Dienstag, 3. Februar 2015

„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“

Kriminalistisches Faschingskonzert mit dem Loh-Orchester

Kriminalistisch unterhaltsam geht es zu im Faschingskonzert des Loh-Orchesters Sondershausen am 14. Februar um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen. Unter dem Motto „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ nach Bill Ramseys berühmtem Schlager machen altbekannte Gangster, Kriminalkommissare und Detektive wie Derrick und Miss Marple musikalisch ihre Aufwartung. Auch eine „diebische Elster“ und ein „rosaroter Panther“ lassen sich blicken, und Madame Pompadour, die als Mätresse Ludwigs XV. Berühmtheit erlangte.

Es singen die Sopranistin Tijana Grujić aus dem Solistenensemble des Theaters Nordhausen und Bariton Patrick Rohbeck. Er ist Ensemblemitglied an der Musikalische Komödie Leipzig und dem Nordthüringer Publikum bekannt als Sänger und Moderator der Band Franz‘L., die in den vergangen Jahren beim Sondershäuser Schlossball für Unterhaltung sorgte. Mit viel Witz wird er auch durch das Programm des Faschingskonzerts führen und dabei mit kriminalistischem Gespür mancherlei Überraschendes zutage fördern.

Auch der Anblick des Loh-Orchesters wird für karnevalistische Stimmung sorgen, denn die Musikerinnen und Musiker werden sich nach Herzenslust verkleiden. Sicher wird sich dabei auch der eine oder andere „Kriminelle“ darunter verstecken …

Die musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister Michael Ellis Ingram. Karten  für das Faschingskonzert am 14. Februar 2015 um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.


Foto: Birgit Susemihl

Es rauschte wieder im Blätterwald . . .

. . . das Ergebnis aber hielt sich in Grenzen nach dem Bundesparteitag der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Bremen am vergangenen Wochenende. Auf der Website eines Nachrichtenportals heißt es jeweils am Wochenende: „Was war. Was ist. Was wird“. Das lässt Kontinuität erkennen. Bei den Berichten und Kommentaren zu besagten Parteitag vermisse ich eine analoge Kontinuität, abgesehen von den Spekulationen, durch die sich die Publikationen auszeichnen. Und wundere mich eigentlich, dass es in nahezu allen Berichten und Kommentaren vorwiegend um den Bundesvorsitzenden Bernd Lucke und sein Streben nach alleiniger Führung der Partei geht. Und die Aussichten dafür. Ich hatte gehofft, dass man auch einiges über die anderen Mitglieder der bisherigen Führungsriege zu lesen bekommt, denn schließlich sind doch auch das Personen, deren Auffassungen und rhetorische Mittel beachtlich sind. Und die am Aufbau der Partei und deren bisherigen Entwicklung maßgeblich beteiligt waren. Zwar bezeichnete Lucke in seiner Ansprache die bisherige Führung der Partei als „stümperhaft“, was aber nicht so wörtlich zu nehmen ist, wie allein schon die Mitgliederzahlen und das gegenwärtige politische Gewicht dieser Partei erkennen lässt. Und schließlich mussten auch andere Parteien (Grüne, Freie Union u.a.) versuchen, turbulente Anfangsphasen, auch innerparteilich, und medialen Druck zu überstehen. Manchen gelang es, andere scheiterten. Die innerparteilichen Probleme der AfD spielen sich meiner Meinung jedenfalls auf einer Ebene ab, die intellektuell und politisch durchweg höher einzuschätzen ist als die Berichte, die man bisher darüber zu lesen bekam.

Im Gegensatz etwa zu den Akteuren von Pegida, wie ich meine. Denen zwar zuzugestehen ist, dass sie etwas gestalten wollten. Denen dazu aber, zunächst wenigstens, jegliches persönliche Image fehlte. Aber auch die Inhalte, denen sie Form und Gewicht geben wollten. Und dadurch zur willkommenen Spielwiese der Medien wurden, die das prompt genüsslich nutzten. Wobei immerhin beachtlich ist, dass sie sich trotzdem – oder gerade deshalb? - in unterschiedlichen Verhaltensweisen - ausbreiten konnten. 

Sollte es nun wirklich zu einer Initiative unter Kathrin Oertel kommen, bleibt abzuwarten, ob sie an ihrer selbstgestellten Aufgabe zu wachsen, und Gleichgesinnte um sich zu versammeln vermag. Die sich loyal zu ihr verhalten. Und den nicht gerade immer sachlich gearteten Druck der Presse standhalten. Rhetorisch müsste sie zunächst wenigstens nicht einmal zulegen, als „einfache Frau des Volkes“ spricht Oertel ja deren Sprache, Und das ist erst einmal wichtig. Und schließlich wird ihre Initiative auch davon abhängen, wie sie sich mit der AfD arrangiert. Oder umgekehrt. Ich bin jedenfalls neugierig.

