Anlässlich der heutigen Demonstration in Erfurt-Marbach gegen die
geplante Moschee erklären Stephanie Erben und Denis Peisker,
Landessprecher*innen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
"Wir verurteilen die Kundgebung unmittelbar vor dem Privathaus der
Landtagsabgeordneten Astrid Rothe-Beinlich auf das Schärfste. Dies ist
ein Eingriff in die Privatsphäre und eine neue Qualität der Bedrohung.
Wir erwarten von den Ordnungsbehörden, die Privatsphäre eines jeden
Menschen zu schützen. Die Aktion ist ein weiterer Tabubruch, der nicht
zugelassen werden darf. Besonders perfide ist, dass die Teilnehmer*innen
der Aktion der Initiative "Erfurt zeigt Gesicht" maskiert durch
Erfurt-Marbach ziehen durften."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen am 03.09.2018
Montag, 3. September 2018
Gedenken zum Weltfriedenstag am 1. September
Nordhausen
(psv) Am Weltfriedenstag, dem 1. September, hat Oberbürgermeister Kai
Buchmann an der Stele vor
dem Rathaus Blumen in Erinnerung an den Beginn des 2. Weltkrieges mit
dem Überfall der Deutschen Wehrmacht 1939 auf Polen niederlegt.
Er erinnerte an diesem Tag neben dem Beginn des 2. Weltkrieges aber
auch
auf zwei weitere prägende Ereignisse der deutschen und europäischen
Geschichte; zum einen der Beginn und das Ende des 30-jährige Krieges von
1618 bis 1648 sowie
der 100 Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges 1918.
„Ich
gehöre einer Generation an, die weder Krieg noch dessen Auswirkungen
wie Hunger, Unsicherheit und Flucht am eigenen Leib erfahren
mussten. Die Generation meiner Eltern ebenso wenig wie - ich darf
meiner Hoffnung Ausdruck verleihen - die Generation meiner Kinder und
deren Kinder. Dafür bin ich unendlich dankbar!“, sagte der
Oberbürgermeister.
Es
zeige sich aber auch, dass Krieg für den weit überwiegenden Teil
unserer Gesellschaft zu einer Abstraktion geworden ist, die man
nur aus den allabendlichen Bildern der Krisengebiete in den Nachrichtensendungen sehe.
„Aus diesem Grund müssen wir das Erinnern an die Phasen der vollständigen Abkehr von Zivilisation und Humanität wachhalten und
in solchen Veranstaltungen wie diesen Zeichen setzen für Frieden, Toleranz, Rechtstaatlichkeit und Freiheit.“
Fotos: Pressestelle Stadtverwaltung Nordhausen
Drittes Kurze Meile Sommerkonzert und Flohmarkt
Die
dritte und letzte Veranstaltung für dieses Jahr der Reihe „Kurze
Meile Sommerkonzerte“ findet am 08. September mit der „Walter
Mitty Blues Band“ statt.
An
diesem Tag leistet der Jazzclub auch einen Beitrag zum Thema
„Heimatshoppen“ in Nordhausen. Von 16 bis 19 Uhr wird ein
„Jazzflohmarkt“ in der KURZEN MEILE veranstaltet. Hier können
CD`s, Bücher und viele weitere Gegenstände des alltäglichen
Gebrauchs für wenig Geld erworben werden. Die Einnahmen dienen der
Unterstützung des Jazzclub Nordhausen e.V., um auch weiterhin den
kulturellen Ausgleich in der Stadt Nordhausen zu gewährleisten.
Die
Livemusik beginnt dann pünklich um 19.30 Uhr. Von der derben Gangart
des Bluesrock geprägt ist das Programm der Walter Mitty Blues Band.
Hinter dem etwas kryptisch anmutenden Namen, des als Geheimtipp
geltenden Powertrios, verbergen sich gestandene Musiker, die sich
2015 aus anderen in der Szene bestens bekannten Bands, etwa Calling
Card, Seasick und Claro, rekrutierten. Mit markanter Gitarre, fettem
Bass und kräftigen Drums erzeugen sie einen mächtigen Sound und
liefern ein kurzweiliges Set handfester Versionen internationaler
Blues- und Rocknummern.
