Mittwoch, 5. September 2012

Vernissage vor der Operngala im Theater Nordhausen

 Nicht nur die Premiere der diesjährigen Operngala am Samstag, 8. September, um 19.30 Uhr ist ein Leckerbissen für alle Nordthüringer. Vor der Premiere wird im Theater Nordhausen um 18.30 Uhr noch eine Ausstellung eröffnet. Ausgestellt werden im Foyer und im 2. Rang des Theaters Bilder von Fritz Wilhelm, Nordhäuser Maler und Bühnenbildner, der selbst auch lange Jahre am Theater Nordhausen beschäftigt war. Die Ausstellung würdigt mit einer Werkschau anlässlich seines 80. Geburtstags das künstlerische Lebenswerk von Fritz Wilhelm.

Der Künstler wurde 1932 im Wartburgkreis geboren. In Erfurt studierte er an der Landesschule für angewandte Kunst. Dann zog es ihn ans Theater: als Bühnenbildassistent ging er ans Meininger Theater. Von 1958 bis 1990 arbeitete er am Theater Nordhausen als Bühnenbildner und Ausstattungsleiter. In dieser Zeit schuf er rund 200 Bühnenbilder und Gesamtausstattungen, unter anderem für „Figaros Hochzeit“, „Rigoletto“, „Don Carlos“, „Hänsel und Gretel“, „Cabaret“ und vieles mehr.

In seinen Bildern – vorzugsweise Aquarelle, Pastelle, Acrylbilder und Collagen – spielt immer wieder die Natur eine große Rolle.

Die Vernissage der Ausstellung von Fritz Wilhelm findet am Samstag, 8. September 2012, um 18.30 Uhr im Foyer des Theaters Nordhausen statt. Geöffnet hat die Ausstellung dann immer zu Theatervorstellungen.

Foto: Fritz Wilhelm mit dem Aquarell „Ein Wintertag“, Foto Birgit Susemihl

CDU-Fraktion begrüßt Verzicht der Landesregierung


Wasser und Abwasser: Finanzielle Belastungen reduzieren statt
zusätzlicher Abgaben einführen

Erfurt – Die CDU-Landtagsfraktion hat den Verzicht der Landesregierung auf eine Wasserentnahmeabgabe ausdrücklich begrüßt. „Zusätzliche Belastungen der Bürger und der Wirtschaft im Bereich Wasser und Abwasser passen nicht in die Zeit und sind mit der CDU-Fraktion im Landtag nicht machbar.“ Das hat der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Egon Primas, heute in Erfurt als Reaktion auf den von Umweltminister Reinholz verkündeten Stopp des Gesetzes über eine Wasserentnahmeabgabe erklärt.

Dass die Landesregierung die Kritik von Wirtschaft, Wasserversorgern und vor allem den Bürgern im Lande ernst nimmt und von ihrem ursprünglichen Vorhaben abrückt, ist für Primas ein gutes Zeichen.
Die finanzielle Belastungsgrenze der jetzigen Generation ist erreicht“, stellt der CDU-Abgeordnete klar. Eigentümer, Mieter und Steuerzahler hätten seit 1990 in Thüringen 4,8 Milliarden Euro allein in eine moderne Abwasserentsorgung investiert.

Die Entscheidung, die Idee einer Wasserentnahmeabgabe nicht weiter zu verfolgen, stehe laut Primas im Einklang mit den Forderungen der CDU-Landtagsfraktion in ihrem im November 2011 vorgelegten Konzept zur Abwasserentsorgung. Die Fraktion hatte seinerzeit einen Katalog an Handlungsoptionen aufgestellt, um weitere Belastungen der Thüringer zu vermeiden bzw. gering zu halten und über einen längeren Zeitraum zu verteilen. „Wie vor diesem Hintergrund eine zusätzliche Abgabe überhaupt erwogen werden konnte, bleibt ein Rätsel. Gut, dass sie nun vom Tisch ist“, so der Umweltexperte wörtlich.