Zum 90. von Günter Groh: Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg

Nordhausen (psv) Am Samstag, den 7. Februar, um 15 Uhr, wird im Kunsthaus Meyenburg das neue Ausstellungsjahr mit der Ausstellung „Günter Groh, Eva Groh, Rainer Groh – Zeichnung, Illustration und Malerei“ durch Hannelore Haase, 2. Beigeordnete der Stadt Nordhausen, im Beisein des Künstlers eröffnet.

Die Ausstellung präsentiert anlässlich des 90. Geburtstages von Günter Groh einen Einblick in das langjährige und umfangreiche Schaffen des bekannten Nordhäuser Kunsterziehers und Malers. Seine bevorzugten
Motive sind die Landschaften, die er selbst erwanderte und sich leiblich und bildnerisch zu Eigen machte. Günter Groh sieht seine Bilder als eine Aufforderung an die Betrachter, die Natur nachzuempfinden, zu entdecken und zu lieben. Er ist  in seinem Wirken seiner Liebe zur Natur immer treu geblieben, indem er das
Stille, Einfache und Natürliche zeichnete; ohne sich dem Zeitgeist mit Abstraktionen und Installationen zu unterwerfen.

Neben den Arbeiten von Günter Groh sind auch die Werke seiner verstorbenen Frau Eva zu sehen, die nach ihrer künstlerischen Ausbildung an der Kunsthochschule und der Akademie für Grafik und Buchkunst in Leipzig überwiegend als Buchillustratorin tätig war.

Den besonderen Zugang zur Kunst haben Günter und Eva Groh auch ihrem Sohn Rainer vermittelt, der heute als Professor in Dresden tätig ist und dessen Werke die Ausstellung der Familie Groh ergänzen.

Das Ausstellungsprojekt wurde möglich durch die freundlichen Unterstützung des Kunsthaus Meyenburg Fördervereins e.V. und dem Rotary-Club Nordhausen.
Zum Bild 1: Bereits seinen 80. Geburtstag würdigte die Stadt Nordhausen mit einer Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg. Günter Groh trägt sich ins Ehrenbuch der Stadt Nordhausen ein.
(Foto: Ilona Bergmann)


Zum Bild 2: Rainer Groh, Landschaft an der Elbe 

Nationales Asbest-Profil: Wundermineral hat sich in gefährliche Altlast verwandelt

Dortmund – Trotz eines umfassenden Verbots im Jahr 1993 sterben jährlich etwa 1500 Menschen an den Folgen von Asbest. Dies ist nur eine Zahl aus dem nationalen Asbest-Profil für Deutschland, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Nationale Asbest-Profile informieren über die Asbestsituation in den Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation. Dazu gehen sie auf die Bereiche Asbestverbrauch und -verwendung, die Anzahl der Exponierten, das mit Asbestfasern verbundene Erkrankungsgeschehen, das System zur Überwachung und Durchsetzung von Grenzwerten und Verwendungsverboten sowie die gesellschaftliche und ökonomischen Belastung ein.
Asbest ist ein Naturstoff, der als „Mineral der tausend Möglichkeiten“ seit mehr als 100 Jahren in industriellen und verbrauchernahen Bereichen Verwendung gefunden hat. Asbestprodukte wurden in Deutschland zumindest bis Anfang der neunziger Jahre vor allem im Baubereich verwendet.

Die Gesundheitsgefahren durch Asbest, denen vor allem Beschäftigte ausgesetzt waren, wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts erkannt. Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose ist seit 1942 ist in Deutschland offiziell als Berufskrankheit anerkannt.

In der Vergangenheit waren bis zu 2,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland asbestgefährdet. Im Jahr 2012 verstarben laut nationalem Asbest-Profil über 1.500 Berufserkrankte, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren. Das liegt auch an der langen Latenzzeit zwischen Asbestbelastung und Krebserkrankung, die durchschnittlich 38 Jahre beträgt. Insgesamt starben zwischen 1994 und 2012 über 26.000 Menschen an den Folgen des Minerals.

