Dienstag, 2. August 2016

"Frauen waren nur die Petersilie auf der olympischen Platte"

Als 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen stattfanden, waren Frauen von den Wettkämpfen komplett ausgeschlossen. "Sie waren nur die Petersilie auf der olympischen Platte. Frauen sollten bei den Spielen nicht wetteifern, sondern allenfalls im Publikum applaudieren und die Sieger bekränzen", beschreibt Dr. Petra Tzschoppe, Sportwissenschaftlerin der Universität Leipzig, die Situation damals.

Der Begründer der Spiele, Baron Pierre de Coubertin, blieb bei diesem Thema ganz in der Tradition der antiken Olympischen Spiele. Erst ganz allmählich und über einen langen Zeitraum hinweg wurden die Olympischen Spiele auch für Athletinnen geöffnet. Bei den Sommerspielen vom 5. bis 21. August 2016 in Rio de Janeiro werden Frauen voraussichtlich 45 Prozent der Teilnehmer stellen - ein neuer Rekord.

Petra Tzschoppe, die auch Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und in dem Gremium für Frauen und Gleichstellung zuständig ist, hat sich wissenschaftlich intensiv mit diesem Thema befasst. "Erstmals nahmen Frauen 1900 bei den Olympischen Spielen in Paris in den Sportarten Golf und Tennis teil,- sehr zum Leidwesen von Coubertin", berichtet die Expertin. Wenig später kamen Eiskunstlauf und Schwimmen, aber erst 1928 Turnen und Leichtathletik hinzu. Dem war jedoch ein harter Kampf der Sportlerinnen mit dem rein männlich besetzten olympischen Komitee voraus gegangen. "Die Frauen drohten damals, eigene Weltspiele zu veranstalten", sagt Tzschoppe.

Seither ist in Sachen Gleichberechtigung in der Olympischen Bewegung einiges passiert. 2012 in London wurden zum ersten Mal alle Sportarten von Frauen und Männern ausgeübt. Eine Premiere gibt es diesbezüglich auch in diesem Jahr in Rio: Rugby kehrt nach 92 Jahren in das Programm zurück- und nun auch für Frauen.
Was in den sportlichen Wettbewerben inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dauert in den olympischen Gremien länger. "Die Führungspositionen waren jahrzehntelang ausschließlich mit Männern besetzt. Im Sport und bei der Ausübung von Macht sind traditionelle Rollenklischees besonders ausgeprägt.", erklärt Petra Tzschoppe. Erst 1981 wurden die ersten beiden Frauen ins Internationale Olympische Komitee aufgenommen, inzwischen sollen Frauen gezielt für Führungspositionen gewonnen werden.

Petra Tzschoppe, die als DOSB-Vizepräsidentin in der ersten Olympiawoche nach Rio de Janeiro reist, erforscht gerade die Situation von Trainerinnen im Spitzensport. Diese sind - wie sie sagt - fast ebenso selten wie Frauen in den olympischen Spitzengremien. Die Sportwissenschaftlerin befasst sich unter anderem auch mit den Themen Diskriminierung im Sport, Olympiabewerbungen und Nachhaltigkeit sowie mit den Olympischen Kunstwettbewerben.

Hinweis:
Dr. Petra Tzschoppe ist eine von mehr als 120 Experten der Universität Leipzig, auf deren Fachwissen Sie mithilfe unseres Expertendienstes zurückgreifen können. Ein Interview zu diesem Thema ist auf auf Youtube zu finden.

Susann Huster Stabsstelle Universitätskommunikation/Medienredaktion, Universität Leipzig

Mitteilung des idw – Informationsdienst Wissenschaft am 01.08.2016

Am 28. August:

