Donnerstag, 5. Januar 2012
Kontinuität des Unterrichts am Wichtigsten
Nordhausen (pln 7/12). „Für uns als Schulträger war der Schulteil Michael Neander des Herder-Gymnasiums in Ilfeld fest im Schulnetz verankert“, unterstreicht Loni Grünwald, die zuständige Beigeordnete des Landkreises. „An den Schülerzahlen wäre der Standort in keiner Weise gescheitert.“ Problem und damit Anlass für die derzeit diskutierte Schulschließung seien vielmehr fehlende Lehrer. Das Land stelle nicht ausreichend Pädagogen zur Verfügung, um die Herder-Schüler in Nordhausen und Ilfeld adäquat zu unterrichten. In diesem Schuljahr habe der Unterrichtsausfall beispielsweise durch Erkrankungen und Altersteilzeit von Lehrkräften massiv zugenommen, wodurch ein Handlungsdruck entstand. Das Schulamt in Worbis ist auf den Landkreis als Schulträger zugekommen und in Absprache mit der Schulleitung des Herder-Gymnasiums sei als Lösung für dieses Problem die Schließung des Standorts Ilfeld zum neuen Schuljahr erwogen worden. „Für uns ist die Kontinuität des Unterrichts das Wichtigste“, sagt Hans Rumpf, Leiter der Schulverwaltung im Landkreis. Das Kultusministerium teilt die Lehrer anhand der Schülerzahlen ein, auf zwei Schulstandorte könne dabei keine Rücksicht genommen werden, wie Bildungsstaatssekretär Roland Merten in einem Gespräch vor Ort in Ilfeld im Dezember sagte. Auch in Gesprächen des Landkreises mit der Schulleitung und dem stellvertretenden Schulelternsprecher wurde die Konzentration des Unterrichts auf den Standort Nordhausen favorisiert, um weiteren Unterrichtsausfall entgegen zu wirken. Auch der Schulausschuss des Kreistages habe sich bereits mit der Zukunft der Herder-Schulteils in Ilfeld befasst. Man sähe dort eine Schließung zwar ungern, würde aber eine solche Entscheidung mittragen, um die Unterrichtssituation zu verbessern, so Hans Rumpf. „Die aktuell auch diskutierte Gemeinschaftsschule ist als Schulform generell im Zuge unserer Schulnetzplanung im Kreistag diskutiert worden und auch im verabschiedeten Schulnetz verankert. Wir erachten eine Gemeinschaftsschule nur an bestehenden Schulstandorten für sinnvoll, also eine Umwandlung einer bestehenden Schule, wie es in der Schulnetzplanung heißt. Außerdem kann dies nur im Einvernehmen mit den beteiligten Schulleitungen, den Lehrern und Eltern gelingen“, so Loni Grünwald. „Im Vordergrund kann nur eine Lösung stehen, die unter den jetzt gegebenen Rahmenbedingungen für die Gymnasiasten der Klassen 5 bis 9 in Ilfeld auch weiterhin ein hohes Bildungsniveau gewährleistet, ein gutes Abitur ermöglicht und damit die Konkurrenzfähigkeit bei der weiteren Ausbildung zum Beispiel an Hochschulen sichert“, ergänzt Hans Rumpf. Letztlich müssen nun die Kreistagsmitglieder über die Zukunft der Herder-Schulteils Michael Neander entscheiden.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Englisches Frühstück zur Einführung
Neugierige können sich bereits am Sonntag auf die nächste Opernpremiere einstimmen lassen
Die nächste Opernpremiere im Theater Nordhausen steht vor der Tür: Am 13. Januar hebt sich der Vorhang für „Peter Grimes“ von Benjamin Britten. Bereits am kommenden Sonntag um 11 Uhr können sich Neugierige über die Inszenierung informieren. Dann lädt Chefdramaturgin Anja Eisner zur Einführung in die Inszenierung ins Theaterrestaurant „Da Capo“ ein.
Die packende Handlung spielt an der englischen Nordseeküste. Passend dazu serviert das Team vom Theaterrestaurant um Pächterin Melanie Pantosch auf Wunsch ein original englisches Frühstück.
