Montag, 4. September 2017

s Bundesministerium für Bildung und Forschung teilt mit:

"Wichtiger Schritt im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen"



Mit 56,5 Millionen Euro wollen die Bundesrepublik Deutschland und weitere internationale Geldgeber die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika vorantreiben. Die Mittel wurden der Globalen Partnerschaft für Antibiotika-Forschung und Entwicklung - GARDP (Global Antibiotic Research and Development Partnership) - im Rahmen einer Veranstaltung auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, in Berlin zugesagt.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Trotz der Gefahr durch weltweit zunehmende Antibiotika-Resistenzen sind in den letzten Jahrzehnten kaum neue Antibiotika auf den Markt gekommen. Deshalb haben sich die G20 unter deutscher Präsidentschaft dazu verpflichtet, die Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe kraftvoll voranzutreiben. Denn wir können auf wirksame Antibiotika nicht verzichten. Dass heute mehr als 56 Millionen Euro für die Produktentwicklungspartnerschaft GARDP zur Verfügung gestellt werden konnten, ist ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen die globale Gesundheitsgefahr Antibiotika-Resistenzen."
Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung: "Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird die, Global Antibiotic Research and Development Partnership', GARDP, in den kommenden Jahren substanziell fördern, denn wir sind fest davon überzeugt, dass in wichtigen Fragen der Gesundheitsforschung bedeutende Fortschritte nur durch länderübergreifende Kooperationen zu erzielen sind. Internationale Produktentwicklungspartnerschaften wie GARDP sind für Deutschland ein wichtiges Instrument, um dringend benötigte neue Antibiotika und Diagnostika erfolgreich und schnell zu entwickeln."
Dr. Manica Balasegaram, Direktor der GARDP: "GARDP ist äußerst dankbar für diese bedeutende Finanzhilfe, die einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unserer vier Programme leisten wird. Diese Unterstützung ermöglicht uns konkrete Schritte hin zur Realisierung unserer Vision und zum Erreichen unseres Ziels. Wir wollen vier neue Therapien bis 2023 bereitstellen und somit zu einer Verbesserung der Lebensqualität aller Patienten beitragen, die bezahlbare und wirksame neue Antibiotika benötigen."
Dr. Hajime Inoue, Sonderbeauftragter des Generaldirektors der WHO für Antibiotika-Resistenz: "Bislang befinden sich in der Pipeline für neue Antibiotika nur sehr wenige bahnbrechende Innovationen. Wir müssen weiterhin in neue Modelle zur Unterstützung der Entwicklung neuer Antibiotika investieren, um prioritäre Krankheitserreger, einschließlich Tuberkulose, in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation in Kooperation mit der DNDi die GARDP gegründet, und wir sind dankbar für die finanzielle Unterstützung, die so viele Staaten hierzu leisten."
Dr. Bernard Pécoul, Exekutivdirektor der DNDi:  "Wir fühlen uns ermutigt durch dieses klare Zeichen eines überwältigenden politischen Willens, in alternative Modelle für die Erforschung und Entwicklung neuer Therapien im Kampf gegen arzneimittelresistente Infektionen und Antibiotika-Resistenz zu investieren. Wir möchten uns für die starke deutsche Führung und die Unterstützung durch die Niederlande, die Schweiz, Südafrika, Luxemburg, Monaco, das Vereinigte Königreich, den Wellcome Trust sowie CARB-X bedanken.
Edith Schippers, Ministerin für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport der Niederlande: "Der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen muss für die Weltgemeinschaft von oberster Priorität sein. Wir wissen, dass die aktuellen Geschäftsmodelle für die Entwicklung neuer Antibiotika nicht funktionieren. Wir müssen neue Modelle entwickeln, die relevante und erschwingliche Produkte für eine verantwortungsvolle Nutzung hervorbringen. GARDP wird genau dies tun. Aus diesem Grund haben die Niederlande GARDP von Anfang an unterstützt. Es war eine gute Entscheidung der G20, bei diesem Thema die Führung zu übernehmen, und ich leiste gerne einen Beitrag. Hoffen wir, dass sich uns bald auch andere anschließen werden, denn es wird Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen."
