Sonntag, 19. Mai 2013

Jazz zu „Metall + Email 4“ im Kunsthaus Meyenburg


„Metall + Email 4“ betitelt sich die am Freitag im Kunsthaus Meyenburg eröffnete Kunstausstellung des Wolkramshausener Atelier auf Ludwigshall. Ich nahm an der Vernissage teil, die sich als höchst bemerkenswerter gesellschaftlicher Event entwickelte.

Ich versäumte, mich nach der 4 im Titel der Ausstellung zu erkundigen, weil ich offenbar leichtfertig davon ausging, dass es sich um die Nachfolge der Nummer 3 handelte. Also um die Vorgänger-Ausstellung, die Anfang März als Einzelausstellung des Künstlers Lutz- Martin Figulla in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen stattfand.
Musste aber bei einer Rekapitulation feststellen, dass jene Ausstellung den Titel „Metall + Email III“ trug, also kaum Vorgänger gewesen sein dürfte. Nun nehme ich an, dass die 4 für die Gemeinschaft der im Kunsthaus ausstellenden Künstler steht, nämlich neben Lutz-Martin Figulla (als spiritus rector) Martin Schulze, Dietmar Sauer und Annemarie Timmer. Und nachdem diese Gemeinschaft im „Atelier auf Ludwigshall“ in Wolkramshausen ihre künstlerischen Kreativitäten verwirklicht, musste ich mir noch Klarheit über „Ludwigshall“ verschaffen.
Und ließ mir sagen, dass der Name von einem Bergwerk abgeleitet ist, das es wohl dort mal gegeben hat. Und was die Vernissage am Freitag betrifft, beschränkte ich meine Aufmerksamkeit auf das unmittelbare gesellschaftliche Geschehen, weil die Vielzahl der Gäste – es mögen weit über hundert gewesen sein – eine ruhige Betrachtung der ausgestellten Exponate nur erschwert ermöglicht hätte. Ich habe mir deshalb ganz allgemein angewöhnt, Kunstausstellungen nach Teilnahme an der jeweiligen Vernissage am Tag danach erneut zu besuchen, um mich in Ruhe mit dem jeweiligen Thema und den zugehörenden Exponaten zu befassen. Und finde mich dabei zumeist allein.

Um also zunächst bei der Vernissage zu verweilen, wurde diese geprägt von einem musikalischen Ouvre und einigen Zwischenspielen der besonderen Art: durch einem Solisten nämlich, der als Jazzmusiker Günter Heinz angekündigt worden war. Und sich als Virtuose auf Flöte, Posaune und Trompete „entpuppte“. Mir bleibt hier einzugestehen, dass mir Jazzmusik in ihren unendlich vielen Erscheinungs- und Darbietungsformen suspekt ist. Obwohl sich der Vorsitzende des Nordhäuser Jazzclubs, Holger Gonska, redlich Mühe gibt, mich für diese Art Musik zu interessieren. Und Günter Heinz hat in der Szene einen Ruf, der geradezu weltweit Bedeutung hat.

Sein Auftritt erinnerte mich unwillkürlich an die schon erwähnte Ausstellung von Lutz-Martin Figulla im März in der Galerie der Kreissparkasse. Dort war es mit Falk Zenker ein hervorragender Klangkünstler und Virtuose auf der Gitarre, der in der Vernissage musikalische Akzente setzte, die jeden Musikliebhaber begeistert haben dürften. Und der dazu noch mit Resonanz-Improvisationen Effekte erzielte, die erstaunen ließen. Es bliebe zu ergründen, ob diese Virtuosen jeweils auf ihren Instrumenten „lediglich“ der musikalischen Umrahmung auf hohem Niveau der jeweiligen Ausstellung dienen, oder eine besondere Reverenz an den oder die ausstellenden Künstler, oder/und des Publikums darstellen.