Im lockeren Gespräch mit Regisseur Toni Burkhardt und Generalmusikdirektor Markus L. Frank wird Anja Eisner einen Einblick in Konzept und Inszenierung geben. Bühnenbildner Wolfgang Rauschning wird sein Bühnenbild, das das Publikum in ein englisches Fischerdorf versetzt, erläutern. Und Kostümbildnerin Elisabeth Stolze-Bley zeigt Kostümentwürfe zu der in den vierziger Jahren entstandenen großen britischen Oper.
Der Eintritt zur Einführung ist frei. Karten für die Premiere von „Peter Grimes“ und die nächsten Vorstellungen am 22. Januar und am 4. Februar um 19.30 Uhr gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0 36 31/98 34 52, und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Foto: Tilmann Graner
Die nächste Opernpremiere im Theater Nordhausen steht vor der Tür: Am 13. Januar hebt sich der Vorhang für „Peter Grimes“ von Benjamin Britten. Bereits am kommenden Sonntag um 11 Uhr können sich Neugierige über die Inszenierung informieren. Dann lädt Chefdramaturgin Anja Eisner zur Einführung in die Inszenierung ins Theaterrestaurant „Da Capo“ ein.
Die packende Handlung spielt an der englischen Nordseeküste. Passend dazu serviert das Team vom Theaterrestaurant um Pächterin Melanie Pantosch auf Wunsch ein original englisches Frühstück.
Im lockeren Gespräch mit Regisseur Toni Burkhardt und Generalmusikdirektor Markus L. Frank wird Anja Eisner einen Einblick in Konzept und Inszenierung geben. Bühnenbildner Wolfgang Rauschning wird sein Bühnenbild, das das Publikum in ein englisches Fischerdorf versetzt, erläutern. Und Kostümbildnerin Elisabeth Stolze-Bley zeigt Kostümentwürfe zu der in den vierziger Jahren entstandenen großen britischen Oper.
Der Eintritt zur Einführung ist frei. Karten für die Premiere von „Peter Grimes“ und die nächsten Vorstellungen am 22. Januar und am 4. Februar um 19.30 Uhr gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0 36 31/98 34 52, und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Foto: Tilmann Graner
Dienstag, 3. Januar 2012
Entsorgung Weihnachtsbäume
Nordhausen (pln 6/12). Auch in diesem Jahr können die Einwohner des Landkreises Nordhausen ihre Weihnachtsbäume bzw. ihren Tannen- und Kiefernschmuck kostenlos entsorgen lassen, wie das Fachgebiet Abfallwirtschaft/Deponie im Landratsamt informiert. Die Entsorgung beginnt am kommenden Montag, 9. Januar und läuft bis zum 20. Januar parallel zur regulären Bioabfallentsorgung, jedoch mit unterschiedlichen Fahrzeugen. Die Bäume sind abgeschmückt am Entsorgungstag bis spätestens 6 Uhr vor dem Grundstück bereit zu stellen. Die jeweiligen Abfuhrtermine stehen mit einem Tannen-Symbol im Entsorgungskalender 2012. Die Südharzwerke Nordhausen sichern allen, die ihre Weihnachtsbäume rechtzeitig bereitstellen, eine ordnungsgemäße Abholung zu. Wer den Termin versäumt, hat selbst für eine ordnungsgemäße Entsorgung des Weihnachtsgrüns zu sorgen. Weitere Infos gibt es auch telefonisch in der Abfallberatung des Landratsamtes unter 03631/ 911 330.
Theatervertrag wird am nächsten Dienstag mit der Landesregierung unterzeichnet
Nordhausen (psv) Am nächsten Dienstag wird im Nordhäuser Theater der Finanzierungsvertrag mit der Landesregierung unterschrieben. Nachdem in den letzten Monaten alle Gesellschafter der Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen GmbH ihre Beschlüsse in den Kreistagen und Stadträten zum neuen Finanzierungsvertrag beschlossen haben, kann nun der Vertrag endgültig unterschrieben werden.
„Ich freue mich, dass der Thüringer Kultusminister Christoph Matschie selber die Vertragsunterzeichnung hier in Nordhausen vornehmen wird“, erklärte der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke. Der neue Finanzierungsvertrag läuft bis zum Jahr 2016 und sieht neben der Erhöhung des kommunalen Anteils von 250.000 Euro eine Erhöhung des Landeszuschuss von 750.000 Euro vor.