Pascal Strupler, Direktor des schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit: "Die Schweiz unterstützt die Partnerschaft GARD seit Beginn. Es ist wichtig, dass die initiierten Projekte erfolgreich weitergeführt werden können. Die Koordination und Kooperation im Bereich der Antibiotika-Forschung auf globaler Ebene ist von entscheidender Bedeutung und wichtiger Teil der Schweizer Strategie gegen Antibiotika-Resistenzen. Die Schweiz verlängert deshalb ihre Unterstützung an GARDP für zwei Jahre bis 2019 mit einer halben Million Schweizer Franken."
Steve Brine, Großbritanniens Parlamentarischer Staatssekretär für die öffentliche Gesundheit: "Antibiotika-Resistenzen stellen die größte Gefahr für die Gesundheit weltweit dar, und wie wir wissen, machen Infektionskrankheiten nicht an Grenzen halt. Deshalb ist ein gemeinsames internationales Vorgehen erforderlich. Großbritannien begrüßt die Führung, die Deutschland während seiner G20-Präsidentschaft übernommen hat, und wir werden diese und andere Vorhaben aktiv unterstützen, so auch durch unsere 'Call to Action'- Konferenz im nächsten Monat. Diese Initiative baut auf unserem nationalen und internationalen Engagement auf - unserer Arbeit zur Verbesserung der Überwachung in Entwicklungsländern, unserer starken Fürsprache in den Vereinten Nationen, unseren Investitionen in die innovative Forschung und den Fortschritten, die bei der Reduzierung des unangemessenen Einsatzes von Antibiotika bei Menschen und Tieren erreicht wurden."
Professor Glenda Gray, Präsidentin und Vorstandsvorsitzende des South African Medical Research Council: "Als forschende Mediziner und innovative Vordenker wollen wir entschieden gegen Antibiotika-Resistenzen vorgehen. Unsere Strategien und Maßnahmen müssen sich stets an dem Ziel ausrichten, das Leben der Menschen positiv zu beeinflussen. In Anbetracht des Status quo dieser lokalen und globalen Herausforderung müssen wir uns gemeinsam der Dringlichkeit dieses Themas bewusst sein und öffentlich-private Partnerschaften stärken, um nicht die Kontrolle über die Situation zu verlieren."
Dr. Jeremy Farrar, der Direktor des Wellcome Trusts: "Wir müssen alle zusammen arbeiten, um der tödlichen Bedrohung durch resistente Erreger Herr zu werden - diese fordert bereits jetzt 700.000 Menschenleben pro Jahr. Wir bei Wellcome freuen uns daher sehr, nun gemeinsam mit Deutschland und weiteren Partnern dafür sorgen zu können, dass die Menschen weltweit besser vor dieser und anderen ernsten Gesundheitsgefahren geschützt werden. Hierzu wollen wir GARDP zunächst mit einem Betrag  von bis zu £1 Million unterstützen.  Wir begrüßen Deutschlands Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Globalen Gesundheitspolitik, auch im Rahmen der G20, sowie die Fortschritte, die seit dem Start von GARDP im vergangenen Jahr bereits erzielt wurden. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den weiteren Partnern weltweit an der Bekämpfung eines so drängenden Problems wie dem der resistenten Infektionen zusammenzuarbeiten."
Lydia Mutsch, Gesundheitsministerin Luxemburgs: "Luxemburg ist stolz, die Arbeit von GARDP unterstützen zu können. GARDP hilft uns unserer politischen Bereitschaft die Antibiotikaresistenz zu bekämpfen konkret Ausdruck zu verleihen und unsere Bemühungen auf internationalem Niveau zu beschleunigen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Unterstützung einen neuen Moment schaffen wird im globalen Kampf gegen AMR." Romain Schneider, Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten Luxemburgs, fügte hinzu: "Wenn wir AMR als globale Bedrohung bekämpfen wollen ist, sowohl die Investition in die Entwicklung von neuen und verbesserten Antibiotikabehandlungen, als auch deren Auslieferung an die Industriestaaten und die Entwicklungsländer der Schlüssel. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung die ehrgeizigen Ziele von GARDP auf internationalem Niveau zu unterstützen."
Yordanos Pasquier, Programmbeauftragter des Amts für internationale Zusammenarbeit des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und Zusammenarbeit von Monaco: "Das Fürstentum Monaco begrüßt und unterstützt die weltweiten Bemühungen, Antibiotika-Resistenzen und damit eines der dringendsten Probleme der öffentlichen Gesundheit anzugehen. Das Fürstentum sichert seine Unterstützung bei der Erforschung und Entwicklung von Therapien gegen arzneimittelresistente Infektionen und gegen Antibiotika-Resistenzen zu. Zu diesem Zweck wird das Fürstentum ab 2019 beim Neonatal Sepsis Programme als Partner der GARDP (einer gemeinsamen Initiative der DNDi und der WHO) und von Südafrika auftreten."
