Samstag, 17. Juni 2023

 

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CHRIST IN DER GEGENWART
Sehr geehrter Herr Seifert,
 
Religion ist ohne Musik fast undenkbar, und auch die Musik wäre ohne sakrale Werke erheblich ärmer. Eine Stuttgarter Inszenierung der Messiaen-Oper Saint François d’Assise bindet, passend zum namensgebenden Heiligen, die Stimmen der Natur in den Lobgesang mit ein: Der mittlere Teil findet im Grünen statt.
 
Gerade auch ein Gespräch mit Nicht-Gläubigen kann religiöse Diskurse voranbringen: Das zeigt das Buch Über Gott und die Welt von Theologin Mira Ungewitter und Publizist Michael Horowitz. Eine Besprechung.
 
Zehntausende Menschen kamen zusammen, um ihren Glauben zu feiern, interkonfessionelle Dialoge zu führen und sich mit den drängenden Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen: Der Evangelische Kirchentag zeigte sich wie immer festlich, klangvoll, diskussionsfreudig, politisch. Drei unterschiedliche Berichte (zu lesen mit dem Digital-Abo).
 
Wir wünschen eine gesegnete Woche!
 
Ihre Redaktion
CHRIST IN DER GEGENWART
 
AKTUELLE AUSGABE
CIG_23-25
WEITERE THEMEN DER AKTUELLEN AUSGABE:
Zeitgemäßer Blick auf den engsten Kreis um Jesus: Zur Diversität der „Zwölf“ in den Evangelien.
Vereinbarkeit von Spiritualität und Wissenschaft: Zum 400. Geburtstag Blaise Pascals.
Gegen toxisches Gedankengut: Der Wochenrückblick mit gesellschaftspolitischen Schlaglichtern.
Beten in der Waagerechten: Plädoyer für das Liegen als spirituelle Körperhaltung.
Das Bündnis stärken: Zum 60. Jahrestag der Besiegelung deutsch-französischer Freundschaft.
Mehr als ein Kalenderspruch: Warum es gerade für junge Menschen wichtig ist, sich gegen ausgetretene Pfade zu entscheiden.
 
LESEEMPFEHLUNG
Gott – Natur – Mensch. Eine theologische Standortbestimmung angesichts der Klimakrise
 
Markus Knapp 
 
Gott – Natur – Mensch. Eine theologische Standortbestimmung angesichts der Klimakrise
 
22,00 EUR
 
Die Klimakrise zeigt sich als Folge des Strebens der Menschheit nach möglichst vollständiger Unterwerfung und Ausbeutung der Natur. Aber haben die biblischen Religionen dieses Naturverhältnis nicht religiös legitimiert? Markus Knapp zeigt, dass sich dieser Vorwurf entkräften lässt. Er entwickelt ein philosophisch-theologisches Verständnis der Klimakrise und erläutert die sich daraus ergebenden Konsequenzen.
 
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 25.000 Euro für kulturelle Projekte

Studierendenwerk Thüringen unterstützt studentische Initiativen in Erfurt, Ilmenau, Jena und Weimar

 

Mit 25.000 Euro pro Halbjahr fördert das Studierendenwerk Thüringen studentische Kulturprojekte, die Studierende kulturell, sportlich oder interkulturell zusammenbringen – so auch die folgenden 16 Projekte, für die die Antragstellung vom 15. April bis 31. Mai möglich war:

 

Projekt

Standort

Fördersumme

Frommanscher Skulpturen Garten 2023

Jena

150 €

Weihnachtskonzert des Studierendenchors 'Collegium Vocale' der Uni Jena

Jena

2.000 €

Sommerfest des Studierendenrats Fachhochschule Erfurt

Erfurt

1.000 €

Klangrausch Vol. XIV

Weimar

2.000 €

Weimarer Studierendenball

Weimar

1.000 €

MetaWare X Wohnlabor

Weimar

1.000 €

Probenwochenende des Psycho-Chors der Uni Jena

Jena

3.000 €

Sportify

Ilmenau

200 €

Incredible India 6

Weimar

1.000 €

Erste Gigs im Club des Med-Club Jena e.V.