Konzert mit Steve Waitt (USA)&Band in Friedrichsrode


15.09.2012 - 20:00

Bevor im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Liedermonat“ im Oktober jeden Samstag ein Konzert im neuen Kunststall stattfinden wird, haben dort bereits am Samstag, den 15.09.12 um 20 Uhr, Steve Waitt (USA) und seine Band ihren Auftritt. Waitt, der bereits vor längerer Zeit gemeinsam mit Liz Clark ein sehr schönes Konzert in Friedrichsrode spielte, kommt diesmal mit Band und wird damit neue Möglichkeiten seiner Musik zeigen.
Aufgewachsen in Arizona, spielte Steve bereits als Kind das Piano seines Vaters und studierte dessen Platten. Er sang im Kinderchor, spielte Gitarre und sein Talent und seine Passion waren schnell klar. So verließ er schnell die bürgerliche Heimat und reiste mit seiner Gitarre durch Mexiko und den Westen der Vereinigten Staaten, blieb eine Zeit in San Francisco und schrieb Songs über die Menschen die er unterwegs traf. Es zog ihn nach New Orleans, er lebte dort über ein Jahr und spielte in jedem Club und jeder Bar.
Vor knapp 7 Jahren fand Steve Waitt seinen Weg nach New York City. Im Gepäck seine Gitarre, seine Mundharmonika und seine Songs. Er wurde schnell fester Bestandteil der New Yorker Barszene und sein Mix aus Country, Jazz, Folk, Blues und Rock gehört zum Inventar vieler angesagter Clubs in New York.
Steve Waitt bietet alle Facetten traditioneller Musik und bringt sie mit einer unglaublichen Leichtigkeit zusammen. Er formt unterschiedliche Stile zu wunderbaren, modernen Songs.
Live entwickeln seine Auftritte eine Dynamik, die seine Zuhörer begeistert zurücklassen. Während sein 2008er Album „Blue Parade“ etwas Schwermütiges hatte, sind die neuen Songs dem Himmel näher. Steve sympathisiert mit dem Pop und behält dennoch sein Augenmerk auf der unbestechlichen Integrität des Songs. Er studierte Musik mit Herz und Verstand und heute klingt sie so vielseitig, als gäbe es keine musikalischen Grenzen….
Wir freuen uns auf sympatische Musiker, die den Auftakt für einen interessanten „musikalischen Herbst“ in Friedrichsrode geben.

Karten und Informationen:

KUNSTHOF FRIEDRICHSRODE


Samstag 15.09.2012 20 Uhr

STEVE WAITT&BAND (USA)

Samstag 06.10.2012 20 Uhr

Nadine Germann&Band interpretieren Rio Reiser/Ton Steine Scherben

Samstag 13.10.2012 20 Uhr

DZIUKS KÜCHE

Samstag 20.10.2012 20 Uhr

LÜÜL mit Band - „Tourkoller -Live“

Mittwoch 24.10.2012 20 Uhr

Frieder W. Bergner - Jazz unter Ulbricht und Honecker
-eine Lesung mit Musik-

Samstag 27.10.2012 20 Uhr

ADWOA HACKMAN&BAND

Samstag 03.11.2012 20 Uhr

HYMN FOR HER (USA)

Samstag 10.11.2012 20 Uhr

Sin distancia trio - Soleado

Manuel Delgado (flamenco guitar / palmas) - Ralf Siedhoff (guitar) - Ernest Martinez (percussion / vibraphone)

Samstag 17.11.2012 20 Uhr

Sarah McDougall&Marie-Josee Dandeneau (Can)

Mittwoch 21.11.2012 20 Uhr

Joseph Parsons (USA) & Freddi Lubitz


Weitere Veranstaltungen sind möglich, alle Angaben ohne Gewähr!

Treppenkäfer-Nachwuchs zum Treppenfest


Am Sonntag ist Treppenfest. Mit vielfältigen Aktionen feiern wir unsere Treppen und Käfer. Der JugendSozialwerk Nordhausen e.V. kann dank seiner vielen Helfer fast alle Käfer „bespielen“. Die Helfer kommen nicht nur aus den eigenen Einrichtungen, sondern auch aus dem AWO Kindergarten „Bleicheröder Knirpse“, dem TeleFun O2 & Vodafone Shop, der AWO Jugendwohngruppe, dem Familiennetzwerk Nordhausen, den Nordhäuser Grashüpfern, oder sie sind einfach ganz privat interessiert und engagiert.
Der Aktionsbereich erstreckt sich von der Altendorfer Stiege, über Wassertreppe, Rathaus und Promenade zum Petersberg, um diesen herum bis zur Rautenstraße hin. Auch in diesem Jahr wird das Absolvieren von wenigstens sechs der zwölf Stationen mit einer Urkunde belohnt.