Kevin Outterson, Geschäftsführer von Combating Antibiotic-Resistant Bacteria Biopharmaceutical Accelerator (CARB-X): "GARDP ist ein Schlüsselakteur im globalen Kampf gegen arzneimittelresistente Bakterien. CARB-X und GARDP arbeiten eng zusammen, um Forschungsteams den Beistand von Experten zu sichern und über den Antibiotic R&D Hub die Unterstützung für vielversprechende Forschungsprojekte zu verstärken. Darüber hinaus sieht CARB-X erwartungsvoll Finanzierungsanträgen von GARDP für Forschungsprojekte entgegen."
Ohne wirksame Antibiotika können Krebstherapien, chirurgische Eingriffe und Organtransplantationen nicht durchgeführt werden. Auch die Versorgung von frühgeborenen Kindern ist auf wirksame Antibiotika angewiesen. Obwohl die weltweit zunehmenden Antibiotika-Resistenzen als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren gelten, befinden sich kaum neue Wirkstoffe in der Entwicklung. In den letzten dreißig Jahren wurden zahllose Antibiotika-Entwicklungsprogramme aufgrund der komplexen wissenschaftlichen Arbeit, unzureichender Kapitalrendite oder als Folge unternehmerischer Entscheidungen eingestellt.
Unter deutscher Präsidentschaft haben sich die G20-Staaten im Jahr 2017 deshalb dazu verpflichtet, den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen mit gezielten Maßnahmen gemeinsam voranzutreiben und die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und Impfstoffe zu verstärken. Dazu gehört auch die Unterstützung von Produktentwicklungspartnerschaften wie GARDP. Die finanzielle Unterstützung von GARDP ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung der Berliner Erklärung der G20-Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister.
Die Bundesregierung erhöht die Förderung von GARDP für die Jahre 2016 und 2017 um 1,35 Millionen Euro auf insgesamt 2,6 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums. Für die Jahre 2018 bis 2022 werden weitere 50 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bundesforschungsministeriums zur Verfügung gestellt. Weitere Mittel in Höhe von knapp 5 Millionen Euro werden durch die Niederlande mit 2 Millionen Euro, Großbritannien mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro, die Schweiz mit umgerechnet 440.000 Euro, Südafrika mit umgerechnet 390.000 Euro, Luxemburg mit 100.000 Euro und den Wellcome Trust mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
GARDP wurde im Mai 2016 als gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungsinitiative auf Betreiben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) und unterstützt durch die Bundesregierung und andere Staaten ins Leben gerufen. Mit der nun zugesagten Finanzierung werden vier Programmbereiche der Produktentwicklungspartnerschaft GARDP unterstützt:
  • Sexuell übertragbare Krankheiten: GARDP hat eine Roadmap zur Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten entwickelt. Im Rahmen ihrer ersten Partnerschaft mit einem Wirtschaftsunternehmen gab GARDP im Juli 2017 ihre Pläne zur gemeinsamen Entwicklung von Zoliflodacin in einer globalen klinischen Phase-III-Studie bekannt. Es handelt sich um eines der wenigen in der Entwicklung befindlichen Medikamente zur Behandlung arzneimittelresistenter Gonorrhö. Laut jüngsten WHO-Daten wird eine Behandlung von Gonorrhö durch die steigende Zahl von Antibiotika-Resistenzen gegen den Erreger immer schwieriger und teilweise unmöglich.
  • Wiederherstellung des Antibiotika-Gedächtnisses: Für dieses Programm konnten über 100 Experten mit entscheidenden Kenntnissen über aufgegebene Antibiotika-Entwicklungsprojekte gewonnen werden, die für die Entwicklung neuer Antibiotika genutzt werden können. Um den Austausch von Experten und Nachwuchsforschern zu ermöglichen, wurde für das Programm die digitale Plattform REVIVE eingerichtet.
  • Neugeborenen-Sepsis: Geschätzte 214.000 Todesfälle infolge von Neugeborenen-Sepsis gehen auf arzneimittelresistente Infektionen zurück. Ende 2017 wird GARDP ihre Arbeit zur Entwicklung neuer Therapien für Säuglinge mit Neugeborenen-Sepsis aufnehmen, ein globales Netzwerk aus Fachzentren einrichten und eine Evidenzbasis für die Anwendung von Antibiotika bei Infektionskrankheiten Neugeborener schaffen.
  • Pädiatrische Antibiotika-Plattform: Dieses noch in der Entwicklung befindliche Programm zielt auf die Verbesserung bestehender Therapien und die Beschleunigung der Entwicklung neuer Antibiotika, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind. Voraussichtlich wird das Forschungs- und Entwicklungsprogramm ein Netzwerk aus klinischen Studien beinhalten.
Weitere Informationen unter:
www.bundesgesundheitsministerium.de 
www.bundesforschungsministerium.de
www.gardp.com