Günter Heinz also setzte als Einleitung zur Vernissage als Flötist ein erstes, sehr individuelles und recht gefälliges Zeichen seines Könnens, indem er musizierend barfuss durch die Besucherreihen wandelte, offensichtlich um alle an seinem besinnlichen und unterhaltsamen Weisen teilhaben zu lassen. In einem weiteren Zwischenspiel – nach der Laudatio der Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunsthauses, Susanne Hinsching – bot er dann auf der Tenorposaune Proben seines virtuosen Könnens. Nicht allein auf dem kompletten Instrument, sondern auch auf dem Mundstück, dem Zugteil und dem Austritts-, dem Schallbecherteil jeweils allein.
Es waren das nicht immer melodische, immer aber gekonnte und virtuelle Töne, die er diesen Instrumententeilen entlockte. War also diese musikalische, dem Jazz zuzuordnende Einlage schon erstaunlich, verblüffte er vollends mit der Trompete, die er in liegender Stellung spielte. Es war das sicher eine besondere „Masche“, die ihm eigen ist, mit der er seine Virtuosität demonstrierte. Die allerdings wohl nur von den vorderen Reihen der Vernissage-Teilnehmer so wahrgenommen worden sein dürfte. Die aber ganz offensichtlich zum geradezu meisterlichen Können des Musikkünstlers gehört. Susanne Hinsching dankte ihm sehr herzlich für seine Vorträge und seitens der Zuhörer erhielt der barfüßige Musikkünstler den ohne Zweifel hochverdienten Beifall.

Soweit also die Beiträge dieser musikalischen Virtuosen, die den Vernissagen Figullas – ob für sich oder in der Gemeinschaft – zusätzlichen Glanz verliehen. Dass sie hier besonders herausgestellt werden, liegt an ihrer Qualität, die diesen Ausstellungen und den ausstellenden Künstlern nicht nur angemessen sind, sondern ganz eigene Akzente setzten.

Gestern nun besuchte ich „Email + Metall 4“ erneut und nahm mir Zeit, in Ruhe zu betrachten, was da im Erd- und Obergeschoß des Kunsthauses von der oben erwähnten Künstlergemeinschaft ausgestellt ist. Ermöglicht wurde mir das, weil bei Erreichen des Kunsthauses gerade die letzte Gesellschaft der vierten Hochzeit, die gestern im Kunsthaus stattfanden, das Museum verließ. Das Kunsthaus bietet dafür also auch ein ausgezeichnetes Ambiente und wird demzufolge gern dafür genutzt. Meine Eindrücke von der Ausstellung werde ich im nächsten Eintrag offerieren.

Freitag, 17. Mai 2013

Festtage eröffnet:


Nordhausens Ortsteil Hörningen feiert 775. Geburtstag / Hörninger „sind ehrlich, humorvoll, individuell“

Nordhausen (psv) Die Festtage zum 775. Geburtstag des Ortsteils Hörningen haben gestern Abend Ortsbürgermeister Norbert Helmke und Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh in der vollen Festhalle eröffnet.

„Die Hörninger lassen sich gut mit den Buchstaben des Ortes charakterisieren: H wie humorvoll, O wie optimistisch, E wie energiegeladen, N wie nett, I wie individuell, N wie neugierig, G wie gut E wie einmalig und N wie natürlich“, so der Ortsbürgermeister.

Dr. Zeh sagte, „die Einheit und die Schönheit, gebildet aus der Vielfalt der dazu gehörigen Dörfer das macht Nordhausen aus. So darf sich die Stadt seit 1994 auch mit Hörningen schmücken. Ich weiß übrigens nicht, wie schwer den Hörningern damals die Eingemeindung gefallen ist , eingedenk des Umstands, dass doch die Hörninger Bauern im Jahr 1450 durch die 3. Nordhäuser Statutenversammlung verpflichtet wurden, für jeden gangbaren Pflug eine Fuhre Steine nach Nordhausen zu bringen Die Hörninger Steine sind jedenfalls bis heute Teil der Nordhäuser Stadtmauer – als Schmuck für die Stadt.“

„Es in erster Linie auch der Ort selbst, der aus sich heraus seinen Charakter entfaltet, Identität stiftet und Heimatgefühle vermittelt. Dazu zählt als optisches Zentrum des Ortes die schmucke Kirche mit ihrem neuen Dach, der rekonstruierten Fassade und den neuen Fenstern im Kirchenschiff. Dazu zählen die prächtigen Linden im Herzen des Orts, das Mehrzweckgebäude als Treffpunkt und „Heimatbasis“ der Feuerwehr und natürlich die vielen schmucken alten und neuen Häuser. Hörningen, weitab vom hektischen Betrieb stark befahrener Straßen und von der Betriebsamkeit der Stadt ist ein Ort, in dem es sich gut leben lässt!“, so der Oberbürgermeister weiter.