Rechtzeitig vor dem Treppenfest hat heute der Nachwuchs Einzug gehalten. Humrich, der Treppenkäfer des Humboldt Gymnasiums, hat an der Altendorfer Stiege seinen Platz gefunden. Heute wurde er von der Gießerei Ihle aus Dresden aufgestellt.

Vor 2 Jahren, zum Treppenfest 2010, wurde das Modell des Humrich aus 80 von Schülern getöpferten Entwürfen ausgewählt. Die Schüler und Lehrer des Humboldt Gymnasiums können sehr stolz sein, dass sie mit vielfältigen Aktivitäten, langem Atem und der Unterstützung vieler Nordhäuser die Finanzierung des Käfers ermöglicht haben. Um dies zu würdigen, wird am Sonntag um 13:30 Uhr das diesjährige Treppenfest bei Humrich offiziell eröffnet.

Auch er ist übrigens (wie die Mehrheit unserer Treppenkäfer) für Jedermann erreichbar. Davon können sich unsere Gäste bei Spiel, Bewegung, Musik, Basteleien, .... auf den Treppen der Stadt überzeugen.

Zum diesjährigen Treppenfest bekommt auch endlich unser TeleFunny seine Geschichte. Unter den Einsendungen zum Geschichtenwettbewerb haben wir drei Geschichten in die engere Auswahl genommen. Am Sonntag werden gegen 15:00 Uhr die drei Autoren von Thomas Lottig, Inhaber des TeleFun O2 & Vodafone Shops, geehrt und der Sieger gekürt. Alle Interessierten können dann auch die Siegergeschichte hören.

Wir wünschen dem Treppenkäfer-Nachwuchs ein langes und gesundes Leben auf den Treppen Nordhausens. Wir freuen uns über jeden Nordhäuser, der die Käfer besucht und “ein Auge auf ihr Wohlergehen“ hat.
Wir sehen uns: am Sonntag zwischen 14:00 und 18:00 Uhr.

Ines Gast

Dienstag, 4. September 2012

Sonderausstellung im Kunsthaus Meyenburg wird bis zum 16. September verlängert


Schüler sind eingeladen eigene Kunstwerke zu gestalten

Nordhausen (psv) Die Sonderausstellung „Abstraktion trifft Realismus“ im Kunsthaus wird bis zum 16. September verlängert. Das kündigte jetzt Kunsthausleiterin Susanne Hinsching an.

Wie wäre es, das neue Schuljahr mit einem Besuch in diese Ausstellung zu beginnen?“ Diese Frage richtet sie jetzt an alle Schulklassen, die Lust haben,  mehr über die ausgestellten Werke und Künstler zu erfahren und selbst kreativ aktiv zu werden.

Viele Kinder, die die Ausstellung besuchten, hat es vor allen Dingen  die Katze von Miro angetan“, sagte Hinsching. Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen könnten die Schülerinnen und Schüler den großen spanischen Künstler, sein Leben und seine Arbeit kennenlernen. Dazu gehört, typische Farben und Formen Joan Mirós zu erkennen und in vielen seiner Werke wieder zu entdecken.
Es sei ja auch ganz typisch für diesen Maler, der Dinge unseres Alltags in seine für ihn typische heitere und skurrile Fantasiesprache übersetzte, erklärt sie. Ganz wichtig für ihn und auch für die Betrachter seien seine vereinfachten Formen und die kräftigen Farben.
Bei näherer Betrachtung seiner Tiergestalten kann man gut erkennen, wie er geometrische Formen – wie Dreieck, Viereck, Kreis und Ellipsen - verwendet, aus denen dann das Tier entsteht, das in seiner Farbigkeit wirkt und immer wieder Begeisterung hervor ruft.