Jena

2.485 €

Hochschulliga

Erfurt

3.843,20 €

Ausstellung des Laienwandkollektivs

Jena

1.807,80 €

Kabarett zur Bergfestwoche

Ilmenau

1.000 €

Aktzeichenzirkel WiSe 2023/24

Jena

1.064 €

Of Webs, Patterns and Other Beings

Weimar

2.000 €

easyeasybar

Weimar

1.450 €

 

Zu dem Ergebnis kam eine Jury, die gestern gemeinsam über die 29 eingereichten Projekte sprach und entschied. Zu der Jury gehörten neben Mitarbeitenden des Studierendenwerks Thüringen auch sieben Studierende aus verschiedenen Hochschulen (Bauhaus-Universität Weimar, Duale Hochschule Gera-Eisenach, Fachhochschule Erfurt, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, Hochschule Nordhausen und Technische Universität Ilmenau).

 

Im nächsten Ausschreibungszeitraum, der vom 15. Oktober bis 30. November 2023 geht, können wieder Projektanträge zur finanziellen Förderung beim Studierendenwerk Thüringen eingereicht werden. Außerdem können sich die die Studierenden der staatlichen Thüringer Hochschulen mit einem Motivationsschreiben als Jury-Mitglied bewerben. Das Studierendenwerk Thüringen informiert zu gegebener Zeit entsprechend auf der Webseite.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Rebecca Heuschkel

 

Kommunikation und Kultur

 

 

 

Leiterin

 

 

 

 

 

 

 

Studierendenwerk Thüringen

Tel.:

+49 3641 9400 546

STW_Logo mit Zusatz 2020

Philosophenweg 22

Fax:

+49 3641 9400 502

07743 Jena

Mobil:

+49 151 544 25 240

 

 Pressemitteilungen der Deutschen Bischofskonferenz

16.06.2023
097


Heiligtumsfahrt Aachen 2023

Bischof Bätzing: „Du selbst bist der beste Grund, in der Kirche zu bleiben“

 

Am vergangenen Freitag (9. Juni 2023) ist in Aachen die Heiligtumsfahrt eröffnet worden. Seit über 660 Jahren kommen Menschen als Pilger nach Aachen zu dieser Heiligtumsfahrt. Ihr Ziel ist die Verehrung von vier Reliquien, die seit der Zeit Karls des Großen als Schatz im Aachener Dom aufbewahrt werden. Der Geschichte nach erhielt Karl die Reliquien um das Jahr 800 n. Chr. als Geschenk aus Jerusalem. Seit 1349 werden die Reliquien alle sieben Jahre den Gläubigen aus dem europäischen Raum und aus aller Welt gezeigt und dazu für den Zeitraum von zehn Tagen aus dem goldenen Marienschrein im Aachener Dom entnommen.

 

An diesem Freitag (16. Juni 2023) hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, den Pilgergottesdienst der Heiligtumsfahrt vor dem Aachener Dom gefeiert. In seiner Predigt erinnerte er an den tschechischen Priester und Soziologen Tomáš Halík, der in dem Buch Der Nachmittag des Christentums. Eine Zeitansage die unübersichtliche Krisenlage der Kirche konstruktiv und positiv gedeutet hat. „Viele unserer Begriffe, Vorstellungen und Erwartungen, viele Formen unseres Glaubens, viele Gestalten der Kirche und der Theologie, so Halík, müssten sterben – sie waren zu klein. Unser Glaube müsse die Mauern überwinden, die von unserer Angst, unserem Mangel an Mut aufgerichtet wurden; wie Abraham gelte es, auf unbekannten Wegen hinausziehen in eine unbekannte Zukunft. Auf den neuen Wegen werden wir vermutlich Menschen begegnen, die ihre eigenen, für uns überraschend unbekannten Vorstellungen über die Richtung und das Ziel des Weges haben. Und auch diese Begegnungen werden für uns ein Geschenk sein“, fasste Bischof Bätzing Tomáš Halík zusammen.

