Mittwoch, 29. März 2017

Fach-Gesprächsrunde zu Pflege und Heilmitteln

Gesundheitspolitiker Dr. Roy Kühne in Nordhausen zu Gast

Die Gesundheit ist für viele Menschen ein hohes Gut, das in einer Zeit des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung gewinnt. Unterschiedliche Erwartungen an das Gesundheitssystem stellen Patienten, Kassen, Ärzte, Krankenhäuser, Pfleger, und Heilmittelerbringer. Der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund lädt Ärzte, Heilmittelerbringer, Pflegekräfte, Physiotherapeuthen, Logopäden und Ergotherapeuthen aus Nordthüringen zu der Veranstaltung „Gesundheitsversorgung – Reform aus Sicht der Pflege und der Heilmittelerbringer nötig?“ ein.

Als sachkundiger Gesprächspartner ist sein Kollege Dr. Roy Kühne aus Northeim zu Gast, der federführend für das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz zuständig war, das im Februar in 2./3. Lesung verabschiedet worden ist. Der gebürtige Magdeburger ist promovierter Biologe und Sportlehrer, er ist ordentliches Mitglied in den Ausschüssen für Gesundheit und Tourismus sowie stellvertretendes Mitglied im Sportausschuss.

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch,
5. April 2017, um 17:00 Uhr.
Die Räumlichkeiten werden von der „pro vita“-Akademie in der Geschwister-Scholl-Straße 14 in Nordhausen zur Verfügung gestellt.

Für die kostenfreie Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung im Wahlkreisbüro erforderlich:

Manfred Grund, MdB
Käthe-Kollwitz-Straße 4
99734 Nordhausen
Fax 03631 - 6514079
oder per E-Mail an: manfred.grund@bundestag.de

Ein Rückmeldeformular kann auf der Homepage heruntergeladen werden unter goo.gl/4HVZHi


Zukunft made in Germany



Das Bundeskabinett hat heute den Bericht zur Hightech-Strategie "Forschung durch Fortschritt und Innovation" beschlossen. Damit informiert die Bundesregierung über die Umsetzung ihrer Hightech-Strategie und nimmt Stellung zum Jahresgutachten 2017 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). In dem Bericht spricht sich die Bundesregierung auch dafür aus, die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung als Ergänzung zur Projektförderung zu prüfen. Dies hatte die EFI-Kommission in ihrem Gutachten vorgeschlagen.
"Deutschlands starke Stellung als Innovationsführer und Exportweltmeister ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer Politik, die unter dem Dach der Hightech-Strategie seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent auf Forschung und Innovation setzt", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Wenn wir diese Stellung behalten und ausbauen wollen, müssen wir bereit sein, noch stärker in Forschung und Innovation investieren. Deshalb muss es unser Ziel sein, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2025 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Dabei werden auch weiterhin zwei Drittel der zusätzlichen Investitionen von der Wirtschaft kommen müssen. Dies wird nur gelingen, wenn wir mehr Unternehmen motivieren, Innovationen hervorzubringen. Dazu brauchen wir eine steuerliche Forschungsförderung neben der bewährten Projektförderung."
Der heute beschlossene Bericht zeigt: Die Hightech-Strategie wirkt. Die Bundesregierung kann bei Forschung und Innovation in dieser Wahlperiode eine herausragende Bilanz vorweisen. Sie hat ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in den letzten zehn Jahren um mehr als 60 Prozent gesteigert. 2015 haben Staat und Wirtschaft gemeinsam erstmals das Ziel erreicht, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in FuE zu investieren - mehr als je zuvor. Damit gehört Deutschland bei den FuE-Ausgaben weltweit zu den Top 5.
Verschiedene Indikatoren belegen die Wirkung dieser kontinuierlichen Ausgabensteigerungen: Seit mehr als 20 Jahren ist das FuE-Personal in der Wirtschaft nicht so stark angewachsen wie von 2014 auf 2015. Bereits 2014 waren erstmals mehr als 600.000 Menschen in Forschung und Entwicklung tätig, mehr als die Hälfte in der Wirtschaft. 2015 stieg die Zahl der Beschäftigten in den Forschungsabteilungen der Unternehmen um weitere 44.000 an - ein Plus von zwölf Prozent. Entstanden sind zukunftsorientierte Arbeitsplätze, die Deutschlands internationale Wettbewerbsposition weiter stärken.
Auch beim Handel mit forschungsintensiven Waren, bei den Patentanmeldungen und beim Publikationsaufkommen erreicht Deutschland international Spitzenplätze. Internationale Vergleichsstudien bestätigen den Erfolg des deutschen Innovationskurses. So gehört Deutschland im Europäischen Innovationsanzeiger der Europäischen Kommission bereits seit einigen Jahren zur Gruppe der Innovationsführer.
2006 wurde mit der Hightech-Strategie erstmals eine umfassende Forschungs- und Innovationsstrategie für Deutschland vorgestellt. Mit ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung über drei Wahlperioden ist es gelungen, eine kohärente und verlässliche Forschungs- und Innovationspolitik zu etablieren. Bis heute bündelt die Strategie forschungs- und innovationspolitische Aktivitäten der Bundesregierung, spricht alle am Innovationsgeschehen beteiligten Akteure in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft an und setzt gemeinsame Ziele. Die 2014 gestartete neue Hightech-Strategie konzentriert sich auf sechs prioritäre Zukunftsaufgaben: digitale Wirtschaft und Gesellschaft, nachhaltiges Wirtschaften und Energie, innovative Arbeitswelt, gesundes Leben, intelligente Mobilität und zivile Sicherheit. Gleichzeitig fördert die Strategie Vernetzung und Transfer und gestaltet innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Ziel sind dabei nicht nur technologische Neuerungen, sondern auch gesellschaftliche, wie etwa soziale Innovationen oder neue Dienstleistungen sowie die Mitgestaltung von Innovation durch Bürgerinnen und Bürger.

