Stadt Nordhausen)
Montag, 19. Dezember 2011
Die Wulff-Hatz nimmt ihren Fortgang
Langsam finde ich grotesk, was da um Bundespräsident Christian Wulff inszeniert wird, um ihn weiter in der Ecke zu halten, in die man ihn gedrängt hat. Inzwischen scheint man sich in interessierten Kreisen einig, dass es weniger von seinen Zu- oder Eingeständnissen als früheren Ministerpräsidenten abhängig ist, ob er schließlich aufgibt, sondern von der Stärke seiner Nerven. Die Vorwürfe gegen ihn – einschließlich der Forderungen auf seinen Rücktritt – von Politikern wie Andrea Nahles (SPD) oder/und einige aus den Reihen der Grünen. Und deren Wiedergabe in den Medien gehen also weiter, wobei letztere ja noch eigenen Frust hineinpacken, wie etwa „Bild“ und „Spiegel“.
Interessant finde ich heute auch den Leitartikel der „Berliner Zeitung“ einer Jutta Kramm, die Christian Wulff eine Chance auf Bewährung im Amt einräumt, weil nach ihrer Meinung die Affäre zu banal, die Krise zu groß und die Regierung zu schwach ist.
Was bei dieser ganzen Kampagne immer wieder auffällt ist einmal die akribische und verbissene Suche nach Fehlern, die Wulff begangen haben könnte. Und das Bemühen der Medien, in ihrer Berichterstattung den Eindruck zu wecken, als würde es sich um Vorgänge handeln, die sich auch auf Wulff als Bundespräsident erweitern lassen würden. Wobei die erwähnte Jutta Kramm in reichlich dozierender und pathetischer Art, belehrt, dass sich ein Bundespräsident nicht selbst Glaubwürdigkeit bescheinigen dürfe, sondern (Auszug aus dem Leitartikel): „ Er lebt zuerst ein politisches, ein öffentlich zu verantwortendes, ein repräsentatives Leben; er vertritt diese Gesellschaft, diesen Staat, er steht für dessen Werte, dessen Grundsätze; er bezieht seine Autorität und seine Glaubwürdigkeit allein daraus. Ein Bundespräsident, der gegen diese Werte verstieße, hätte seine Legitimation verwirkt, denn er beschädigte das Amt und schadete dem Vertrauen in die Politiker. Dass Wulff glaubt, die Entscheidung darüber läge bei ihm, zeigt, wie wenig er seine Rolle kennt.“ (Ende des Auszugs).
Nun ist Christian Wulff seit Juni 2010 Bundespräsident, und hat dieses Amt bisher (natürlich) korrekt und untadelig geführt. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit seinem Privatkredit betreffen auch gar nicht diese Zeit. Und Jutta Kramm räumt immerhin ein, dass noch nicht klar ist, wie schwerwiegend die gesetzlichen, die moralischen und die politischen Regelverstöße sind, die er 2008 als niedersächsischer Ministerpräsident beging. Um aber gleich darauf festzustellen, er habe damals zuerst den niedersächsischen Landtag, und in den vergangenen Tagen auch die deutsche Öffentlichkeit „wenn nicht richtig belogen, so doch zumindest hinters Licht geführt.“ Das ist eine derart spitzfindige, selbstgerechte Argumentation, dass ich an eine Falschmeldung dieser „Berliner Zeitung“ aus dem Jahr 2010 erinnert bin, in der ein Timo Noetzel in wahrheitswidriger Weise beschuldigt wurde, ehrenrührig gehandelt zu haben. Die Zeitung wurde daraufhin auch anwaltschaftlich in Anspruch genommen. Mein Vertrauen in die Seriosität dieser Zeitung wurde durch jenen Vorgang schwer erschüttert und wird nun durch eine Argumentation wie die der Jutta Kramm in genau dieser Zeitung ganz gewiss nicht wieder hergestellt. Seriös war jener Vorgang in der „Berliner Zeitung“ 2010 nicht und als seriös kann ich auch den Leitartikel der Jutta Kramm in eben dieser Zeitung nicht finden. Medien scheinen da aber einen eigenen Kodex von Ehrenhaftigkeit und Moral zu haben. Denn mir fällt eine weitere Passage in diesem Leitartikel ins Auge, der da lautet: „Gerade angesichts der möglichen Folgen darf man nach der Proportion dieser Affäre und der öffentlichen Erregung fragen: Sind wir vielleicht zu rigoros und ein wenig bigott, stellen wir Ansprüche an Politiker, die keiner von uns in der Lage wäre einzuhalten?“ (Ende des Auszugs). Ich denke, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen auf Andere werfen. Christian Wulff jedenfalls wünsche ich, dass er diese Hetzkampagne ohne Blessuren übersteht. Überzeugt bin ich nicht, wie sich aus meinem Eintrag vom 17. Dez. leicht entnehmen lässt.