Nach den Ansprachen führte die Jugend des Ortes die Legende der „Hörninger Hummeln“ auf, gefolgt vom Auftritt des Nordhäuser Männerchors.
Am Freitagabend  findet  ein Tanzabend für die Jugend  und die Junggebliebenen mit der Band „Rockania“ in der Festhalle statt. Showeinlagen bietet die Tanzgruppe „Taimba“.

Der Samstagnachmittag gehört dem Sport. „Ab 11 Uhr  feiern wir mit einem Fußballturnier und den „Dorfwettkämpfen“ unser historisches Sportfest“, sagte Helmke. Abends wird wieder in der Festhalle mit der Band „Kontrast“ zum Tanz gebeten. Showeinlagen gibt’s von „More Esprit“

Am Sonntag findet um 9:30 Uhr ein musikalischer Gottesdienst mit Pfarrer Lenz in der Festhalle statt. Anschließend um 11 Uhr lädt das Blasorchester Ilfeld zum Frühschoppen  in die Festhalle ein und für die Jüngsten gibt es auf dem Gelände der Fa. Rohn ein großes Kinderfest.


<b>Zum Bild: Die Kinder des Ortes führten gestren Abend die Legende der „Hörninger Hummeln“ auf.

Foto: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen</b>

Deutscher Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen


Der Preis geht an Thüringer Allgemeine und Hamburger Abendblatt 

Hans-Gert Pöttering: Guter Lokaljournalismus ist ein Dienst an der Demokratie

Die Jury des von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgeschriebenen Deutschen Lokaljournalistenpreises hat sich unter den insgesamt 711 Einsendungen des Preisjahrgangs 2012 für zwei erste Preisträger entschieden.

Die Thüringer Allgemeine erhält den Preis für die Serie „Treuhand in Thüringen“, die vorbildlich zeigt, wie ein brisantes politisches Thema lokal und regional umgesetzt und damit eine lebendige Debatte entfacht wird.

Das Hamburger Abendblatt demonstriert mit seinem crossmedialen Stadt-Konzept modernen Lokaljournalismus in all seinen Facetten. Die Reporter katalogisieren, testen und bewerten nach zehn Kriterien alle 8.100 Straßen der Stadt. Ergebnis ist ein digitaler Straßenratgeber, der von Lesern und Redakteuren kontinuierlich und ressortübergreifend weitergeschrieben wird.

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident des Europäischen Parlaments a.D., Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, erklärt dazu: „Die Zeitungen werden angesichts wirtschaftlichen Drucks und schwindender Leserzahlen nur dann eine Zukunft haben, wenn sie dort investieren, wo das hauptsächliche Interesse ihrer Leser liegt: in der lokalen Berichterstattung. Der Deutsche Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt das, und will damit die Lokalredaktionen immer wieder zu Höchstleistungen anspornen. Guter Lokaljournalismus ist ein Dienst an der Demokratie.“

Weitere Preisträger wurden für folgende Kategorien bestimmt:
Zeitungsverlag Aachen für die Aktion „Lesernähe“ in der Kategorie Leser-Blatt Bindung, B.Z. für die Ausgabe „Uff Berlinisch“ und weitere Spezialveröffentlichungen in der Kategorie Marketing, Berliner Morgenpost für die Serie „Wahre Werte“ in der Kategorie Alltag, Bonner General-Anzeiger für die Berichterstattung zum Fall Trudel Ulmen in der Kategorie investigativer Journalismus, Express für die Berichte zu „Sarah und Sarah – die Schülerpraktikanten“ in der Kategorie Inklusion, Pforzheimer Zeitung für die Serie „Integration unter der Lupe“ in der Kategorie Integration, Stuttgarter Nachrichten für das Konzept „Auf gut schwäbisch“ in der Kategorie Heimat, Südkurier für das Projekt „Geheimnisse der Heimat“ in der Kategorie Geschichte, Leipziger Volkszeitung für die Serie „Warum? - 10 Jahre danach“ in der Kategorie Kontinuität, Zeitungsverlag Waiblingen für die Serie „Was passiert in unseren Moscheen?“ in der Kategorie Recherche.