„Wir sind mit dem Verhandlungsergebnis sehr zufrieden. Klar würde man sich immer mehr Geld vom Land wünschen, aber man sollte bedenken, dass die alte Landesregierung unter Althaus unser Theater ja schließlich mal kaputtsparen wollte und da stehen wir heute doch weitaus besser da und können somit wieder optimistisch in die Zukunft schauen“, machte Jendricke klar.
Der Thüringer Kultusminister wird an dem Dienstag neben dem Theatertermin auch eine Nordhäuser Grundschule und die Gedenkstätte Mittelbau Dora besuchen. Am Abend will Matschie dann noch zum Geburtstagsempfang der Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, welche ihren 65. Geburtstag feiert.
„Ich freue mich, dass der Thüringer Kultusminister Christoph Matschie selber die Vertragsunterzeichnung hier in Nordhausen vornehmen wird“, erklärte der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke. Der neue Finanzierungsvertrag läuft bis zum Jahr 2016 und sieht neben der Erhöhung des kommunalen Anteils von 250.000 Euro eine Erhöhung des Landeszuschuss von 750.000 Euro vor.
„Wir sind mit dem Verhandlungsergebnis sehr zufrieden. Klar würde man sich immer mehr Geld vom Land wünschen, aber man sollte bedenken, dass die alte Landesregierung unter Althaus unser Theater ja schließlich mal kaputtsparen wollte und da stehen wir heute doch weitaus besser da und können somit wieder optimistisch in die Zukunft schauen“, machte Jendricke klar.
Der Thüringer Kultusminister wird an dem Dienstag neben dem Theatertermin auch eine Nordhäuser Grundschule und die Gedenkstätte Mittelbau Dora besuchen. Am Abend will Matschie dann noch zum Geburtstagsempfang der Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, welche ihren 65. Geburtstag feiert.
Montag, 2. Januar 2012
Lieber doch gute Musik hören
Die sehr umfangreiche Phase der Sylvester- und Neujahrskonzerte geht wohl mit dem heute von 3SAT gesendeten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zu Ende. Und während man draußen mehr oder weniger ausgelassen Sylvester zu feiern begann, hörte ich zuhause Konzerte. Einige davon nahm ich auf Kassetten. Dass ich inzwischen das ganze Angebot in Form von Kassetten besitze, danke ich einigen Bekannte, die über ihre Aufnahmegeräte das eine und andere Konzert für mich aufnahmen. Weil sie sich ja teilweise zeitlich überschnitten.
Heute brachte ich damit zu, alle Aufnahmen anzuhören und sie zu archivieren. Und meinte, daneben noch durchs Internet surfen zu können. Weil das einfach zu meiner normalen täglichen Tätigkeit gehört. Die nnz gehört dabei zu den obligatorischen Stationen. Mir öffnete sich dabei ein beträchtlicher Teil des gesellschaftlichen Geschehens über Sylvester in Nordhausen ebenso wie Themen, Betrachtungen und Kommentare, die da angeboten wurden. Interessante, aufschlussreiche und teilweise recht schillernde Auffassungen und Einschätzungen. Auch von Personen, deren Intellekt und Sachkompetenz mit der Häufigkeit ihrer Äußerungen für mich zunehmend deutlicher wird. Hochinteressant aber wenig wirklich beeindruckende Erkenntnisse
Insgesamt gesehen freue ich mich jedenfalls, dass ich meine Sammlung guter Konzerte beträchtlich erweitern konnte. Zukünftig werde ich sie mir anhören, ohne mich ablenken zu lassen. Sie beeinträchtigen sonst nur meinen Hörgenuss
Heute brachte ich damit zu, alle Aufnahmen anzuhören und sie zu archivieren. Und meinte, daneben noch durchs Internet surfen zu können. Weil das einfach zu meiner normalen täglichen Tätigkeit gehört. Die nnz gehört dabei zu den obligatorischen Stationen. Mir öffnete sich dabei ein beträchtlicher Teil des gesellschaftlichen Geschehens über Sylvester in Nordhausen ebenso wie Themen, Betrachtungen und Kommentare, die da angeboten wurden. Interessante, aufschlussreiche und teilweise recht schillernde Auffassungen und Einschätzungen. Auch von Personen, deren Intellekt und Sachkompetenz mit der Häufigkeit ihrer Äußerungen für mich zunehmend deutlicher wird. Hochinteressant aber wenig wirklich beeindruckende Erkenntnisse
Insgesamt gesehen freue ich mich jedenfalls, dass ich meine Sammlung guter Konzerte beträchtlich erweitern konnte. Zukünftig werde ich sie mir anhören, ohne mich ablenken zu lassen. Sie beeinträchtigen sonst nur meinen Hörgenuss
Verunsichert durch die Vielzahl der Probleme?