Interessant finde ich heute auch den Leitartikel der „Berliner Zeitung“ einer Jutta Kramm, die Christian Wulff eine Chance auf Bewährung im Amt einräumt, weil nach ihrer Meinung die Affäre zu banal, die Krise zu groß und die Regierung zu schwach ist.
Was bei dieser ganzen Kampagne immer wieder auffällt ist einmal die akribische und verbissene Suche nach Fehlern, die Wulff begangen haben könnte. Und das Bemühen der Medien, in ihrer Berichterstattung den Eindruck zu wecken, als würde es sich um Vorgänge handeln, die sich auch auf Wulff als Bundespräsident erweitern lassen würden. Wobei die erwähnte Jutta Kramm in reichlich dozierender und pathetischer Art, belehrt, dass sich ein Bundespräsident nicht selbst Glaubwürdigkeit bescheinigen dürfe, sondern (Auszug aus dem Leitartikel): „ Er lebt zuerst ein politisches, ein öffentlich zu verantwortendes, ein repräsentatives Leben; er vertritt diese Gesellschaft, diesen Staat, er steht für dessen Werte, dessen Grundsätze; er bezieht seine Autorität und seine Glaubwürdigkeit allein daraus. Ein Bundespräsident, der gegen diese Werte verstieße, hätte seine Legitimation verwirkt, denn er beschädigte das Amt und schadete dem Vertrauen in die Politiker. Dass Wulff glaubt, die Entscheidung darüber läge bei ihm, zeigt, wie wenig er seine Rolle kennt.“ (Ende des Auszugs).
Nun ist Christian Wulff seit Juni 2010 Bundespräsident, und hat dieses Amt bisher (natürlich) korrekt und untadelig geführt. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit seinem Privatkredit betreffen auch gar nicht diese Zeit. Und Jutta Kramm räumt immerhin ein, dass noch nicht klar ist, wie schwerwiegend die gesetzlichen, die moralischen und die politischen Regelverstöße sind, die er 2008 als niedersächsischer Ministerpräsident beging. Um aber gleich darauf festzustellen, er habe damals zuerst den niedersächsischen Landtag, und in den vergangenen Tagen auch die deutsche Öffentlichkeit „wenn nicht richtig belogen, so doch zumindest hinters Licht geführt.“ Das ist eine derart spitzfindige, selbstgerechte Argumentation, dass ich an eine Falschmeldung dieser „Berliner Zeitung“ aus dem Jahr 2010 erinnert bin, in der ein Timo Noetzel in wahrheitswidriger Weise beschuldigt wurde, ehrenrührig gehandelt zu haben. Die Zeitung wurde daraufhin auch anwaltschaftlich in Anspruch genommen. Mein Vertrauen in die Seriosität dieser Zeitung wurde durch jenen Vorgang schwer erschüttert und wird nun durch eine Argumentation wie die der Jutta Kramm in genau dieser Zeitung ganz gewiss nicht wieder hergestellt. Seriös war jener Vorgang in der „Berliner Zeitung“ 2010 nicht und als seriös kann ich auch den Leitartikel der Jutta Kramm in eben dieser Zeitung nicht finden. Medien scheinen da aber einen eigenen Kodex von Ehrenhaftigkeit und Moral zu haben. Denn mir fällt eine weitere Passage in diesem Leitartikel ins Auge, der da lautet: „Gerade angesichts der möglichen Folgen darf man nach der Proportion dieser Affäre und der öffentlichen Erregung fragen: Sind wir vielleicht zu rigoros und ein wenig bigott, stellen wir Ansprüche an Politiker, die keiner von uns in der Lage wäre einzuhalten?“ (Ende des Auszugs). Ich denke, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen auf Andere werfen. Christian Wulff jedenfalls wünsche ich, dass er diese Hetzkampagne ohne Blessuren übersteht. Überzeugt bin ich nicht, wie sich aus meinem Eintrag vom 17. Dez. leicht entnehmen lässt.
