Mittwoch, 1. Juli 2015

Ortsteil Steigerthal:

Bernd Müller macht weiter – „Freiwillige“ ist gesichert

Nordhausen-Petersdorf (psv) „Ich freue mich riesig: Unser Wehrleiter Bernd Müller (links) macht weiter. Damit ist unsere  Freiwillige Feuerwehr gesichert.“, sagte jetzt Karin Busch (rechts), Bürgermeisterin des
Nordhäuser Ortsteils Steigerthal.

Darüber hinaus, so Frau Busch, würden sich zwei Kameraden zu Gruppenführern qualifizieren. „Auch dafür sind wir sehr dankbar.“ Strategische Aufgabe sei es jetzt, die Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr in Buchholz zu intensivieren.

Bei der Feuerwehr in Steigerthal tun eine Kameradin und vier Kameraden Dienst.


Foto: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen

Ballett-Uraufführung im Kunsthaus Meyenburg

Ballettkompanie des Theaters Nordhausen bereichert Eröffnung der Dali/Goya-Ausstellung

Die Ballettkompanie des Theaters Nordhausen wird am morgigen Donnerstag mit dabei sein, wenn um 19.30 Uhr die Ausstellung „Francisco de Goya | Salvador Dalí | Los Caprichos“ im Kunsthaus Meyenburg eröffnet wird.

Ballettdirektorin Jutta Ebnother hat sich zu choreographischen Skizzen inspirieren lassen, die anlässlich der Vernissage im Park des Kunsthauses uraufgeführt werden. In der Choreographie nimmt sie vier der Caprichos von Goya und Dalí auf und
gibt diesen Bildern im Tanz neue Lebendigkeit.

Die Zusammenarbeit zwischen Theater und Kunsthaus hat Tradition: So entstand unter anderem Jutta Ebnothers Miniatur „Die Absinthtrinkerin“ nach dem gleichnamigen Gemälde von Pablo Picasso 2008 anlässlich der Picasso-Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg. Die einmalige Gelegenheit, wieder eine Ballett-Uraufführung im Kunsthaus zu erleben, sollten sich Freunde des Tanzes wie auch der bildenden Kunst nicht entgehen lassen!

Probenfotos: András Dobi

1: András Virág als Goya
2: Irene López Ros und David Roßteutscher in der Skizze „Die Frau, die nicht achtzugeben weiß, gehört dem Erstbesten, der sie nimmt“ zum Capricho 8

Tourismusverband startet Befragung

Nordhausen (pln 124/15). Der Tourismusverband Südharz Kyffhäuser e.V. startet ab heute eine Befragung. Dabei geht es um das Bild der Region aus Sicht der Gäste und der Einheimischen. "Die Befragung richtet sich nicht nur an diejenigen, die selbst im Tourismus aktiv sind, also beispielsweise eine Ferienwohnung vermieten, ein Hotel betreiben oder in einer Freizeiteinrichtung arbeiten", so Matthias Deichstetter, Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes. "Vielmehr interessiert uns auch die Meinung von Unternehmern aus anderen Branchen, der Einwohner und Touristen in unserer Region." So geht es in der Befragung beispielsweise um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, aber auch um Geheimtipps, die es wert sind entdeckt zu werden. Auf Grundlage der Ergebnisse der Umfrage wird der Marketingbeirat des Tourismusverbandes diskutieren, mit welchen Schwerpunkten sich die Reiseregion Südharz Kyffhäuser vermarkten wird. "Wir wollen dies nicht vom Schreibtisch aus oder allein mit Experten von außen entscheiden, sondern die Meinung der Region einbeziehen. Deshalb hoffen wir natürlich, dass möglichst viele bei der Befragung mitmachen - aus dem Tourismusbereich und darüber hinaus", so Vorstandsmitglied Jessica Piper. Wer sich an der Befragung beteiligen möchte, kann die Fragen schnell und unkompliziert online beantworten unter umfrage.kyffhaeuser.de und www.landratsamt-nordhausen.de/tourismusverband.html. Außerdem liegt die Befragung in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen wie den Landratsämtern in Sondershausen und Nordhausen, in Tourist-Informationen und mehreren Freizeiteinrichtungen aus. Die Umfrage läuft bis Ende August.

