Donnerstag, 24. Januar 2013

IHK-Info: Unternehmensnachfolger gesucht!


Bundesweit schon vier von zehn Firmen ohne zukünftigen Chef
Immer mehr Firmen finden keinen Nachfolger. Das geht aus einem aktuellen Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages hervor. Demzufolge sind in Zukunft bundesweit vier von zehn Firmen ohne zukünftigen Chef. Allein in Thüringen werden in den nächsten drei Jahren etwa 2.500 Nachfolger benötigt.

Seniorchefs halten oftmals zu lange an ihrem Posten fest und bemühen sich deswegen zu spät um einen geeigneten Nachfolger. Viele haben Angst vor der Erbschaftssteuer, die in den letzten Jahren gestiegen ist, Finanzierungsproblemen bei der Firmenübergabe und Schwierigkeiten, junge Menschen mit geeigneter Qualifikation sowie der Bereitschaft, Verantwortung für eine Firma zu übernehmen, zu finden – das sind die wichtigsten Ergebnisse des Reports.

Das NUN – Netzwerk Unternehmensnachfolge Nordthüringen gibt durch kostenfreie Individualberatung, ein jährliches Nachfolgeforum sowie über das Nachfolgeportal nexxt-change.org Unterstützung für Unternehmen, die einen Nachfolger suchen und Existenzgründer, die ein bereits bestehendes Unternehmen übernehmen möchten. Die kostenfreie Beratung wird vierteljährlich durchgeführt, nächster Beratungstermin ist der 07.02.2013.

Koordinator und Ansprechpartner für das Netzwerk ist das RSC Nordhausen der IHK Erfurt, Wallrothstraße 4, erreichbar unter Tel. 03631 908210.


Udo Rockmann
Leiter Regionales Service-Center

Im Museum Tabakspeicher am 7. Februar um 19:30 Uhr:


„Kunst, Gott und die Welt“: Savonarolas Kampf mit den Medici und dem Borgia-Papst Alexander VI. in Florenz

Nordhausen (psv) Am Donnerstag, dem 7. Februar, laden das Kulturamt und die Jugendkunstschule zu ihrer gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Kunst, Gott und die Welt“ um 19:30 Uhr in das Museum Tabakspeicher ein. Der bekannte Kunsthistoriker und Theologe Walter Martin Rehahn aus Halle präsentiert einen Bildervortrag mit Musik zu Kampf um Macht, Reichtum und Ansehen im Florenz des 15. Jahrhunderts.

Das Zentrum des europäischen Handels- und Finanzwesens wurde im 15. Jahrhundert faktisch von den Medici beherrscht. Diese Familie war innerhalb weniger Generationen durch Handel und Bankgeschäfte reich und überaus mächtig geworden. Die Medici waren jedoch nicht nur Machtpolitiker, sondern zugleich großzügige Förderer der Künste, der Musik, der Literatur und der Philosophie. Sie ließen Florenz zur glanzvollen Hauptstadt der Frührenaissance werden.Ende des 15. Jahrhunderts wurde dies alles jedoch von einem einfachen Dominikanermönch auf dramatische Weise infrage gestellt. Girolamo Savonarola (1452-1498), trat als wortgewaltiger Bußprediger auf  und begann 1491 als Prior des Klosters San Marco in Florenz mit der Einführung tiefgreifender Reformen. Auf sein Betreiben hin kam es zum Erlass einer demokratischen Verfassung und zur Einführung strenger Sittengesetze. Die Medici wurden aus der Stadt vertrieben.

In seinen Predigten prangerte Savonarola aber auch den moralischen Verfall der Kurie an. Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche war zu dieser Zeit ein ebenso gerissener wie verruchter Papst, Alexander VI. Borgia, dessen Pontifikat von 1492 bis 150 währte. Nach anfänglichem Zögern schlug dieser zurück und exkommunizierte Savonarola als „einen Ungehorsamen und der Ketzerei Verdächtigen“. Das führte letztlich zum Erstarken der Gegner und zu Savonarolas Hinrichtung am 23. Mai 1498 (siehe Bild).

Das Urteil der Nachwelt über ihn war und ist zwiespältig. Martin Luther hat ihn als einen „evangelischen Heiligen“ hoch geschätzt. Es stellt sich die Frage, ob Savonarola ein „italienischer Luther“ hätte werden können, wäre er nicht gescheitert? In einschlägigen Fernsehserien über die Medici und den Borgia-Papst kam nur ein verkürztes und verzerrtes Bild des Bußpredigers vor. Bei näherem Hinsehen erweist sich das Klischee vom eifernden Fanatiker aber als falsch.

Der Vortrag versucht die Lebensstationen, Motive und Wirkungen Savonarolas nachzuzeichnen und zugleich ein anschauliches Bild dieser interessanten kulturgeschichtlichen Epoche Ende des 15. Jahrhunderts zu bieten.

Museum Tabakspeicher, Nordhausen, am 7. Februar 2013, um 19:30 Uhr, Eintritt: 3 Euro.

„Nordhäuser Ansichten“ in der Musikschule


Nordhausen (pln 15/13). Der Maler und Zeichner Erich Beck zeigt Ausschnitte seines Schaffens in der Kreismusikschule Nordhausen. Die Ausstellung „Nordhäuser Ansichten“ wird am 31. Januar um 16.30 Uhr eröffnet. Dazu lädt die Musikschule, die die Eröffnung musikalisch mitgestalten wird,  alle Interessierten herzlich ein. In der Schau stellt Erich Beck Ein- und Ausblicke in seiner Heimatstadt Nordhausen vor. Dabei wecken besonders die Details das Interesse des Künstlers. Bis Ende April werden die Bilder von Erich Beck in der Kreismusikschule in der Freiherrr-vom-Stein-Straße zu sehen. 

Michael Ellis Ingram wird im Theaterrestaurant „Da Capo“ vorgestellt


Mit Charme, Charisma und Musikalität hat er längst die Herzen des Nordthüringer Publikums gewonnen: Michael Ellis Ingram, seit September 1. Kapellmeister der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Er hatte die musikalische Leitung der Operette „Der Graf von Luxemburg“ und des Balletts „Don Quichotte“ inne und dirigierte zahlreiche Konzerte, zuletzt das After-Work-Konzert und das Neujahrskonzert.

Grund genug für den Förderverein Theater Nordhausen e. V., ihn in die beliebte Veranstaltungsreihe „Montags im Da Capo“ einzuladen. Der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Götz Ehrhardt, und Angela Kalms, Verwaltungsdirektorin des Theaters Nordhausen, werden ihm im lockeren Gespräch Interessantes über sein Leben und seine Karriere entlocken. Und da gibt es einiges zu erwähnen, denn der erst 27-Jährige Vollblut-Musiker hat bereits mehrere Studien erfolgreich absolviert, dirigiert und unterrichtet.

Wer Michael Ellis Ingram etwas näher kennen lernen möchte, ist am Montag, 28. Januar, um 19.30 Uhr ins Theaterrestaurant „Da Capo“ eingeladen. Neben dem Gespräch wird dort natürlich auch die Musik nicht zu kurz kommen! Denn der 1. Kapellmeister wird Kostproben seines pianistischen Könnens geben. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung des Fördervereins Theater Nordhausen e. V. ist frei.

Foto: Agentur

Mittwoch, 23. Januar 2013

Stadtverwaltung wird 45. Rolandsfest selbst ausrichten


Nordhausen (psv) Die Stadtverwaltung Nordhausen wird das 45. Nordhäuser Rolandsfest selbst ausrichten. Das hat heute Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh angekündigt.  Eine Ausschreibung zur Vergabe des Fests an gewerbliche Veranstalter hatte keine Resonanz gefunden. Das größte Volksfest Nordthüringens findet vom 14. bis 16. Juni statt.

Die Mitarbeiter des Bereichs Veranstaltungsmanagements des zuständigen Amts für Kultur und Tourismus hätten bereits heute einen Entwurf für ein Veranstaltungskonzept erarbeitet, das nun in den Gremien besprochen werde.  „Ich bin mir sicher, dass sich die Besucher auf ein schönes und qualitativ gutes Fest freuen können“, so Dr. Zeh. 

Ein Künstler mit besonderer Intention


Gestern fand in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen mit Bernd Schobeß die Vernissage eines bemerkenswerten Künstlers statt, mit dem meine Aufmerksamkeit unwillkürlich auf die Szenerie bildender Künstler der gesamten Harzregion gelenkt wurde.

Die Vita Bernd Schobeß, der 1945 in Bad Suderode geboren wurde, weist ihn als Gründer der Arbeitsgruppe „7Kunst“ und Mitglied der Berufsgruppe Bildender Künstler im Harz (bbk/h) aus, wodurch einmal mehr deutlich wird, dass in der Harzregion mit ihren Schwerpunkten Quedlinburg und Goslar zahlreiche Bildende Künstler beheimatet und aktiv sind. Dass auch der Südharz mit Nordhausen einen solchen Schwerpunkt darstellt, wird dabei insbesondere durch die Ausstellungen in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen (KSK) verdeutlicht, die mit der gestern eröffneten Ausstellung des Künstlers Bernd Schobeß quasi den Blick auf die genannten genannten Künstlerkreise öffnet.

Nach dieser mir aufschlussreich scheinenden allgemeinen Einleitung nun zur gestrigen Vernissage selbst, die erneut durch Schüler der Musikschule Nordhausen eingeleitet und umrahmt wurde. Und auch sie gehören in ihrem musikalischen Bereich zum künstlerischen Anspruch Nordhausens, dem die Kreissparkasse nicht nur – aber auch – in ihrer Galerie jungen Musikerinnen die Möglichkeit bietet, sich einem kulturinteressierten Publikum vorzustellen. Diesmal waren es mit Josephine Hoffmann (13), Celina Franze (12) und Emma Schorcht (12) drei Gitarristinnen, die sich unter der Regie ihrer Musiklehrerin Daniela Heise, erstmals mit ihren Vorträgen den Gästen der Vernissage vorstellten. Und gefallen konnten. Und damit die Eröffnung dieser Ausstellung musikalisch umrahmten. Und dafür anerkennenden Beifall erhielten.

Sparkassenchef Wolfgang Asche freute sich danach über die zahlreich gekommenen Gäste, die er herzlich begrüßte, um ihnen dann den Künstler Bernd Schobeß vorstellte. Und dabei erinnerte, dass dieser ja schon einmal vor Jahren seine Bilder in der Galerie einem interessierten Personenkreis vorstellte. Und diesmal sind es zum großen Teil Werke, die seitdem entstanden und nach Stil und Inhalt einen Künstler mit besonderen Intentionen offenbaren. Asche überließ es danach dem Künstler, sich selbst vorzustellen.

Und Bernd Schobeß tat dies mit einer Art Entschuldigung: um nicht „dummes Zeug“ zu reden, würde er vom Blatt ablesen. Und was sich dabei offenbarte, war schon recht aufschlussreich. Weil er für viele seiner Bilder Vorlagen von Malern mit großen oder doch bekannten Namen früherer Jahrhunderte nutzte – wie Salvador Dali, Edouard Manet, Vincent van Gogh aber auch Carl Spitzweg u.a. - ohne etwa abzukupfern. Vielmehr verfälscht er in seinen Werken deren Motive, arbeitet sie in seine Bilder ein und gestaltet sie nach eigenen Vorstellungen. Und vermittelt damit Vorstellungen an eine Zeit, in der beispielsweise die Darstellung eines nackten Frauenkörpers einen Skandal auslöste, dabei aber eine wesentlich andere, sublimere - vielleicht aber auch nur „verklemmte“ - Bedeutung hatte als dies heutzutage der Fall ist. Seine Bilder sind also vielfach eine Verbindung früherer künstlerischer Vorstellungen mit heutigen Gegebenheiten und einem sehr viel freierem Verständnis vom Umgang mit- und untereinander. Schobeß führte dazu u.a. aus: „Was könnte denn heute den Bildbetrachter provozieren...Bestenfalls das Picknick-Motiv vor einem modernen Parkplatz im Grünen. So malte ich Manets Bild im Kontext dieses Gedankenspiels, wohl wissend, dass heutzutage kaum noch etwas zum Skandal führt. Warum sollte es – in einer Zeit, in der Nacktfotos vom möglichen britischen Thronfolger durch das Internet geistern – Aufsehen erregen? Die Verfremdung des bekannten Bildes wird also bestenfalls Kunstfreunde amüsieren.“

In dieser Auffassung also gestaltet Schobeß seine Bilder mit oft collageartigen Veränderungen bekannter Werke, die ausgestellten Bilder sind Beispiele dafür. Wofür er als Arbeitstitel eben „Kunst- und Zeitsprünge“ wählte. Und damit den Betrachter oder auch Kenner klassischer Werke tatsächlich zu verunsichern vermag, weil er das Vertraute mit Elementen aus dem Werk eines anderen Künstlers verknüpft und zu einen neuen Bild verschmelzen lässt. Und launig bemerkte er, sich selbst in Bilder einzufügen, in Bildwelten hinein zu mogeln, wie einzelne Bilder erkennen lassen. Es entstehen aber auch Bildwelten, die von anderen künstlerischen Bereichen angeregt werden, wie etwa von Daniel Kehlmanns genialen Roman „Die Vermessung der Welt“. Bei Schobeß wurde daraus „Skeptische Blicke bei der Vermessung der Wüste“.

Um sich nicht selbst einzuschätzen, zitierte Schobeß abschließend aus einer einschlägigen Publikation: „Bernd Schobeß bleibt der größte „Fälscher“ in den Reihen der organisierten Harzer Künstler. Er nimmt sich berühmte Motive der Giganten der Kunstgeschichte vor: zerfließende Uhren von Salvador Dali, Sonnenblumen von Vincent van Gogh, das Mädchen mit der Taube von Picasso. Er trifft dabei nicht nur den Tonfall, den Charakter, die Atmosphäre der Originale. Er stellt ihre Motive außerdem in einen neuen Bildraum. Wie er das hinbekommt, verrät er zum Beispiel im Titel: Sinnieren über das Phänomen Zeit mit Dali“. Schobeß kupfert nicht einfach ab. Ihm sind die großen Meister ein Leitfaden, um sich ihrer Gedankenwelt anzuschließen. Das ist technisch gekonnt, sehr unterhaltsam und schön.“

Der Vorstandchef der Kreissparkasse dankte dem Künstler für seine Vorstellung und rundete das Bild des Künstlers mit der Vervollständigung dessen Vita: Danach war Schobeß (Jahrgang 1945) bis 1990 Fachschuldozent für Kunst, danach hatte er das Lehramt am GutsMuths-Gymnasium Quedlinburg inne und war Fachleiter für Kunst in Sachsen-Anhalt. Der Künstler ist seit 2010 freischaffend mit Atelier und Produzentengalerie. Bleibt ergänzend hinzuzufügen, dass seine Galerie in Bad Suderode freitags und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet ist. Seine Bilder sowohl in seiner Galerie, als auch in der gestern eröffneten Ausstellung sind käuflich zu erwerben.

Die Ausstellung ist in ihrer Art jedenfalls ebenso außer- wie ungewöhnlich und ganz sicher des Besuchens wert. Sie kann bis zum 28.02.2013 besucht werden.

„Weib, Weib und Gesang“


Faschingskonzert des Loh-Orchesters sorgt für ausgelassene Stimmung

„Wein, Weib und Gesang“ nach Johann Strauß‘ gleichnamigem Walzer steht als Motto dem diesjährigen Faschingskonzert des Loh-Orchesters Sondershausen voran. Unter der musikalischen Leitung des 1. Kapellmeisters Michael Ellis Ingram präsentieren das Loh-Orchester, Solisten und der Opernchor des Theaters Nordhausen einen bunten Reigen ausgelassener Stimmungsmusik.

Neben sinnlichen Walzern und feurigen Polkas von Johann Strauß erwartet Zuhörer auch die glutvoll-aufreizende Musik des Spaniers Manuel de Falla. Heitere Laune verbreitet der Opernchor mit Ausschnitten aus Strauß’ Operette „Die Fledermaus“ und dem „Bierchor“ aus Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“. Herzensmusik aus Carl Millöckers Operette „Der Bettelstudent“, aus Johann Strauß’ „Eine Nacht in Venedig“ und Franz Lehárs „Der Zarewitsch“ geben Brigitte Roth (Sopran) und Thomas Kohl (Bassbariton) zum Besten. Für Unterhaltung sorgt nicht zuletzt Markus Seidensticker, Schauspieler am Theater Rudolstadt, der mit Witz und Charme durch das Programm führt.

Das Faschingskonzert findet am 9. Februar um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen und am 12. Februar um 19.30 Uhr im Haus der Kunst Sondershausen statt. Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.

Foto: Faschingskonzert 2012, Foto: Birgit Susemihl