Je nach Altersstufe und Fähigkeiten können die Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse weiter arbeiten, können - angelehnt an Miro oder inspiriert von Miro - eigene Kunstwerke malen und basteln. Auf diese Weise lernen sie die Bildsprache von MIRO kennen, sehen, dass der Hintergrund oft schwarz oder blass oder schmutzig ist. Umso besser, heller und leuchtender wirken dann seine Farben zum Gestalten des Motivs – wie hier die Katze – rot, gelb, schwarz, grün und blau.
Als zweiten Schritt können die immer wieder vorkommenden Bildelemente gefunden werden – Augen, Sterne, schmale Linien, Dreiecke, Kreise, aber auch Gespenster und Fantasiewesen.
Ziel dieser Beschäftigung ist es nicht, sich ein Urteil zu bilden, sondern das Lernen des Schauens, das Erfassen des Inhalts eines solchen Werkes, einfach zu erleben, wie ein solches Bild wirkt. Am schönsten wäre es, wenn dann in der Schule jeder versucht, ein eigenes Bild oder eine Plastik oder ein Puzzle zu schaffen. So bleibt in der Erinnerung nicht nur der Besuch und das Kennenlernen der Katze von MIRO, sondern ein bleibendes kleines eigenes Kunstwerk. Wäre das nicht ein schöner Start in das neue Schuljahr?

Foto: Joan Mirós Katze (Susanne Hinsching)

Sonntag, 2. September 2012

Chorkonzert begeisterte


Gestern morgen hatte nnz schon versucht, im Zusammenhang mit der tags zuvor stattgefundenen Eröffnung des XII.Internationalen Chorfestivals in der Aula der Petersbergschule auf das am gestrigen Nachmittag folgende Chorkonzert am Festplatz des Petersberges einzustimmen, das damit seinen Höhepunkt erreichte. Ich gehörte zu den Zuhörern – und war zunehmend beeindruckt.

Dazu eine Vorbemerkung: die Moderation hatte das Mitglied des Nordhäuser Konzertchores, Thoralf Schenke. Er machte das in seiner recht offensiven, selbstsicheren aber gleichzeitig auch selbstgefälligen Art. Und stellte gegen Ende der Veranstaltung für sich selbst die Frage, ob wohl jemand von der Presse unter den Zuhörern sei, „sonst würden wir das selbst machen“. Ich verstehe diese Alternativfrage nicht: Jeder kann schließlich heutzutage einen Bericht oder Kommentar über ein Ereignis verfassen und ihn einer Zeitung anbieten. Bürgerreporter sind doch längst üblich!?

Doch nun zum Thema: Es war – wie erwartet – ein ausgezeichnetes Konzert der Chöre aus dem polnischen Ostrow/Wielkopolski, aus dem französischen Charleville-Mézières – bekanntlich beides Partnerstädte von Nordhausen - und zwei der bekanntesten Chöre aus Nordhausen. Dem Programm uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken konnten aber wohl nur die Zuhörer, denen es möglich war, sich uneingeschränkt auf das Programm zu konzentrieren. Nahezu unablässig nämlich war das Grollen eines drohenden Gewitters – einmal näher, einmal weiter entfernt - zu hören. Und so war es wohl der Qualität des guten Gesangs der beteiligten Chöre zuzuschreiben, dass es ihnen gelang, dem größten Teil der Zuhörer die Sorge zu nehmen, ein Unwetter könne dem Konzert ein vorzeitiges Ende bereiten: sie blieben und zeigten sich zunehmend beeindruckt von dem, was die Chöre nacheinander von der Bühne aus boten. Und das waren Auszüge aus dem jeweiligen Liedrepertoire der einzelnen dieser Chöre – vorwiegend volkstümliches Liedgut - auf durchweg hohem Niveau.

Es gab bei genauerem Hinhören der Vorträge natürlich Unterschiede in den Vorträgen der Chöre. Die hier allerdings vernachlässigt werden können und auch sollen, angesichts der Bedeutung dieses Festivals und des Anliegens, das damit verbunden ist: der Begegnung von Chören verschiedener Länder, die Liebe zur Musik, der Gemeinsamkeit in der gesanglichen Übereinstimmung und damit der Verbundenheit über nationale Grenzen hinweg. Und das ist mit dieser Veranstaltung ganz sicher einmal mehr gelungen.