Über die „Architektur im alten Rom“ berichtet gerade n-tv. Und droht, mich an meiner aktuellen Tätigkeit zu hindern. Das kommt gelegentlich vor. Nämlich immer dann, wenn ich mich tagsüber mal mit den Programmen im Fernsehen befasse. Und auf solche stoße, die mich – wie in diesem Falle - wirklich interessieren.
Dabei habe ich gerade jetzt zum Jahresbeginn mit meinem Archiv zu tun. Das nicht mehr öffentlich einsehbar ist. Um die Übersicht zu behalten, ist es in Themen eingeteilt.Und jedes davon in Jahresabschnitte. Deren Kennzeichnung mich derzeit in Anspruch nimmt. Die erste Teilung für 2012 betraf das Thema Bundespräsident Christian Wulff. Zwar mehr zufällig, weil sich der letzte Artikel, den ich im vergangenen Jahr zu archivieren hatte, betitelte: „Wulff: Kredit war kein Dankeschön für Porsche-Rettung“. Was ja doch darauf schließen lässt, dass auch 2012 die Medienkampagne weitergehen wird. Rein sachlich gesehen ein Thema und Beispiel von vielen, vielen anderen, mit denen das alte Jahr endete. Und 2012 fortgesetzt werden wird.
Und diese Vielzahl an Themen, die mich als engagierten Menschen im vergangenen Jahr beschäftigten, ließen mich mitunter schon wünschen, es sollten weniger und – wie etwa die europäische Währungs- und Schuldenkrise – verständlicher werden. In der „Frankfurter Rundschau“ stieß ich dazu auf einen mE hochinteressanten Leitartikel, in dem es u.a heißt (Auszug): „Was für ein Jahr! Als wäre eine Rakete voller Sensationen vorbeigeschossen. Ganz mitgekommen ist da wohl niemand. Was 2011 geschah, reicht für ein ganzes Jahrzehnt. Diktaturen fielen, Völker erhoben sich, Politiker stürzten aus dem Zenit, das Meer fiel über Japan her, Griechenland versank in der Pleite, die Wirtschaft rund um den Globus geriet ins Stocken, und, und , und...“ (Ende des Auszugs) Das Fazit? Nach diesem Jahr wünschte ich mir, die Welt möge schrumpfen auf das Maß des eigenen Lebens.
Für das Vertrauen in die Medien war 2011 kein gutes Jahr, hieß es sinngemäß in bezuggenommenen Artikel der FR. Und der Autor erläuterte das auch in anschaulicher Weise mit den Vorgängen im Nahen Osten. Wo sich – vermeintlich ganz unvermittelt – das Volk nacheinander gegen ihre Machthaber erhob. Es kam doch aber nicht wirklich überraschend? Nur berichteten die Medien erst mit den Ausbruch der Unruhen. Und das in vordergründiger, spektakulärer Weise. „Wo waren die zahllosen Islamexperten in den Monaten zuvor gewesen?“, fragt der Autor in der FR in seinem Bericht, um fortzufahren: „Warum hat niemand uns vorbereiten können auf diese Aufstände? Warum hat niemand uns informiert über diese ganz weltliche Lust auf Demokratie und Wohlstand, die die arabische Welt plötzlich so verwandt erscheinen ließ?“ Dabei muss man nicht erst in den Nahen Osten schauen, um die Frage zu stellen, warum die Medien erst dann von bestimmten relevanten Vorgängen berichten, wenn diese von dritter Seite öffentlich gemacht wurden?