Den Bericht und weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.bmbf.de/de/die-neue-hightech-strategie-86.html und
http://www.hightech-strategie.de/index.php

Mitteilung des BMBF am 29.03.2017

IHK-Info: Beratersprechtag

Netzwerk in Nordthüringen“ und Beratung zu
rechtlichen Fragen am 11.04.2017

Gründer, ein unverzichtbares Element der Wirtschaftsentwicklung!
Existenzgründer sind ein Element der Wirtschaftsentwicklung. Und wenn wir „Gründer“ sagen, meinen wir immer auch „Übernehmer“. Gründer ergreifen Initiative, schaffen Wachstum und für sich und weitere Menschen Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Die Gründerberatung gehört zu den strategischen Kernaufgaben der Kammern. Sie soll Wege, Chancen und Möglichkeiten der Selbstständigkeit besser vermitteln. Die Kombination aus Unternehmergeist und professioneller Unterstützung im Rahmen des Beraternetzwerkes in Nordthüringen ist die Basis für erfolgreiche Unternehmen am Standort Nordthüringen.

Der nächste Beratersprechtag „Netzwerk in Nordthüringen“ findet am 11.04.2017 von 09:00 bis 16:00 Uhr in der BIC Nordthüringen GmbH, Alte Leipziger Straße 50, 99734 Nordhausen / OT Bielen, statt.

Ansprechpartner für kostenfreie, persönliche Gespräche sind kompetente Vertreter der Thüringer Aufbaubank, Bürgschaftsbank, IHK, HWK, GFAW, Agentur für Arbeit, von den Wirtschaftssenioren „Alt hilft Jung“ und den Projekten ThEx Enterprise und ThEx Mikrofinanzagentur.

Auch ein Experte des Fachbereiches Standortpolitik|Recht, Steuern der IHK Erfurt beantwortet gern Ihre Fragen zu Rechtsformwahl, Gewerberecht, Handelsrecht, gewerblichem Mietrecht, Arbeitsrecht oder auch rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Berufsausbildung.