Den Grundstein dafür legte schon – nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke – der Nordhäuser Konzertchor mit der an alle Teilnehmer gerichteten Chorfantasie „ Seid gegrüßt, lasst Euch empfangen“ von L.v. Beethoven (siehe nnz von gestern), dem das eigentliche Programm folgte. Das eröffnet wurde durch den Männerchor „Echo“ (Leitung Janusz Lipinski) aus dem östlichen Nachbarland Polen. Mit ihm stellte sich der älteste Chor vor – gegründet 1923 – der in seiner Geschichte wohl auch die meisten Erfolge im Ergebnis von Chorwettbewerben aufzuweisen hat. Was in seinen Darbietungen auch durchklang. Dass er eine Sopranistin als Mitwirkende aufbot, verstärkte noch diesen Eindruck. Es folgte der Gemischte Chor „Crescendo“ (Leitung: Frederique Marteau) aus dem geografisch gegenüber liegenden westlichen Nachbarland Frankreich, der ein sehr ausgewogenes, besinnlich stimmendes Programm bot, vornehmlich Volkslieder aus europäischen Ländern. Ganz anders, nämlich heiter bis fröhlich stimmend, der im Programmablauf folgende Männerchor Nordhausen (Leitung: Hans Frieder Liebmann), der stimmbetont Volks- und Heimatlieder aus dem deutschen Liederschatz folgen ließ, wenn man vom „Lied der Berge“ („La Montanara“) absieht. Ein ausgesprochen volkstümlich orientierter Chor also.
Den Abschluss der Einzelchöre bildete der gastgebende Konzertchor Nordhausen (Leitung: Daniela Ivanova), mit einem bunten, gleichzeitig aber sehr anspruchsvoll dargebotenen volkstümlichen Programm, das mit „Nehmt Abschied, Brüder“ einen ebenso sinnvollen Schlusspunkt setzte, wie umgekehrt es der Auftakt „Seid gegrüßt. . .“ war.

Dem folgte der gemeinsame Auftritt aller Chöre, die mit „Va Pensiero“ (dem Gefangenenchor) aus Verdis Oper „Nabucco“ einen volltönenden, eindrucksvollen letzten gesanglichen Höhepunkt intonierten, dem die noch folgenden Kanons, u.a. „Singen bringt Freude ins Herz“ „versöhnlich“ (sprich: heiter) ausklingen ließen.

Es war ein außerordentlich eindrucksvolles Chorkonzert, das durch das fast beständige Hintergrundgrollen drohender Gewitter etwas Spannendes oder auch Dramatisches mit sich brachte, das bis zum Schluss anhielt. Und sich dann in erleichtertem Beifall der Zuhörer für die gebotenen Leistungen der Chöre Ausdruck verschaffte. Sei abschließend noch bemerkt, dass insgesamt gesehen die Altersstruktur sowohl der Chormitglieder als auch der vielen Zuhörer auffiel. Und darauf schließen lässt, dass das in den zwei Stunden am Petersberg Gebotene trotz der gebotenen hohen Qualität der Vorträge nicht (mehr) mit dem übereinstimmt, was junge Menschen unter Musik und Gesang verstehen und heutzutage hören und erleben wollen. Umso mehr sollte das Liedgut, das hier auszugsweise geboten wurde, weiter gepflegt werden - auch oder gerade durch Veranstaltungen wie dieser. Der Dank gebührt deshalb umso mehr den Sponsoren, die dieses XII. Internationale Chorfestival in Nordhausen ermöglichten. Und dem Konzertchor, der es realisierte.

Ich begegnete dem polnischen „Echo“-Chor übrigens heute noch einmal, nämlich im Dom zum heiligen Kreuz, wo er das Hochamt ganz wesentlich mitgestaltete. Und mit dem „Ave Maria“ einen tief beeindruckenden musikalischen Abschluss bot. Aber damit auch seine ausgereifte Qualität seines Gesangs bestätigte.

Samstag, 1. September 2012

Seid gegrüßt, lasst Euch empfangen . . .


Mit dieser Chorfantasie von L.v.Beethoven wird heute um 15 Uhr der Konzertchor Nodhausen die Besucher des XII. Internationalen Chorfestivals auf dem Petersberg begrüßen. Sie sind eingeladen.

