Freitag, 3. Juli 2015

Kunsthaus Meyenburg: Leuchtturm der Kunst

In einer eindrucksvollen Open air-Auftaktveranstaltung, die so ganz dem Genre des Kunsthauses entsprach, wurde gestern die den spanischen Künstlern Francisco de Goya und Salvador Dali gewidmete
Sonderausstellung eröffnet. Dass sie sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges entwickelte, lag sowohl an dem nicht nur zahlenmäßig gut besetzten Auditorium, es lag letztlich auch an dem Produkt und der Beteiligung der „Rotkäppchen-Mumm-Sektkellerei“. Die eine Einladung zum Sektempfang als Abschluss der Veranstaltung ermöglichte. Nachdem das Programm zuvor künstlerisch gestaltet und geprägt worden war durch die Ballett-Kompagnie des Theaters Nordhausen mit einen grandiosem Auftritt, einstudiert von Ballett-
Direktorin Jutta Ebnother, abgestimmt auf verschiedene Werke der Ausstellung. Und arrangiert über die Bühne und den oberen Teil des Parks. Im übrigen wohl eine der letzten Inszenierungen der verdienten und hoch geschätzten Ballett-Chefin, die bekanntlich demnächst mit Intendant Lars Tietje nach Schwerin wechselt. Der mit seiner Frau zu den Gästen des Abends gehörte. Leise Wehmut überkommt mich bei dem Gedanken, dass er demnächst nicht mehr zur gestaltenden künstlerischen Nordhäuser Theaterszene gehören wird.
Bevor es aber zu diesem außerordentlich anspruchsvollen Ballett-Programm kam, begrüßte die Leiterin des Kunsthauses Meyenburg, Susanne Hinsching die zahlreich gekommenen Gäste, unter ihnen besonders die Staatssekretärin für Europa und Kultur, Dr. Babette Winter aus der Thüringer Staatskanzlei, Nordhausens OB Dr. Klaus Zeh, und Dr. Michael Grisko, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die anschließend in dieser Reihenfolge Grußworte entboten. Und dabei durch entsprechende Bemerkungen auch spanische Atmosphäre in den derzeit hier herrschenden Temperaturen zu erkennen vermochten. Die Staatssekretärin bemerkte einführend, dass sie schon deshalb gern nach Nordhausen gekommen sei, weil sie besonders und schon als Jugendliche dem Künstler Salvador Dali zugetan war. Zum anderen sei das Kunsthaus Meyenburg eine Ausstellungsstätte, die sie noch nicht kannte, und der der Ruf vorauseilt, Leuchtturm der Kunst im Norden Thüringens zu sein,. Von dessen Richtigkeit sie sich gern ein eigenes Bild machen wolle. Von der ihr auch bekannt ist, dass sie nicht
nur Ausstellungen großer Künstler (in memoriam) wie Hundertwasser oder eben Dali und andere große Namen berücksichtigt, sondern auch regionalen Künstlern Gelegenheit der Präsentation gibt. Stellvertretend erwähnte sie Gerd Mackensen, von dem sie bemerkte, dass der Freistaat von ihm Werke ankaufte, von denen wechselweise verschiedene in der Thüringer Staatskanzlei zu sehen sind. Nachdem sie die teilweise sozialkritische Kunstausübung Goyas hervorgehoben hatte, die in seinen Bildern und Zeichnungen erkennbar ist und in Zeiten ausklingender Inquisition durchaus risikobehaftet war, stellte sie dem die heutige Zeit der Freiheit in der Kunstgestaltung und -ausübung gegenüber, die ja – trotz Charlie Hebdo in Frankreich und gewisser Einschränkungsbestrebungen der Presse in Ungarn – gewährleistet sei. Schließlich überraschte sie mit einer finanziellen Zuwendung des Landes Thüringen zur Ausgestaltung dieser Ausstellung in Höhe von 10 000 Euro. Was natürlich große Freude bei den Organisatoren auslöste. Und entsprechend großen Beifall des Publikums fand.
Danach trat OB Dr. Klaus Zeh ans Mikrofon, dankte der Staatssekretärin und allen anderen Sponsoren der Ausstellung – über die noch berichtet werden soll – um dann das Verdienst der Leiterin des Kunsthauses, Susanne Hinsching für dieses Ausstellungs-Highliht hervorzuheben, das sicher viele Besucher aus ganz Deutschland nach Nordhausen kommen lassen wird. Was zwar nicht typisch für Nordhausen ist, aber doch – unter Hinweis auf einige andere bedeutungsvolle Ausstellungen - immer mehr. an Anziehungskraft gewinnt. Dabei erinnerte er an die erste Dali-
Ausstellung im Jahr 2006 mit einer überwältigenden Resonanz, die auch in Gästebucheinträgen gewürdigt wurde, von denen Dr. Zeh einige zitierte. Um dann die gegenwärtige Ausstellung mit ihrer „launigen“ Kreativität rhetorisch zu umreißen. Und dazu feststellte, dass ja gerade angesichts des hochaktuellen Themas Griechenland die Wiege der europäischen Kunst – nicht nur der Demokratie – zwar Griechenland ist, aber die Wurzeln der Neuzeit, d.h. ab dem Mittelalter, in der Renaissance mehr in Südeuropa, in Italien und Spanien liegen. Diese beiden Regionen haben die bedeutendsten Künstler der letzten 500 Jahre hervorgebracht. In Italien waren es Leonardo da vinci, Michelangelo und Tizian, in Spanien Velasques, El Greco und Goya. Und im letzten Jahrhundert Picasso, Miro und Dali. Die alle zu den bedeutendsten Vertretern der klassischen Moderne in Europa gehören. Aus diesem Grund widmet sich das Kunsthaus Meyenburg immer wieder sehr gern und erfolgreich der spanischen Kunst, wie ja auch die Besucherzahlen beweisen. 2005 wurden in einer Kabinettausstellung 20 Arbeiten von Miro gezeigt, 2006 einhundert Werke von Salvador Dali zur Göttlichen Komödie von Dantes, und 2008 wurden
hundert Arbeiten von Pablo Picasso ausgestellt. Diese Ausstellung zog insgesamt 5239 Besucher aus ganz Deutschland nach Nordhausen. Dr. Zeh erwähnte das alles mit Genugtuung und bestätigte damit die Leuchtturmbedeutung und -wirkung des Kunsthauses Meyenburg.