 

Das Motto der diesjährigen Aachener Heiligtumsfahrt, „Entdecke mich“, gelte zu allen Zeiten neu, so Bischof Bätzing: „Wo sich gerade alles ändert, wo vieles zerbricht, wo Hunderttausende jedes Jahr ihre Verbindung zur Kirche mehr oder weniger kappen, wo angesichts eklatanter Krisen und wenig greifbarer Veränderungen in der Kirche zunehmend auch die Hochverbundenen unsicher werden und insgesamt Zuversicht schwindet, wo zeigen sich denn die ‚zarten Pflänzchen‘ neuen Wachstums? Wo geben sich denn Zeichen der Gegenwart Jesu Christi in unserer Zeit zu erkennen, aus denen Zukunft aufscheint?“

 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zeigte an mehreren Beispielen diese „Pflänzchen neuen Wachstums“ auf. In Frankfurt am Main habe er das Wirken der Schwestern von Mutter Teresa im Bahnhofsviertel erlebt, bei den Menschen „ganz unten“. Die Ordensfrauen kennen Einzelne und sprechen sie an: „Aber ihr eigentliches Anliegen ist es, diesen Menschen mit einem Brot zugleich etwas Zuwendung zu schenken. Die, die zusammenkommen, wissen es: Zuerst wird gebetet. Diesen Augenblick werde ich nicht vergessen. Es sind ja nicht alles Christen und Christinnen, die da zusammenkommen. Aber alle sind unruhig Getriebene durch ihre Abhängigkeit. Und dann stellt sich bei dem kurzen Gebet ein Moment der Würde ein. Jede Einzelne und jeden Einzelnen von diesen Menschen sieht Gott. … Der gütige Blick und die Geste der Schwestern bringen Gott ins Spiel dieser unwürdigen Verhältnisse, und das ist mehr als man hoffen darf“, so Bischof Bätzing.

 

Als weiteres Beispiel nannte er die Erfahrung mit Pilgerinnen und Pilgern in Lourdes, darunter junge Menschen, die als Freiwillige die Kranken betreuten. Einer von ihnen habe gefragt, warum er noch in der Kirche bleiben solle. „Die Aufmerksamkeit war groß, und wir haben in der ganzen Gruppe lange ehrlich miteinander gerungen; wie gut, dass der kritische Mensch seine Frage gestellt und nicht für sich behalten hat. Mehrmals trafen wir uns in den nächsten Tagen und ich sah ihn immer wieder fröhlich im Gespräch mit Kranken. Am Sonntagabend aber war ich bass erstaunt. Da trug er das Kreuz und führte mit anderen aus der Gruppe die Lichterprozession an, würdig und konzentriert. Und ich dachte mir: Ob da im Herzen und im Kopf dieses jungen Mannes etwas geschieht?“ Bischof Bätzing fügte in seiner Predigt noch die Antwort hinzu, die er dem jungen Mann auf seine Frage gegeben hatte: „Du selbst bist der beste Grund, in der Kirche zu bleiben.“

 

Hinweis:

Die Predigt von Bischof Dr. Georg Bätzing bei der Aachener Heiligtumsfahrt finden Sie als PDF-Datei in der Anlage sowie nach Ablauf der Sperrfist unter www.dbk.de.

 

Weitere Informationen zur Aachener Heiligtumsfahrt sind unter https://heiligtumsfahrt-aachen.de/start/ verfügbar.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller (Erz-)Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 65 Mitglieder (Stand: Juni 2023) aus den 27 deutschen (Erz-)Bistümern an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft.

 

 

Freitag, 16. Juni 2023

 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen

Erfurt, 15. Juni 2023
 
 
Grüner Terminhinweis
Netzwerktagung "Opferschutz im Justizalltag und Strafverfahren"
am 21. Juni 2023 ab 14:00 Uhr im Thüringer Landtag
 