„Stadtgeschichte –mundgerecht“ im Museum FLOHBURG, der Nordhäuser Altstadt und im Gasthaus „Zum Socken“ 
Nordhausen (psv)  Die Betrachtung der großen Stadtgeschichte  Nordhausens im Museum FLOHBURG,  gekoppelt mit einem thematisch anschließenden Rundgang durch die Altstadt Nordhausens stehen erneut im Mittelpunkt einer weiteren Veranstaltung am Sonntag, dem 28. August 2016, beginnend um 15.30 Uhr in der Flohburg.
Die Nordhäuser Stadt-und Gästeführergilde e.V., vertreten durch Klaus Großmann,  der Geschichts-und Altertumsverein Nordhausen e.V., vertreten durch Hans-Jürgen Grönke , das Museum FLOHBURG sowie das traditionsreiche Gasthaus „Zum Socken“ laden gemeinsam zur Veranstaltung „Stadtgeschichte–mundgerecht“ ein.
Nach einer speziellen Führung durch die FLOHBURG finden sich die vorab im Haus beleuchteten geschichtlichen Dinge in einem ebenso speziellen Rundgang durch die Altstadt mit vielen Überraschungen, Besonderheiten , Bekanntem und Neuem wieder.
Aus aktuellem Anlass gestattet Klaus Großmann zusätzlich allen Teilnehmern einen Blick in  die neu eröffnete Bohlenstube der Domstraße 12.
Im Traditionsgasthaus „Zum Socken“ gibt es an diesem Tag nach viel Historie zum gut bürgerlichen Essen noch Gelegenheit zum Plausch über Anekdoten und Begebenheiten.

Interessenten für diese kombinierte Veranstaltung melden sich bitte ab sofort mit Voranmeldung im Museum FLOHBURG. Der Gesamtpreis inkl. Abendessen beträgt 20,00 € und ist vorab im Museum zu entrichten. 

Fußballkracher als Beginn der Heimspielsaison

Einen großen Besucheransturm erwartet der FSV Wacker 90 Nordhausen am Freitagabend zum ersten Heimspiel gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf, dass gleich ein Spitzenspiel ist. Mit einem glatten 4:0 schickte die Truppe des Brasilianers Vragel da Silva den FSV Luckenwalde am erste Spieltag nach Hause. Fans und Verein wollen mindestens 2000 Besucher zur Heimpremiere unter Flutlicht anlocken. Um lange Schlangen an der Tageskasse zu vermeiden, wird es bis Freitagmittag zwei Vorverkaufsstellen geben. Sowohl in der Geschäftsstelle in der Parkallee als auch in der Stadtinformation am Rathaus werden Tickets für das Auftaktspiel angeboten. Außerdem teilte das Präsidium mit, dass es in der kommenden Saison auf Grund der eingeleiteten Umbaumaßnahmen leider keine Parkmöglichkeiten mehr für Ehrengäste im Stadiongelände geben wird. 

Erfolgreiche Überführung der Horterzieher*innen in den Landesdienst dank GEW Thüringen


Von 1.165 bisher kommunal beschäftigten Erzieher*innen haben immerhin 1.091 die vom Land Thüringen vorgelegten Arbeitsverträge unterschrieben und damit heute angefangen, in den nun landeseigenen Horten zu arbeiten. „Die Übertrittsquote bewertet die GEW Thüringen als hoch. Wir sehen damit unsere Bemühungen und unseren Kampf für gute Arbeitsbedingungen dieser Gruppe der Erzieherinnen und Erzieher als erfolgreich an“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Mehrfach in den letzten Monaten hat die GEW Thüringen öffentlich wie nicht öffentlich Einfluss auf die Entscheidungsträger im Bildungs- und Finanzministerium genommen. Damit konnte letztlich erreicht werden, dass
- die Beschäftigten mit pädagogischem Hochschulabschluss anstelle der anfänglich geplanten Eingruppierung in die Entgeltgruppe 5 nunmehr in die Entgeltgruppe 8 gekommen sind,
- die Beschäftigungsumfänge der bisher kommunal angestellten Erzieher*innen anstelle der anfänglich geplanten 50% nun mit den bisherigen Umfängen (zwischen 60 und 80 %) übernommen wurden.

