BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen
Erfurt, 05. Juli 2022
Grüne Fraktion begrüßt Fortführung des Gute-Kita-Gesetzes
Astrid Rothe-Beinlich: Gesetz fokussiert auf Weiterentwicklung der Qualität
Das
Bundeskabinett hat in den vergangenen Tagen den Bundeshaushalt 2023
beschlossen. Dieser geht nun dem Bundestag zur Beratung zu. Im
Etatentwurf sind zwei Mrd. Euro für ein KiTa-Qualitäts- und
-Teilhabeverbesserungsgesetz enthalten. Dieses soll im Anschluss an das
2022 auslaufende Gute-Kita-Gesetz weitere Bundesmittel zum Ausbau der
Qualität in der Kindertagesbetreuung zur Verfügung stellen. Dazu erklärt
Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische
Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
„Wir
freuen uns, dass es dem grüngeführten Bundesjugendministerium gelungen
ist, auch in den Jahren 2023 und 2024 jeweils zwei Mrd. Euro für die
Unterstützung der Länder beim Kitaausbau einzuplanen. Die Länder sind
schließlich dringend auf die Bundesmittel für die Verbesserung der
Kitaqualität angewiesen. In Thüringen liegt für uns der Schwerpunkt vor
allem im Bereich Personal. Hier sehen wir die größten Bedarfe. Die
Pandemie hat uns die Probleme, wie bspw. den Personalmangel oder die
schwierigen Betreuungsschlüssel, in unseren Kindergärten noch einmal
deutlich vor Augen geführt. Viele Kindergärten waren zeitweise
geschlossen und auch ohne Pandemie beklagen etliche Träger seit Jahren
einen eklatanten Personalmangel.“
Noch
in diesem Jahr ist auch in Thüringen eine Kindergartengesetznovelle
geplant, deren Ziel es u.a. ist, den Betreuungsschlüssel zu
vereinheitlichen. „Die Vereinheitlichung des Schlüssels für die
3-6-Jährigen ist unumstritten und kostenneutral. Deutlich teurer wird
allerdings die Verbesserung des Schlüssels im Altersbereich Ü3 von
derzeit 1:14 auf 1:12 bis zum Jahr 2026. Allein diese zwei Schritte
werden das Land mehr als 70 Mio. Euro zusätzlich kosten. Hierfür wird
das Bundesgeld dringend gebraucht. Ebenso braucht es aus unserer Sicht
ein wissenschaftliches Zentrum für frühe Bildung, das Informationslücken
schließen und die Fortbildung und Beratung stärken kann. Weiterhin
wollen wir die duale Erzieher*innenausbildung, die Digitalisierung und
die Einrichtung multiprofessioneller Teams verlässlich finanzieren“, so
die grüne Bildungspolitikerin.
„Wir
sind daher skeptisch, ob ein drittes beitragsfreies Jahr unter den
gegebenen Voraussetzungen in Thüringen das Gebot der Stunde ist. Selbst
das linksgeführte Bildungsministerium sieht dafür offenbar keine
Spielräume und hat - soweit wir wissen - in den derzeit laufenden
Haushaltsverhandlungen für kommendes Jahr keine zusätzlichen Mittel
eingeplant", gibt Rothe-Beinlich abschließend zu bedenken.