Irgendwo tauchte in diesem Zusammenhang der Begriff des Mainstreamjournalismus auf, und damit eine Berichterstattung, für die der Medienkonzerngewinn wichtigster Maßstab und die politischen Rahmenbedingungen für dessen Optimierung oberstes Prinzip ist. Der sich zwangsläufig in der Produktion von publikumswirksamen und damit einträglichen Effekten verliert und sich in ihrem Wahrheitsgehalt kaum von irgendeiner Werbebotschaft. unterscheidet. Guttenberg ist da nur ein Beispiel dafür, der durch die Medienhype zu seiner Person überhaupt erst mächtig wurde. Und erst als die Öffentlichkeit durch solide Recherche – nicht etwa von Journalisten - über die Hintergründe - unwiederlegbar ins Bild gesetzt wurde, vollzogen die Medien eine Wende und ließen ihn fallen. Und auch Christian Wulff ist nicht durch zeitnahe sorgfältige Recherche von Journalisten ins Visier der Medien geraten, sondern durch einen Grünen-Politiker im niedersächsischen Landtag. Und wenn in den Weihnachtsansprachen der Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder Fassungslosigkeit über die Umtriebe des nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ausgedrückt wird, müssten sich auch dabei die Medien fragen, wo denn da ihr investigatives Engagement geblieben ist? Man beschränkte sich auf die Berichterstattung über konkrete Erscheinungen dieser Szene, ohne wirklich nach Hintergründen und Zusammenhängen zu forschen. Und hätte doch die Chance gehabt, auch Mängel und Lecks beim Verfassungsschutz und den Kriminalämtern aufzudecken und öffentlich zu machen.Stattdessen verhielten sich die Medien im Unwissen. Und scheinen auch jetzt nur zögerlich ihre eigentlichen Aufgaben wahr zu nehmen.Und da wundert man sich, wenn das Vertrauen in sie sinkt und sich der enttäuschte Mensch zunehmend auf seine unmittelbaren Interessen beschränkt. Und höchstens noch unterhalten sein will. Und das möglichst anspruchslos.
Ich gehöre zur Kaste der Journalisten, zeitlebens schon, aber halt zur Generation von vorgestern, wie mir zunehmend bewusst wird. Aber ich möchte dann auch mein Handwerk weiter so betreiben, wie ich das einstens vermittelt bekam. Auch wenn es nicht mehr so sehr dem Zeitgeist entspricht.
Dabei habe ich gerade jetzt zum Jahresbeginn mit meinem Archiv zu tun. Das nicht mehr öffentlich einsehbar ist. Um die Übersicht zu behalten, ist es in Themen eingeteilt.Und jedes davon in Jahresabschnitte. Deren Kennzeichnung mich derzeit in Anspruch nimmt. Die erste Teilung für 2012 betraf das Thema Bundespräsident Christian Wulff. Zwar mehr zufällig, weil sich der letzte Artikel, den ich im vergangenen Jahr zu archivieren hatte, betitelte: „Wulff: Kredit war kein Dankeschön für Porsche-Rettung“. Was ja doch darauf schließen lässt, dass auch 2012 die Medienkampagne weitergehen wird. Rein sachlich gesehen ein Thema und Beispiel von vielen, vielen anderen, mit denen das alte Jahr endete. Und 2012 fortgesetzt werden wird.
Und diese Vielzahl an Themen, die mich als engagierten Menschen im vergangenen Jahr beschäftigten, ließen mich mitunter schon wünschen, es sollten weniger und – wie etwa die europäische Währungs- und Schuldenkrise – verständlicher werden. In der „Frankfurter Rundschau“ stieß ich dazu auf einen mE hochinteressanten Leitartikel, in dem es u.a heißt (Auszug): „Was für ein Jahr! Als wäre eine Rakete voller Sensationen vorbeigeschossen. Ganz mitgekommen ist da wohl niemand. Was 2011 geschah, reicht für ein ganzes Jahrzehnt. Diktaturen fielen, Völker erhoben sich, Politiker stürzten aus dem Zenit, das Meer fiel über Japan her, Griechenland versank in der Pleite, die Wirtschaft rund um den Globus geriet ins Stocken, und, und , und...“ (Ende des Auszugs) Das Fazit? Nach diesem Jahr wünschte ich mir, die Welt möge schrumpfen auf das Maß des eigenen Lebens.