Eingemeindungsverträge in Schubladen verschwunden

„Als in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mehrere Dörfer nach Nordhausen eingemeindet worden, gab es jeweils auch verschiedene Eingemeindungsverträge. Gerade in den vergangenen Jahren hörte man aus den Ortsteilen jedoch immer wieder, dass diese Verträge wohl in Schubladen verschwunden sind“, erklärt Michael Mohr, OB-Kandidat der Nordhäuser Linken, in einer aktuellen Pressemitteilung. Es sei nicht hinnehmbar, dass vor Eingemeindungen große Versprechungen gemacht und diese anschließend vergessen werden. Daher sieht Michael Mohr es als eine wichtige Aufgabe des künftigen Oberbürgermeisters oder Oberbürgermeisterin an, sich verstärkt auch auf die Interessen der Ortsteile zu konzentrieren. Dazu gehört es ebenso, die Eingemeindungsverträge noch einmal durchzuarbeiten, um festzustellen was umgesetzt wurde und was noch umgesetzt werden muss. Es ist auch zu überprüfen, welche Vereinbarungen überhaupt noch zeitgemäß sind oder eventuell überarbeitet werden müssen. „Man muss mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Ortsteile sprechen, sie wissen am besten was in ihren Ortschaften im Argen liegt oder eben auch gut funktioniert“, fordert der Stadtratsfraktionsvorsitzende. „Die Menschen müssen gern Bürger der Stadt Nordhausen sein und sich mit dieser identifizieren und zwar egal, ob sie in Stempeda, Bielen oder im Stadtzentrum wohnen“, meint Mohr abschließend. 
Eine Mitteilung der Partei "Die Linke" am 04.09.2017