Um vorherige Terminabsprache mit dem RSC Nordhausen der IHK Erfurt unter Telefon 03631 908210 wird gebeten.

gez. Udo Rockmann
Leiter Regionales Service-Center










Straßenjugendliche: Das DJI hat die Anzahl von jungen Menschen ohne festen Wohnsitz ermittelt

In Deutschland sind rund 37.000 junge Menschen ohne festen Wohnsitz – ungefähr zwei Drittel Jungen, ein Drittel Mädchen. Circa 20 Prozent sind minderjährig. Das Deutsche Jugendinstitut hat die Zahlen anhand einer landesweiten Befragung von Fachkräften ermittelt. Bislang gibt es keine bundesweit geregelte Erfassung von Wohnungslosen jeglichen Alters.

Zu den 37.000 jungen Menschen zählen alle, die nicht älter als 26 Jahre und entweder obdach- oder wohnungslos sind, also keinen festen Wohnsitz haben oder sich für unbestimmte Zeit nicht an ihrem gemeldeten Wohnsitz aufhalten. Das sind nicht nur Jugendliche, die ausschließlich auf der Straße leben und schlafen, sondern auch diejenigen, die beispielsweise bei Freunden oder in Notunterkünften unterkommen. Diese Definition von Straßenjugendlichen basiert auf einer Befragung von rund 300 obdach- oder wohnungslosen jungen Menschen in Berlin, Hamburg und Köln, die das DJI 2015/2016 durchführte.

Um die Gesamtzahl der Straßenjugendlichen in Deutschland zu ermitteln, wurden im zweiten Teil der Studie rund 300 Fachkräfte befragt, die den Betroffenen in kommunalen oder freien Einrichtungen Hilfe anbieten. „Dazu mussten einige Angaben nachträglich geschätzt werden“, berichtet Carolin Hoch, die das Projekt „Straßenjugendliche in Deutschland – eine Erhebung zum Ausmaß des Problems“ betreut. Nicht aus allen Stadt- und Landkreisen konnten Einrichtungen recherchiert werden und nicht alle angeschriebenen Fachkräfte haben an der Befragung teilgenommen bzw. die Fragen vollständig beantwortet. Auch bleiben Wohnungslose und Straßenjugendliche in Städten oft „unsichtbar“ und konnten somit vermutlich nicht adäquat erfasst werden. Dies gilt auch für Jugendliche, die nicht selbst aktiv Hilfe suchen. Denn nur ein Drittel der Einrichtungen geht auf die Jugendlichen zu.

Die Befragung der jungen Obdach- oder Wohnungslosen zeigte, dass die meisten Straßenkarrieren beginnen, wenn die Jugendlichen 16 Jahre oder älter sind. „Nur einige der Befragten gaben an, den ersten Kontakt mit der Straße schon vor dem 15. Lebensjahr gehabt zu haben“, so Hoch. Die größte Gruppe der obdachlosen jungen Menschen ist die der 18-Jährigen. Während bis zum Alter von 18 Jahren Mädchen stärker vertreten sind als Jungen, kehrt sich danach das Verhältnis um. Da mit Eintritt der Volljährigkeit die Unterstützung des Jugendamts meist endet, wächst dann das Risiko, dass gefährdete Jugendliche gänzlich und unbemerkt aus den Hilfestrukturen herausfallen.

Die Straßenepisoden dauerten, bezogen auf den Befragungszeitraum von zwei Jahren, bei den Jugendlichen durchschnittlich ein Jahr und verstetigen sich, je älter die Jugendlichen werden. Ein Viertel der Befragten war obdachlos, das heißt sie lebten und schliefen tatsächlich auf der Straße. Die große Mehrzahl fand bei Freunden Unterschlupf. Obwohl zumeist familiäre Gründe als Auslöser für das Leben auf der Straße angegeben wurden, hatten die meisten Jugendlichen weiterhin Kontakt zu ihrem Elternhaus.

Die Mehrzahl der befragten Jugendlichen verfügt über einen Hauptschulabschluss (ca. 42 Prozent); etwa gleich viele haben keinen Schulabschluss oder einen Realschulabschluss (jeweils rund 30 Prozent).

Bezüglich der Wohnsituation zeigen sich Unterschiede in der Nutzung von Hilfestrukturen. Wohnungslose Jugendliche brauchen vor allem Beratungsangebote und haben mit zunehmendem Alter Kontakt zum Jobcenter. Überlebenshilfen werden verstärkt von obdachlosen jungen Menschen in Anspruch genommen, deren Situation sich deutlich dramatischer gestaltet.