Die acht Jahre andauernde Praxis der Vergabe von befristeten Arbeitsverträgen an die kommunal beschäftigten Erzieher*innen wurde beendet, alle übergeleiteten Erzieher*innen haben nunmehr unbefristete Arbeitsverträge. Damit ist eine wichtige Forderung der GEW Thüringen durch die Landesregierung erfüllt worden.  „Letztlich sind wir als GEW froh, dass nach dem holprigen Start die Überleitung der Erzieherinnen und Erzieher aus den Kommunen in den Landesdienst doch ganz gut gelungen ist. Wenn alle an einem Strang ziehen, sind Lösungen einfacher  zu finden.“, zeigt sich Vitzthum zufrieden. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium erwies sich als konstruktiv und fruchtbar. Ein Dank gilt auch den Personalräten der Kommunen und den Bezirkspersonalräten für die individuellen Beratungen während des Überleitungsprozesses.

Die nun anstehenden Aufgaben für das Bildungsministerium lauten:
- Den Hort im Landesdienst neu gestalten und eine tatsächliche Ganztagsschule in Thüringen etablieren. Zusätzliche Investitionen sind notwendig, aber auch sinnvoll, denn von ganztägiger Bildung profitieren Lehrer*innen und Erzieher*innen, aber vor allem auch die Schüler*innen und die Eltern.
- Die Bedarfsberechnung des Hortpersonals an die vorhande Gesetzes- und Verordnungslage anpassen. Anstelle der jahrelangen Berechnungspraxis von einer / einem Horterzieher*in für 25 Kinder gilt es, die Vorgaben aus der Verwaltungsvorschrift für die Organisation des Schuljahres umzusetzen. Dort ist von 15 bis 20 Kindern pro Erzieher*in die Rede.
- Keine prekären Beschäftigungsbedingungen für die bereits im Landesdienst befindlichen Horterzieher*innen und auch für die geplanten Neueinstellungen in diesem Bereich, die ihre 50%-Stellen behalten bzw. nur solche neue erhalten sollen.
- Die Nachqualifizierung von nicht vollständig ausgebildeten Horterzieher*innen muss umgehend organisiert werden.

Mitteilung der GEW Thüringen am 01.08.2016

90. Geburtstag von Erika Schirmer:

„Statt Blumen eine Kollage mit Erinnerungen“

Nordhausen (psv) „Wir haben mit Ihnen eine ganze Menge auf den Weg gebracht. Sie sind eine der aktivsten und besten Standortbotschafterinnen von Nordhausen“. Das sagte jetzt Nordhausens Oberbürgermeister Dr.
Klaus Zeh bei der Gratulation von Nordhausens Ehrenbürgerin Erika Schirmer. Diese feierte gestern ihren 90. Geburtstag.

Als Geschenk gab es von der Stadtverwaltung eine Fotokollage. Darauf zusehen sind gemeinsame Projekte der  Jubilarin mit der Stadt Nordhausen. Dazu gehört u.a. der Bau des Kletterbaums in der Altstadt, den Frau Schirmer gesponsert hatte, die Pflanzung eins Schirmer-Baums vor dem Rathaus aus dem Stadtgrünfonds sowie die Auszeichnung als „Thüringerin des Monats“ durch den mdr.


Foto: Steffi Weber

Mädchen wird vermisst

Seit Sonntag wird die 14-jährige Marie-Luies Schmidt aus einer Einrichtung der Jugendhilfe in Ebeleben vermisst.
Marie-Luies ist erst am Sonntag in die Einrichtung aufgenommen worden. Gegen 15.30 Uhr stellte ein Erzieher fest, dass das Gepäck unangerührt im Zimmer stand und das Mädchen verschwunden ist. Die Vermisste wohnte vorher in Gotha. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie dorthin zurück will.
Die Vermisste ist etwa 160 cm groß und sehr schlank. Sie hat lange brünette Haare, die streng nach hinten zu einem Zopf gebunden sind. Bekleidet ist Marie-Luies mit einer langen engen schwarzen Hose und einem grauen T-Shirt, auf dem das Sinnbild der drei Affen aufgedruckt ist.