Für das Vertrauen in die Medien war 2011 kein gutes Jahr, hieß es sinngemäß in bezuggenommenen Artikel der FR. Und der Autor erläuterte das auch in anschaulicher Weise mit den Vorgängen im Nahen Osten. Wo sich – vermeintlich ganz unvermittelt – das Volk nacheinander gegen ihre Machthaber erhob. Es kam doch aber nicht wirklich überraschend? Nur berichteten die Medien erst mit den Ausbruch der Unruhen. Und das in vordergründiger, spektakulärer Weise. „Wo waren die zahllosen Islamexperten in den Monaten zuvor gewesen?“, fragt der Autor in der FR in seinem Bericht, um fortzufahren: „Warum hat niemand uns vorbereiten können auf diese Aufstände? Warum hat niemand uns informiert über diese ganz weltliche Lust auf Demokratie und Wohlstand, die die arabische Welt plötzlich so verwandt erscheinen ließ?“ Dabei muss man nicht erst in den Nahen Osten schauen, um die Frage zu stellen, warum die Medien erst dann von bestimmten relevanten Vorgängen berichten, wenn diese von dritter Seite öffentlich gemacht wurden?
Irgendwo tauchte in diesem Zusammenhang der Begriff des Mainstreamjournalismus auf, und damit eine Berichterstattung, für die der Medienkonzerngewinn wichtigster Maßstab und die politischen Rahmenbedingungen für dessen Optimierung oberstes Prinzip ist. Der sich zwangsläufig in der Produktion von publikumswirksamen und damit einträglichen Effekten verliert und sich in ihrem Wahrheitsgehalt kaum von irgendeiner Werbebotschaft. unterscheidet. Guttenberg ist da nur ein Beispiel dafür, der durch die Medienhype zu seiner Person überhaupt erst mächtig wurde. Und erst als die Öffentlichkeit durch solide Recherche – nicht etwa von Journalisten - über die Hintergründe - unwiederlegbar ins Bild gesetzt wurde, vollzogen die Medien eine Wende und ließen ihn fallen. Und auch Christian Wulff ist nicht durch zeitnahe sorgfältige Recherche von Journalisten ins Visier der Medien geraten, sondern durch einen Grünen-Politiker im niedersächsischen Landtag. Und wenn in den Weihnachtsansprachen der Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder Fassungslosigkeit über die Umtriebe des nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ausgedrückt wird, müssten sich auch dabei die Medien fragen, wo denn da ihr investigatives Engagement geblieben ist? Man beschränkte sich auf die Berichterstattung über konkrete Erscheinungen dieser Szene, ohne wirklich nach Hintergründen und Zusammenhängen zu forschen. Und hätte doch die Chance gehabt, auch Mängel und Lecks beim Verfassungsschutz und den Kriminalämtern aufzudecken und öffentlich zu machen.Stattdessen verhielten sich die Medien im Unwissen. Und scheinen auch jetzt nur zögerlich ihre eigentlichen Aufgaben wahr zu nehmen.Und da wundert man sich, wenn das Vertrauen in sie sinkt und sich der enttäuschte Mensch zunehmend auf seine unmittelbaren Interessen beschränkt. Und höchstens noch unterhalten sein will. Und das möglichst anspruchslos.
Ich gehöre zur Kaste der Journalisten, zeitlebens schon, aber halt zur Generation von vorgestern, wie mir zunehmend bewusst wird. Aber ich möchte dann auch mein Handwerk weiter so betreiben, wie ich das einstens vermittelt bekam. Auch wenn es nicht mehr so sehr dem Zeitgeist entspricht.
Sonntag, 1. Januar 2012
Motiviert, ohne wirkliche Vorsätze ins Jahr 2012
Sollte ich nicht versuchen, das Neue Jahr wenigstens mit einigen gescheiten Überlegungen und Sätzen zu beginnen? Wenn ich schon meine, es bedürfe in meinem fortgeschrittenen Alter keiner neuen Vorsätze mehr und es genüge, in der bisherigen Weise fortzufahren? Ist aber nicht auch das schon ein Vorsatz?
Meine Lebensweise brachte immerhin mit sich, dass ich heute zu gewohnter Zeit ausgeschlafen wie sonst auch bin. Und so will ich auch Allen, die bewusst oder zufällig diesen Blog (oder heißt es richtiger „dieses“ Blog) anklicken ein gutes Neues Jahr und alles Gute wünschen.
Seit man mir diese Seite eingerichtet hat, bin oder war ich am überlegen, wie ich sie eigentlich inhaltlich gestalten soll. Ich will das nicht weiter fortsetzen und einfach eintragen, was mich beschäftigt. Zumal mir ja auch angeraten wurde, es in Form eines Tagebuches zu tun. Das hab' ich zwar früher schon hin und wieder versucht, ohne dass es mir gelungen ist. Weil ich meine – was ich ja erst kürzlich hier festhielt – es könne kaum jemanden interessieren, und ginge auch niemanden etwas an, was mich so tagsüber beschäftigt.