Sehr geehrte Vertreter*innen der Medien,
im Rahmen einer Netzwerktagung wollen wir als Fraktion mit Expert*innen diskutieren, wie Opferschutz im Justizalltag verbessert werden kann, welche rechtlichen Spielräume besser genutzt und welche gerichtlichen Verfahrensabläufe und Qualitätsstandards etabliert werden können. Außerdem soll es in unserer Veranstaltung darum gehen, wie die Betroffenenperspektive im Strafverfahren gestärkt werden kann - insbesondere über Möglichkeiten zur Verbesserung des staatlichen Umgangs mit von rechter oder rassistischer Gewalt Betroffenen oder Fälle häuslicher Gewalt. Bundesweit wurden bereits vereinzelt Schwerpunktabteilungen oder Zentralstellen für Hasskriminalität und Rechtsextremismus eingeführt. Wäre eine Etablierung derartiger Schwerpunktabteilungen in der Thüringer Staatsanwaltschaft sinnvoll? In verschiedenen Input-Vorträgen zur Betroffenen- sowie zur juristischen Perspektive und einer Paneldiskussion sollen diese Fragen thematisiert werden.
Datum: 21. Juni 2023
Uhrzeit: 14:00 – 18:00 Uhr
Ort: Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt sowie digital
 
Neben unserer Fraktionsvorsitzenden und Sprecherin für Justiz Astrid Rothe-Beinlich und unserer Sprecherin für Innenpolitik, Demokratie und Antifaschismus Madeleine Henfling sind u.a. folgende Expert*innen mit dabei:
  • Dr. Kati Lang, Rechtsanwältin mit Arbeitsschwerpunkt der Vertretung von Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sowie Mitherausgeberin des Sammelbands „Recht gegen rechts. Report 2023“
  • Markus Oswald, Staatsanwalt und Ansprechpersonen für LSBTI* bei der Staatsanwaltschaft Berlin
  • Franz Zobel, Projektleiter ezra - Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
  • Georg von Schmettau, stellvertretender Direktor und Familienrichter am Amtsgericht Erfurt
  • Dr. Daniel Geschke, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena
 
Wir laden Sie herzlich zur Berichterstattung über unsere Netzwerktagung ein.
Melden Sie sich dafür gern bei mir zurück.
 
Mit freundlichen Grüßen
Anika Schidda
Pressesprecherin
 

 


Pressemitteilung
BILDTERMIN: Übergabe des Jahresberichts 2023 des Petitionsausschusses an Bundestagspräsidentin Bas

Mittwoch, 21. Juni 2023 , 9.45 Uhr
Reichstagsgebäude, Präsidialebene, Saal 2 N 037
 

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas nimmt den Jahresbericht 2023 des Petitionsausschusses entgegen.


Deutscher Bundestag
Pressestelle

 Pressemitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik


Erfurt, 15. Juni 2023 - Nr. 120/2023

Thüringer Industrie von Januar bis April 2023: Preisanstiege treiben Umsatzplus auf 11,4 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum

Die Thüringer Industrie erzielte von Januar bis April 2023 rund 13,1 Milliarden Euro Umsatz. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, lagen die Umsätze (bei gleicher Anzahl an Arbeitstagen) in den Industriebetrieben mit 50 und mehr Beschäftigten um 11,4 Prozent bzw. 1,3 Milliarden Euro über dem Vorjahreszeitraum. Bei den Umsatzzuwächsen ist zu beachten, dass sich hier starke Preisanstiege widerspiegeln. Preisbereinigt verzeichnete der Umsatz nach vorläufigen Angaben bis April 2023 ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.





Machen Sie mit bei der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023, jetzt für die Teilnahme anmelden!
https://statistik.thueringen.de/EVS/anmeldung


Herausgegeben vom Thüringer Landesamt für Statistik – Grundsatzfragen und Presse

Donnerstag, 15. Juni 2023

 Pressemitteilungen der Deutschen Bischofskonferenz

15.06.2023
095

 

Sperrfrist: Donnerstag, 15. Juni 2023, 17.00 Uhr!


Siebter Katholischer Flüchtlingsgipfel widmet sich besonders schutzbedürftigen Geflüchteten

„Gemeinsam für den Flüchtlingsschutz eintreten“

 

In Berlin hat heute (15. Juni 2023) der siebte Katholische Flüchtlingsgipfel stattgefunden. Auf Einladung von Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, kamen rund 100 Fachleute der kirchlichen Flüchtlingshilfe zusammen. Im Fokus standen die Bedürfnisse besonders vulnerabler Schutzsuchender, darunter Geflüchtete mit Behinderung, traumatisierte Personen, unbegleitete Minderjährige, Opfer von Menschenhandel sowie Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung Gewalt erfahren haben.