Meine Interessen in der Abwägung
Sendungen wie „Schlag den Raab“ (zum Beispiel am Samstag in Pro Sieben)scheint zu denen zu gehören, die ganze Massen interessiert. Und dem Sender Einschaltquoten bringt. Ich habe dazu keine Beziehung, weil ich noch keine dieser Sendungen gesehen habe. Schon deshalb nicht, weil sich da ein Mensch produziert, dem es vor allem um sein eigenes Image zu gehen scheint. Vielleicht ist das auch der Grund, dass ich überhaupt keine Sendungen sehe, bei denen ich den Eindruck habe, dass es dabei vor allem um Imagepflege eines Einzelnen geht. Selbst wenn diese Sendungen an sich einen guten Inhalt haben. Das trifft auf „Wetten dass...“ ebenso zu wie auf „Wer wird Millionär“ oder „Rette die Million“ oder ähnliche.Geht es bei „Wetten, dass...“ immerhin noch um interessante Wettbewerbe oder die Leistung Einzelner, scheint die Anziehungskraft anderer Sendungen für die Zuschauer vornehmlich im Geld oder ähnlichem zu liegen. Und je höher die Gewinnsumme, umso höher das Interesse an der Sendung.
Nun sagte man mir gesprächsweise, dass sich ja zum Beipiel bei Rätselsendungen das Interesse auf das Wissen der Beteiligten richtet. Nicht etwa auf das des Moderators, sondern auf jene, die meinen, ein entsprechend umfassendes oder spezielles Wissen zu besitzen. Das mag ja so sein und unterhaltend wirken, aber warum sollte mich interessieren, wie umfangreich oder speziell das Wissen dieses oder jenes Ratenden ist? Und wieviel er für die richtigen Antworten bekommt? Umso weniger, als ja der Moderator selbst in aller Regel nicht selbst „von Haus aus“ über das Wissen verfügt, das von dem Befragten erwartet wird. Ich stehe zwar zu, dass es interessant sein mag, anhand der gestellten Fragen selbst und für sich am Bildschirm die richtige Antwort zu überlegen (ich verweile ja gelegentlich beim „Durchklicken“ einige Zeit bei solchen Sendungen). Das aber kann ich unmittelbarer und effektiver bei der Lösung von Kreuzworträtseln.
Mir wird bei solchen Überlegungen immerhin bewusst, dass meine Interessen am Angebot des Fernsehens – gemessen am Gesamtspektrum – relativ gering sind. Und stelle dabei gleichzeitig fest, dass ich nicht das Gefühl habe, an Interessenmangel zu leiden. Wobei ich ohne Zögern einräume, dass meine Interessen – oder auch mein Wissen - etwas einseitig und damit unvollkommen sein mögen. Aber mir reicht es. Und wenn ich es erweitern will, weiß ich, auf welche Weise ich das tun kann.
Warum ich das schreibe? Man sagte mir jüngst, dass man einen Blog am besten in Form eines Tagebuchs führt. Und das ist zumindest ein Versuch dazu.
Nun sagte man mir gesprächsweise, dass sich ja zum Beipiel bei Rätselsendungen das Interesse auf das Wissen der Beteiligten richtet. Nicht etwa auf das des Moderators, sondern auf jene, die meinen, ein entsprechend umfassendes oder spezielles Wissen zu besitzen. Das mag ja so sein und unterhaltend wirken, aber warum sollte mich interessieren, wie umfangreich oder speziell das Wissen dieses oder jenes Ratenden ist? Und wieviel er für die richtigen Antworten bekommt? Umso weniger, als ja der Moderator selbst in aller Regel nicht selbst „von Haus aus“ über das Wissen verfügt, das von dem Befragten erwartet wird. Ich stehe zwar zu, dass es interessant sein mag, anhand der gestellten Fragen selbst und für sich am Bildschirm die richtige Antwort zu überlegen (ich verweile ja gelegentlich beim „Durchklicken“ einige Zeit bei solchen Sendungen). Das aber kann ich unmittelbarer und effektiver bei der Lösung von Kreuzworträtseln.
Mir wird bei solchen Überlegungen immerhin bewusst, dass meine Interessen am Angebot des Fernsehens – gemessen am Gesamtspektrum – relativ gering sind. Und stelle dabei gleichzeitig fest, dass ich nicht das Gefühl habe, an Interessenmangel zu leiden. Wobei ich ohne Zögern einräume, dass meine Interessen – oder auch mein Wissen - etwas einseitig und damit unvollkommen sein mögen. Aber mir reicht es. Und wenn ich es erweitern will, weiß ich, auf welche Weise ich das tun kann.
Warum ich das schreibe? Man sagte mir jüngst, dass man einen Blog am besten in Form eines Tagebuchs führt. Und das ist zumindest ein Versuch dazu.
