Es
ist schon erstaunlich, was alles der Skandal um den Limburger Bischof
Franz-Peter Tebartz-van Elst an Folgen zeitigt. Die ja offensichtlich
bis auf die lokale Ebene durchschlagen. Auf der man sich nun sogar
für das Vermögen der Kirchen im Südharz interessiert. Wobei der
Bericht, auf den ich dazu in der Internetzeitung stieß, zwar durch
die Titelzeile die Vorstellung vermittelt, man würde durch den
folgenden Bericht tatsächlich entsprechende Aufschlüsse erhalten –
etwa ähnlich dem doch recht aufschlussreichen Bericht über die
Prostitution in Nordhausen. (Kleine Nebenbemerkung: Der Hinweis in
der Einleitung zu diesen Prostituierten-Artikel auf eine angeblich
geänderte (moralische) Einschätzung blanker Busen gegenüber der
Zeiten Hildegard Knefs in „Die Sünderin“ erstaunt mich
allerdings gerade in dieser Zeitung?!). Jedenfalls scheiterte der
Versuch, eine wirkliche Vorstellung über das Vermögen der Kirchen
im Südharz zu vermitteln, recht kläglich. In der allgemeinen
Diskussion zur Problematik des Vermögens der Kirchen ist oder war es
bisher auch nicht üblich, das Vermögen einzelner Kirchen- oder
Pfarrgemeinden ergründen zu wollen.
Ohne
weiter darauf einzugehen – und ich betone hier erneut, dass es sich
bei meinen Einträgen um ganz persönliche Überlegungen,
Vorstellungen und Eindrücke handelt - beschäftigen mich mehr die
wirklich ernst zu nehmenden Folgen dieses Skandals auf Politik,
Kirchen und die Öffentlichkeit. Und ich wundere mich, dass es
angesichts dieser Folgen – über die seit Wochen in den Medien
berichtet wird – Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst offenbar an
jeder Einsicht über das fehlt, was er durch sein Verhalten insgesamt
die Kirchen in Deutschland betreffend, ausgelöst hat. Er
demgegenüber sogar bestrebt ist, als Bischof wieder nach Limburg
zurück zu kehren. Denn unabhängig davon, ob und inwieweit die
Berichte in Zeitungen und Fernsehen authentisch oder auf Spektakel
angelegt sind, lässt Bischof van Elst damit jede Verantwortung für
das vermissen, was er auslöste. Und jedes Gespür für die
allgemeine Stimmung gegen ihn.
Und
allein die Reaktionen der Mitglieder der Kirchen – es widerstrebt
mir in diesem Zusammenhang, von Gläubigen zu schreiben – sind ja
gravierend. Das „Handelsblatt“ etwa schreibt, dass die Kirchen in
Deutschland zwar seit Jahren unter Mitgliederschwund leiden, sich
dieser Trend aber durch die Finanzaffäre um Bischof Tebartz-van Elst
deutlich und noch immer verstärkt. Zahlreiche andere Zeitungen
sehen das genau so. Und belegen das mit Zahlen. N-tv zum Beispiel
teilt mit, dass (Auszug): „. . . im eigentlich erzkatholischen Köln
hat sich die Zahl der Kirchenaustritte nach Angaben des Amtsgerichts
von September auf Oktober mehr als verdoppelt. 571 Katholiken
verließen die Kirche. Der Sprecher des Amtsgerichts, Marcus Strunk,
sagte: "Die Leute standen im Oktober morgens und abends
Schlange." (Ende des Auszugs.) Auch in Osnabrück und Bremen
erhöhte sich die Zahl der Kirchenaustritte im Oktober beträchtlich,
ebenso in Bayern. In München gab es im Oktober 1250 Austritte, im
Vergleich zu 602 im September. In Regensburg verdreifachte sich die
Zahl nahezu. Insgesamt traten hier im vergangenen Monat 147 Menschen
aus der Kirche aus, darunter 125 Katholiken. Ähnlich war die
Entwicklung in Nürnberg und Passau. Übrigens stieg die Zahl der
ausgetretenen evangelischen Kirchenmitglieder in Köln gar um 80
Prozent, nämlich auf 228.