 

In seiner Eröffnungsansprache skizzierte Erzbischof Heße den Kontext des internationalen Fluchtgeschehens mit mehr als 108 Millionen schutzsuchenden Menschen: „Seit über einem Jahr wütet wieder ein Krieg in Europa. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Aber nicht nur in unserer direkten Nachbarschaft, auch in anderen Teilen der Welt nehmen Konflikte und Krisen zu – zahlreiche Menschen sind gezwungen, vor Krieg, Unterdrückung oder den Folgen des Klimawandels zu flüchten. Mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine und weitere 200.000 Menschen aus anderen Herkunftsländern haben im vergangenen Jahr in Deutschland Schutz gefunden.“ Der Erzbischof würdigte in diesem Zusammenhang das Engagement der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen: „Dank der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft in unserem Land lässt sich die große humanitäre Aufgabe gut bewältigen.“ Gleichzeitig warnte er vor der „Versuchung, in einen flüchtlingspolitischen ‚Unterbietungswettbewerb‘ einzutreten“. Statt polarisierter Debatten seien pragmatische und menschenwürdige Antworten gefragt. Dabei leiste die kirchliche Flüchtlingshilfe einen wichtigen Beitrag: „So haben sich 2022 im Raum der katholischen Kirche etwa 37.400 Ehrenamtliche und 5.600 Hauptamtliche für Geflüchtete engagiert. Die Dienste der kirchlichen Flüchtlingshilfe erreichten über 430.000 Schutzsuchende.“ Der Schwerpunkt vieler kirchlicher Initiativen liege auf der Unterstützung vulnerabler Geflüchteter. Denn der Kirche sei daran gelegen, „sich den Menschen an den existenziellen Peripherien zuzuwenden, das heißt: die besonders Verletzlichen in den Mittelpunkt zu stellen“.

 

Friederike Foltz (UNHCR Deutschland) legte die flüchtlingsrechtliche Bedeutung von Vulnerabilität dar: „Das frühzeitige Erkennen von Vulnerabilitäten, d. h. von spezifischen Unterstützungsbedarfen, die Personen im Kontext das Asylverfahrens und der Aufnahmesituation haben, ist eine besonders wichtige Komponente für die Durchführung eines fairen Asylverfahrens.“ Prof. Dr. Anja Middelbeck-Varwick (Fachbereich Katholische Theologie der Universität Frankfurt) beleuchtete die theologische Dimension der Thematik: „Menschen sind verwundbar und können andere verwunden – die christliche Tradition weiß darum und steht selbst nicht außerhalb dieses Gefüges. In den Kontexten von Flucht, Vertreibung und Asylsuche ist der Kirche – als Nachfolgegemeinschaft Jesu – hier eine klare Linie vorgegeben. Ihr Auftrag ist es, Schutz und Zuflucht zu gewähren und sich beharrlich für Schwache, Leidende und Ausgegrenzte einzusetzen.“ Dies habe auch politische Implikationen: „Wenn eine gemeinsame europäische Asylpolitik wesentlich darin besteht, unzumutbare Verfahren an den EU-Außengrenzen zu beschließen, ist es auch Auftrag der Kirche, hier zu protestieren und für das Recht von Entrechteten einzutreten.“

 

In Arbeitsgruppen bestand die Möglichkeit zum Austausch über unterschiedliche Formen der Vulnerabilität im Fluchtkontext. Anhand von Praxisbeispielen wurden konkrete Handlungsansätze für die kirchliche Flüchtlingshilfe in den Diözesen und Verbänden diskutiert. Darüber hinaus widmete sich eine Arbeitsgruppe der Aufnahme von Geflüchteten im Rahmen des staatlich-zivilgesellschaftlichen Aufnahmeprogramms „Neustart im Team“ (NesT), an dem sich auch einige kirchliche Akteure beteiligen.