Gestern versuchte ich also zum Beispiel, mich weniger mit dem Internet, dafür aber mehr mit dem Fernsehen zu befassen, weil das ja zum Abschluss eines Jahres angemessener und unterhaltsamer ist. Dabei stieß ich zunächst auf die Qualifikation der Vierschanzentournee in Garmisch. Kein Thema mehr für mich, seit dieser Sport zu einem Medienspektakel geworden ist mit Moderatoren, Reportern, Co-Kommentatoren und sonstigen Experten. Da wird in einer Weise palavert, interviewt und kommentiert, dass man meinen könnte, die Akteure springen da nur, um den Leuten mit den Mikrofonen Stoff zum Palavern zu geben. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass der Kameramann jeden Sportler nach seinem jeweiligen Sprung so lange im Bild behält, bis der seine Schier abgeschnallt und in die Kamera gewinkt hat. Irgendwie hat das nur noch mittelbar mit Sport, aber wohl mehr mit Werbung zu tun. Und das ist jedenfalls für mich kein Anlass, um den so gearteten Verlauf stundenlang anzugucken.
Was das Fernsehen angesichts des Jahresabschlusses an inhaltlichen Programmen anbot, konnte die Wahl schwer machen.Zunächst zwar noch nicht so sehr, denn da war im SWR „Ein Herz und eine Seele“ (mit der „Sylvesterparty“) die ich immer wieder sehens- und hörenswert finde. Dann aber sah ich zur besinnlichen Einstimmung die Ökumenische Vesper zum Jahresabschluss aus der Deutschordenskirche in Frankfurt/M (im Programm der ARD). Darüber gäbe es einige Bemerkungen zu machen, aber das vielleicht später.
Was danach an Musikprogrammen auf den verschiedensten Kanälen geboten wurde, war teitweise hervorragend, nur überschnitten sich die Angebote teilweise und es bedurfte einiger Überlegung, welchem musikalischem Erlebnis ich den Vorzug geben soll. Ich entschloss mich für den MDR, der die Neunte von Beethoven im Leipziger Gewandhaus übertrug. Ich empfand es als gewaltig, was Chor und Orchester boten. Und bin bei Konzerten, die aus dem Gewandhaus übertragen werden, immer wieder beeindruckt von diesem Konzerthaus, in dem ich gern mal ein Konzert erleben möchte. Ich kenne eine ganze Anzahl an Konzerthallen im In- und Ausland, aber doch nur die wenigsten, die es wert wären, dass man sie kennenlernt.
Der Wunsch fand seine Fortsetzung bei dem nächsten Programm, geboten bei Arte aus dem . Mariinski-Theater St. Petersburg, für mich der Höhepunkt des Abends. „Hommage an Marius Petipa“ betitelten sich die Auftritte der Ballettkompagnie des Theaters aus der Ballettaufführung "Paquita" dieses herausragenden Ballettkünstlers und späteren Ballettdirektors des Mariinski-Theaters. Es war ein echtes Erlebnis, diesen Auftritten von Solisten und der Kompagnie insgesamt folgen zu können. Ich erinnere mich nicht, eine ähnlich hervorragende Ballettaufführung gesehen und erlebt zu haben. Die natürlich auch durch das außerordentlich große Ballettensemble als Rahmen der SolitänzerInnen wirkte.
Es bleibt insgesamt der nachhaltige Eindruck gerade des Musik- und des Ballettprogramms, der mir diesen Jahresabschluss so sehr zum Erlebnis werden ließ. Alles andere, was danach geboten wurde, mag mehr oder weniger gut oder auch unterhaltsam gewesen sein: für mich war das Gesehene und Gehörte einsame Spitze. Nun bin ich neugierig auf das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2012 im ZDF.
Meine Lebensweise brachte immerhin mit sich, dass ich heute zu gewohnter Zeit ausgeschlafen wie sonst auch bin. Und so will ich auch Allen, die bewusst oder zufällig diesen Blog (oder heißt es richtiger „dieses“ Blog) anklicken ein gutes Neues Jahr und alles Gute wünschen.