Es hätte schon gestern zum Empfang der Gastchöre aus dem polnischen Ostrow/Wielkopolski und dem französischen Charleville-Mézières im Atrium der Petersbergschule stehen können, zu denen natürlich auch der Konzertchor Nordhausen und der Nordhäuser Männerchor gehörten, bevor sie von der Sprecherin des gastgebenden Konzertchores, der Musikpädagogin Christel Laude, begrüßt wurden. Man ließ es allerdings mit einem etwas unkonventionell gesungenen „Viva, la musica“ zum Abschluss des Empfangs bewenden und konzentrierte sich zuvor ganz auf den offiziellen Ablauf.

Und der begann also mit der Begrüßung des polnischen Männerchores „Echo“, des französischen gemischten Chores „Crescendo“, der beiden einheimischen Chöre, jeweils mit ihren Leitern und offenbar kommunalen Begleitern, besonders aber der Nordhäuser Landrätin Birgit Keller, dem Nordhäuser OB Dr. Klaus Zeh und Steffen Lupprian, dem Vorsitzenden des Kreischorverbandes Nordthüringen e.V. durch Christel Laude. Die dabei bemerkte, dass man zwar in Ansehung der befreundeten Chöre verschiedene Sprachen spreche – wofür sie sich dazu der Assistenz von Rosemarie Hilger von der Stadt Nordhausen versichert hatte, die die Übersetzung ins Französische übernommen hatte. Und des Peter Blonski, der bekannterweise stets ins Polnische übersetzt, wenn Gäste aus dem östlichen Nachbarland Nordhausen besuchen. Darüber hinaus allerdings und für den Programmablauf bedürfe es keiner Übersetzungen – so die Leiterin des Nordhäuser Konzertchores – fühle man sich doch allein schon durch die Musik vereint.

Nachdem sich Christel Laude am Schluss ihrer Ausführungen ausdrücklich auch bei den Sponsoren dieses Chorfestivals bedankt hatte, lud sie OB Dr. Klaus Zeh ein, die Eröffnung der musikalischen Festveranstaltung einzuleiten.

Der kam dieser Bitte sichtlich gern nach und bediente sich für seine Ausführungen der gleichen sprachlichen Übersetzer. Wobei sich möglicherweise ein kleiner Hör- oder Übersetzungsfehler einschlich: Dr. Zeh hatte angesichts des bis dahin nach jedem Übersetzungsblock aufkommenden Beifalls angeregt, diesen einmalig auf den Schluss der Ausführungen zu verlegen. Was die Zuhörer nicht abhielt, trotzdem den einzeln übersetzten Sätzen fleißig Beifall zu spenden.

OB Dr. Zeh bemerkte in seiner Ansprache, dass gerade aktuell viel in und über Europa, die Euro- und Finanzkrise diskutiert werde. Vordringlich aber sei doch zunächst das Bewusstsein, dass wir, die Menschen, Europa sind. Und es vor allem wichtig sei, dass wir uns über Grenzen hinweg verstehen und friedlich miteinander leben. Und es nie wieder Zerwürfnisse oder Feindschaften zwischen den Völkern geben dürfe. Dafür sei dieses Chorfestival ein gutes Beispiel, gerade am Vorabend des diesjährigen Weltfriedenstages. Und er bezog sich schließlich auf die Ausführungen Christel Laudes, als er zitierte, dass die Sprache dort aufhöre, wo die Musik beginnt. Und es gerade deshalb wichtig sei, sich die Freude am Singen zu bewahren, über drei Nationen hinweg, wie in diesem Falle. „Viva la musica“ und viel Beifall war die Reaktion. Nachdem er auch noch Christel Laude eine finanzielle Zuwendung der Thüringer Landesregierung in Höhe von 2000 Euro überreicht und das Festival für eröffnet erklärt hatte. Danach konnten sich die Teilnehmer dem Büfett zuwenden, das von rührigen Chormitgliedern – und einem Caterer – zwischenzeitlich vorbereitet worden war. Bald allerdings lockte das beginnende Lichterfest vor der Petersbergschule zur Teilnahme.

Und nun kann also das Chorkonzert heute auf dem Petersberg beginnen, in der ein umfangreiches gesangliches Programm mit einer großen Zahl Komponisten geboten wird, die dem internationalen Charakter dieses Festivals hörbar Ausdruck verleihen werden.