Die am häufigsten auftretenden Todesursachen bei Berufskrankheiten sind asbestverursachte Bindegewebstumore mit 34 Prozent sowie Lungen- und Kehlkopfkrebs mit 24 Prozent Die Kosten für die medizinische Versorgung und Rentenzahlung für Asbesterkrankte und deren Angehörige lagen in den Jahren 1990 bis 2012 bei etwa 6,1 Milliarden Euro und werden voraussichtlich auf bis zu 10 Milliarden Euro ansteigen

2001 bis heute fiel rund vier Millionen Tonnen asbesthaltiger Müll – zumeist in Form von Bauschutt – an. Aktuell sind immer noch über 35 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut, meist in Form von Asbestzement. Insbesondere beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann Asbest freigesetzt werden. Ende 2012 waren immer noch fast 89.000 Beschäftigte in Deutschland mit Asbestprodukten in Kontakt. Das Profil führt daher auch die Regelungen zum Schutz der Beschäftigten auf. Ein Literaturverzeichnis schließt die Veröffentlichung ab.

„National Asbestos Profile for Germany“; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014; ISBN 978-3-88261-032-1; 70 Seiten. Eine Version im PDF-Format gibt es zum Herunterladen unter der Adresse 
http://www.baua.de/publikationen auf der BAuA-Homepage.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
http://www.baua.de
Jörg Feldmann Pressestelle - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Eine Mitteilung des idw – wissenschaftlichen Dienstes am 30.01.2015

Montag, 2. Februar 2015

Chinas Reformweg in der Wirtschaft ist zu Ende

Wer sich mit Weltwirtschaft befasst weiß, dass Chinas Industrie im Januar den zweiten Monat in Folge geschrumpft ist. Der am Montag veröffentlichte endgültige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC und des Markit-Instituts (PMI) wies für Januar 49,7 Punkte aus - nach 49,6 im Dezember. Das mag als Vorspann genügen, um nachfolgend ein Buch vorzustellen, in dem der Autor, Prof. Herrmann-Pillath erklärt, wie China seinen Wirtschaftsstil gefunden hat und wie der Westen damit zurechtkommen kann

Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath analysiert in seinem neuen Buch „Wachstum, Macht und Ordnung“ die Wirtschaftsordnung Chinas und kommt zu dem Schluss: Der Westen kann sich auf mindestens zwei bis drei Jahrzehnte einstellen, in denen China keine fundamentalen institutionellen Verwerfungen mehr erfahren wird und dadurch ein stabiler und verlässlicher Handelspartner sein wird. Das war nicht immer so: „In der Mao-Zeit hatte China viele Dinge wie Gerichte und Finanzverwaltung abgeschafft, weil sie angeblich westlich-bürgerlich waren. Das hat sich in den frühen 90er Jahren gerächt, weil der Staat keine Steuern mehr einnahm und fast pleite war“, erklärt Herrmann-Pillath im historischen Rückblick die Voraussetzungen. „Dann gab es eine Steuerreform, die gut funktionierte. Die Zentrale in Peking hatte nun wieder Geld, aber die lokalen Gebietskörperschaften, vergleichbar mit Ländern und Gemeinden in Deutschland, bekamen von dem warmen Regen nichts ab.“ Das war der gewollte oder ungewollte Startschuss für die massenhafte Privatisierung der vielen lokalen Staatsfirmen. „Es wird viel darüber spekuliert, ob das strategisch geplant war. Aber der Effekt ist eindeutig: Die Städte und Länder, um die deutschen Begriffe zu wählen, mussten die vorher mit hohen Subventionen am Leben gehaltenen Firmen verkaufen. Die Not wurde von der Zentrale in die Fläche umverteilt und löste so das chinesische Wirtschaftswunder aus.“ Daraus entstand das heutige Nebeneinander von nationaler Staatswirtschaft und regionaler Marktwirtschaft, die oft als ‚Staatskapitalismus‘ bezeichnet wird.
Eine weitere Besonderheit in China liegt in der schieren Größe: Dort gibt es viele Bürgermeister, die einen Einzugsbereich mit 20 bis 30 Millionen Menschen regieren. Zur Einordnung: Länder wie Portugal, Griechenland oder Dänemark haben je rund zehn Millionen Einwohner. „Die Städte in China wachsen mit einer Geschwindigkeit, die wir uns hier gar nicht vorstellen können. Und trotzdem ist diese Urbanisierung für die nächsten 20, 30 Jahre eine feste planbare Größe, die das Wachstum in China treiben wird. Eben weil das Land so groß ist, so viele Reserven hat“, sagt Herrmann-Pillath voraus. Und diese Dynamik entspricht so gar nicht dem westlichen Bild von einem Kommunistischen Staat, der alles plant und ordnet. „Viele Kommunen in China können ihren Haushalt zurzeit nur dadurch sichern, dass sie immer mehr Ackerfläche zu Bau- oder Gewerbegebieten umwidmen. Aufsichtsrechtliche Beschränkungen sind schwach, das ist alles nicht so geordnet, wie gerade wir Deutschen das angeblich so lieben.“ Und in diesem Prozess der Urbanisierung entstehen dann auch neue Probleme: Da werden auch schon mal Bauern übervorteilt, die dann mit Gewalt und Unruhen dagegen protestieren und es in westliche Medien schaffen. Da gibt es wie überall, wo große Bausummen bewegt werden, Korruption. Das war in Deutschland beim Wiederaufbau nicht anders. „Aber unser Bild von einem Kommunistischen System ist eben nicht eines, das mit solchen Improvisationen in Einklang zu bringen ist“, beschreibt Herrmann-Pillath in seinem Buch die Irritationen im Westen. „Vielleicht kann man das mit der Zeit der Industrialisierung vor der Jahrhundertwende in Deutschland vergleichen: Viele Menschen wandern zu, um Arbeit zu finden, aber die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren völlig ungeregelt. Hier haben sie sich in vielen Arbeitskämpfen gebildet. In China steht dieser Prozess noch aus, wird aber bei dem anhaltend hohen Wachstum sicher keine Instabilität bringen“, ist sich Herrmann-Pillath sicher.

Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath steht kurz vor der Wieder-Berufung zum Professor an der Universität Witten/Herdecke, an der er von 1996 bis 2008 bereits einen Lehrstuhl für Evolutionsökonomik und Institutionentheorie Inne hatte. Er ist Volkswirt und Sinologe und befasst sich seit 30 Jahren mit der Erforschung der Wirtschaft Chinas. Er ist Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt.

Außerdem ist er seit dem 24. Dezember 2014 der erste europäische  ‚Distinguished Visiting Professor‘ am neu gegründeten Schwarzman College der Tsinghua-Universität in Peking. Der Chef des weltweit größten Investors Blackstone gründete hier mit einer 300 Mio. Dollar-Spende eine einzigartige Studienmöglichkeit für 200 Stipendiaten.  http://schwarzmanscholars.org/

Carsten Herrmann-Pillath: Wachstum, Macht und Ordnung
Eine wirtschaftsphilosophische Auseinandersetzung mit China
2015, Metropolis, 586 Seiten, ISBN 978-3-7316-1108-0 

Wer bringt denn nun Klarheit?

Am Freitag ließ ich hier einiges über mein Interessenspektrum wissen, um aber auch gleichzeitig einzugestehen, dass ich bei nicht wenigen Themen von Weltanschauungen, Politik, und Wirtschaft mit meinen Überlegungen „auf er Stelle“ trete. Und die Medien – insbesondere die Presse – die ja eigentlich klare Vorstellungen, Kenntnisse und Wissen vermitteln sollen, auch nicht weiter helfen, sie „eiern“ auch nur herum.


Ich könnte es damit bewenden lassen und abwarten, was sich da weiter entwickelt, aber da gibt es doch auch Vorgänge, die sehr aktuelle Bedeutung haben. Und auch das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichen Glaubens betreffen. Zum Beispiel jenen, die dem Islam zugehören. Viel ist gerade in jüngerer Zeit über diese Religion geschrieben, gezeichnet und karikiert worden, sehr grundsätzlich, aber auch „mit leichter Feder“ und ebensolchen Gedankengängen. Bei letzteren ist es inzwischen ruhiger geworden und im „Perlentaucher“ liest man, dass zur Meinungs- und Pressefreiheit inzwischen auch Überlegungen zu Respekt und Selbstbeschränkung gehören.


Ich wende mich den grundsätzlicheren Überlegungen zu, zu denen ich durch ein Interview der „Welt“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel angeregt wurde. Bekanntlich hatte sie die Aussage Christian Wulffs, dem früheren Bundespräsidenten, aus dem Jahre 2010 aufgegriffen und wiederholt, wonach der Islam inzwischen zu Deutschland gehört. Was zu teils kontroversen Reaktionen führte. Nun darauf angesprochen, wiederholte sie ihre Aussage mit einer deutlichen Einschränkung (Zitat): „Klar ist aber auch, dass das Grundgesetz nur die Glaubensbetätigung, und zwar aller Religionen, schützt, die sich innerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegt. Islamismus und Extremismus gehören nicht dazu und müssen entschlossen bekämpft werden.“ (Zitatende).