Versteigerung von Fahrrädern und Fundsachen

Am 22. Juli im Neuen Rathaus:

Nordhausen (psv) Am 22. Juli 2015, ist von 14 bis 16 Uhr im Neuen Rathaus und im Gebäudeinnenhof Markt 15 eine öffentliche Versteigerung der Fundsachen. Versteigert werden alle Fundsachen, die bis zum 31. Dezember 2014 beim Ordnungsamt der Stadt Nordhausen abgegeben wurden. 

„Das sind speziell 17 Fahrräder sowie Uhren, Schmuck, Handys, ein Besteckkoffer, eine Bohrmaschine, diverse Handtaschen und Rücksäcke“, sagt Andrea Radtke, Leiterin des
Bürgerservices der Stadt Nordhausen und damit auch zuständig für das Fundbüro.

„Bevor die Fährräder versteigert werden können, müssen sie ein halbes Jahr im Fundbüro aufbewahrt werden“, sagt sie. Allein in diesem Jahr seien schon wieder 21 Räder und 35 sonstige Fundsachen abgegeben worden.

„Fahrräder werden aus Platzgründen im Gegensatz zu den sonstigen Fundsachen jährlich versteigert“, sagt Fundbüro-Mitarbeiter Patrick Höfer. Die Versteigerung der anderen Fundsachen fand das letzte Mal 2012 statt.

Einen beträchtlichen Platz im „Fundbüro-Schrank“ nehmen verlorene Schlüssel ein. Diese seien jedoch von der Versteigerung ausgeschlossen, so Höfer. Nach zirka drei Jahren werden diese, falls sie von ihrem Besitzer nicht abgeholt werden, vernichtet.

Ein Verzeichnis der zur Versteigerung vorgesehenen Fundsachen liegt derzeit im Sachgebiet Bürgerservice der Stadt Nordhausen, Markt 15, aus. Die Empfangsberechtigten, die Verlierer oder auch Finder,  können ihre Rechtsansprüche vor dem oben genannten Termin im Bürgerservice der Stadt Nordhausen geltend machen.


Zum Bild: Andrea Radtke im überfüllten Fahrrad-Raum. (Foto: I. Bergmann, Pressestelle Stadt Nordhausen)

Wie Journalisten wieder Vertrauen (zurück-)gewinnen

Da hatte ich doch hier am Sonntag (28.06.) meine Meinung über den Vertrauensverlust der Medien bei der engagierten Bürgerschaft geäußert, den „infratest dimap“ in einer aktuellen Studie feststellte. Danach ist die Beziehung zwischen Lesern und Journalisten angespannt, wenn nicht sogar schon zerrüttet. Was mich dabei immer wieder wundert, ist die nach wie vor zu beobachtende Selbstgefälligkeit, teils sogar Überheblichkeit, mit der nicht wenige Journalisten in der Öffentlichkeit auftreten. Und nach wie vor jedes Gespür für das miese Ansehen vermissen lassen, das sie bei Lesern ihrer Zeitungen und Nutzern ihrer Internet-Angebote genießen.