Der Preis wird voraussichtlich am 30. September in Thüringen verliehen.  

Aktion Mensch mit individuellen Defiziten


Am 5. Mai war, wie jedes Jahr, Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.Es geht dabei jeweils um selbstbestimmtes Leben der Betroffenen. In Sondershausen trafen sich in diesem Zusammenhang in der vergangenen Woche verschiedene Behindertenverbände Nordthüringens zusammen mit dem Sozialverband Nordthüringen zu einer gemeinsamen Beratung. Die Internetzeitungen haben darüber ausführlich unter „Ich bin entscheidend“ (11.05.) berichtet. Auch die Ausstellung „Die Welt anders gesehen“ ...mit den Augen von Menschen mit Autismus, die in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen am 30. April eröffnet wurde, ist in diesem Zusammenhang zu sehen (darüber habe ich in der Internetzeitung und in mein Blog ausführlich berichtet).

In Sondershausen gab es nach dem Bericht der Internetzeitungen zum Abschluss der Beratungen eine interessante Diskussion. Deren eindeutiger Tenor es war, dass sowohl der VdK, als auch die einzelnen Behindertenverbände noch mehr medienwirksam in die Öffentlichkeit gehen müssen . Allzu oft werden behinderte Menschen nicht, oder nicht richtig wahrgenommen, ob aus Ignoranz (auch das kommt leider oft vor) oder aus Unkenntnis. Hier muss einfach auch mehr Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Mit wieviel persönlichem Engagement dabei die nach Sondershausen eingeladenen Akteure bereit waren, dem Thema Nachdruck zu verleihen, lässt sich daran erkennen, dass zahlreiche eingeladene Bürgermeister und Vertreter von Organisationen nicht erschienen waren, wie Bernd Reiber (1. Beigeordneter des Landkreises Nordhausen) mit leichter Enttäuschung feststellte. Selbst der eingeladene Behindertenbeauftragte Thüringens, Dr. Paul Brockhausen war nicht gekommen. Der „Brückentag hatte wohl leider einige Eingeladene abgehalten, dabei zu sein", so Reiber.

Was nun diese im Bericht der Internetzeitungen erwähnte Ignoranz oder auch Unkenntnis der Gesellschaft betrifft, bringt die Ausstellung „Die Welt anders gesehen“, in der Kreissparkasse Nordhausen sehr deutlich zum Ausdruck: Auf mehreren Text-Bildtafeln berichten Eltern autistischer Kinder über Reaktionen von Menschen, die sich (mehr oder weniger berechtigt) für normal halten, gegenüber derart behinderten Menschen und deren Eltern. Auch dabei ist bezeichnend, dass zwar zur Vernissage viele Gäste gekommen waren, ansonsten aber fast ausschließlich betroffene Eltern die Ausstellung besuchen, kaum aber sonst potenzielle Interessenten. (Ich besuchte die Ausstellung inzwischen mehrmals.)