Der
Eintritt ist frei, die Versorgung wird mit guten Weinen, Bier vom
Fass und Bratwurst abgesichert, auch das Fettbrot mit Gürkchen fehlt
nicht. Also auf in die Kurze Meile (Barfüßerstraße) in Nordhausen.
Der
Kartenvorverkauf im Theater Nordhausen für den JazzRabazz mit Klaus
Doldinger und weiteren 8 Bands läuft bereits und Karten für die
anderen Konzerte des 35. Nordhäuser Jazzfestes sind unter 03631/97
31 72 oder zappa1959@aol.com bestellbar. Die Konzerte zum 35.
Nordhäuser Jazzfest lesen Sie auf www. jazzclub-nordhausen.de.
Sonntag, 2. September 2018
Nordhäuser Theaterpreis für Ivan Alboresi
Ivan
Alboresi, Ballettdirektor der Theater Nordhausen/Loh-Orchester
Sondershausen GmbH, ist heute Abend mit dem Nordhäuser Theaterpreis
ausgezeichnet
worden. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird von der Stiftung der
Kreissparkasse Nordhausen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Theater
Nordhausen e. V. verliehen. Landrat Matthias Jendricke, Vorsitzender
des Stiftungsrats, überreichte den Preis in der
Premiere der Operngala.
Ivan
Alboresi wurde im italienischen Salerno geboren und wuchs in
Mirandola/Modena auf. Er absolvierte seine Tanzausbildung in klassischem
und modernem
Ballett sowie Jazz an der Accademia del Teatro Nuovo di Torino und an
der John Cranko Akademie in Stuttgart. Engagements als Tänzer führten
ihn unter anderem nach Wiesbaden, Ulm, Pforzheim, Marburg und St.
Gallen. Von 2001 bis 2014 war er festes Mitglied der
Ballettcompagnie des Mainfranken Theaters Würzburg. Hier begann er auch
zu choreographieren und arbeitete als Regisseur. Seine Arbeit als
Choreograph und Regisseur, für die er mehrmals ausgezeichnet wurde,
führte ihn an die Oper Nizza, das Theater Erfurt,
das Mainfranken Theater Würzburg und die Theater Ulm, Freiberg/Döbeln
und Hof. Zuletzt schuf er eine neue Choreographie für Benjamin Brittens
„Tod in Venedig“ am Tiroler Landestheater Linz.
In
der Spielzeit 2003/2004 wurde Ivan Alboresi als erster Tänzer überhaupt
mit dem Theaterpreis des Theaterfördervereins Würzburg ausgezeichnet
und
erhielt im Jahr 2009 den Kulturförderpreis der Stadt Würzburg.
Seit
der Spielzeit 2016/2017 ist er Ballettdirektor der Theater
Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH und feiert mit dem Ballett
TN LOS! große
Erfolge. Die Ballettcompagnie ist sowohl in der Region als auch
überregional sehr beliebt und erhält zahlreiche Einladungen zu Galas in
ganz Deutschland. Für das Ballett TN LOS! schuf er abendfüllende
Choreographien zu Tschaikowskys „Schwanensee“ und Prokofjews
„Romeo und Julia“, entdeckte in „Die Seele erzählt nicht, sie tanzt“
den Barockkomponisten Westhoff für die Ballettbühne und schuf die
Choreographie zur Uraufführung der Ballettkomposition „Die Kraniche des
Ibykus“ von Composer in Residence Christoph Ehrenfellner.
Seine Inszenierung des Musicals „Dracula“ wurde zum Publikumsmagneten,
für die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen inszenierte er nicht
weniger erfolgreich „Die Comedian Harmonists“. In der neuen Spielzeit
folgen die Ballette „Ein Sommernachtstraum“
und „Der Tod und das Mädchen“, die Inszenierungen „Cabaret“ und bei den
Thüringer Schlossfestspielen Sondershausen „Jesus Christ Superstar“
sowie „Die Fledermaus“ am Mittelsächsischen Theater Freiberg/Döbeln.