Dann würdigte Dr. Zeh aus seiner Sicht die nunmehrige Ausstellung der beiden spanischen Künstler, die angesichts klammer Kassen nur möglich wurde „weil wir Viele hatten, die uns unterstützt haben.“ Der OB zählte die größten Geldgeber namentlich auf – ich komme später noch darauf – dankte allen und hob besonders auch den Förderverein des Kunsthauses Meyenburg mit seinen Vorsitzenden Dr. Wolfgang Pientka hervor, ohne dem vieles überhaupt erst in entsprechender Form möglich wurde. Um dann Dr. Grisko ums Wort zu bitten. Der namens der Kreissparkasse und der Kulturstiftung
Hessen-Thüringen die Besucher begrüßte und versicherte, dass sich seine Institution und auch die Kreissparkassenstiftung stets und immer wieder gern engagieren, wenn es darum geht, anspruchsvolle Kunst und Kultur zu fördern und Ausstellungen wie diese zu ermöglichen. Auch Dr. Grisko würdigte das Verdienst Susanne Hinschings, das zu dieser Ausstellung führte. Und erläuterte aus seiner Sicht die Bedeutung der Ausstellung, beschrieb sie quasi als Reise nach Spanien und von dort zurück mit bildlichen Vor- und Darstellungen von Zeit und künstlerischem Ausdruck aus der Zeit beider Künstler, die in der Ausstellung beredten Ausdruck findet. Auch er zeigte sich überzeugt, dass Besucher aus ganz Deutschland kommen werden, um diese Ausstellung zu besuchen. Und gab dann die Bühne frei für das oben schon erwähnte Ballett, dessen Verlauf zwar nicht ganz einfach zu verstehen war – wie ich meine – deren Choreographie aber überaus gelungen war. Für deren Einstudierung Jutta Ebnother hohe Anerkennung verdient, aber auch die Akteure für deren Umsetzung und tänzerischen Bewegungsabläufe. Die mitunter schon akrobatisch anmuteten. Eine ausgezeichnete Aufführung, wie ich meine.