Es gibt sie noch, die Wandergesellen:

Am Rathaus: „Drei Jahre und ein Tag“: Nordhäuser Tischlergeselle startet seine Wanderschaft / „Wer Pläne macht, wird ausgelacht“

Nordhausen (psv) Der Nordhäuser Tischlergeselle Leander Buchardt (v.r.)hat heute am Rathaus seine Walz  („Drei Jahre und ein Tag“) begonnen. Vom Beigeordneten Manfred König (hi. rechts) gab es den Stempel ins Wanderbuch.

Als künftig „Freireisender Handwerksgeselle“ - und in den ersten drei Monaten begleitet  von der Gesellin Diana „Fremde Freimalerin“ (4.v.r.) - wurde er heute zuhause von der Familie verabschiedet und anderen Wandergesellen (im Bild) zuhause abgeholt. Erst am Ortsausgangsschild erfährt Buchardt, was das nächste Ziel ist. Es gelte für die Wandergesellen sowieso das Motto: „Wer Pläne macht, wird ausgelacht.“


Foto: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen


Sonntag, 3. September 2017

Mohr und Ramelow auf Tour durch Nordhausen

Am vergangenen Sonntagnachmittag bereiste Michael Mohr, Oberbürgermeisterkandidat der LINKE.Nordhausen, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Thüringer und Nordhäuser Linken die Stadt Nordhausen. Doch nicht per Fuß oder Privat-PKW ging es auf die Rundreise, sondern mit einem alten Ikarus-Bus. Gestellt und betrieben wurde dieser vom Verein Straßenbahnfreunde Nordhausen, bei denen zeitgleich auch die erste Station des Nachmittags stattfand. „Wir müssen wieder mehr Leute auf die Schienen bekommen. Straßenbahn- und Busfahren muss schick gemacht werden, damit wieder mehr Menschen unser gutes ÖPNV-Netz auch nutzen", erklärt Michael Mohr in einer kleinen Diskussionsrunde am Straßenbahndepot. „In den letzten Jahren wurde immer nur darüber diskutiert, wo wir bei der Straßenbahn noch einsparen können. Diese Diskussion müssen wir wieder umdrehen und auch andere Tarifmöglichkeiten, wie etwa ein Bürgerticket, mit einbeziehen", so Mohr weiter. Dabei dürften sich auch alternative Modelle wie das Car-Sharing und ÖPNV nicht ausschließen, sondern müssen sich ergänzen. „Wenn wir die Attraktivität wieder gesteigert haben, dann
muss man logischerweise auch über einen Ausbau des Netzes, etwa Richtung Hochschule und Hauptfriedhof nachdenken", wagt der Fraktionsvorsitzende im Nordhäuser Stadtrat einen Blick in die Zukunft. Im weiteren Verlauf des Tages waren auch Mario Eisenach, Betriebsratsvorsitzender von Feuer Powertrain, Andreas Meyer und Klaus Gorges vom Kreissportbund, Olaf Salomon von der Verkehrswacht Nordhausen sowie Daniel Klajner, Intendant des Nordhäuser Theaters weitere Gesprächspartner. Gerade im Gespräch mit dem Kreissportbund wurde auch noch einmal die Bedeutung des Ehrenamts unterstrichen. „Ehrenamtliche gehören in ihrer Tätigkeit gestärkt und das können wir auch hier schon im Kleinen möglich machen, indem wir ihnen beispielsweise ermöglichen, den ÖPNV kostenfrei zu nutzen", schlägt Mohr vor. Auch ein Umdenken in der Automobilbranche fände Michael Mohr wünschenswert. „Auch in Nordhausen hängen viele Arbeitsplätze, allein etwa 700 bei Feuer Powertrain, an der klassischen Automobilindustrie. Die Wende zur E-Mobility muss langfristig und gemeinsam mit Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch hier vor Ort gestaltet werden“, fordert der
OB-Kandidat. „Ich bin immer wieder begeistert von dieser Region, deswegen bin ich auch so oft hier. Auch in der Vergangenheit haben wir schon Prozesse in Nordhausen positiv begleitet. Heute hatte ich die Gelegenheit mich mit Michael Mohr, einem starken Kommunalpolitiker, noch einmal auszutauschen und habe durch die vielen Gespräche auch wichtige Impulse mitnehmen können", resümiert Bodo Ramelow, der als Vertreter der Thüringer Linken ebenfalls an der Rundreise teilnahm, den Nachmittag. „Es war ein Nachmittag, der viele Einblicke gewährt hat. Die Menschen hier vor Ort wissen sehr genau, was gut läuft und wo Probleme sind und haben dafür auch oftmals schon passende Lösungsvorschläge parat. Man muss ihnen eben nur zuhören und mit ihnen ins Gespräch kommen. Ich bin daher Michael Mohr für die Organisation dieser Rundfahrt sehr dankbar“, stimmt auch Birgit Keller, Mitglied der Nordhäuser Linken in den Tenor mit ein. 