Herzlich
gratulierten Barbara Rinke, Vorsitzende des Fördervereins Theater
Nordhausen e. V., Landrat Matthias Jendricke, Intendant Daniel Klajner
und Wolfgang Asche, Vorstand der Kreissparkasse Nordhausen, Ivan
Alboresi. „Wir freuen uns auf die nächsten Ballettabende“, so Wolfgang
Asche in seiner Ansprache.
Foto: v. li. Wolfgang Asche, Barbara Rinke, Ivan Alboresi, Matthias Jendricke, Daniel Klajner; Foto: Birgit Susemihl
Samstag, 1. September 2018
Peisker zum Programmentwurf zur Europawahl 2019 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Der Bundesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat am heutigen Freitagnachmittag seinen Entwurf des Europawahlprogramms vorgestellt. Denis Peisker, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen, erklärt hierzu:
„Die Grünen geben ein klares Bekenntnis zu einem starken und handlungsfähigen Europa. Die Wahl im kommenden Jahr ist richtungsweisend – für die Umwelt- und Sozialpolitik in Deutschland und Europa, aber auch und vor allem für das Friedensprojekt Europa selbst. Das Ziel ist klar: Wir wollen Europa verteidigen gegen nationalistische und autoritäre Strömungen, die Rechtsstaat, Demokratie und Frieden gefährden“, so Peisker.
„In Thüringen wird die Europawahl Ende Mai eine besondere Rolle spielen, weil sie mit den Kommunalwahlen zusammenfällt. Die Zusammenhänge zwischen Europa und Kommune, zwischen oberster und unterster Verwaltungsebene, bekommen so eine noch größere Bedeutung“, ist sich der grüne Landessprecher sicher. „Eine klare Maxime ist, dass die Kommunen ihre Entscheidungs- und Handlungsfreiheit genießen können und zugleich vor der Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge geschützt werden.“
„Ein gesichertes Mitspracherecht von Kommunen, Regionen und Nichtregierungsorganisationen beim EU-Gesetzgebungsverfahren sowie gemeinsame Standards in der Sozial-, Umwelt-, Handels- und Außenpolitik, aber auch was Steuern und Menschenrechte betrifft, sind die Eckpfeiler für ein gelingendes Europa. Denn auch wenn es bei vielen in Vergessenheit geraten ist: Ein geeintes und starkes Europa, das für Frieden und Solidarität steht, ist das Beste, was den Menschen in Deutschland und auch in Thüringen passieren kann“, betont Peisker.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen am 31.08.2018
Stadt Nordhausen: Einordnung der Übertragung des Albert-Kuntz-Sportparks und der Widerspruchsverfahren zur Kreisumlage
Nordhausen (psv) Die Stadt Nordhausen hat beim
Thema der Fördermittelbeantragung zur Sanierung des
Albert-Kuntz-Sportparks (AKS) immer kommuniziert, alles dafür zu tun, um
die bereitgestellten Landesfördermittel für die Region zu sichern.
Diese sind zwischen dem 01.01. und 31.12.2018 beim zuständigen
Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft bzw. bei der
Landesbaubehörde (TLBV) zu beantragen. Hierzu erfolgten bereits
unterjährig Abstimmungen zwischen Stadt und Land über Form, Fristen
und Inhalte des Antrages. Nicht zuletzt die Berechnung des
Kostenrahmens durch die beiden Prinzipstudien – Vorgehen entsprechend
Theatersanierung – ist ein essentieller Baustein dieser
Fördermittelbeantragung. Eine andere Vorgehensweise wäre dem Landkreis
auch nicht möglich.
1.
Kosten- und Zeitrahmen der Sanierung des AKS
Oberbürgermeister Kai Buchmann begrüßt die Einsicht
des Landrates, dass das Projekt der Sanierung des AKS als ein
Regionalligastadion (mit Erweiterungsoption für die 3. Liga) mindestens
15 Mio. Euro kosten wird. Ebenso ist die realistische
(Zwischen-) Bauzeit bis mindestens 2022 nunmehr durch das Landratsamt
anerkannt (Vgl. TA-Bericht vom 25.08.2018).
Die beiden seitens der Stadt in 2018 beauftragten
Prinzipstudien - auf Grundlage des Raumbuches des Vereins Wacker 90
Nordhausen und der Habau-Studie für ein Regionalligastadion (beauftragt
durch den Verein in 2015) - berechnen diesen Kostenrahmen
inklusive Risikoreserve und geben die Zeitschiene vor.