Und dann bot Susanne Hinsching eine Einführung in die Ausstellung, die eines eigenen Beitrags bedarf. Weil ihre Ausführungen einerseits einmal mehr ihre Kompetenz als Kunsthistorikerin eindrucksvoll bestätigten, der Bedeutung und dem Umfang dieser Ausstellung meines Erachtens auch vollauf gerecht wird, aber gerade dadurch eine Ausführlichkeit nötig machte, deren Wiedergabe hier den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde. Wobei ich schon angesichts dieses, meines Beitrags einräume, dass er außerordentlich ausführlich gefasst ist. Ich denke aber, diese Auftakt- oder Einführungsveranstaltung mit ihrem Verlaufe und seinem künstlerischen Programm rechtfertigen jede Ausführlichkeit, die anschaulich genug ist.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Am Sonntag Chorkonzert im Meyenburg-Park

Nordhausen (psv) Am Sonntag, dem 5. Juli, um 15 Uhr, wird es im Park des Kunsthauses Meyenburg wieder musikalisch. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass im historischen Ambiente der Konzertchor Nordhausen und der Nordhäuser Männerchor ein Freiluft-Chorkonzert veranstalten, das jährlich immer mehr Besucher anzieht. Der Nordhäuser Konzertchor feierte  im vergangenen Jahr sogar große Erfolge beim Chortreffen in der polnischen Partnerstadt Ostrow-Wielkopolski.
In diesem Jahr steht das Chorkonzert im Meyenburg-Park unter dem Motto „Viva la Musica“. Zu hören werden Lieder aus der Zeit der Klassik bis zur Neuzeit sein. So wird der Männerchor z.B. „Des Jägers Abschied“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy oder den „Jägerchor“ aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber singen.
Auf dem Programmzettel des Konzertchores stehen „Wo Musik sich frei entfaltet“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert.

Mit dem Kanon „Singen bringt Freude ins Herz“ werden beide Chöre auch wieder einige Stücke zusammen singen. Der gemeinsame Auftritt der beiden bekannten Nordhäuser Chöre wird den Höhepunkt der Veranstaltung bilden.

Am Sonntag kann von 10 bis 17 Uhr auch die Sonderausstellung „Francisco de Goya | Salvador Dalí | Los Caprichos“ besichtigt werden, die erst am Donnerstagabend  eröffnet wurde.


Der Eintritt zum Konzert im Park ist frei.

Bild: Chorkonzert im Jahr 2013

IHK-Info: Achtung – geänderter Termin!

Kostenfreie Beratung zur Unternehmensnachfolge
am 13.08.2015 in Sondershausen

Die Unternehmensnachfolge ist ein langwieriger Prozess, mit dem man sich frühzeitig auseinanderzusetzen sollte. Der Wechsel in der unternehmerischen Verantwortung ist irgendwann für jedes Unternehmen ein Thema und bedeutet in vielen Fällen den Übergang des Unternehmens auf die nächste Generation innerhalb der Familie.

Das NUN – Netzwerk Unternehmensnachfolge Nordthüringen unterstützt Sie dabei gern und bietet quartalsweise Sprechtage an. Im III. Quartal 2015 stehen die Vertreter von Banken, Sparkassen und einer Steuerberaterkanzlei im Kyffhäuserkreis für kostenlose Beratungsgespräche zur Verfügung.

Der nächste Beratersprechtag findet Donnerstag, den 13. August 2015, in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Kyffhäusersparkasse Sondershausen, Ulrich-von-Hutten-Straße 19, statt.

Eine vorherige Terminabsprache ist dringend erforderlich. Bitte rufen sie an im RSC Nordhausen der IHK Erfurt unter Tel. 03631 908210. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

gez. Udo Rockmann
Leiter Regionales Service-Center

Zahl der Alleinstehenden weiter gestiegen

Krombholz: Besonders im Alter – hoher Anteil Alleinstehender

463 Tausend Thüringerinnen und Thüringer gaben im Rahmen des Mikrozensus im Jahr 2014 an, alleinstehend zu sein. Das war nach Mitteilung des 
Thüringer Landesamtes für Statistik (TLS) mehr als jeder Fünfte (21,5 
Prozent) der rund 2,2 Millionen Einwohner Thüringens.
 
Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik am 02.Juli 2015

Stadt vermietet Zwei- Raumwohnung:

Wohnen im Grünen in der Nordhäuser Oberstadt
Nordhausen (psv) Die Stadt Nordhausen vermietet ab sofort eine kleine 2-Zimmerwohnung in der Carl-von-Ossietzky-Str. 2 in der Nordhäuser Oberstadt. 
 
„Die Wohnung ist 51,55 m² groß und liegt in der ersten Etage. Das Gebäude, in dem sich die Wohnung befindet, hat zwei Etagen und wird zur einen Hälfte als Wohnanlage und zur anderen Hälfte als Kindergarten genutzt. Insgesamt gibt es nur 10 Wohneinheiten im Haus, in dem sich auch ein Fahrstuhl befindet“ und somit auch für Senioren sehr geeignet sei, meint  Dagmar Gülland vom städtischen Liegenschaftsmanagement.
 
Die Wohnung besteht aus einem Wohnzimmer, einer möblierten Küche, einem Schlafzimmer, einem Duschbad und einem kleinen Flur. Die großen Fenster im Wohnzimmer, Schlafzimmer und der Küche sind nach Süden in den Garten ausgerichtet und mit elektrischen Jalousien versehen.
 
Im Keller befindet sich ein Waschraum mit Waschmaschinenanschluss und Trocknungsmöglichkeiten, dazu kann im Freigelände auch ein Wäscheplatz genutzt werden. Die Reinigung und die Grünanlagenpflege erfolgt durch Firmen. Auf Wunsch kann auch ein PKW-Stellplatz angemietet werden.
 
Bei Interesse und für weitere Auskünfte steht Frau Gülland,  Tel.:  03631/696-155, E-Mail: liegenschaften@nordhausen.de, gern als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
 

Näheres zu den Konditionen auch unter: www.nordhausen.de/ Rathaus/Ausschreibungen/Immobilien.

Mittwoch, 1. Juli 2015

UNICEF-REPORT: "KINDER ZWISCHEN DEN FRONTEN".

 RUND 230 MILLIONEN KINDER ERLEBEN KRIEG

Berlin, 30. Juni 2015
Jedes zehnte Kind auf der Welt wächst laut UNICEF derzeit in einem Land oder einer Region auf, die von bewaffneten Konflikten geprägt sind.
Dies bedeutet, dass rund 230 Millionen Mädchen und Jungen in ihren entscheidenden Lebensjahren vor allem Unsicherheit, Hass und Gewalt erleben. Ihre Versorgung mit elementaren Gütern wie Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe ist vielfach schlecht. Und sie können nicht oder nur selten eine Schule besuchen. In Bürgerkriegen wie in Syrien, Irak, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik werden Kinder zur Zielscheibe unaussprechlicher Misshandlungen.

Irak: Im Flüchtlingslager Kawergosk hat dieser syrische Junge Zuflucht vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat gefunden.
© UNICEF/NYHQ2013-1015/Alessio Romenzi

Mit seinem Report „Kinder zwischen den Fronten“ ruft UNICEF Deutschland Regierungen und Konfliktparteien dazu auf, die fundamentalen Rechte der Kinder in Kriegsgebieten zu verteidigen. Um Gesundheit, Bildung und Schutz der Kinder auch unter schwierigsten Bedingungen sicher zu stellen, muss humanitäre Hilfe bereits die Brücke zu nachhaltiger Entwicklungshilfe schlagen. Insbesondere müssen mehr Mittel für psychosoziale Betreuung und Bildungsprogramme für Kinder in Krisengebieten bereitgestellt werden.

Peshkhabour, nahe der syrischen Grenze: Ein UNICEF-Helfer betreut Flüchtlingskinder in einem kinderfreundlichen Zelt.
© UNICEF/NYHQ2014-1177/Khuzaie

Kinder und Jugendliche sind die Hauptleidtragenden in Krisen und gewaltsamen Konflikten. Gleichzeitig haben sie es als Erwachsene von morgen in der Hand, den Übergang zum Frieden zu gestalten. Wir müssen dazu beitragen, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Neben Schutz vor Gewalt, ausreichend Nahrung und gesundheitlicher Versorgung brauchen die jungen Menschen vor allem Bildung und Ausbildung“, sagte Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Kindern in Krisenregionen werden die Bildungschancen genommen. Provisorische Zeltschulen bieten Ersatzunterricht und Struktur im unsicheren Alltag.
© UNICEF/Khuzaie

Wir erleben weltweit eine der schlimmsten Phasen von Konflikten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges“, sagte Ted Chaiban, Programmdirektor von UNICEF in New York. „Es besteht die Gefahr, dass ganze Generationen von Kindern Gewalt und Instabilität als normalen Teil ihres Lebens ansehen. Diese Erfahrung darf sich nicht verfestigen. Humanitäre Hilfe muss auch langfristige Perspektiven für Kinder und Jugendliche schaffen.“
Nothilfe ist unverzichtbar. Aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben“, sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Die Chance zur Rückkehr zu Stabilität und zu einer friedlichen Entwicklung hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, Heranwachsenden Orientierung und Arbeit zu geben.“

Fakten: Kinder und Krieg

Die Not der Zivilbevölkerung ist gegenwärtig besonders groß in Syrien, im Irak, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik. Auch die Situation im Jemen hat sich in den vergangenen Monaten ständig verschlechtert. Allein in diesen fünf Ländern sind rund 21 Millionen Kinder von Krieg und Gewalt betroffen.
In zahlreichen Konflikten hat schwere Gewalt gegen Kinder ein erschütterndes Ausmaß erreicht. Mädchen und Jungen werden direkt zur Zielscheibe von Gewalt, entführt und versklavt. Immer wieder werden Heranwachsende auch als Selbstmordattentäter missbraucht. Gruppen wie IS in Syrien und Irak oder Boko Haram in Nigeria missachten bewusst die Prinzipien des humanitären Völkerrechts, um weltweit Aufmerksamkeit zu erwecken.
Der UN-Sicherheitsrat listet für 2014 insgesamt 23 Konfliktsituationen auf, in denen Kinder schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Von den beteiligten 59 Konfliktparteien sind acht Regierungstruppen und 51 nicht-staatliche Akteure.
In etwa der Hälfte aller bewaffneten Konflikte bricht innerhalb von fünf Jahren nach ihrem Ende erneut Gewalt aus – wie zum Beispiel im Südsudan. In Friedensprozessen können Kinder und Jugendliche als „Agenten des Wandels“ eine wichtige Rolle spielen und müssen aktiv einbezogen werden.
Deutschland ist heute weltweit einer der wichtigsten Partner von UNICEF, um Kinder in den ärmsten Entwicklungsländern und in Krisengebieten zu helfen. Allein seit 2013 hat die Bundesregierung hierfür rund 210 Millionen Euro bereitgestellt. Hierdurch konnten zum Beispiel syrische Flüchtlingskinder im Libanon, in Jordanien und im Irak eine Schule besuchen und erhielten psychosoziale Hilfsangebote. Auch die Trinkwasserversorgung wurde in den Aufnahmeländern verbessert und Impfkampagnen gegen Kinderlähmung unterstützt.

Allein 2015 brauchen laut UNICEF weltweit über 62 Millionen Kinder in Krisengebieten dringend Nahrung, sauberes Wasser, medizinische Hilfe, Notschulen sowie Schutz vor Ausbeutung und Gewalt – für mehr als drei Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 leisteten UNICEF und seine Partner in 98 Ländern und 294 Einsätzen Nothilfe, oftmals unter gefährlichen Bedingungen. Rund 2,5 Millionen Mädchen und Jungen erhielten dabei auch psychosoziale Unterstützung in einfachen Kinderzentren, vielfach in Zelten.

Tarifrunde mit GDL erfolgreich beendet -

Auch in Zukunft keine Tarifkonkurrenz bei der DB

Weber: „Situation in unserem Unternehmen endlich befriedet“ - Löhne steigen in zwei Stufen um 5,1 % - Deutlicher Abbau von Überstunden - Künftig verbindliches Schlichtungsverfahren vereinbart

(Berlin, 1. Juli 2015) Die Schlichtung zwischen Deutscher Bahn und GDL ist unter der Führung von Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erfolgreich beendet worden. Beide Tarifparteien haben dem Schlichterspruch zugestimmt. Parallel zum Schlichtungsverfahren wurden Verhandlungen aufgenommen, so dass die Tarifrunde gestern am späten Abend abgeschlossen werden konnte.
DB-Personalvorstand Ulrich Weber: „Wir haben intensiv am Schlichter- und Verhandlungstisch gearbeitet und ein faires Kompromisspaket geschnürt.  Damit befrieden wir nach harten Monaten endlich die Situation bei der DB. Die Streikgefahr ist gebannt. Das ist ein wichtiges Signal für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen. Ich danke beiden Schlichtern ausdrücklich für ihren Beitrag.“
Verständigt haben sich DB und GDL auf ein Gesamtpaket mit Lohnerhöhungen, einem Vertrag über eine Langfrist-Perspektive der GDL als Tarifpartner mit einem verbindlichen Schlichtungsverfahren sowie einem umfassenden Programm zur Belastungsreduktion und zum Abbau von Überstunden. Außerdem wird die Referenzarbeitszeit ab dem Jahr 2018 um eine Stunde auf 38 Wochenstunden gesenkt. Gleichzeitig wird das Arbeitszeitsystem reformiert.
„Alle Ergebnisse und Vereinbarungen fügen sich inhaltlich in die bestehenden Regelungen ein. Damit erreichen wir unser Ziel, für ein und dieselbe Berufsgruppe nicht nach Gewerkschaftszugehörigkeit unterscheiden zu müssen, wenn es um Arbeitszeit, Pausenregelungen oder Vergütung geht“, so Weber weiter.
Der Tarifabschluss im Einzelnen:

  • Entgelterhöhungen und Einmalzahlung wie schon mit der EVG am 27. Mai 2015 vereinbart: Insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen: 3,5 Prozent zum 1. Juli 2015 (mindestens 80 Euro) und 1,6 Prozent zum 1. Mai 2016 (mindestens 40 Euro. Dazu kommt eine Einmalzahlung, auf die eine bereits im Februar geleistete Vorschusszahlung angerechnet wird. Damit werden im Juli noch 350 Euro ausgezahlt. Der Tarifvertrag gilt bis zum 30. September 2016 (Laufzeit 27 Monate).
  • Langfrist-Garantie der GDL als Tarifpartner bei der DB bis 2020 sowie ein neues Schlichtungsverfahren: Die GDL erhält damit unabhängig von gesetzlichen Neuerungen eine Langfrist-Perspektive bei der DB. Zudem wurde bis 2020 auch ein verbindliches Schlichtungsverfahren vereinbart. Künftig kann die Schlichtung nicht nur einvernehmlich von beiden Seiten, sondern auch nur von einer Seite angerufen werden, wenn die Verhandlungen gescheitert sind oder Streiks angekündigt werden.
  • Umfassendes Programm zur Reduzierung der Belastung von Lokführern: Bis 31. Dezember 2017 sollen eine Million der über Jahre aufgelaufenen Überstunden abgebaut werden. Um dies zu erreichen, werden 300 zusätzliche Triebfahrzeugführer beschäftigt. Die Arbeitnehmer erhalten außerdem die Option, sich die Überstunden ganz oder teilweise auszahlen zu lassen. Zudem kann auch eine geringere Arbeitszeit vereinbart werden. Abstriche beim Entgelt werden dann durch die Auszahlung von Überstunden kompensiert. Ältere Lokführer können außerdem künftig auch von der bei der DB angebotenen besonderen Teilzeit im Alter profitieren (81 Prozent Arbeitszeit bei 88,5 Prozent Einkommen).
  • Absenkung der Referenzarbeitszeit um eine Wochenstunde ab 2018: Die Referenzarbeitszeit, nach der sich das Entgelt bemisst, wird zum 1. Januar 2018 um eine Stunde auf 38 Stunden gesenkt. Dafür wird gleichzeitig das Arbeitszeitsystem reformiert. Die Wahlmöglichkeit, einen Zeitzuschlag in Höhe von 15 Minuten pro Überstunde anstelle einer Überzeitzulage wählen zu können, entfällt. Der bisherige „Zinseszins-Effekt“ auf die aus den Vorjahren aufgelaufenen Überstunden wird ausgeschaltet. Die Absenkung der Referenzarbeitszeit greift erst nach dem Auslaufen der jetzigen Tarifabschlüsse mit GDL und EVG. Damit bleibt genügend Zeit, dies in den nächsten Tarifverhandlungen ab 2016 zu berücksichtigen.
  • Ein Bundesrahmentarifvertrag für das GDL-Zugpersonal und vier DB-Haustarifverträge für Lokführer, Zugbegleiter/Bordgastronomen, Disponenten und Lokrangierführer: Der neue „BuRa-ZugTV“ beinhaltet übergeordnete Themen wie beispielsweise Entgelt und Arbeitszeit. In den Haustarifverträgen werden die DB-spezifischen Regelungen abgebildet. Alle Regelungen sind widerspruchsfrei zu bereits bestehenden Tarifverträgen gestaltet.
  • Mitteilung des Fahrgastverbandes "Pro Bahn" am 30.06.15