Samstag, 17. Dezember 2011
Herr Bundespräsident, es ist Zeit, Abschied zu nehmen
Die Kampagne gegen Christian Wulff hat eine Intensität und Verbissenheit erreicht, die ihm keine Chance mehr lässt, in seinem Amt zu überleben. Meine ich. Damit befindet er sich – wenn auch mit einer anderen Vorgeschichte, in der gleichen Situation wie Karl Theodor zu Guttenberg im Februar dieses Jahres: der Druck wird groß und größer. Und nachdem sich die Medien ab- oder auch unabgesprochen vereint auf ihn „eingeschossen“ haben, werden sie sich erst zufrieden geben, wenn Wulff Schloss Bellevue geräumt hat. Um ihm dann in moralisierender Selbstgerechtigkeit vorzuhalten, was er falsch gemacht hat.Und eine anonyme Mehrheit der Bundesbürger wird beipflichten.
Interessant finde ich ja, dass es u.a. mit Erwin Lotter gerade auch ein FDP-Politiker ist, der jetzt den Rücktritt Wulffs fordert. Ich komme zu dem Eindruck, dass er damit die Aufmerksamkeit der Medien von seiner Partei ablenken möchte. Für den Moment mag ihm das sogar gelingen, aber spätestens mit dem Rücktritt Wulffs werden sie sich (wieder) auf die FDP einschießen. Ich finde die „vereinigte“ Front der Medien, jetzt sogar mit Unterstützung des Staatsrechtlers Hans Herbert von Arnim, der Wulff vorwirft – was bisher noch niemand getan hat – er habe gegen das Ministergesetz verstoßen.
Dass der Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, meint, entscheidend sei, wer der wirtschaftlich Berechtigte bei der Vergabe jenes umstrittenen Privatkredits sei und wer die Geschäftsbeziehung in die Wege geleitet habe: eine kleinkarierte und geradezu verbissene Attacke gegen den Bundespräsidenten. Die Frage, wann Christian Wulff als Bundespräsident zurücktritt, ist also meiner Meinung nach nur noch eine Frage von Tagen. Ich bedauere diese Entwicklung, die aber nur symptomatisch ist für die Politik der Medien, Politiker nach moralischen Maßstäben zu messen. Die sie selber missachten, wenn immer ihnen das zweckmäßig erscheint. Schaden tut man im Grunde der Politik und Demokratie, die man weiter infrage stellt. Meine ich. Der nächste dürfte Philipp Rösler sein, der FDP-Vorsitzenden „auf Bewährung“. Den man nun wieder nach seinem politischen Geschick und seinem Durchsetzungsvermögen beurteilt. Die „Rheinische Post“ stellte heute übrigens in Aussicht: „Rösler will jetzt nach Dreikönig liefern“. Mir ist nicht klar, was damit gemeint ist, denn aus dem Bericht dazu geht das nicht hervor. Ich bin also neugierig.
Interessant finde ich ja, dass es u.a. mit Erwin Lotter gerade auch ein FDP-Politiker ist, der jetzt den Rücktritt Wulffs fordert. Ich komme zu dem Eindruck, dass er damit die Aufmerksamkeit der Medien von seiner Partei ablenken möchte. Für den Moment mag ihm das sogar gelingen, aber spätestens mit dem Rücktritt Wulffs werden sie sich (wieder) auf die FDP einschießen. Ich finde die „vereinigte“ Front der Medien, jetzt sogar mit Unterstützung des Staatsrechtlers Hans Herbert von Arnim, der Wulff vorwirft – was bisher noch niemand getan hat – er habe gegen das Ministergesetz verstoßen.
Dass der Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, meint, entscheidend sei, wer der wirtschaftlich Berechtigte bei der Vergabe jenes umstrittenen Privatkredits sei und wer die Geschäftsbeziehung in die Wege geleitet habe: eine kleinkarierte und geradezu verbissene Attacke gegen den Bundespräsidenten. Die Frage, wann Christian Wulff als Bundespräsident zurücktritt, ist also meiner Meinung nach nur noch eine Frage von Tagen. Ich bedauere diese Entwicklung, die aber nur symptomatisch ist für die Politik der Medien, Politiker nach moralischen Maßstäben zu messen. Die sie selber missachten, wenn immer ihnen das zweckmäßig erscheint. Schaden tut man im Grunde der Politik und Demokratie, die man weiter infrage stellt. Meine ich. Der nächste dürfte Philipp Rösler sein, der FDP-Vorsitzenden „auf Bewährung“. Den man nun wieder nach seinem politischen Geschick und seinem Durchsetzungsvermögen beurteilt. Die „Rheinische Post“ stellte heute übrigens in Aussicht: „Rösler will jetzt nach Dreikönig liefern“. Mir ist nicht klar, was damit gemeint ist, denn aus dem Bericht dazu geht das nicht hervor. Ich bin also neugierig.
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