Belastbare Zahlen für ein Drittligastadion gibt es
bisher überhaupt nicht, ebenso wenig wie die dafür jährlich anfallenden
Betriebskosten bei verschiedenen Ausbaustufen, zum Beispiel mit oder
ohne Rasenheizung, Anforderungen des jeweiligen
Ligabetriebs an Sicherheit, Sanitäreinrichtungen, Infrastruktur, etc.
2.
Konzeptionelle Umsetzung der Sanierung des AKS
Die Stadtverwaltung hatte bereits bei einem ersten
Abgleich des Raumbuches des Vereins einen höheren Finanzierungsbedarf
festgestellt als eingeplant war. Insofern wurde geprüft, ob eine
sinnvolle Planung von Bauabschnitten und somit eine
schrittweise Realisierung der Sanierung des AKS im Kostenrahmen möglich
sei. Normalerweise schließt die Richtlinie für die Durchführung von
Bauaufgaben des Freistaats Thüringen (RLBau) eine Aufteilung von Großen
Baumaßnahmen in kleine Teilprojekte aus. Ebenso
muss laut Vorlage des Fördermittelantrags die Finanzierung und der
Kostenrahmen bei Bauprojekten im Vorhinein abgesichert sein.
Tatsächlich wäre es aus Sicht des
Oberbürgermeisters ein „Schildbürgerstreich“, wenn der derzeitig
bestehende Finanzierungsrahmen von aktuell 8,2 Mio. Euro für „ein halbes
Stadion“ ausgegeben würde, ohne eine Folgefinanzierung vorab
sichergestellt
zu haben. Das würde das Ansehen unserer Region wirklich aufs Spiel
setzen.
3.
Realisierungsrisiken des Stadionausbaus 3. Liga am Standort
Die 3. Liga hat der Verein Wacker 90 Nordhausen als
Ziel ausgegeben. Bisher war die Planung eines Stadions für den
Drittligabetrieb für die Stadtverwaltung kein Thema. Die Habau-Studie
sowie das vorgelegte Raumbuch gingen jeweils von einem
5000 Zuschauer fassenden Regionalligastadion aus. Im Zuge der
Diskussionen der letzten Wochen beschäftigt sich die Stadt nunmehr
konkret mit der Vorplanung eines Stadions für die 3. Liga in Nordhausen.
Die beiden beauftragten Büros haben in den
Prinzipstudien auf die Problemlage und das Realisierungsrisiko eines
drittligatauglichen Stadions am jetzigen Standort hingewiesen. Weder die
Stadtverwaltung noch der Landrat selbst können bei
der Ausbau- und Erweiterungsoption, z. B. die notwendigen
schalltechnischen Grundsatzuntersuchungen außer Acht lassen. Insofern
widersprechen die Aussage des Landrats, dass „Lärm irrelevant sei“, den
Risikobetrachtungen der Prinzipstudien und an dieser Stelle
dem gesunden Menschenverstand (Vgl. TA-Bericht vom 24.08.2018).
Sicherlich können die Einwohner von Krimderode „ein
Lied davon singen“, wie Stadion- und Verkehrslärm die Lebensqualität
beeinträchtigen können.
Des Weiteren sind die örtlichen Gegebenheiten nicht
geeignet, um die notwendigen Nutzungen und Verkehrsflächen
sicherheitstechnisch angemessen und funktional sinnvoll umzusetzen.
Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte können bisher nur schwer
unvorhergesehene Situationen beherrschen, die in der 3. Liga eher noch
zunehmen werden.
4.
Auszüge der Rahmenbedingungen der Übertragung des AKS an den Landkreis Nordhausen
Auf ureigenen Vorschlag des Landrates, hatte der
Stadtrat in der Sitzung vom 28.06.2018 beschlossen, den
Oberbürgermeister mit den Verhandlungen zur Übertragung des AKS (unter
der Weiterzahlung der jetzigen Betriebskosten) von der Stadt
nach § 11 Absatz 2 des Thüringer Sportfördergesetzes auf den Landkreis
zu beauftragen (Vgl. NNZ-Beitrag vom 13.06.2018). Die Vertragsgrundlage
nach § 11 Absatz 2 des Thüringer Sportfördergesetzes steht nach einer
ersten Rückmeldung aus dem Thüringer Landesverwaltungsamt
(30.08.2018) nunmehr in Frage.