Hinweise zum gegenwärtigen Aufenthaltsort des Mädchens bitte an die Polizei im Kyffhäuserkreis unter der Rufnummer 03632/661-0 oder jede andere Polizeidienststelle.
Mittelung der Landespolizeiinspektion Nordhausen am 01.08.2016

Montag, 1. August 2016

Margret Sieckel war hochgeachtet, be- und geliebt. Ich werde sie im Gedächtnis behalten

Es war eine große Trauergemeinde, die sich am Samstag im Dom zum heiligen Kreuz versammelt hatte, um Abschied zu nehmen von Margret Sieckel, die am 18.07. verstarb. Ganz sicher kannten die meisten Teilnehmer dieser Trauergemeinde die Verstorbene besser als ich, was mich nicht davon abhält, diese Zeilen der Trauer und des Gedenkens zu schreiben. Und nachdem ich davon ausgehe, dass es noch einen Nachruf von berufener Seite geben wird – schließlich gehörte Margret Sieckel seit Jahrzehnten zur Domgemeinde und hat sich nicht
allein als Organistin um sie verdient gemacht - beschränke ich mich auf Erwähnung einiger Ereignisse, durch die mir Margret Sieckel zunächst par distance bekannt wurde.

Die erste wirkliche Vorstellung von der nun Verstorbenen erhielt ich1996 anlässlich der Einweihung der Klais-Orgel im Dom zum heiligen Kreuz in Nordhausen. Ich muss nicht meine eigenen Eindrücke der damaligen großen Festveranstaltung wiedergeben, das konnte eine Carla Buhl – mir gut bekannt
durch ihren Lesezirkel - sehr viel besser. Sie formulierte davon einen anschaulichen Bericht, der damals in der Katholischen Wochenzeitschrift „Tag des Herrn“ erschien. Die Verdienste Margret Sieckels um diese „Second-hand-Orgel“ für den Dom in Nordhausen sind unbestritten.

2002 wurde Margret Sieckel im Rahmen der Ehrenamtsehrung gewürdigt für ihre Mitgliedschaft im „Festkomitee 1075 Jahre Nordhausen“. Und 2008 beim Abschluss der Dom-Sanierung
war es Margret Sieckel, die sich überaus freute, zukünftig neben ihrer angestammten Tätigkeit als Organistin nun auch als Domführerin tätig werden zu können. Und sie tat es nicht weniger sachkundig und verdienstvoll.

Nun ergänze ich noch, dass ich Margret Sieckel seit 1996 jeweils bei meinen Gottesdienstbesuchen als Organistin erlebte und von ihr beeindruckt wurde. Zum persönlichen Kontakt führte das Engagement ihres Sohnes, des Schauspielers  Frank Sieckel als
Kontrabassist in der Traditionsbrennerei im Januar 2012. Seitdem traf man sich gelegentlich sonntags an der Straßenbahn am Klinikum auf dem Weg zum Gottesdienst. Und kommunizierte miteinander. Bis sie – für mich sehr unvermittelt – nicht mehr kam. Und im Dom auch nicht mehr an der Orgel saß. Auf Nachfragen erfuhr ich, dass sie seit geraumer Zeit im Josefshaus lebt. Bis ich schließlich in der TA-Ausgabe vom 23.Juli auf die Todesanzeige Margret Sieckels stieß. Mit dem Termin des Auferstehungsamtes am 30.Juli.


Und das erlebte ich dann am Samstag mit vielen anderen Trauernden, die wie ich gekommen waren, um Abschied zu nehmen von einen hoch geschätzten und beliebten Menschen. Das Amt wurde zelebriert von
mehreren Geistlichen, und sehr feierlich gestaltet. Mit einer Ansprache, durch die die Zuhörer Vita, Wirken und Verdienste der Verstorbenen bis ins Detail erfuhren. Danach wurde der Sarg durch den Mittelgang des Domes zum Ausgang gerollt, mit einem Stop vor dem Orgelpult, an dem Margret Sieckel so oft saß, um das gewaltig wirkende Instrument mit all ihrer professionellen Fertigkeit, aber auch mit aller Hingabe zu spielen. Nach einer Andacht wurde der Sarg in den Bestattungswagen geschoben, um die Fahrt zum Friedhof zu
beginnen. Für mich der Zeitpunkt, an dem ich mich vom Sarg und damit von der von mir außerordentlich geschätzten Margret Sieckel trennte. Die Fahrt zur Beerdigung musste ich mir versagen.