Die Straßenjugendlichen sind in der Regel von akuter Armut bedroht. Je älter die Befragten sind, desto häufiger erhalten sie staatliche Unterstützung. Jüngere sind eher auf Betteln und die Unterstützung durch Privatpersonen angewiesen. Der Blick in die Zukunft ist dennoch optimistisch: 76 Prozent der Befragten glauben, dass sich ihre Wohnsituation in den nächsten zwölf Monaten deutlich verbessern wird.

Für die zweiteilige Studie wurden zunächst rund 300 Jugendliche, die aktuell auf der Straße leben, und ehemalige Straßenjugendliche in persönlichen Interviews befragt. Der Zugang zu den Jugendlichen erfolgte zumeist über typische Anlaufstellen für junge Menschen ohne festen Wohnsitz, wodurch die Ergebnisse verzerrt sein können, da Betroffene, die keine Hilfen in Anspruch nehmen, nicht in die Erhebung eingebunden werden konnten.

Die zweite Befragung richtete sich an kommunale und freie Einrichtungen und Anlaufstellen für junge obdach- oder wohnungslose Menschen: Rund 300 Fachkräfte wurden online befragt. Ein Großteil der Einrichtungen bietet unabhängig vom Geschlecht Hilfsangebote an. Hinsichtlich des Alters gibt es größere Unterschiede: Ein Drittel der Einrichtungen adressiert nur Volljährige.

Publikationen

Carolin Hoch (2017): Straßenjugendliche in Deutschland – eine Erhebung zum Ausmaß des Phänomens. Endbericht –
Zentrale Ergebnisse der 2. Projektphase. München

Carolin Hoch (2016): Straßenjugendliche in Deutschland. Eine Erhebung zum Ausmaß des Phänomens. München

Susanne John Medien und Kommunikation, Deutsches Jugendinstitut e.V.

Eine Mitteilung des idw – Informationsdienst Wissenschaft am 28.03.2017

Gelingt dem SV Babelsberg am Mittwoch im AKS die Revanche?

Bereits am kommenden Mittwoch, den 29. März 2017 steigt das nächste Heimspiel des FSV Wacker 90 Nordhausen im Albert-Kuntz-Sportpark. Der Tabellenfünfte, SV Babelsberg 03, ist zum Nachholspiel zu Gast.

Weil wir am Vorabend des 4. Advents, dem 16. Dezember 2016 überraschenderweise tief winterliche Bedingungen im AKS hatten, treffen wir erst jetzt zum „Rückrundenstart" auf die Randpotsdamer 03er. Im Gegensatz zum heutigen Gegner erinnern wir uns sehr gern an das Hinspiel im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion, als unser FSV sich die ersten drei Punkte
der Saison schnappte, obwohl die Gastgeber nicht wirklich schlechter waren als wir. Von einigen Trainern der Liga werden die Filmstädter als eines der spielstärksten Teams eingeschätzt, aber die Truppe von Cem Efe bleibt mitunter hinter der eigenen Leistungsfähigkeit zurück und zählt zu den Wundertüten der Liga. Am vergangenen Sonntag erkämpften sich die Filmstädter gegen Tabellenführer FC Carl Zeiss Jena ein 1:1 Unentschieden.

Beide Vereine brauchen sich um eine eventuelle Aufstiegschance in diesem Jahr keine Sorgen mehr zu machen und befinden sich in der Komfortzone der Liga, wo in Ruhe für die nächste Spielzeit die Weichen gestellt werden können. Besonders Wacker-Coach René van Eck musste in den letzten Wochen viel improvisieren und konnte bisher kaum seine Wunschelf auf den Platz schicken. Auf der Habenseite ist aber zu verzeichnen, dass sich in dieser Situation der breit aufgestellte Kader der Nordhäuser bewährt und einige der jungen Wilden ihre Chance beim Schopfe packen und mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen.

Die Babelsberger werden natürlich alles versuchen, sich für die Heimniederlage im Juli zu revanchieren. Doch unseren Wackeren muss nicht bange sein: mit drei Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage sind sie gut in die zweite Halbserie gestartet. Außerdem dürfte der Einzug ins Thüringer Landespokalfinale genug Selbstvertrauen geben.