Laut letztem Vertragsentwurf des Landratsamtes soll
zudem eine direkte Übertragung an eine kreiseigene Eigengesellschaft
(Servicegesellschaft GmbH) erfolgen. Ob dies rechtlich und
fördertechnisch überhaupt möglich ist, wurde sicherlich
im Landratsamt geprüft. Die Stadtverwaltung ist sich in dieser
Angelegenheit hingegen unsicher und befragt aktuell u. a. hierzu das
TLVWA.
Auch werden der Stadt Nordhausen und somit den
Steuerzahlern in weiteren Passagen des letzten Vertragsentwurfs des
Landkreises unkalkulierbare Risiken aus den Nebenbestimmungen der
Baugenehmigung übertragen. Die Stadt würde dann die derzeit
noch unabsehbaren Kosten für Auflagen und Bedingungen einer
Baugenehmigung, dies reicht von Stellplätzen über Schallschutz bis z. B.
Vorgaben des Abwasseranschlusses, Brandschutz, Löschwassereinspeisung
etc., wiederum selbst tragen, dann aber auf fremden Grund?!?
5.
Vermengung der Übertragung des AKS mit dem Kreisumlagestreit
Für die Stadt Nordhausen und den Oberbürgermeister
ist es unverständlich, warum die Kreisumlagediskussion in den
Übertragungsprozess des AKS einfließen muss. Die Stadt hat für die Jahre
2012, 2014, 2016, 2017 Widerspruch gegen die Kreisumlagebescheide
eingelegt. Die Stadt ist ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem
Landkreis immer nachgegangen (in Summe der vier Jahre: 53,7 Mio. Euro).
Es handelt sich um Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt,
die der Landkreis bereits vereinnahmt hat. Dieses
Steuergeld fehlte bisher den Nordhäuserinnen und Nordhäusern für
dringende Investitionsmaßnahmen.
„Einen Millionenwert einfach in Paketen/Deals
wegzuverhandeln, da hört der Spaß für mich als Oberbürgermeister auf“,
so Kai Buchmann. Den AKS nun als „Mittel zum Zweck“ zu nutzen, um ein
bereits festgestelltes, fehlerhaftes Verwaltungshandeln
im Landratsamt nachträglich auszubügeln ist mehr als unredlich. „Ein
Vertrag, der diesen Winkelzug beinhaltet, muss erst einmal rechtlich in
alle Richtungen abgesichert werden“, fügt Buchmann an. Hier lässt sich
die Stadt Nordhausen von der zuständigen Rechtsaufsicht
im Landesverwaltungsamt, sowohl rechtlich als auch haushaltsrechtlich,
beraten.
Die Rechtsposition der Stadt ist rechtlich
abgesichert. Hierzu wird ausdrücklich auf die Entscheidung des OVG
Weimar bzgl. des Kreis- und Schulumlagestreits zwischen Landkreis und
der Stadt Bleicherode zu Gunsten der Stadt Bleicherode
verwiesen.
6.
Abschließende Betrachtung
Tatsächlich ist die Stadtverwaltung bei all den
aufgezeigten Problemen irritiert, dass zum einen der Verein sein
finanzielles Engagement im Stadionprojekt nicht vergrößern kann oder
will. Denn vor allem der Verein und sein Hauptsponsor
drängen auf den Aufstieg in die 3. Liga und das noch unbedingt in
dieser Spielzeit. Für dieses Ziel hat der Verein viel in neue Spieler
investiert und sicherlich die Folgen des Aufstiegs finanziell vorab
geklärt.
Zum anderen ist es aus Sicht der Stadt Nordhausen
nicht erklärbar, dass jede Diskussion bzgl. eines Alternativstandorts
seitens des Vereins und des Landrats ohne vernünftigen Grund von
vornherein abgelehnt wird. Die Stadtverwaltung würde
viel mehr das Entwicklungspotenzial an einem Neustandort,
beispielsweise am einstigen Ernst-Thälmann-Stadion, näher prüfen.