Man macht mir in Gesprächen gelegentlich den Vorwurf, ich würde die Arbeit der Journalisten gegenwärtigen Zuschnitts zu kritisch beurteilen und darstellen. Dabei finde ich mich doch – leider – nur bestätigt durch Studien wie die jüngste von „Infratest dimap“ oder zuvor schon des Instituts für Demoskopie Allensbach. Und ich zitiere auch wieder einmal Sonia Seymour Mikich, Chefredakteurin des WDR, zuvor Moderatorin des Politmagazins Monitor, die schon vor Jahren in dem Buch „Wozu noch Journalismus?“ meinte (Auszug): „Seien wir doch ehrlich, Journalisten stehen nicht mehr oben auf der Hit-Liste geschätzter und vorbildhafter Zeitgenossen. Außerhalb des Medien-Biotops, nämlich in der Wirklichkeit, ist das Bild auf unseren Berufsstand eher unfreundlich und es wird nicht feinfühlig unterschieden zwischen den Genres. Wir alle sind „die Medien“. Betrüblich aber wahr: Die Mitmenschen unterstellen, wir seien allesamt nur noch getrieben von guten Quoten, Auflagen, Klickzahlen. Dass wir Fehler schönreden, gern hart austeilen, aber ein gläsernes Kinn haben, wenn es um Kritik an uns selbst geht. Dass wir Weltmeister im Ätzen und Besserwissen sind. Ob Print, Radio, Fernsehen oder Online: Viele Nutzer bekriteln – nicht grundlos – den Mangel an Tiefgang, an Persönlichkeiten, an Meinungsfreude. Sie erleben intellektuelles Versagen beim Deuten großer Zusammenhänge und geringe Lust am Einmischen. Und merken an, dass Feuerwehrleute, Lehrer, Briefträger oder Ärzte höhere Vertrauenswerte vorweisen können als „die“ Journalisten. Nebenbei: Jeder telegene Kleiderständer, jedes Model darf sich inzwischen Moderatorin nennen, jeder Handyschwenker Reporter. Das kann nicht gut sein für das Ansehen der Branche.“ (Ende des Auszugs).

Mikichs Auffassung war damals schon richtig und statt einer Wendung zum Besseren setzte sich dieser Trend fort und findet in dem gegenwärtig von „infratest dimap“ festgestellten Verlust der Glaubwürdigkeit der (politischen) Berichterstattung seinen Ausdruck. „Tendenz weiter sinkend“, wie es heißt.
Nun erschien – wieder einmal – ein Buch, das sich mit dieser Problematik befasst. Von dem es heißt (Kress.de): „Medien können nach Meinung des Autors, des dänischen Fernseh-Chefredakteurs Ulrik Haagerup viel Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie Themen konstruktiv angehen. Um Kollegen näher zu bringen, wie sie dies schaffen, hat Haagerup das Buch „Constructive News“ veröffentlicht. Untertitel: "Warum 'bad news' die Medien zerstören und wie Journalisten mit einem völlig neuen Ansatz wieder Menschen berühren."
"Millionen Leser, Hörer und Zuschauer kehren den alten Medien den Rücken. Einer der Gründe dafür ist sicherlich, dass die Menschen krank und müde vom negativen Bild der Welt sind, das die Journalisten ihnen präsentieren. Die meisten Nachrichten-Storys sind reduziert auf Konflikt, Drama, Verbrecher und Opfer. Sie nützen weder der Presse und dem Journalismus noch den Gesellschaften, denen wir, die Medienleute, zu dienen behaupten", leitet Haagerup sein Buch ein... In der analogen Medienwelt hätte es Journalismus mit den Neuigkeiten von gestern zu tun – gedruckt in der Zeitung von heute. In den letzten zehn Jahren habe die digitale Berichterstattung den Fokus auf das Jetzt gelegt. Auf das, was in diesem Moment passiere und was in Stichwörtern wie Live-Berichterstattung, "breaking news", Eilmeldung, zum Ausdruck komme. "Constructive News" gehe es um das Morgen: um Geschichten, die eine öffentliche Debatte über eine bessere Zukunft anregen und für sie werben.
Wenn alle Bereiche der Gesellschaft sich verändern und besser werden müssen, dann ist Haagerups Vorschlag: "Wollen wir Journalisten uns ihnen nicht anschließen?" (Ende des Kress-Einführungs-Auszugs).

Ich denke, dem kann, nein, dem muss man zustimmen. Dann aber müssen Journalisten erst (wieder) lernen, Vertrauen der Leser zu gewinnen und nicht nach der Einbildung handeln, die sollen gefälligst das lesen und interessant finden, was und wie wir es ihnen „servieren“. Bisher nämlich ist davon nichts zu merken, wie nicht nur ich meine.