Anja Daniela Wagner erhält Nordhäuser Theaterpreis

Das Geheimnis ist gelüftet: In der Premiere der Operngala wurde heute Abend die beliebte Opernsängerin Anja Daniela Wagner mit dem Nordhäuser Theaterpreis ausgezeichnet. Sie ist damit die elfte Preisträgerin der mit 1000 Euro dotierten Auszeichnung, die von der Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Theater Nordhausen e. V. verliehen wird. Mit dem Preis werden herausragende künstlerische Leistungen im Rahmen der Angebote der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH gewürdigt. Landrat Matthias Jendricke, Vorsitzender des Stiftungsrats der Kreissparkasse, überreichte ihr den Theaterpreis. „Wir Nordhäuser lieben die neuen, aber auch die bekannten Gesichter“, freute sich der Landrat mit der Preisträgerin.

Anja Daniela Wagner studierte nach der Berufsausbildung zur Reproretuscheurin in Halle und Dresden Gesang und absolvierte eine Zusatzausbildung „Historischer Gesang“. Mehrere Meisterkurse vervollständigten ihre Ausbildung. Ihr umfangreiches Konzertrepertoire umfasst barocke bis zeitgenössische Werke. Sie sang Bachkantaten mit dem Thomanerchor, konzertierte mit dem Gewandhausorchester, trat mit dem Orchester des MDR im Gewandhaus in Leipzig auf, machte eine Konzertreise durch Italien und gab zahlreiche Lieder-, Chanson- und Musicalabende. Als Solistin bei der CD-Produktion der Liturgischen Sätze von Hugo Distler erhielt sie den „Echo Klassik 2001“.

Seit der Spielzeit 2003/2004 ist Anja Daniela Wagner am Theater Nordhausen engagiert. Sie glänzte unter anderem als Flora Bervoix in „La Traviata“, Anita in „West Side Story“, Nehebka in „AIDA“ und die Knusperhexe in „Hänsel und Gretel“. In „André Chénier“ sang sie gleich zwei Rollen: die Gräfin di Coigny und die Madelon. Im Musical „Anatevka“ war sie eine warmherzige Golde, im Nordhäuser Luther-Musical „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ stand sie als Katharina von Bora an der Seite Martin Luthers. Auch als Solistin in Crossover-Konzerten wie „Rock meets Classic“ begeistert sie regelmäßig das Publikum.

Herzlich gratulierten Intendant Daniel Klajner, Barbara Rinke, die Vorsitzende des Fördervereins Theater Nordhausen e. V., und Thomas Seeber, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Nordhausen, der vielseitigen Künstlerin.

Neben der Verleihung des Theaterpreises war die Operngala ein bunter Strauß von musikalischen Höhepunkten. Als Vorgeschmack auf die Spielzeit präsentierten das Solistenensemble des TN LOS! und das Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Michael Helmrath Ausschnitte aus „Otello“, „Die Fledermaus“, „Dialogues des Carmélites“ und „La Traviata“. Tenor Kyounghan Seo stellte sich erstmals dem Publikum vor und wurde mit begeistertem Applaus in Nordhausen willkommen geheißen.

Für die weiteren Vorstellungen der Operngala TN LOS! am 03.09. um 18 Uhr, am 06.09. um 15 Uhr, am 17.09. um 14.30 Uhr und am 27.10. um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen sowie am 07.10. um 19.30 Uhr im Achteckhaus in Sondershausen gibt es Karten an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Touristinformation Sondershausen (Tel. 0 36 32/78 81 11), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.

Fotos:
Theaterpreis 1: v. li. Daniel Klajner, Anja Daniela Wagner, Matthias Jendricke, Barbara Rinke, Thomas Seeber
Theaterpreis 2: v. li. Daniel Klajner, Matthias Jendricke, Anja Daniela Wagner, Barbara Rinke, Thomas Seeber

Fotos: András Dobi

Freitag, 1. September 2017

Neuigkeiten aus der Geschäftsstelle der Erfurter Herbstlese

Neuigkeiten aus der Geschäftsstelle der Erfurter Herbstlese

Neuigkeiten aus der Geschäftsstelle der Erfurter Herbstlese

Liebe Freundinnen und Freunde der Herbstlese,

der erste große Ansturm auf die Karten der diesjährigen Herbstlese ist geschafft. Wir bedanken uns herzlich bei Ihnen für das ungebrochen große Interesse an unserem Festival.
Gregor Gysi, der im Herbst seine Autobiographie vorstellt, geht im Ranking der am schnellsten verkauften Veranstaltungen klar als Sieger hervor, gefolgt von Ulrich Wickert, Petra Gerster & Christian Nürnberger sowie Jan Weiler. Insgesamt ist aktuell knapp die Hälfte unserer Termine ausverkauft. Wie immer führen wir Wartelisten zu diesen Veranstaltungen, auf die man sich setzen lassen kann. Rufen Sie dazu einfach bei uns an (Tel.: 0361-644 123 75). Die eine oder andere Warteliste ist allerdings schon so umfangreich, dass die Aussicht, darüber noch an Karten zu kommen, sehr gering ist. Aber das klären wir gerne im persönlichen Gespräch mit Ihnen.
Neben den Wartelisten ist der Umzug in größere Räume das zweite seit vielen Jahren erprobte Mittel, um die Nachfrage befriedigen zu können. Beim Politischen Salon am 2.11. mit Daniela Dahn, Sergej Lochthofen und Wolfgang Thierse ist es wieder einmal soweit: Wir ziehen um ins Atrium der Stadtwerke in der Magdeburger Allee 34. Beginn der Veranstaltung ist dann um 20.15 Uhr statt um 20.00 Uhr. Wir arbeiten nun erst einmal die lange Warteliste für den Salon ab. Sollten danach noch Karten übrig sein, gehen diese in den freien Verkauf.
Gerne wären wir mit dieser Veranstaltung im Kultur: Haus Dacheröden geblieben, ist sie doch der Auftakt zur neuen Reihe eines Politischen Salons, der in Zukunft regelmäßig im Kultur: Haus Dacheröden stattfinden wird. Aber die Nachfrage nach Karten war einfach überwältigend groß. Den nächsten Politischen Salon im Kultur: Haus Dacheröden können wir Ihnen schon mal im Sinne eines "save the date" ankündigen: Am 24.11. gibt es eine Gesprächsrunde in Kooperation mit der BürgerStiftung Erfurt zum Thema "Erfolgreiche Bürgerbeteiligung!?".
Keinen Umzug, aber eine Übertragung wird es bei der Veranstaltung mit Gregor Gysi am 29.10. geben: Der Abend mit ihm und seinem Gesprächspartner Hans-Dieter Schütt wird ins Studio des Theaters Erfurt übertragen (Kartenpreis: € 5,00). Damit können wir zumindest einigen Interessenten von der Warteliste, die stolze sechs Seiten umfasst, ein Angebot machen. Einen zweiten zusätzlichen Termin mit Gregor Gysi hatten wir angefragt, der ist ihm aber leider nicht möglich.
Zum Abend mit Rafik Schami am 28.10. gibt es wieder Karten, die Veranstaltung ist buchbar. Es lohnt also, immer mal wieder auf unserer Website www.herbstlese.de nachzuschauen, wie der aktuelle Stand ist. 
Leider gibt es auch eine schlechte Nachricht: Der neue Dengler-Krimi von Wolfgang Schorlau erscheint nicht wie vom Verlag angekündigt im Herbst, sondern erst im Frühjahr 2018. Wir müssen deshalb seine Lesung, die für den 14.11. geplant war, auf den 15. März 2018 verlegen. Er wird also unsere Frühlingslese bereichern. Die bereits verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit für den März-Termin, können aber auch zurückgegeben werden. Wir nehmen den neuen Termin mit Herrn Schorlau regulär ab Mitte Dezember in den Verkauf, wenn wir wie gewohnt mit einer ersten Auswahl von Frühlingslese-Veranstaltungen an den Start gehen.
Wir freuen uns, Sie ab dem 14.9., wenn das Literarische Quartett die diesjährige Herbstlese im Kultur: Haus Dacheröden eröffnet, wieder regelmäßig zu sehen.
Bis dahin herzliche Grüße, Ihr Herbstlese-Team