Und mit dieser Einschränkung tue ich mich einigermaßen schwer, weil ich meine, dass den Unterschied von Islam zum Islamismus und Extremismus von Bürgern, die sich damit nicht speziell befassten, gar nicht kennen. Und deren Grenzen zumindest hier in Deutschland auch fließend sind. Nun ist es zwar nicht Sache des Bürgers, Islamismus und Extremismus zu bekämpfen, aber wissen sollte er schon, wann er es mit einen solchen Vertreter oder Anhänger zu tun hat. Denke ich an den Dinslakener Fall, in dem ein aus Syrien zurückgekehrter Dschihadist(?) verhaftet und von der Presse als vermutlicher Terrorist bezeichnet wurde, während dessen Eltern öffentlich bekunden, dass er „geläutert“ sei, wird das Dilemma offensichtlich. Die Justiz wird einiges zu tun haben, um jeweils die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Bürger aber bleibt im ungewissen.  

Zweimal „Die vier Jahreszeiten“

Ballettabend hat am 13. Februar Premiere – Einführung am 3. Februar um 19 Uhr

Mit Vivaldi und seinem Konzertzyklus „Die vier Jahreszeiten“, einem der beliebtesten und meistgehörten Werke des Barocks, beschäftigt sich die Ballettkompanie des Theaters Nordhausen ab 13. Februar in einem zweiteiligen Ballettabend. Zwei ganz verschiedene Handschriften bringen die beiden Choreographen mit, die Ballettdirektorin Jutta Ebnother für diese Produktion nach Nordhausen geholt hat.

Ein „alter Bekannter“ fürs Nordhäuser Publikum ist Jochen Heckmann, der hier bereits mit großem Erfolg Tschaikowskys „Der Nussknacker“ auf die Bühne brachte. Im Doppelabend „Die vier Jahreszeiten“ kreiert er den titelgebenden zweiten Teil zu Max Richters liebevoll-kreativer Vivaldi-Interpretation „Recomposed by Max Richter: Vivaldi – Die vier Jahreszeiten“. Diese Neukomposition alter Musik lässt Klassik-Fans „ihren“ Vivaldi erkennen, neue Hörer sich aber ebenso angesprochen fühlen. Jochen Heckmann nimmt das Publikum auf eine Reise mit, „die sowohl Spannung, berührende Emotionen und eindrückliche Bilder hervorbringen und bewirken soll“.

Den ersten Teil, „Transkriptionen“, choreographiert Martin Chaix, Tänzer im Ballett der Deutschen Oper am Rhein. Er hat Originalmusik von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi und Bearbeitungen von Werken beider Komponisten ausgewählt. Chaix sucht in seiner Choreographie zu ergründen, wie das, was Barock definiert, heute aussehen könnte. Dazu zitiert er barocke Elemente wie Kronleuchter und Korsett. Den Tanz entwickelt er – genau wie Heckmann – unmittelbar aus der Musik.

Erste Eindrücke vom zweiteiligen Ballettabend gibt es bereits am Dienstag, 3. Februar, um 19.30 Uhr in der Einführung „Lust auf ‚Die vier Jahreszeiten‘“. Chefdramaturgin Anja Eisner stellt Mitwirkende an der Produktion im Interview vor. Und natürlich gibt es Ausschnitte aus den beiden Choreographien zu sehen. Der Eintritt ist frei. Bereits um 19 Uhr beginnt der Einführungsabend mit der Möglichkeit, die Tänzerinnen und Tänzer beim öffentlichen Training zu beobachten.

Karten für die Premiere des Ballettabends „Die vier Jahreszeiten“ am 13.02. um 19.30 Uhr und die nächsten Vorstellungen am 18.02. um 15 Uhr, am 01.03. um 14.30 Uhr und am 06.03. um 19.30 Uhr gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Wer die „Jahreszeiten“ nicht nur als Ballett, sondern auch im After-Work-Konzert erleben möchte, kann von einem günstigen Angebot profitieren: Beim Kauf einer Eintrittskarte für eine der beiden Veranstaltungen kann er für die andere eine Karte zum halben Preis erwerben. Das After-Work-Konzert findet am 19.02. um 18 Uhr im Theater Nordhausen und am 25.02. um 18 Uhr im Blauen Saal von Schloss Sondershausen statt.

Fotos: Impressionen aus den Proben zu „Die vier Jahreszeiten“ noch ohne Kostüme – Fotos: Tilmann Graner
Heckmann 10: Amelie Lambrichts in „Die vier Jahreszeiten“
Chaix07: Magdalena Pawelec, Ballettkompanie in „Transkriptionen