 

In einer Podiumsdiskussion wurden Herausforderungen im Bereich des Flüchtlingsschutzes thematisiert. Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Dr. Hans-Eckhard Sommer, nahm dabei folgende Lagebeschreibung vor: „Aufgrund des aktuellen Migrationsgeschehens verzeichnen wir eine enorm hohe Anzahl an Asylzugängen, die uns als Bundesamt vor große Herausforderungen stellt. Doch konnten wir dank des großen Engagements der Mitarbeitenden und durch flexibel gehandhabten Personaleinsatz sowohl bei der Antragsbearbeitung als auch bei der Durchführung von Anhörungen und Entscheidungen eine beachtliche Leistungssteigerung erzielen. Dies erfolgte stets in enger Zusammenarbeit mit den Bundesländern.“ Die innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lamya Kaddor, plädierte für einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel in der Asyl- und Migrationspolitik: „Dazu gehören die Novellierung der Fachkräfteeinwanderung, ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht, Erleichterungen beim Arbeitsmarktzugang für Asylbewerber und Asylbewerberinnen, eine vereinfachte Familienzusammenführung und verbesserte Integrationsmaßnahmen als Gesamtpaket. Das Migrationspaket II ist insbesondere aufgrund der Familienzusammenführung und der Erleichterungen für Menschen im humanitären Bereich für uns von großer Bedeutung. Das Recht auf Asyl ist selbstverständlich ein hohes Gut und Grundrecht, das auch in der Genfer Flüchtlingskonvention verankert ist und das wir schützen müssen.“ Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, äußerte Kritik an der geplanten Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS): „Für die Caritas enthält das Paket der EU-Innenminister etliche Pferdefüße. In den nun anstehenden Verhandlungen müssen unbedingt die Ausnahmen im Rahmen der Grenzverfahren ausgeweitet werden, insbesondere für Familien mit minderjährigen Kindern. Die Bestimmung von sogenannten sicheren Drittstaaten darf nicht einzelnen Mitgliedstaaten überlassen werden, sondern muss sich an den Standards der Genfer Flüchtlingskonvention orientieren, sonst steuern wir auf einen neuerlichen Flickenteppich im Flüchtlingsschutz zu, der schwerwiegende Folgen für die Einhaltung von Menschenrechten an den EU-Außengrenzen und für die Glaubwürdigkeit der EU haben wird.“ Erzbischof Heße bekräftigte: „Als Kirche stehen wir dafür ein, dass Deutschland sich als modernes Einwanderungsland und zugleich als Land des Flüchtlingsschutzes begreift. Wir machen uns stark für bessere Teilhabemöglichkeiten und ein gutes gesellschaftliches Miteinander.“ Die Vielfalt und die Kreativität der kirchlichen Flüchtlingshilfe seien – gerade auch angesichts beträchtlicher Herausforderungen – Auftrag und Ermutigung: „Treten wir weiterhin gemeinsam für den Flüchtlingsschutz ein!“

 

Hintergrund

Die heute veröffentlichte Statistik der Deutschen Bischofskonferenz zur katholischen Flüchtlingshilfe für das Jahr 2022 hat ergeben, dass die 27 (Erz-)Bistümer, die Militärseelsorge und die kirchlichen Hilfswerke insgesamt rund 94,2 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt haben, darunter 35,5 Millionen für die Flüchtlingshilfe im Inland und 58,7 Millionen für die Unterstützung der Flüchtlinge im Ausland. Im Jahr 2022 waren etwa 5.600 hauptamtliche Mitarbeitende und rund 37.400 Ehrenamtliche in der Hilfe für Geflüchtete tätig. Mindestens 432.000 Schutzsuchende wurden durch die katholische Flüchtlingshilfe im Inland erreicht.

 

Hinweise:

Die Statistik zur Flüchtlingshilfe 2022 und die Eröffnungsansprache von Erzbischof Dr. Stefan Heße sind als PDF-Dateien im Anhang sowie nach Ablauf der Sperrfist unter www.dbk.de und auf der Internetseite zur katholischen Flüchtlingshilfe unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de verfügbar.

 

Von dieser Veranstaltung werden im Laufe des Tages kostenfreie Fotos zur Verfügung gestellt, die in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen werden können. Bitte die Copyright-Angaben beachten.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller (Erz-)Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 65 Mitglieder (Stand: Juni 2023) aus den 27 deutschen (Erz-)Bistümern an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft.