Donnerstag, 15. Juni 2023

 Gemeinsames Positionspapier aus Sachsen, Thüringen und Bayern

Der 17. Juni ist eine Chance für Ost und West

 

Erfurt/Dresden/München – Am Samstag jährt sich der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR zum 70. Mal. Es war ein Aufstand für Einheit, Recht und Freiheit, der blutig durch das sowjetische Militär niedergeschlagen wurde. Die Erinnerung an diesen besonderen Jahrestag wollen wir zusammen mit der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag und der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag mit einem gemeinsamen Positionspapier (siehe Anhang) lebendig halten.

 

Dazu sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Prof. Dr. Mario Voigt: „Ein waches Bewusstsein für die Ereignisse des 17. Juni und ihre Folgen hilft zu verstehen, warum Thüringen und der Osten Deutschlands oft einen eigenen Blick auf politisch-gesellschaftliche Debatten haben – und zwar insbesondere dann, wenn das Thema Freiheit berührt ist. Umso wichtiger ist es auch für uns als Union, die unterschiedlichen Perspektiven in Ost und West zusammenzuführen.“

 

„Die Menschen in Thüringen haben feine Antennen dafür, wenn Freiheiten eingeschränkt und neue Verhaltensmuster abverlangt werden, auch wenn dies für die vermeintlich gute Sache geschieht. Eine besondere Sensibilität für die Freiheit, zu sprechen wie man möchte, oder die Freiheit, sein Eigentum frei zu nutzen, werden an den Debatten um Gendersprache oder Heizungsverbote exemplarisch nachvollziehbar. Dies als ‚ostdeutsches Querulantentum‘ abzutun, wie von einigen in den letzten Jahren immer getan, wird der Sache aber in keiner Weise gerecht. Wir haben eine andere Erzählung von Freiheit, Veränderung und Aufstieg. Diese ist eng mit dem 17. Juni 1953 und dem 9. November 1989 verbunden. Es würde unserem demokratischen Diskurs in der Bundesrepublik guttun, diese Perspektive öfter zu berücksichtigen.“

 

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Christian Hartmann: „Fraktionen der CDU und CSU erinnern gemeinsam an den 70. Jahrestag des Aufstandes. Wir haben das Prinzip der Freiheit in Verantwortung zur Leitlinie unserer Politik gemacht. Es ist das Grundprinzip, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung von den totalitären Systemen unterscheidet. Wir leben heute in Freiheit und Demokratie. Das ist ein hohes Gut und zugleich eine flüchtige Errungenschaft, für die es immer wieder zu kämpfen gilt.“

 

„Wir gedenken der Menschen, die vor 70 Jahren den Mut hatten, ihre Arbeit niederzulegen, sich zu Protestzügen zusammenschlossen und für Freiheit und Demokratie zu demonstrieren. Auch wenn der Aufstand scheiterte, weil ihn sowjetische Panzer blutig niederschlugen, brannte die kleine Flamme der Freiheit im Verborgenen weiter – bis 1989. Heute ist es an uns, diesen Kampf um die Freiheit sowohl in Erinnerung zu behalten als auch den Geist von 1953 und 1989 wach zu halten.“

 

Und der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer: „Die Ereignisse vom 17. Juni 1953 zeigen deutlich, was Diktatur bedeutet. Vielen Menschen, die heute leben ist das gar nicht mehr bewusst, da sie diese Erfahrung nie machen mussten. Deshalb ist es wichtig an diesen Tag zu erinnern, um zu zeigen wie schrecklich die SED-Diktatur war und wie brutal sie gegen Andersdenkende vorging. Mit dieser Erinnerung wird uns bewusst, dass sich jeder einsetzen und alles tun muss, um zu verhindern, dass diktatorische Regime an die Macht kommen.“ 

 

„Denn Freiheit fällt einem nicht in den Schoß. Im Gegenteil: wenn man sich die Geschichte vieler Nationen anschaut, sind Demokratie und Freiheit keine Selbstverständlichkeit, sondern in fast allen Staaten auch immer wieder abgelöst worden durch Diktaturen und autokratische Systeme. Wenn man das vermeiden will, muss man sich dauerhaft für die Freiheit einsetzen und muss alles, was die Freiheit gefährdet, konsequent bekämpfen. Der 17 Juni ist ein wichtiger Tag, sich auch dessen immer wieder bewusst zu werden", so Kreuzer.

 

Hinweis:

Zu diesem besonderen Jahrestag wollen wir mit einer Veranstaltung unter dem Titel „Von der Sehnsucht nach und dem Bewahren von Freiheit – 1953 · 1989 · 2023“ die Erinnerung an den Volksaufstand und den Mut der Menschen lebendig halten. Daher laden die drei Landtagsfraktion zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung am 17. Juni 2023 ab 10 Uhr nach Plauen ein.

 

Felix Voigt

Pressesprecher

 

Pressestelle                                                                                  

CDU-Fraktion im Thüringer Landtag • Jürgen-Fuchs-Str. 1 • 99096 Erfurt

 

Telefon: +49(0) 361 3772 206 • Telefax: +49(0) 361 3772 520

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Mittwoch, 14. Juni 2023

 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen

Erfurt, 14. Juni 2023
 
 
Bundesweiter Protesttag der Apotheken
Babette Pfefferlein: Sorgen und Forderungen der Apotheker*innen ernst nehmen!
 
Der heutige bundesweite Protesttag der Apotheken, an dem sich auch zahlreiche Thüringer Pharmazeut*innen beteiligen, macht darauf aufmerksam, dass die Branche vor großen Herausforderungen steht. Die Forderungen greifen vor allem eine angemessene Entlohnung, die Sicherstellung der Medikamentenversorgung der Bevölkerung und den Wunsch nach einer Reduzierung von Bürokratie auf.
Dazu erklärt Babette Pfefferlein, gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE DIE GRÜNEN: „Die heute hervorgebrachten Probleme haben sich über viele Jahre aufgestaut. Die jetzigen Engpässe, die sich in Lieferschwierigkeiten von einfachen Medikamenten wie Hustensaft über lebensnotwendige Medikamente auswirken, zeigen das Ausmaß des jahrzehntelangen Wegschauens der Politik.“
Pfefferlein sieht in den Protesten eine gute Chance, das Interesse von Politik und Krankenkassen für die Belange der Apothekenbetriebe zu schüren und wirbt für eine Bereitschaft der ebendieser, die Problemlagen anzugehen.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Anika Schidda
Pressesprecherin
 

 Pressemitteilungen der Deutschen Bischofskonferenz

14.06.2023
094

 

Sperrfrist: Mittwoch, 14. Juni 2023, 19.30 Uhr!


„Rassismus widerspricht dem Geist Jesu“

Deutsche Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken verleihen den fünften Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

 

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (14. Juni 2023) zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) den fünften Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus im Haus der Kathedrale in Dresden verliehen. Die Preisverleihung nahmen der Flüchtlingsbeauftragte und Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße, sowie die Präsidentin des ZdK, Dr. Irme Stetter-Karp, vor. Beide stehen auch der Fachjury vor. Insgesamt drei Preisträger wurden für ihre außerordentlichen, vom christlichen Glauben getragenen Projekte geehrt.

 

Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis ging an die Katholische Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt (Bistum Magdeburg) für das Projekt „Kirche für Demokratie. Verantwortung übernehmen – Teilhabe stärken“. Der zweite Preis (3.000 Euro) wurde dem Bund der St. Sebastianus Schützenjugend für sein Projekt „Schützen gegen Rechts“ verliehen. Den dritten Preis (2.000 Euro) erhielt das Erzbischöfliche St. Ursula-Gymnasium Lenggries für den Aufbau eines Betreuungsangebots von Schülerinnen des Gymnasiums für Kinder aus migrantischen Familien.

 

Bei der Verleihung betonte Erzbischof Heße die Notwendigkeit des Preises: „Vor dreißig Jahren erschütterten uns die Bilder von brennenden Asylbewerber-Unterkünften und anderen fremdenfeindlichen Taten in Solingen, Mölln oder Rostock-Lichtenhagen. Das waren nicht die ersten fremdenfeindlichen Taten nach dem Nationalsozialismus, und es waren nicht die letzten. Denken wir nur an Halle und Hanau und die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU). Jede Tat ist eine zu viel und muss uns Mahnung sein, gegen jede Form des Rassismus aufzustehen!“ Er ergänzte: „Rassismus widerspricht dem Geist Jesu, der Botschaft des Evangeliums. Dennoch gibt es auch in unserer Kirche rassistische und fremdenfeindliche Stimmen. Auch denen treten wir mit diesem Preis entgegen.“

 

Den Blick in die Gegenwart richtete auch Dr. Irme Stetter-Karp: „Gerade in diesen Wochen merken wir, wie das Asylrecht infrage gestellt wird, wie auch die Rhetorik der AfD immer wieder aufs Neue bei vielen Menschen verfängt, wie wir Wehrhaftigkeit in unserer Demokratie neu lernen und unter Beweis stellen müssen.“ Sie hob hervor: „Die Menschen und Projekte, die wir heute mit dem Katholischen Preis gegen Rassismus ehren, sind Vorreiter einer Gesellschaft, die sich vom Rassismus befreit. Ich hoffe, dass ihre Vision Wirklichkeit wird. Und ich freue mich, dass Laienkatholizismus und Bischofskonferenz dieses herausragende Engagement gemeinsam würdigen.“

 

Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) sagte in seiner Begrüßung: „Die Mehrheit der Menschen in Mitteldeutschland steht ein für Freiheit und Menschenwürde. Das haben die Menschen 1953 bewiesen. Das haben die Menschen 1989 bewiesen. Und das beweisen in unserem Landstrich Tag für Tag so viele Menschen und so viele Initiativen. Dafür bin ich dankbar. Wer die Freiheit liebt, muss die Verantwortung wagen!“ Für die Landesregierung betonte Katja Meier, Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung: „Wir nehmen derzeit ein Spannungsfeld zwischen Wertschätzung und Vertrauen in die Demokratie und großer Besorgnis um deren Werte wahr. Wir müssen uns den Problemen stellen, die für diese Sorge verantwortlich sind: Extremismus, die Eskalation von ‚Hate Speech‘ und menschenverachtender Hetze, und die Ausgrenzung von LSBTIQ* Menschen. Die Menschen, die wir heute mit dem fünften Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ehren, setzen all dem etwas entgegen: Sie schaffen Netzwerke, sie laden ein zum Mitmachen, sie unterstützen Menschen mit Fluchtbiografien, leisten ehrenamtliche Hilfe, schaffen Zugänge zu Bildungs- und Beratungsangeboten und sie erheben ihre Stimme gegen rechte Hetze.“ Die Preisträger ständen für Respekt und Inklusion, und sie praktizierten ihren Glauben im Zeichen von Toleranz und Nächstenliebe. „Als sächsische Demokratieministerin und im Namen der gesamten sächsischen Staatsregierung danke ich diesen Menschen für ihr Engagement und spreche ihnen meine größte Hochachtung aus“, fügte sie hinzu.

 

In einem Podiumsgespräch zum Thema „Engagement für Demokratie und gegen Rassismus“ diskutierten Susanne Brandes, Projektleiterin der ersten Preisträgerinitiative 2023, Staatssekretär Sebastian Vogel (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt), Nilsson Samuelsson (Vorsitzender des Ausländerrates Dresden), Bürgermeister Jürgen Opitz (Heidenau) und Stephan Kupka von der Initiative Ostritzer Friedensfest (Preisträger 2021). Staatssekretär Vogel erklärte: „Wir alle – aber besonders wir, die wir in Politik, Verwaltung, Kirche und Gemeinwesen Verantwortung tragen – müssen die Gefahr rassistisch motivierter Anschläge und Angriffe sehr ernst nehmen. Arbeit gegen Rassismus beginnt damit, ausgrenzender Sprache, Hass und Hetze keinen Raum zu lassen. Ich wünsche uns allen den Mut, immer dort zu widersprechen, wo menschenverachtende Aussagen fallen. Und ich wünsche uns allen die Courage, in unserem täglichen Tun deutliche Zeichen zu setzen für einen respektvollen gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

 

Hintergrund

Auf Anregung ihrer Migrationskommission verleiht die Deutsche Bischofskonferenz seit 2015 alle zwei Jahre den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. In diesem Jahr wurde der Preis erstmals gemeinsam mit dem ZdK vergeben. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken. Im Jahr 2023 sind 39 Bewerbungen und Vorschläge bei der Jury eingegangen.