Seit man mir diese Seite eingerichtet hat, bin oder war ich am überlegen, wie ich sie eigentlich inhaltlich gestalten soll. Ich will das nicht weiter fortsetzen und einfach eintragen, was mich beschäftigt. Zumal mir ja auch angeraten wurde, es in Form eines Tagebuches zu tun. Das hab' ich zwar früher schon hin und wieder versucht, ohne dass es mir gelungen ist. Weil ich meine – was ich ja erst kürzlich hier festhielt – es könne kaum jemanden interessieren, und ginge auch niemanden etwas an, was mich so tagsüber beschäftigt.
Gestern versuchte ich also zum Beispiel, mich weniger mit dem Internet, dafür aber mehr mit dem Fernsehen zu befassen, weil das ja zum Abschluss eines Jahres angemessener und unterhaltsamer ist. Dabei stieß ich zunächst auf die Qualifikation der Vierschanzentournee in Garmisch. Kein Thema mehr für mich, seit dieser Sport zu einem Medienspektakel geworden ist mit Moderatoren, Reportern, Co-Kommentatoren und sonstigen Experten. Da wird in einer Weise palavert, interviewt und kommentiert, dass man meinen könnte, die Akteure springen da nur, um den Leuten mit den Mikrofonen Stoff zum Palavern zu geben. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass der Kameramann jeden Sportler nach seinem jeweiligen Sprung so lange im Bild behält, bis der seine Schier abgeschnallt und in die Kamera gewinkt hat. Irgendwie hat das nur noch mittelbar mit Sport, aber wohl mehr mit Werbung zu tun. Und das ist jedenfalls für mich kein Anlass, um den so gearteten Verlauf stundenlang anzugucken.
Was das Fernsehen angesichts des Jahresabschlusses an inhaltlichen Programmen anbot, konnte die Wahl schwer machen.Zunächst zwar noch nicht so sehr, denn da war im SWR „Ein Herz und eine Seele“ (mit der „Sylvesterparty“) die ich immer wieder sehens- und hörenswert finde. Dann aber sah ich zur besinnlichen Einstimmung die Ökumenische Vesper zum Jahresabschluss aus der Deutschordenskirche in Frankfurt/M (im Programm der ARD). Darüber gäbe es einige Bemerkungen zu machen, aber das vielleicht später.
Was danach an Musikprogrammen auf den verschiedensten Kanälen geboten wurde, war teitweise hervorragend, nur überschnitten sich die Angebote teilweise und es bedurfte einiger Überlegung, welchem musikalischem Erlebnis ich den Vorzug geben soll. Ich entschloss mich für den MDR, der die Neunte von Beethoven im Leipziger Gewandhaus übertrug. Ich empfand es als gewaltig, was Chor und Orchester boten. Und bin bei Konzerten, die aus dem Gewandhaus übertragen werden, immer wieder beeindruckt von diesem Konzerthaus, in dem ich gern mal ein Konzert erleben möchte. Ich kenne eine ganze Anzahl an Konzerthallen im In- und Ausland, aber doch nur die wenigsten, die es wert wären, dass man sie kennenlernt.
Der Wunsch fand seine Fortsetzung bei dem nächsten Programm, geboten bei Arte aus dem . Mariinski-Theater St. Petersburg, für mich der Höhepunkt des Abends. „Hommage an Marius Petipa“ betitelten sich die Auftritte der Ballettkompagnie des Theaters aus der Ballettaufführung "Paquita" dieses herausragenden Ballettkünstlers und späteren Ballettdirektors des Mariinski-Theaters. Es war ein echtes Erlebnis, diesen Auftritten von Solisten und der Kompagnie insgesamt folgen zu können. Ich erinnere mich nicht, eine ähnlich hervorragende Ballettaufführung gesehen und erlebt zu haben. Die natürlich auch durch das außerordentlich große Ballettensemble als Rahmen der SolitänzerInnen wirkte.
Es bleibt insgesamt der nachhaltige Eindruck gerade des Musik- und des Ballettprogramms, der mir diesen Jahresabschluss so sehr zum Erlebnis werden ließ. Alles andere, was danach geboten wurde, mag mehr oder weniger gut oder auch unterhaltsam gewesen sein: für mich war das Gesehene und Gehörte einsame Spitze. Nun bin ich neugierig auf das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2012 im ZDF.
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