Und spätestens hier kann und will ich als beträchtlich (geh-)behinderter Mensch aus eigener Erfahrung anmerken, dass sich das Verhältnis „gesunder“gegenüber sichtlich behinderter Menschen in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich gestaltet: man erfährt etwa von Autofahrern – zum Beispiel bei Straßenübergängen – überraschend oft Rücksicht oder Zuvorkommenheit. Und nicht weniger in öffentlichen Verkehrsmitteln. Überall dort also, wo man als Behinderter bewusst wahrgenommen wird (werden muss). Im Alltagsgeschehen dagegen erfährt man kaum Rücksicht und wird eher als wandelnde Behinderung wahrgenommen und entsprechend behandelt. Ob aus Gedankenlosigkeit, unbewusster Ignoranz oder purer Rücksichtslosigkeit sei dahingestellt. Es gibt sogar Leute, die umgekehrt Rücksichtnahme von unsereinen mit Gesten oder auch Worten reklamieren, etwa mit dem Hinweis, dass sie schneller und/oder auch beweglicher sind. Und wenn ähnliches sogar beim Kirchgang am unmittelbaren Zugang zum Dom (nämlich zum Kreuzgang) geschieht, wo also eigentlich keine besondere Eile mehr nötig ist, und die Rücksicht auf den Mitmenschen besonderen Ausdruck finden sollte, frustriert ein solches Verhalten nur noch. Man schwankt dann eine zeitlang zwischen sturem Durchsetzungsverhalten und Resignation. Und zieht sich schließlich auf sich selbst zurück. Das mag Unbeteiligten noch nicht einmal auffallen, als Behinderter wird man vielleicht auch besonders sensibel gegenüber seinen Mitmenschen. Und diese Art des individuellen Miteinander wird auch von keinem Behinderten- oder Sozialverband erfasst.

Und das trifft schließlich auch auf die Teilhabe im gesellschaftlichen Bereich zu, etwa bei Steh-Empfängen oder ähnlichen Veranstaltungen, bei denen sogar einige Stühle an der Seite des Veranstaltungsraumes für Bedürftige bereitstehen. Bei deren Nutzung man dann aber lediglich die verlängerten Rücken der Vorderleute sieht. Dem sozialen Erfordernissen ist damit zwar Genüge getan, inhaltlich aber wird es dem Anspruch des Behinderten nicht gerecht. Schon gar nicht, wenn man als Journalist das Geschehen unmittelbar verfolgen will. Ich bin in diesem Zusammenhang immer wieder dem Pressesprecher der FH Nordhausen, Arndt Schelenhaus, dankbar, der bei öffentlichen Veranstaltungen im Audimax Stühle im vorderen Bereich des Geschehens für Behinderte reserviert. Es sind Beispiele des tatsächlichen Miteinander, die beliebig erweitert werden könnten. Und mit der Zeit nervt das nur noch und führt zur Resignation. Ob das mit Selbstmitleid einhergeht, mag jeder für sich beantworten.

Es wird – aus meiner Sicht gesehen – unabhängig von UN-Konvention seitens von Verwaltungen im Zusammenwirken mit Sozialverbänden und Seniorenbeiräten sicher viel für alternde und behinderte Menschen getan, um ihnen ein angemessenes Leben zu ermöglichen. Und es gibt Aktionen – Aktion Mensch gehört dazu – die auf die Probleme Behinderter aufmerksam machen. Dabei war gerade in der vergangenen Woche wieder viel von Inklusion die Rede. Die bewirken soll, dass jeder Mensch von der Gesellschaft akzeptiert wird. Genau so wie er ist. Weil Unterschiede normal seien. „Mit Inklusion wird aus dem Nebeneinander ein Miteinander und ein gemeinsamer Alltag selbstverständlich“, heißt es. Wenn dem so ist, ist der Weg dahin aber ganz sicher noch sehr, sehr weit.
Und um nicht missverstanden zu werden: das soll nicht als Klage verstanden werden, sondern lediglich als nüchterne Feststellung. Mein selbstbestimmtes Leben bringt mir noch jeden Tag Freude, weil ich ihm Inhalt zu geben vermag. Und ich bitte den Herrgott jeden Tag, dass mir das noch recht lange möglich ist.