Eine
dramatische Entwicklung, wie ich meine, die – wie das
„Handelsblatt“ feststellte – den seit Jahren zu beobachtenden
Trend jäh verstärkten. Dieser bisherige Trend beschäftigte
kürzlich auch die „Westfälische Wilhelms-Universität Münster“.
Anlässlich einer Tagung äußerte sich Prof. Dr. Detlef Pollack in
diesem Zusammenhang sogar skeptisch zu den Reformbemühungen von
Papst Franziskus. Und hält den Mitgliederschwund der Kirchen für
nahezu unaufhaltsam. Auch Neuerungen in den evangelischen
Landeskirchen würden diesen Trend nicht aufhalten. „Schwerer
als der Einfluss aller kirchlichen Bemühungen wiege die Entwicklung
im gesellschaftlichen Kontext der Kirchen“, meint der Professor und
veranschaulicht: „Das Wohlstands- und Bildungsniveau ist so hoch
und die soziale Absicherung so gut, dass immer weniger Menschen die
seelsorglichen und sozialen Angebote der Kirchen nachfragen.“
Die Zahl der Kirchenmitglieder und Kirchgänger in Deutschland
ginge bereits seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück, wie Prof.
Pollack erläuterte. Während es 1949 in Deutschland Ost und West
fast nur Protestanten und Katholiken gab, sind heute etwa je ein
Drittel der Bevölkerung Katholiken, Protestanten und Religionslose.
Zehn Prozent gehören etwa Islam, Judentum und Orthodoxie an. Seit
1990 treten aus der evangelischen Kirche jährlich etwa 0,7 Prozent
der Mitglieder aus, aus der katholischen Kirche im Schnitt 0,5
Prozent. Doch schon im Jahr des Missbrauchsskandals 2010 war ein
Ausschlag von 0,73 Prozent festzustellen; andere kirchliche
Ereignisse wie der Papstwechsel zeigten dagegen kaum Einfluss. „Diese
Austrittszahlen summieren sich über die Jahre auf Millionen
Menschen.“
Damit soll es hier sein Bewenden haben, ich habe allerdings in
Münster nach dem Protokoll der Tagung nachgefragt und komme im Falle
positiver Bescheidung darauf zurück.
Freitag, 8. November 2013
Donnerstag, 7. November 2013
Thüringer Handwerk wird prämiert
|
Eröffnung der Stollensaison mit
großer Verkostung
|
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Erfurt,
07.11.2013: Die Thüringer Konditoren- und Bäckerinnung prämiert
jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schutzverband Thüringer
Weihnachtsstollen und Erfurter Schittchen e.V. die thüringischen
Handwerksbetriebe, die ihren Stollen einer unabhängigen
Kommission zur Prüfung vorgelegt und die Qualitätskriterien
eingehalten haben. Ist der Stollen nach den Bestimmungen für
echten Thüringer Stollen hergestellt, so erhält er das
Qualitätssiegel des Vereins.
Die Siegelübergabe feiert
der Verband traditionell im THÜRINGEN-PARK ERFURT mit
einer großen Stollenverkostung. Diese findet am Samstag,
09.11.2013 von 14 bis 16 Uhr statt. Die diesjährige
Stollenkönigin wird zu Gast im Center sein, den
Besuchern eine Kostprobe der prämierten Stollen verteilen und
damit die Weihnachtsstollensaison offiziell eröffnen.
|
Martin Juckeland leitet künftig das Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung
Martin
Juckeland leitet künftig das Amt für Zukunftsfragen und
Stadtentwicklung
Nordhausen
(psv) Martin
Juckeland (links) leitet ab sofort das Amt für Zukunftsfragen und
Stadtentwicklung bei der Nordhäuser Stadtverwaltung. Er tritt damit
die Nachfolge von Dr. Sabine Riebel (rechts) an. Diese hatte das Amt
kommissarisch geführt seit seiner Gründung im Jahr 2012. Es war
entstanden aus der Zusammenlegung des Amtes für Umwelt und
Grünordnung sowie dem Amt für Wirtschaftsförderung und
Stadtplanung, das ebenfalls über mehrere Jahre von Frau Dr. Riebel
geleitet worden war.
Oberbürgermeister
Dr. Klaus Zeh (Mitte) sagte bei der gestrigen Amtsübergabe zu Frau
Dr. Riebel: „Ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet. Sie haben das Amt
loyal und gut geführt. Vieles, was in Nordhausen mit
Wirtschaftsförderung in Zusammenhang steht, ist seit Jahren mit
Ihrem Namen verbunden.“ Frau Dr. Riebel werde weiterhin in einer
herausgehobenen Tätigkeit im Bereich der Wirtschaftsförderung mit
Aufgaben betraut werden.
Zu
Martin Juckeland sagte Dr. Zeh: „Obwohl Sie schon lange im Amt
arbeiten, ist die Funktion als dessen Leiter eine völlig neue
Verantwortung und eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Ich wünsche
Ihnen neben Ihrer vorhandenen Sachkenntnis auch die stets nötige
Fortune, derer es in dieser Position bedarf.“
Mittwoch, 6. November 2013
„Wider das Vergessen“ – 75. Jahrestag der Reichspogromnacht
Anlässlich
des 75. Jahrestages der Reichspopromnacht wollen die SPD Mitglieder
der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft Gedenken.
„Das Gedenken aufrecht zu halten an die Opfer, die es in der NS- Zeit gegeben hat und die in diesem Zusammenhang stehenden Gräueltaten der Nationalsozialisten wach zu halten ist eine Selbstverständlichkeit eines jeden Demokraten“, so Dagmar Becker, SPD Kreisvorsitzende.
Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden war. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.
„Mit
dem 9. November verbindet uns aber noch mehr.
Philipp
Scheidemann hat im Jahr 1918 die Republik ausgerufen, Hitler hat
versucht erstmalig 1923 Macht zu erlangen und die Mauer, die Trennung
zwischen Ost- und Westdeutschland, ist gefallen",
so Becker weiter.
so Becker weiter.
„Wir
wollen unsere Solidarität zum Ausdruck bringen, denn Faschismus,
Rassismus und Fremdenhass dürfen in Deutschland nie wieder eine
Chance haben“, betonte auch Anika Gruner, die Vorsitzende der Jusos
im Landkreis Nordhausen.
Abschließend
erinnern Becker und Gruner gemeinsam an die Worte des verstorbenen
Bundespräsidenten a.D. Johannes Rau: „Freiheit und Menschenwürde
sind stärker als Unterdrückung und Gewalt.“
Leben im Altenheim Nordhausen
Die „Nordhäuser Allgemeine“ (NA)
eröffnete am Samstag mit einem Bericht über die Zunahme alternder
Menschen in Nordhausen ein Themen- oder Problemfeld, das im Zuge der
weiteren demographischen Entwicklung ganz allgemein die Gesellschaft
in Deutschland beschäftigen wird. Weil sie ja nicht auf Nordhausen
beschränkt ist. Es reicht allerdings in diesem Eintrag, wenn ich
mich auf Nordhausen beschränke.
Und da lese ich, dass inzwischen jeder
Zweite im Landkreis Nordhausen älter als 50 Jahre ist. Was meines
Erachtens die Vorstellung rechtfertigt, dass der gesamte Landkreis
zunehmend zum Altenheim wird. Zugleich wird in der NA von der
Eröffnung einer Seniorenwoche in Nordhausen berichtet, die derzeit
mit einer Vielzahl von Veranstaltungen stattfindet. Und die NA würde
parallel zu dieser Seniorenwoche schauen, „wie die immer mächtiger
werdende Generation der Großmütter und -väter lebt.“ (Zitat)
Es widerstrebt mir, diese Formulierung
so zu akzeptieren. Weil ich zunächst meine, dass das Problem ja
nicht allein durch die Zunahme alternder Menschen entstanden ist und
sich ständig erhöht, sondern durch den noch immer stattfindenden
Wegzug jüngerer Menschen. Umso mehr, als ja bekannt ist, dass die
Sterberate alter Menschen höher geworden ist als die Geburtenrate.
Nun wird in besagtem Artikel u.a. darauf verwiesen – um vielleicht
diese „mächtige“ Generation zu begründen - dass
Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh 61 Jahre, seine Vorgängerin („die
ihre Partei nochmals auf Siegkurs zu bringen will“) 66 Jahre zählt,
und im Kreistag wie in den Stadträten die Fraktion der Grauhaarigen
längst die größte Koalition bildet. Dem ist entgegen zu halten,
dass ja alle in ihre Ämter oder Aufgaben gewählt wurden, Und doch
wohl auch deshalb, weil sich keine jüngeren mit entsprechender
Qualifikation bewarben. Und das ist immerhin bezeichnend was die
Bereitschaft betrifft, kommunale oder auch politische Aufgaben zu
übernehmen. Es ist also wohl weniger so, dass die Alten (noch)
mitgestalten wollen, sondern weiter mitgestalten müssen. Und es
passt auch nicht zu der von der NA vermittelten „mächtigen“
Generation, wenn zwei Spalten weiter argumentiert wird, dass die von
einer überaus rührigen Seniorenvertretung organisierten
Veranstaltungen während dieser Seniorenwoche – und auch sonst -
u.a. den Zweck haben, „viele Ältere hinter dem Ofen hervor zu
locken.“
Um aber nicht ins Polemische zu
verfallen sei darauf verwiesen, dass die NA in ihrer
Berichterstattung weiter aufzählt, was alles für die Senioren schon
getan wurde, um ihren Ansprüchen und den Notwendigkeiten gerecht zu
werden: ein Seniorenbeauftragter für den Landkreis wurde gewählt,
der ihre Interessen vertritt. Es gibt in Nordhausen die gerade
erwähnte Seniorenvertretung, 18 Alten- und Pflegeheime, 24
ambulante Pflegedienste, die Johanniter-Unfallhilfe, die
Arbeiterwohlfahrt, die Diakonie und einiges mehr. Und es gibt
laufende Veranstaltungen u.a. im Begegnungszentrum in Nord oder auch
im Mehrgenerationenhaus.
Das alles ist auf die Interessen und
den Anspruch dieser „immer mächtiger werdenden“ Generation
zugeschnitten. Aber auf die räumlich für Senioren vorgesehenen
Einrichtungen und/oder auch deren Lebensbereiche abgestimmt, z.B.
auch die Pflege zu Hause.
Und um daneben festzustellen, wie diese
angeblich immer mächtiger werdende Generation täglich lebt (sofern
sie nicht hinter dem Ofen hockt) will die NA in einer kleinen Serie
der Frage nachgehen, wie diese alternden Menschen leben und was sie
wollen. Und ob wir uns schon hinreichend auf sie eingestellt haben!?
Dazu sei erst einmal grundsätzlich
festgestellt, dass es hier ganz offenbar um die gesellschaftliche
Teilhabe gehen soll. Und da meine ich, dass sich die Redakteure und
insbesondere der verantwortliche Redakteur der „Nordhäuser
Allgemeine“ erst selbst einmal fragen sollte, ob er sich schon
hinreichend auf die ältere Generation – zu der ich gehöre –
eingestellt hat? Und ich meine nein, wie ich leicht nachweisen kann.
Damit bekommt dann aber alles weitere zumindest ein „G'schmäckle“,
nämlich dem der Vordergründigkeit und Heuchelei. Damit will ich es
hier aber und zunächst bewenden lassen.
Und zu Beginn dieser kleinen NA-Serie
verabredeten sich also Redakteure und deren Fotograf mit Herbert
Gerhardt, dem früheren Nordhäuser Kreiskatecheten zu einem
Spaziergang durch Teile der Innenstadt. Um festzustellen wie es alten
Menschen ergeht, wenn sie zu Fuß in Nordhausen unterwegs sind, wo
Probleme auftreten und wo sich Stolperfallen befinden? Dazu will ich
hier doch bemerken, dass ich etwa so alt bin wie Gerhardt u.a. mit
ähnlichen körperlichen Probleme wie er, vermutlich sogar
gravierenderen. Und häufig in der Nordhäuser Innenstadt zu Fuß
unterwegs bin. Ob ich dabei schleiche, mögen andere beurteilen.
Im Ergebnis wünscht sich also Gerhardt
mehr Bänke, teilweise ganze Ensembles, und bemängelt, dass die
vorhandenen keine Rückenlehne haben, die für alte Menschen wichtig
seien (siehe entsprechenden Bericht der NA). Auf regelrechte
Stolperfallen stießen die Spaziergänger am Schlusspunkt des
Erkundungsganges auf dem Rathausplatz (Zitat): „Und zwar sind
damit vier Deckel der Fahnenmasten gemeint, die einige Zentimeter
über das Pflaster herausragen. "Der gefährlichste ist direkt
vor der Stadtinformation, über den ich schon gestolpert bin",
berichtet der Nordhäuser.“ (Ende des Zitats).
Ohne auf diese Erkundungsergebnisse
weiter einzugehen – letzteres mag bemerkenswert sein – ist wohl
dabei wesentlich, ob man sich mit einem gesellschaftlichen
Bewusstsein der Problematik nähert, oder nur seine eigene
Sichtweise in den Vordergrund stellt. Und da stelle ich gegenüber
der Sichtweise Gerhardts fest, dass an der Ostseite der Rautenstraße
eine ganze Anzahl Bänke mit Rückenlehne zum Sitzen und Ausruhen
einlädt, jene an der Wasserachse gar nicht berücksichtigt. Und auch
in der Töpferstraße (nahe der Skulptur der Personengruppe) gibt es
eine solche Sitzgelegenheit. Nur habe ich bisher höchst selten jemanden auf der einen oder anderen Bank sitzen sehen (außer
bei Volksfesten). Und selbst als älterer Mensch mit Gehproblemen
meine ich, dass ich doch meine persönlichen Vorstellungen und
Wünsche in einem Verhältnis zu den allgemeinen Bedürfnissen und
der Machbarkeit sehen sollte. Wenn das aber, was bei diesem
beschriebenen Spaziergang bemängelt wurde, alles ist, darf man als älterer Mensch in Nordhausen zufrieden sein.
Und nun bin ich neugierig, was jemand
im weiteren Verlaufe dieser „kleinen Serie“ auf Initiative und in
Gesellschaft mit NA-Redakteuren zum Thema „gesellschaftliche
Teilhabe“ weiter vorzubringen hat.
Dienstag, 5. November 2013
Hubertusmesse im Lichte der Berichterstattung
Zum 5. Mal fand am Freitag im
Nordhäuser Dom zum heiligen Kreuz eine Hubertusmesse statt,
über die die hiesige Presse im
Internet ausführlich berichtete. Wobei mir bekannt ist, dass die
„Nordhäuser Allgemeine“ in ihrer gedruckten Ausgabe, die mir
noch nicht vorliegt, angeblich noch ausführlicher berichtet. Und das
mahnt mich zur Vorsicht, hatte diese Zeitung doch unlängst über
einen Vortrag mit theologischem Hintergrund des emeritierten Erfurter
Bischofs Joachim Wanke (10.Okt. Im Audimax) doch mit
unterschiedlichem Tenor zwischen Internet- und Printausgabe
berichtet. Deren Grundkonsens allerdings übereinstimmend war. Und
vermuten ließ, dass die Autorin mit Kirche und Religion „nicht
viel im Sinn hat“.
Was von der Redaktion zumindest in der
dargebotenen Weise offensichtlich toleriert wurde. Immerhin aber
lässt der Berichterstatter der Hubertusmesse in seinem
(Internet-)Bericht einen ganz anderen, nämlich einen religiösen,
Konsens erkennen, von dem sein Bericht gekennzeichnet ist. Das ist
zwar erfreulich und gibt Inhalt und Verlauf dieser Hubertusmesse
sicher authentisch wieder, lässt allerdings die Zeitung bzw. deren
Redaktion einmal als atheistisch (angehaucht) erscheinen, während
sie sich mit diesem Hubertusmesse-Bericht geradezu dem Stil eines
Kirchenblattes nähert. Und zu der Vermutung führt, dass sie in
Sachen Kirche überhaupt keinen Grundkonsens hat bzw. vertritt.
Eine solche Überlegung ergibt sich bei
der Internetzeitung aus konzeptionellen Gründen von vornherein
nicht. Deren Bericht über die Hubertusmesse lässt dabei freilich
den Eindruck aufkommen, es habe sich um eine Veranstaltung mit
religiösem Anstrich für ältere, alte und noch ältere Leute
gehandelt, bei der es um Besucherzahlen ging. Und der „neue
Besucherrekord“ wäre zumindest eines der herausragenden Ergebnisse
gewesen. Was diese Hubertusmesse im Verständnis des Lesers in die
Nähe eines zwar sehr festlichen und religiös verbrämten Spektakels
rückt, aber eben nicht als Gottesdienst mit tiefem Inhalt
identifiziert. Was sie ja wohl wirklich war. Ganz persönlich ergibt
sich für mich der Eindruck, dass in dieser unterschiedlichen
Berichtsweise der Osten Deutschlands erkennbar wird. Sicher nicht so
deutlich mehr, wie es die Autorin nach dem Vortrag Bischof Wankes im
Audimax der Fachhochschule formulierte: „. . . versuchte sich der
Bischof in seinem Vortrag in einer Art Analyse darüber, warum der
Osten bis heute so atheistisch ist.“
(Bild: Graph.Sammlung Albertina, Wien)
Montag, 4. November 2013
Männergesundheit m Gespräch
Am
Freitag hatte ich hier über die Beteiligung des Nordhäuser Südharz
Klinikums an der 5. Langen Nacht der Wissenschaften der
Fachhochschule Nordhausen einen ausführlicheren Eintrag getätigt.
Und dabei den Vortrag des Chefarztes der Urologie-Klinik, Dr.
Matthias Beintker zum Thema „Männergesundheit 2013“ in den
Vordergrund gestellt.
In
diesem Vortrag wurde speziell der Testosteronhaushalt des Mannes im
Laufe seines Lebens mit seinen möglichen Auswirkungen auf seine
Physik und Psyche behandelt, also auf seine Lebensqualität. Zu der
auch sein sexuelles Vermögen gehört, das massgeblich von seinem
Testosterongehalt bestimmt wird. Und von Dr. Beintker sehr
anschaulich dargestellt wurde.
Dass
dieser Vortrag quasi am Vorabend des Weltmännertages gehalten wurde,
der gestern, also am Sonntag stattfand, mag dabei Zufall sein, passt
aber gut in diesen Themenkomplex. Dem sich dabei die Stiftung
Männergesundheit widmete. Auch hier räume ich ein, dass ich an
dieser Thematik schon aus Altersgründen ein persönliches Interesse
habe und ihm deshalb viel Aufmerksamkeit einräume.
Umso
mehr, als im Rahmen dieses Weltmännertages von der Stiftung
festgestellt wird, dass Männer nach wie vor eine
geringere Lebenserwartung als Frauen haben: Ein heute geborenes
Mädchen darf 83 Lebensjahre erwarten, ein Junge nur 78 Jahre –
also gut fünf Jahre weniger! Die Ursachen sind vielfältig; sie
reichen von einem ungesünderen Lebensstil (schlechtere
Ernährungsgewohnheiten, höherer Alkohol- und bis dato auch
Nikotinkonsum) bis hin zu risikoreicherem Verhalten. Eine genauere
Analyse lieferte der erste Männergesundheitsbericht, den die
Stiftung Männergesundheit 2010 publizierte. Darin wurde deutlich,
dass der Mann kein Vorsorgemuffel ist, sondern die
Gesundheitsangebote nicht dem männlichen Selbstverständnis
entsprechen.
Doch nicht nur die Lebensdauer, auch die Lebensqualität ist ein wichtiger Faktor. Dabei schneiden Männer, wie es scheint, ebenfalls schlechter ab: „Viele Erkrankungen sind beim Mann mit Tabus belegt. Daher leidet er lieber, anstatt sich helfen zu lassen“, so Prof. Dr. Lothar Weißbach, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit. Beim Thema Depression, das im Rahmen des zweiten Männergesundheitsberichts aus diesem Jahr untersucht wurde, kam das deutlich zum Vorschein: Zwar sind viel mehr Frauen als Männer wegen einer Depression in ärztlicher Behandlung, aber dreimal mehr Männer nehmen sich das Leben.
Wissensreihe soll Tabuisierung von Männererkrankungen abbauen
Männererkrankungen zu enttabuisieren und Männer zu ermuntern, sich im Bedarfsfall Rat bei einem ärztlichen Ansprechpartner zu holen, ist daher eines der wichtigen Anliegen der Stiftung Männergesundheit. „Männer haben oft eine falsche Scham, insbesondere wenn es um urologische oder psychische Erkrankungen geht“, so Weißbach. Die Stiftung setzt Wissen und Information dagegen und hat deshalb eine Wissensreihe mit geplanten 30 Ratgebern aufgelegt, die verständlich, prägnant und pharmaunabhängig über Männererkrankungen informiert. Die Stiftung hat zu dieser Problematik eine Heftreihe publiziert, von der es heißt „Für die ersten drei Hefte haben wir uns ganz bewusst stark tabuisierte Erkrankungen herausgesucht, Depression, erektile Dysfunktion und Prostatakrebs.“ Auch letztere sei noch immer mit starken Tabus belegt, was sich nicht zuletzt auch an der Art und Weise abzeichne, wie die Betroffenen mit der Erkrankung umgehen. „Möglichst schnell und radikal das Problem lösen, dabei auch Folgebeschwerden wie Impotenz oder Inkontinenz in Kauf nehmen, nur um schnell wieder als gesund zu gelten und sich nicht weiter mit der Thematik auseinandersetzen zu müssen.“
Information und Abwägung statt blindem Aktionismus
Mit dieser Vogel-Strauß-Strategie schaden sich die Männer allerdings vor allem selbst: Die meisten Tumore, die bei der urologischen Routineuntersuchung entdeckt werden, sind noch lokal begrenzt und wenig aggressiv, sie wachsen langsam oder oft auch gar nicht. Eine defensive Strategie wie die Aktive Überwachung („Active Surveillance“) ist dann eine mindestens ebenso gute Option wie Operation oder Bestrahlung, zumal Impotenz und Inkontinenz häufige Folgen des chirurgischen Eingriffs sind. Bei der Aktiven Überwachung wird erst dann operiert, wenn notwendig (falls überhaupt), jedoch nicht vorher und nicht verfrüht. „Voraussetzung ist aber, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, was einen gewissen Grad an Informiertheit erfordert“, so Weißbach. Das Material der Stiftung bietet dabei Unterstützung. Neben einem Heft der Wissensreihe zu Prostatakrebs wird auch ein Informationsportal zur Aktiven Überwachung angeboten: www.as-bei-prostatakrebs.de
Doch nicht nur die Lebensdauer, auch die Lebensqualität ist ein wichtiger Faktor. Dabei schneiden Männer, wie es scheint, ebenfalls schlechter ab: „Viele Erkrankungen sind beim Mann mit Tabus belegt. Daher leidet er lieber, anstatt sich helfen zu lassen“, so Prof. Dr. Lothar Weißbach, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit. Beim Thema Depression, das im Rahmen des zweiten Männergesundheitsberichts aus diesem Jahr untersucht wurde, kam das deutlich zum Vorschein: Zwar sind viel mehr Frauen als Männer wegen einer Depression in ärztlicher Behandlung, aber dreimal mehr Männer nehmen sich das Leben.
Wissensreihe soll Tabuisierung von Männererkrankungen abbauen
Männererkrankungen zu enttabuisieren und Männer zu ermuntern, sich im Bedarfsfall Rat bei einem ärztlichen Ansprechpartner zu holen, ist daher eines der wichtigen Anliegen der Stiftung Männergesundheit. „Männer haben oft eine falsche Scham, insbesondere wenn es um urologische oder psychische Erkrankungen geht“, so Weißbach. Die Stiftung setzt Wissen und Information dagegen und hat deshalb eine Wissensreihe mit geplanten 30 Ratgebern aufgelegt, die verständlich, prägnant und pharmaunabhängig über Männererkrankungen informiert. Die Stiftung hat zu dieser Problematik eine Heftreihe publiziert, von der es heißt „Für die ersten drei Hefte haben wir uns ganz bewusst stark tabuisierte Erkrankungen herausgesucht, Depression, erektile Dysfunktion und Prostatakrebs.“ Auch letztere sei noch immer mit starken Tabus belegt, was sich nicht zuletzt auch an der Art und Weise abzeichne, wie die Betroffenen mit der Erkrankung umgehen. „Möglichst schnell und radikal das Problem lösen, dabei auch Folgebeschwerden wie Impotenz oder Inkontinenz in Kauf nehmen, nur um schnell wieder als gesund zu gelten und sich nicht weiter mit der Thematik auseinandersetzen zu müssen.“
Information und Abwägung statt blindem Aktionismus
Mit dieser Vogel-Strauß-Strategie schaden sich die Männer allerdings vor allem selbst: Die meisten Tumore, die bei der urologischen Routineuntersuchung entdeckt werden, sind noch lokal begrenzt und wenig aggressiv, sie wachsen langsam oder oft auch gar nicht. Eine defensive Strategie wie die Aktive Überwachung („Active Surveillance“) ist dann eine mindestens ebenso gute Option wie Operation oder Bestrahlung, zumal Impotenz und Inkontinenz häufige Folgen des chirurgischen Eingriffs sind. Bei der Aktiven Überwachung wird erst dann operiert, wenn notwendig (falls überhaupt), jedoch nicht vorher und nicht verfrüht. „Voraussetzung ist aber, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, was einen gewissen Grad an Informiertheit erfordert“, so Weißbach. Das Material der Stiftung bietet dabei Unterstützung. Neben einem Heft der Wissensreihe zu Prostatakrebs wird auch ein Informationsportal zur Aktiven Überwachung angeboten: www.as-bei-prostatakrebs.de
In diesem Zusammenhang kehre ich
thematisch an das Südharz Klinikum zurück mit dem Hinweis auf die
Fachvorträge, die dort monatlich stattfinden, gehalten von Ärztinnen
und Ärzten im Klinikum. Programmkarten für das Vortragsprogramm
2013/2014 sind am Empfang des Südharzklinikums erhältlich und
liegen in den Wartebereichen der einzelnen Stationen auf. Stand zum
Beispiel im September das Thema „ Neue Behandlungsmethoden in der
Urologie“ (Referent Dr. Matthias Beintker) auf dem Programm,
lautete das Thema im Oktober „Arthrose – immer operieren?“
(Referent Dr. K.Letzel). Und an diesem Mittwoch (06.11.) referiert
Dr. R. Wenzel Chefarzt der Klinik für Neurologie) über „Was sind
Warnsignale des Schlaganfalls und was ist dann zu tun?“.
(Der Text zum Weltmännertag lehnt
sich eng an eine Verlautbarung des idw -wissenschaftlichen Dienstes
an.)
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