 

Hinweise:

Die Grußworte von Erzbischof Dr. Stefan Heße und Dr. Irme Stetter-Karp sowie von Bischof Heinrich Timmerevers finden Sie als PDF-Dateien in der Anlage sowie nach Ablauf der Sperrfrist unter www.dbk.de und www.zdk.de.

 

Kurzfilme über die ausgezeichneten Projekte sowie Bilder von den Preisträgern stehen ebenfalls unter www.dbk.de zur Verfügung. Fotos von der Preisverleihung können für die Berichterstattung nach der Veranstaltung in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen werden. Bitte die Copyright-Angaben beachten.

 

Weitere Informationen zum Preis sind unter www.dbk.de/katholischer-preis-gegen-fremdenfeindlichkeit verfügbar. Über die ausgezeichneten Initiativen informieren darüber hinaus:

 

Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz, des ZdK und des Bistums Dresden-Meißen zeitgleich verschickt. Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller (Erz-)Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 65 Mitglieder (Stand: Juni 2023) aus den 27 deutschen (Erz-)Bistümern an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft.

 

 

 Pressemitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik


Erfurt, 14. Juni 2023 - Nr. 119/2023

Mehr Gewerbeanmeldungen und mehr Gewerbeabmeldungen von Januar bis April 2023 in Thüringen

Die Thüringer Gewerbeämter meldeten für die ersten 4 Monate 2023 sowohl mehr Gewerbeanmeldungen als auch mehr Gewerbeabmeldungen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik stieg die Anzahl der Anmeldungen auf 4 310 Anzeigen (+451 Anzeigen bzw. +11,7 Prozent). Die 4 097 Gewerbeabmeldungen lagen mit 351 Anträgen (+9,4 Prozent) über dem Vorjahresniveau. Auf 100 Anmeldungen kamen 95 Abmeldungen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 97 Abmeldungen.





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Herausgegeben vom Thüringer Landesamt für Statistik – Grundsatzfragen und Presse

 CDU-Fraktion fordert Landapothekerquote und mehr Studienplätze für Pharmazeuten

Zippel: „Versorgung mit Arzneimitteln in allen Landesteilen sicherstellen“

 

Erfurt – Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag fordert die Ramelow-Regierung auf, endlich sichtbare und wirkungsvolle Schritte gegen die Schließung von Apotheken vorzunehmen. „Die Vor-Ort-Apotheken müssen dringend gestärkt werden. Insbesondere die Personalsituation und Nachwuchsgewinnung muss endlich Priorität bekommen“, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher, Christoph Zippel. In diesem Zusammenhang unterstützt die Fraktion den Protesttag der Apotheken am Mittwoch.

Zippel: „Die Apotheker stehen massiv unter Druck, haben zahlreiche Baustellen vor der Brust und bekommen sowohl vom Bundesgesundheitsminister als auch der Landesregierung nicht die Unterstützung, die sie bräuchten.“ Der Gesundheitspolitiker verweist auf das Apothekensterben im Freistaat und fordert Gegenmaßnahmen. So gab es 2022 in Thüringen zehn Apotheken weniger. Mit 389 selbstständigen Inhabern sei der Wert auf dem niedrigsten Stand seit 1991. Seit 2008 hätten zudem 18 Gemeinden im Freistaat alle ihre Apotheken verloren. „Die Zahlen sind alarmierend und sollten das Land aufwecken. Die Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten muss in allen Landesteilen Thüringens sichergestellt sein“, so Zippel.