Dienstag, 14. Mai 2013

Am Dienstag, dem 21. Mai:


Aktionstag „Kultur gut stärken“

Nordhausen (psv) Nach dem Erfolg der ersten beiden bundesweiten Aktionstage "Kultur gut stärken" des Deutschen Kulturrates wird am 21. Mai 2013 der dritte bundesweite Aktionstag "Kultur gut stärken" stattfinden. Schwerpunkt wird die "Kulturelle Bildung" sein. Die Stadt Nordhausen wird sich in diesem Jahr gemeinsam mit dem Förderverein des Kunsthauses Meyenburg am Dienstag, dem 21. Mai 2013, um 19:30 Uhr im Kunsthaus Meyenburg mit einer außergewöhnlichen Lesung daran beteiligen. Der Eintritt beträgt 5,00 € . Dazu lädt jetzt Kunsthausleiterin Susanne Hinsching ein.
Gelesen werden Texte des Malers Claude Monet und seiner Frau Alice, die während einer gemeinsamen  Venedig-Reise entstanden sind. Es liest Anja Eisner, Mitglied im Förderverein Kunsthaus Meyenburg e.V. und Chefdramaturgin am Theater Nordhausen. Dass gerade Texte von Monet ausgewählt wurden, hat einen besonderen Grund. Die Lesung will nicht nur mit den Texten des Malers bekannt machen, der zwar begeistert Venedig besuchte, aber Zeit seines Lebens der Normandie so sehr verbunden war, sondern mit dem finanziellen Erlös des Abends soll auch das deutsch-französisches Kunstprojekt „Erinnerung in Farben“ unterstützt werden, das in diesem Frühsommer in der Normandie realisiert wird.
Der Förderverein Kunsthaus Meyenburg e.V., der diese Lesung initiiert und organisiert, möchte sich neben seinem Anliegen, die Rezeption von Kunst in unserem Kunsthaus zu fördern, an diesem Abend auch aktiv in die Entstehung von Kunst unserer Zeit einbringen. Unterstützung finden soll das Projekt „Erinnerung in Farben“, das die Bunkeranlagen am Strand von Neville sur Mer/ Normandie farblich gestalten will. Diese Überreste der Zerstörung eines schrecklichen Krieges sollen in ein starkfarbiges expressives Kunstobjekt verwandelt werden, um sie damit vor der Gleichgültigkeit zu bewahren und dem Vergessen zu entreißen. Dazu soll die Jugend Europas für dieses Projekt für den Frieden und gegen den Krieg gewonnen werden. Unter der Anleitung französischer und deutscher Künstler wird die kunstinteressierte Jugend aus beiden Ländern, mit professioneller Unterstützung, die Bemalung von zehn Bunkern gemeinsam durchführen. Das Projekt des Magdeburger Künstlers Eberhard Matthies fordert Unterstützung geradezu heraus, handelt es sich doch um ein nicht nur künstlerisches, sondern auch völkerverbindendes Projekt, das die Geschichte mit unserer Gegenwart verbindet.
Der 21. Mai wurde von der UNESCO zum Tag der kulturellen Vielfalt erklärt. Der Deutsche Kulturrat möchte mit dem Aktionstag den kulturellen Reichtum in Deutschland herausstellen und unterstreichen sowie ein besonderes Augenmerk darauf richten, dass kulturelle Vielfalt ohne kulturelle Bildung nicht denkbar ist.