Trägerschaft des Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen

Ende Juni besuchten die Landräte der Landkreise Harz (Sachsen-Anhalt) und Goslar (Niedersachsen), Martin Skiebe und Thomas Brych, in ihrer Funktion als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Regionalverbandes Harz, die Geoparkgeschäftsstelle in der Burg Königslutter. Sie wurden dort für den Vorstand des Freilicht- und Erlebnismuseums
Ostfalen (FEMO) e. V. empfangen von dessen Vorsitzenden Karl-Friedrich Weber sowie dessen Stellvertretern Bürgermeister Andreas Memmert (Gemeinde Schladen-Werla) und Prof. Heiko Diestel. Dem Gespräch ging ein Besuch des Geopark-Informationszentrums Königslutter voraus, wo die Gäste herzlich begrüßt wurden von Bürgermeister Alex Hoppe (Königslutter). Im Ergebnis des anschließenden Gesprächs bekräftigten die Vertreter, ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit in der Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen GbR auch in Zukunft fortsetzen zu wollen. Der Geopark sei zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution geworden, dessen Potenziale für die Regionalentwicklung noch nicht voll genutzt würden. Eine zweite Geoparkgeschäftsstelle für dessen Südteil befindet sich übrigens in Quedlinburg, dem Sitz des Regionalverbands Harz e. V.


Für weitere Informationen: www.harzregion.de

Zu unserem Bild: Vorstandsmitglieder von RVH und FEMO im Geopark-Informationszentrum Königslutter. Foto: Dr. K. George/RVH

Gesunde Ernährung schützt das Gehirn

Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden und Schlaganfälle können sich womöglich durch gesunde Ernährung vor geistigem Abbau schützen. „Die Auswertung zweier großer Untersuchungen mit fast 30.000 Teilnehmern durch die kanadischen Kollegen zeigt, dass gesunde Essgewohnheiten das Risiko kognitiver Einschränkungen und demenzieller Erkrankungen im Alter tatsächlich verringern können“, kommentiert Professor Dr. Agnes Flöel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Die Erkenntnisse sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu soliden wissenschaftlichen Empfehlungen, um das Demenzrisiko für Patienten wie auch Gesunde zu senken“, so die Leiterin der Arbeitsgruppe Kognitive Neurologie an der Klinik für Neurologie der Charité in Berlin. Welche Nährstoffe für den positiven Effekt verantwortlich sind und ob auch andere Faktoren wie eine verminderte Kalorienzufuhr positiv auf das Gehirn wirken, wird derzeit weltweit intensiv untersucht. Auch auf dem 88. Neurologenkongress, der mit rund 6000 Experten für Gehirn und Nerven vom 23. bis 26. September in Düsseldorf stattfindet, wird das Thema diskutiert.

Für die Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde, hat ein Forscherteam um Andrew Smyth von der McMaster University im kanadischen Hamilton die Daten von zwei großen Untersuchungen zur Wirkung blutdrucksenkender Medikamente neu ausgewertet. Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer, die sich am gesündesten ernährten, hatten ein um 24 Prozent geringeres Risiko für geistigen Abbau im Vergleich zu denen, die sich besonders ungesund ernährten. Als „gesund“ galt dabei eine Diät mit viel Obst, Gemüse, Nüssen oder Eiweiß aus Soja sowie bei tierischen Nahrungsmitteln die Formel „mehr Fisch als Fleisch“ – im Gegensatz zum Konsum von zum Beispiel viel frittiertem Essen oder Alkohol.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass gesunde Essgewohnheiten nicht nur das Herz-Kreislauf-Risiko sondern auch das Risiko für kognitive Störungen, insbesondere bezüglich Aufmerksamkeits- und Kontrollfunktionen, aber auch von Gedächtnisstörungen, senken könnten“, erläutert Flöel. Den deutlichen Unterschied von 24 Prozent zwischen dem besten und dem schlechtesten Fünftel der Teilnehmer hält sie in dieser großen, multinationalen Studie für bemerkenswert.

Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und kognitiven Leistungen

Die 27.860 Teilnehmer der Studie aus 40 Ländern waren mindestens 55 Jahre alt, sie litten an Herzerkrankungen oder hatten ein hohes Risiko für die Zuckerkrankheit. Gemessen wurde die geistige Leistung anhand des Mini-Mental-Status-Test (MMST), einem Standardtest zur Diagnose von Demenz und Alzheimer. Der MMST wird als Interview durchgeführt. Anhand von festen Aufgabenkomplexen werden zentrale kognitive Funktionen überprüft, wie zeitliche und räumliche Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben, Zeichnen und Rechnen. In der Studie wurde der Test zu Beginn der Untersuchung und nach fünf Jahren durchgeführt. In diesem Zeitraum beobachteten die Forscher etwa bei jedem sechsten Studienteilnehmer eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen. Diese Informationen stellten Smyth und Kollegen dann den Ergebnissen aus einer Befragung zu den Essgewohnheiten der Studienteilnehmer gegenüber.

Auch Fasten und Bewegung helfen dem Gehirn

Flöel hält es allerdings auch für möglich, dass die errechnete Risikoreduktion nicht allein auf das gesunde Essen zurückgeht, sondern auch eine Folge der verminderten Kalorienzufuhr sein könnte. Die Forscherin selbst hat die positiven Auswirkungen solch einer „kalorischen Restriktion“ bereits vor einigen Jahren am Universitätsklinikum Münster nachgewiesen. Damals konnte Flöel zeigen, dass ältere Versuchspersonen im Anschluss an eine dreimonatige verringerte Kalorienzufuhr besser lernten: Die Lernleistung stieg um 20 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe. Dieser Effekt beruht möglicherweise auf einem verbesserten Glukose-Stoffwechsel und einer damit verbundenen, positiven Wirkung auf insulinabhängige Stoffwechselwege im Gehirn, vermutet Flöel.

In der aktuellen Studie hatten die Forscher zwar mit statistischen Methoden mögliche Auswirkungen des Rauchens, des Körpergewichts und von sportlichen Aktivitäten herausgerechnet. Der unterschiedliche Energiegehalt der Nahrung wurde aber nicht berücksichtigt. Statt dessen ging es darum, wie viele Portionen Obst, Gemüse, Nüsse, frittiertes Essen oder Alkohol täglich konsumiert wurden, und wie das Verhältnis von Fisch zu Fleischprodukten und Eiern war.

Weiter kann die Studie nicht beantworten, welche Inhaltsstoffe der „gesunden Lebensmittel“ letztlich für die positiven Effekte verantwortlich waren. Dies wird weltweit derzeit intensiv untersucht, auch von der Arbeitsgruppe von Professor Flöel. Mögliche Substanzen sind hier Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Nährstoffe, die eine Kalorienrestriktion imitieren, mit positiven Auswirkungen auf den Glukose-Stoffwechsel. Hierzu gehört zum Beispiel das in Weintrauben vorkommende Resveratrol oder die für Selbstreinigungsprozesse der Zelle wichtigen Polyamine, die unter anderem in Weizenkeimlingen oder Sojabohnen enthalten sind.

Dem geistigen Abbau aus eigener Kraft entgegenwirken

Trotz dieser Einschränkungen sei die Arbeit der Kollegen ein weiterer Schritt nach vorne, lobt Flöel. Die Forschung sucht schon lange nach einem wirksamen Schutz gegen Demenz. Neben gesunder Ernährung wird körperlicher Aktivität eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Der Schlüssel liegt daher in jedem Einzelnen: „Auch wenn viele Details noch nicht geklärt sind, so scheint doch sicher, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, dem geistigen Abbau aus eigener Kraft entgegen zu wirken. Eine gesunde und maßvolle Ernährung und regelmäßige Bewegung gehören zu den präventiven und wirkungsvollen Maßnahmen, die jeder heute schon umsetzen kann“, so Flöel. Und zwar nicht erst, wenn die sich die Erkrankungen schon zeigen, wie bei den Patienten der kanadischen Studie.

Frank A. Miltner Pressestelle der DGN, Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Mitteilung des idw – wissenschaftlichen Dienstes am 30.06.2015