Das Landratsamt Nordhausen teilt mit:

Neue Projektideen bis 8. Oktober gesucht

Über die EU-Förderung für den ländlichen Raum wird die Regionale Aktionsgruppe Südharz e.V. (RAG) auch im kommenden Jahr wieder Projekte im Landkreis Nordhausen unterstützen. Wichtig ist, dass die Vorhaben einen Beitrag zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie für die aktuelle EU-Förderperiode leisten, die zahlreiche Partner aus der Region erarbeitet haben. Wer als Kommune, Verein, Unternehmen oder Privatperson Pläne, Ideen und Ziele hat, die die Handlungsfelder der Strategie unterstützen, den berät das LEADER-Management der RAG gern dazu. Die Mitarbeiterinnen erläutern auch den Verfahrensablauf im Detail und betreuen die Antragsteller von der Idee bis zur Umsetzung des Projekts.

Wie vielfältig die Vorhaben sein können, zeigt eines der rund 20 geförderten kommunalen und privaten Leader-Projekte aus diesem Jahr: Der Druck des neuen Buches des Nordhäuser Geschichtsvereins „Die Kirchen im Südharz“ wurde ebenfalls über das EU-Programm unterstützt. Autor Thomas Müller überreichte in dieser Woche dem Vorstand der RAG einige Exemplare des Kirchenführers, der alle Gotteshäuser im Kirchenkreis Südharz vorstellt. Erschienen ist das Buch, das mit zahlreichen Bildern mehrerer Fotografen aus der Region die mehr als 100 Gebäude vorstellt, im Nordhäuser Veit Verlag und für 9,90 Euro im Handel erhältlich.


Wer nun ebenfalls seine Idee im kommenden Jahr über Leader fördern lassen möchte, sollte seine Projektskizze bis zum 8. Oktober 2017 beim Leader-Management einreichen. Für die Beratung dazu sind die Ansprechpartnerinnen Petra Weigt und Annemarie Ehrhardt in der RAG telefonisch unter 03631 49 61 58 und per E-Mail an info@rag-suedharz.de erreichbar. Weitere Infos auch unter www.rag-suedharz.de.