Schiedsrichter der Partie ist Felix-Benjamin Schwermer aus Magdeburg. Ihm assistieren Steffen Hösel und Tim Kohnert.

Dienstag, 28. März 2017

Regelmäßige Aidsberatung im Landratsamt

Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Nordhausen bietet auch in den kommenden Monaten jede Woche immer donnerstags von 14 bis 16 Uhr eine  Aidsberatung an. Darüber hinaus sind auch Termine individuell nach Vereinbarung möglich. Wer möchte, kann in der Aidsberatung einen kostenlosen und anonymen HIV-Test machen lassen. Die Aids-Beratung ist im Neuen Landratsamt Nordhausen, Behringstraße 3 in Zimmer 140, Telefon 03631 911186 erreichbar.

Hier die nächsten Termine bis Juni im Einzelnen:      

Donnerstag   13.04.2017            14 – 16  Uhr              
                                                                                              
Donnerstag    04.05.2017                   14 – 16 Uhr
Donnerstag    11.05.2017                    14 – 16 Uhr
Donnerstag    18.05.2017                    14 – 16 Uhr

Donnerstag    01.06.2015                   14 – 16 Uhr
Donnerstag    08.06.2015                   14 – 16 Uhr
Donnerstag    15.06.2015                    14 – 16 Uhr
Donnerstag    22.06.2015                    14 – 16 Uhr
Donnerstag    29.06.2017                    14 – 16 Uhr

                             

„Die spezifischen Bedingungen von Frauen in Konzentrationslagern“ –

Vortrag von Dr. Andrea Rudorff am 4. April, 19.00 Uhr, im Bürgerhaus der Stadt Nordhausen.


Nordhausen. Die inhaltliche Klammer des 72. Jahrestags der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora bildet das Thema „Frauen im KZ-System“. In einem öffentlichen Vortrag spricht Dr. Andrea Rudorff, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern von 1933 bis 1945.

Das KZ Mittelbau-Dora war bis Ende Januar 1945 ausschließlich mit männlichen Häftlingen belegt. Erst mit Ankunft der Räumungstransporte aus den KZ-Komplexen Auschwitz und Groß-Rosen kamen auch weibliche Gefangene in das KZ Mittelbau. In anderen Konzentrationslagern waren Frauen schon seit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft inhaftiert. Die Zahl der weiblichen KZ-Insassinnen stieg vor allem in den 1940er Jahren stark an: Während der Anteil weiblicher Häftlinge in der Vorkriegszeit weniger als ein Zehntel der in Konzentrationslagern registrierten Gefangenen ausmachte, betrug er Anfang 1945 fast ein Drittel. 1937 war Lichtenburg als erstes zentrales Frauen-Konzentrationslager für das Deutsche Reich gegründet und 1939 durch das neu errichtete KZ Ravensbrück abgelöst worden. Aufgrund des steigenden Einsatzes von KZ-Zwangsarbeiterinnen in der Rüstungsindustrie entstanden im Jahr 1944 rund 250 KZ-Außenlager für Frauen im Deutschen Reich und in den deutsch- besetzten Gebieten.

Die Herkunft und der Verfolgungshintergrund der Frauen waren so verschieden wie die Bedingungen, auf die sie in den Konzentrationslagern trafen. Ihre Erfahrungen unterscheiden sich in vielen Punkten von denen männlicher Häftlinge: Junge Frauen hatten bei den Eingangsselektionen in Auschwitz deutlich geringere Überlebenschancen, in den Außenlagern der letzten Kriegsphase hingegen begegneten die weiblichen Häftlinge teilweise milderen Lagerregimes. Im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Andrea Rudorff steht die Frage, wie sich die Bedingungen der weiblichen KZ-Insassen von denen der männlichen unterschieden. Der Blick wird auch auf die Täterinnen im KZ-System erweitert. Die Veranstaltung wird vom Gedenkstättenleiter Dr. Stefan Hördler moderiert. Der Eintritt ist kostenfrei.

Ausschlussklausel:

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.