 

Konkret fordert die Fraktion mehr Pharmaziestudienplätze, um die Nachwuchsprobleme in den Griff zu kriegen. Zippel: „Wir müssen schnellstens den Ausbau des pharmazeutischen Instituts in Jena vorantreiben, um die Plätze um 20 Prozent aufzustocken. Bis zu vier Bewerber rangeln sich um einen Platz, dieser Zustand muss behoben werden.“ Damit gut ausgebildete Pharmazeuten Thüringen nicht den Rücken kehren, fordert Zippel zudem eine „Landapothekerquote“ – adaptiv zur von der CDU bereits durchgesetzten Landarztquote. Zudem müsse zwingend Bürokratie abgebaut werden, die viel Zeit in Anspruch und damit Raum für die Patientenversorgung nehme. Zippel: „Apothekensterben, Lieferengpässe, fehlender Nachwuchs oder die überbordende Bürokratie machen den Pharmazeuten zu schaffen. Es ist fünf vor 12 und wir müssen hier handeln, ehe bei der Grundversorgung langsam die Lichter ausgehen.“

 

Christian Voigt

Leiter Digitales Nachrichtenzentrum

Stellv. Pressesprecher

 

Pressestelle                                                                                  

CDU-Fraktion im Thüringer Landtag • Jürgen-Fuchs-Str. 1 • 99096 Erfurt

 

Telefon: +49(0) 361 3772 206 • Telefax: +49(0) 361 3772 520

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 40 Garten- und Landschaftsbauer im Kreis Nordhausen:

Grüne Jobs, aber rote
Zahlen auf dem Lohnkonto

IG BAU fordert „Inflationsausgleich plus X statt Reallohnverlust“

 

Sie pflegen Gärten, pflastern Wege, kümmern sich um Parks und Friedhöfe, planen und bauen Sportplätze: Die „grüne Branche“ im Landkreis Nordhausen hat rund 40 Beschäftigte im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, so die IG Bauen-Agrar-Umwelt. Die IG BAU Nordthüringen beruft sich dabei auf Angaben der Arbeitsagentur.

„Die Branche hat Saison und die Betriebe haben alle Hände voll zu tun. Doch hinter den ‚grünen Betriebstoren‘ rumort es kräftig. Es geht um höhere Löhne“, sagt Matthias Lötzsch. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nordthüringen kritisiert den Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: Dieser trete bei der laufenden Tarifrunde „kräftig auf die Lohnbremse“.

Das treffe Beschäftigte der Branche im Kreis Nordhausen hart. Die Arbeitgeber hätten umgerechnet lediglich 3,75 Prozent Lohnzuwachs pro Jahr als Angebot vorgelegt. „So wie die Preise durch die Inflation gestiegen sind, würde das für die Beschäftigten bis 2025 einen erheblichen Reallohnverlust bedeuten“, sagt Matthias Lötzsch. Die IG BAU dagegen fordere den „Inflationsausgleich plus X“ für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen der Branche.

Eine Forderung, an der die IG BAU auch in der dritten Verhandlungsrunde festhalten will: „Die grüne Branche mutet ihren Beschäftigten rote Zahlen auf dem Lohnkonto zu. Die Arbeitgeber sind nicht einmal bereit, die Inflation auszugleichen. Dabei leisten die Garten- und Landschaftsbauer bei Wind und Wetter eine harte Arbeit. So hält und gewinnt man keine Fachkräfte.“ Das müsse den Betrieben der Branche im Kreis Nordhausen klar sein. „Und das müssen auch die heimischen Arbeitgeber ihrem Bundesverband klarmachen. Andernfalls werden die bundesweiten Tarifverhandlungen scheitern“, so Lötzsch.

Die IG BAU verweist dabei auch auf die Frühjahrsumfrage des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Das „Branchen-Barometer“ mache deutlich, dass unter den befragten Betrieben für gut zwei Drittel der Arbeiten in Privatgärten höhere Preise verlangt würden als noch im Vorjahr. Für die „grünen Aufträge“ der öffentlichen Hand schreibe die Branche zu 45 Prozent höhere Rechnungen. „Da kann es nicht sein, dass die Beschäftigten jetzt beim Lohn in die Röhre gucken sollen“, so Matthias Lötzsch.

Hinweis für die Redaktion

Falls Sie Rückfragen haben, O-Töne brauchen oder tiefer ins Thema einsteigen wollen: Kommen Sie gern auf uns zu.

Und: Wir schicken Ihnen im Anhang dieser Mail auch ein Foto zu, das Sie gern im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung nutzen können. Alle Rechte sind dabei für Sie frei.

 

Ihre

Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Nordthüringen
Neustadtstraße 6
99734 Nordhausen 

Telefon: 069 95737 462
Fax: 069 95737 465
E-Mail: nordhausen@igbau.de