Bernhard Vogel-Bildungspreis erneut ausgeschrieben – jetzt bewerben


Deutschlands Zukunft liegt in den Händen der Jugend – deswegen ist es
entscheidend für unsere Gesellschaft, die Talente junger Menschen zu fördern und
weiterzuentwickeln. Diese Aufgabe kommt in erster Linie den Eltern zu, sie legen
das Fundament für ein verantwortungsbewusstes und erfolgreiches Leben ihres
Nachwuchses. Doch nicht alle Jugendlichen haben das Glück, zu Hause unterstützt
zu werden. Umso wichtiger sind Initiativen für Jugendliche, wie Sportvereine oder
Jugendgruppen. Dort finden sie Anschluss, dort entdecken sie ihre Begabungen,
dort werden Talente gefördert.
Oft basieren solche Initiativen auf dem Engagement und den Visionen
ehrenamtlicher Mitarbeiter, die zwar ihre Zeit und Energie geben, aber denen oft
die finanziellen Mittel fehlen, um die entstehenden Kosten zu decken.
Der „Bernhard Vogel Bildungspreis“ der Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-
Stiftung, dieses Jahr zum dritten Mal ausgeschrieben, möchte Projekte auszeichnen
und fördern, die nachhaltig zur positiven Entwicklung junger Menschen beitragen –
insbesondere, wenn Jugendliche aufgrund ihrer Herkunft und Umgebung ansonsten
nur schwer ihre Talente entfalten könnten.
Die hochrangig besetzte Jury steht unter der Leitung von Monika Stolz, Sozialministerin
a.D. und Landtagsabgeordnete des Bundeslandes Baden-Württemberg.
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die auf bis zu drei Preisträger aufgeteilt
werden können.
2011 wurde der Preis zum ersten Mal vergeben, Hauptpreisträger war die „Hofer
Schulbegleitung“, das Projekt aus Hof (Bayern) unterstützt in einem
gemeinschaftlichen Ansatz sozial benachteiligte Schüler. Außerdem wurden
ausgezeichnet: Die Berliner Initiative „blu:boks“, das „Projekt Ausbildung“ in
Mannheim und die Berliner Ortsgruppe der „Studenteninitiative für Kinder e.V.“.
2012 bewarben sich mehr als 50 herausragende Projekte. Mit dem Hauptpreis
ausgezeichnet wurde die Hofgartenschule in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) mit
ihrem Projekt „Sprachliche Vielfalt von Anfang an“, das Schüler auch über
Sprachgrenzen hinweg dabei unterstützt, Gedanken und Gefühle auszudrücken. Mit
Anerkennungspreisen wurden ausgezeichnet: Das Projekt „Meine Ausbildung –
Schüler führen selbst Regie“ des Hessischen Rundfunks, die „PULS Engagement
Camps“ aus Berlin sowie das Projekt „MENSCH – MENtoring für SCHüler“. Daneben
wurden erstmals auch sechs Sonderpreise vergeben.
Auch 2013 honoriert der „Bernhard Vogel Bildungspreis“ wieder ehrenamtliche
Projekte, die sozial benachteiligte junge Menschen weiterbilden und in die
Gesellschaft integrieren. Interessierte können sich ab sofort und noch bis zum
15. Juli bewerben unter www.kas-as-bildungschancen.de.
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Die Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung, das ist die weltweite
Organisation der inzwischen über 11.500 ehemaligen Teilnehmer der Stipendienprogramme
der Stiftung – vertreten in allen Bereichen der Gesellschaft: Wirtschaft,
Wissenschaft, Medien, Politik, Kunst und Kultur.
Sie vergeben regelmäßig neben dem Bernhard Vogel Bildungspreis auch den Bruno
Heck Wissenschaftspreis, um in wichtigen Bereichen unserer Gesellschaft Akzente
zu setzen.

Montag, 13. Mai 2013

Bis 25. Mai: Klarheit über Himmelgartenbibliothek?


Führungen durch KulturBibliothek

Nach einer Mitteilung aus der Stadtverwaltung Nordhausen findet am 25. Mai im Rohbau der Kulturbibliothek ein Tag der offenen Tür statt. In dessen Rahmen lädt Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh am Samstag, dem 25. Mai, alle Bürgerinnen und Bürger sowie interessierte Gäste der Stadt zu Führungen durch den Rohbau ein.
Die Nordhäuserinnen und Nordhäuser sollen Gelegenheit bekommen, den Bau selbst in Augenschein zu nehmen, sich selbst ein Bild zu machen“, so der Oberbürgermeister.
 Jeweils um 11, 13 und 15 Uhr finden Führungen durch das Gebäude statt.  Dort sollen künftig die Stadtbibliothek  „Rudolf Hagelstange“  mit einem Lesesaal, einem Stadtratssaal, einem Beratungsraum sowie einem  Café beherbergt sein. Die Himmelgartenbibliothek bleibt in diesem Zusammenhang unerwähnt. Wenn bis dahin über deren Unterbringung noch keine Klarheit besteht, werden Fragen danach sicher im Mittelpunkt des Besucherinteresses stehen. Ich denke, man sollte dem vorbeugen.