Der jetzige AKS würde dann weiterhin mit seinen
vier Trainingsplätzen für Nordhäuser Vereine sowie als Nachwuchszentrum
zur Verfügung stehen und dahingehend entwickelt werden können. Dies
bedeutet auch eine Sanierung des Hauptgebäudes,
die die Stadt als Eigentümer seit Langem plant.
Dres. Pientka berichten:
Heimat
– tragendes Motiv der Andacht zum Heimat- und Schützenfest
Es
waren bewegende Worte, die Karl-Heinz Kindervater in dieseer Andacht
predigte – und das tragende Motiv war „HEIMAT“. Dies war nicht
nur persönlich gemeint – Herr Kindervater wohnt und arbeitete
lange Zeit in Erfurt, ist aber im Herzen immer Ellrich verbunden
geblieben. Heimat
kann man nicht definieren, nicht mit einem Wort beschreiben. Heimat
ist Gefühl und
dieses Gefühl ist subjektiv, es ist privat wie
intim, individuell ist es auch. Es hat eine Farbe, einen Geruch, es
hat Bilder. Als
Sehnsuchtsort begegnet uns unsere Heimat unterwegs als Heimweh. Oder
als Sehnsucht aus der Heimat in die Fremde – als Fernweh. Schon als
Kinder haben wir gesungen: „Uns’re Heimat, das sind nicht nur die
Städte und Dörfer ….“ Unser Altbundespräsident Gauck sagte
einmal in einem Gespräch den Unterzeichnenden: „Heimat ist, wenn
ich bei meiner Großmutter bin und den Kuchenteig aus der Schüssel
mit dem Finger auslecken konnte!“ Die Verbundenheit mit der Heimat
ist nicht wegzureden, kann mit keiner modischen Strömung oder
politischen Ausrichtung verändert oder gar getilgt werden. In den
80-er Jahren formulierte es sehr schön der für den Bezirk Erfurt
Verantwortliche für Denkmalspflege: „Wenn Sie Besuch bekommen,
dann führen Sie diesen nicht in den Stadtteil, der aus Wohnscheiben
neu gebaut wurde, sondern zum alten Marktplatz und zu der Kirche des
Ortes“. Und genau dorthin führte es die Besucher dieser Andacht.
Sie wie die meisten Ellricher stehen zu ihrer Marktkirche und dem
Bestreben zweier Vereine, diese wieder in (fast) alter Schönheit und
mit den Doppeltürmen erstehen zu lassen. Vielleicht ist dies nicht
in zwei oder fünf Jahren zu schaffen. Man sollte aber bedenken, dass
für die Fertigstellung des berühmten Kölner Domes 800 Jahre
benötigt wurden. Zwischenzeitlich
ist auch die Frauenbergkirche aus
der Nische ihres Schattendaseins gerückt. Dass sie die älteste
Steinkirche Thüringens ist und es nur noch eine weitere gibt, die
mit einem Beinhaus aufwarten kann, war sogar dem MDR einen Beitrag
wert. Diese ehrenamtliche Arbeit erfolgt auch in dem Bestreben, diese
Heimat schöner, attraktiver zu machen, das Gefühl „HEIMAT“
weiter zu stärken. Auch der Spendenaufruf zur Restaurierung der
Kanzel der Johanniskirche zeigt weiter Wirkung. Vor wenigen Tagen
ging erneut ein Betrag von 1.000 EUR ein – wieder anonym, leider.
Die Kirchgemeinde und der Verein zum Wiederaufbau wie auch das
Ehepaar Pientka, das zu dieser Aktion aufrief, möchten sich auch mit
diesen Zeilen bedanken. Ob es die Andacht war, die wieder das Gefühl
HEIMAT stärker hervortreten lies und damit die Bereitschaft einen
persönlichen Beitrag zu leisten, wird wohl nie zu erfahren sein. Das
DANKE zu diesem großen finanziellen Beitrag möchten wir aber mit
voller Absicht in Großbuchstaben schreiben.
Dres.
Hannelore und Wolfgang R. Pientka
Mitglieder des Wiederaufbauvereins der Johanniskirche
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